Der Sturm

 

Der Sturm, der große Sturm ist los -
Mich hält’s nicht mehr zu Hause!
Mitschäumt die Gischt am Landungssteg,
Und springt zerstäubend drüber weg.
Die Arme heb’ ich ins Getos’ -
Kling mit, mein Blut, und brause!

Mit Müh’ erkämpf’ ich jeden Schritt -
Der Teufel peitscht die Dünen;
Wirft Sand und Schaum mir ins Gesicht -
Hei, wie das brennt! Hei, wie das sticht!
Und doch, kein’ Schmerz ich lieber litt,
Der Dumpfheit Fehl’ zu sühnen!

Verloren geht mein Jubelschrei,
Sturm wühlt in meinen Haaren …
Die Woge steigt, die Woge fällt -
Ahoi, du schöne, wilde Welt!
Nun bin ich wach, nun bin ich frei,
Wie nie seit langen Jahren!

Widukind