Das Deutsche Reich weint seit 1945 bis heute

 

Zweimal hat Österreich geweint:
Einmal 1938 aus Freude
Einmal 1945 aus Schmerz
.


U
nd als die Grenze, die verfluchte, fiel
der Schlagbaum endlich hochfuhr im Frohlocken,
da brach ein Wall. Es schritt bekränzt ans Ziel
Deutsch - Österreich im Sturme aller Glocken

 

Das ganze Land in rot-weiß-schwarzer Pracht,
wie eine Wiese, auf der jäh erglühte
im Frühlingstaumel, mächtig über Nacht
ein Meer von Blumen in der vollen Blüte.

War das ein Jauchzen, als der Führer kam,
das Volk an seinem Wege wuchs zum Strome,
wie eine Flut, die schier kein Ende nahm,
und alle harrten, daß er komme, komme.


 

Und sieh: Der Hunger fort mit einem Schlag!
An allen Plätzen stehn bespannte Küchen
verteilen Fleisch und Brot den lieben Tag,
und jahrelange Not ist jäh entwichen.

 

Und dann das Ziel: die alte Kaiserstadt!
Das rote Wien? Hier kann es keiner glauben,
der diesen Taumel selbst gesehen hat.
An Bäumen hängen schwarze Menschentrauben.

Und Menschen, Menschen, die ihn sehen wolln.
Ohnmächtig des Begleitkommandos Recken.
Der Wagen ist von Blumen überquolln,
umbrodelt von den Armen, die sich strecken.

 

Und rätselhaftes Schrein, das tief,
aus Millionen heisren Kehlen dringt.
Und wieder: Urschrei der vergessen schlief
und der sich kreißend nun der Brust entringt.

Man hat es später, als das Reich entzwei,
verspottet als das Schrein von wilden Tieren.
In Wahrheit war's der ersten Menschen Schrei,
die totbereit gestellt sich vor die Ihren.

Und sieh: Das Jauchzen, Rauschen, Brausen fort!
Und Stille wölbt sich mächtig in der Runde.
Und in die Stille hämmert Wort für Wort
einsam der Führer! Unvergeßlich' Stunde!


Ich bin gekommen. Und ich steh vor euch,
ihr deutschen Volksgenossen und berichte:
Heim ging die Ostmark in das Deutsche Reich.
Es ist vollzogen. Und ist nun Geschichte.

Da rast es jauchzend, wie ein wilder Sturm
vom Heldenplatz bis hin zum Burgtheater,
und aus der Brandung ragt, gleich einem Turm,
stumm am Balkon des großen Sieges Vater.

Ein Wink der Hand! Die Million verstummt
und er fährt fort, zu seinem Volk zu sprechen:
Der Feinde Willkür will in dieser Stund'
ich mit dem Frevel von Germain zerbrechen.

Der Bauer sei ab heute wieder frei
und sei nicht länger Sklave seiner Schulden.
Die Zinsknechtschaft hier hau' ich sie entzwei!
Werd' nie mehr Schacher mit der Erde dulden.


Und Ordnung allerorts. Und jedem Schutz
durch des Gesetzes Arm. In stillsten Gassen.
Gemeinnutz siege über Eigennutz!
Des einz'lnen Glück es sei das Glück der Massen.

Und Arbeit sei ab heute Recht und Pflicht.
Wer Arbeit sucht, wird morgen Arbeit finden.
Doch weh dem Stromer, der da scheut das Licht,
denn eis'ner Zwang wird das Gesindel binden.

Und Bruder heiße, wer uns zugesellt
durch Muttersprache. Wen sein Blut gegeben
an unser Volk. Ich schwör' es hier der Welt,
daß Deutschland ist, wo immer Deutsche leben.

 

Beauftragt stand er so vor aller Welt!
Vom Volke selber, das hierhergekommen
und unter freiem Himmel ihn erwählt,
hat er das Zepter und das Schwert genommen

 

Ein Volk, ein Reich, ein Führer ihm voran,
und alle, alle an ein Recht gebunden.
Und eine Münze und ein Heeresbann!
Der Traum ward Wirklichkeit in diesen Stunden.

 

Und Lachen, Weinen, Tanzen fort die Nacht!
Der Liebe Sieg! O schönster deutscher Siege!
Wenn einst die Wahrheit aus dem Schlaf erwacht,
steht auf und kündet von dem Blumenkriege!

 

Gerd Honsik

Der Blumenkrieg

Nach der Erzählung meiner Mutter