Besinnung
Wer spürt noch die feine Seele
der Dinge, die um uns sind;
wer lauscht noch dem Lied der Vögel,
dem Strom und dem leisen Wind?
Wer sieht noch die zarten Gräser,
die Blumen am Wegesrand;
wer fühlt noch beglückt die Weite
und Schönheit von Meer und Land?
Wen rührt noch das Los der Tiere,
der Brüder in Wald und Feld;
wer ahnt noch voll tiefer Andacht
den Gott in der weiten Welt?
Wir eilen auf lauten Straßen,
wir leben in Lärm und Hast,
wir nehmen dem Tag das Leuchten
und werden uns selbst zur Last.
Wir haben es fast vergessen
im Taumel der kranken Zeit,
daß Gott uns ein Herz gegeben:
daß Gott dieses Herz geweiht,
das Leben getreu zu hüten
zutieft in die Welt versenkt,
und liebevoll zu umfangen,
was Himmel und Erde uns schenkt.
(Ursel Peter)