NACH THULE WEISEN DIE STERNE

 

Vielerlei Wege verführen nach Rom,
in die Fremde, die südliche Ferne.
Doch nach Norden, unter den Himmelsdom,
nach Thule weisen die Sterne.

Sie kreisen im kosmischen Reigen
um der Götter Thron und Altar.
Was die Zeichen der Höhe erzeigen,
bleibt wahr und wunderbar.

Vom Nordberg schimmert die Irminsul
über braves Volk und der Wüste Brut.
Der Finsternismeister auf goldenem Stuhl
wirft Mammons Macht gegen Menschenblut.

Wer hält den Hort, wer greift den Gral -
Held und Händler hadern im Ringe;
trifft des Lichtritters blitzender Eisenstrahl,
oder faßt ihn des Drachens Schlinge?

Zwei Geisterheere steh’n im Streit;
Pflichttreue ringt gegen Hetze und Hohn.
Wird Chaos oder Gerechtigkeit -
siegt Atlantis oder siegt Babylon?

Breite Straßen lenken hinab nach Rom,
Babels Buhldirnen lachen und winken;
es lockt zum Bade der gold’ne Strom,
und die Seelen, die Seelen ertrinken.

Im Osten geht sichtbar die Sonne auf -
der Norden schenkt höheres Licht.
Das geht seinen ewigen Opferlauf -
aber Thule stirbt nicht!