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4. Kapitel Persönlichkeit und völkischerStaatsgedanke
Wenn der völkischnationalsozialistische Staat seine Hauptaufgabe
in der Heranbildung und Erhaltung des Trägers des Staates sieht, dann genügt
es nicht allein, die rassischen Elemente als solche zu fördern, dann zu
erziehen und endlich für das praktische Leben auszubilden, sondern es ist
notwendig, daß er seine eigene Organisation mit dieser Aufgabe in Einklang
bringt.
Es wäre ein Wahnwitz, den Wert des Menschen nach seiner Rassenzugehörigkeit
abschätzen zu wollen, mithin dem marxistischen Standpunkt: Mensch ist gleich
Mensch den Krieg zu erklären, wenn man dann doch nicht entschlossen ist, auch
die letzten Konsequenzen zu ziehen. Die letzte Konsequenz der Anerkennung der
Bedeutung des Blutes, also der rassenmäßigen Grundlage im allgemeinen, ist
aber die Übertragung dieser Einschätzung auf die einzelne Person. So wie ich
im allgemeinen die Völker auf Grund ihrer rassischen Zugehörigkeit verschieden
bewerten muß, so auch die einzelnen Menschen innerhalb einer Volksgemeinschaft.
Die Feststellung, daß Volk nicht gleich Volk ist, überträgt sich dann auf den
einzelnen Menschen innerhalb einer Volksgemeinschaft etwa in dem Sinne, daß
Kopf nicht gleich Kopf sein kann, weil auch hier die blutsmäßigen Bestandteile
wohl in großen Linien die gleichen sind, allein im einzelnen doch
tausendfältigen feinsten Differenzierungen unterliegen.
Die erste Konsequenz dieser Erkenntnis ist zugleich die, ich möchte sagen,
gröbere, nämlich der Versuch, die innerhalb der Volksgemeinschaft als rassisch
besonders wertvoll erkannten Elemente maßgeblichst zu fördern und für ihre
besondere Vermehrung Sorge zu tragen.
Gröber ist diese Aufgabe deshalb, weil sie fast mechanisch erkannt und gelöst
zu werden vermag. Schwieriger ist es, aus der Gesamtheit aller die geistig und
ideell wirklich wertvollsten Köpfe zu erkennen und ihnen jenen Einfluß
einzuräumen, der nicht nur diesen überlegenen Geistern an sich zukommt,
sondern der vor allem der Nation von Nutzen ist. Diese Siebung nach Fähigkeit
und Tüchtigkeit kann nicht mechanisch vorgenommen werden, sondern ist eine
Arbeit, die der Kampf des täglichen Lebens ununterbrochen besorgt.
Eine Weltanschauung, die sich bestrebt, unter Ablehnung des demokratischen
Massengedankens, dem besten Volk, also den höchsten Menschen, diese Erde zu
geben, muß logischerweise auch innerhalb dieses Volkes wieder dem gleichen
aristokratischen Prinzip gehorchen und den besten Köpfen die Führung und den
höchsten Einfluß im betreffenden Volk sichern. Damit baut sie nicht auf dem
Gedanken der Majorität, sondern auf dem der Persönlichkeit auf.
Wer heute glaubt, daß sich ein völkischer, nationalsozialistischer Staat etwa
nur rein mechanisch durch eine bessere Konstruktion seines Wirtschaftslebens
von anderen Staaten zu unterscheiden hätte, also durch einen besseren
Ausgleich von Reichtum und Armut oder durch mehr Mitbestimmungsrecht breiter
Schichten am Wirtschaftsprozeß oder durch gerechtere Entlohnung, durch
Beseitigung von zu großen Lohndifferenzen, der ist im Alleräußerlichsten
steckengeblieben und hat keine blasse Ahnung von dem, was wir als
Weltanschauung zu bezeichnen haben. All das eben Geschilderte bietet nicht die
geringste Sicherheit für dauernden Bestand und noch viel weniger den Anspruch
auf Größe. Ein Volk, das nur in diesen wirklich äußeren Reformen haften bliebe,
würde damit nicht im geringsten eine Garantie für den Sieg dieses Volkes im
allgemeinen Völkerringen erhalten.
Eine Bewegung, die nur in einer derartigen allgemein ausgleichenden und
sicherlich gerechten Entwicklung den Inhalt ihrer Mission empfindet, wird in
Wahrheit keine gewaltige und keine wirkliche, weil nicht tiefe Reform der
bestehenden Zustände herbeiführen, da ihr ganzes Handeln am Ende nur in
Äußerlichkeiten steckenbleibt, ohne dem Volk jenes innere Gerüstetsein zu
verschaffen, das es, ich möchte fast sagen, mit zwangsläufiger Sicherheit
endgültig jene Schwächen überwinden läßt, unter denen wir heute zu leiden
haben.
Um dies leichter zu verstehen, ist es vielleicht zweckmäßig, noch einmal einen
Blick auf die wirklichen Ursprünge und Ursachen der menschlichen
Kulturentwicklung zu werfen.
Der erste Schritt, der den Menschen äußerlich sichtbar vom Tiere entfernte,
war der zur Erfindung. Die Erfindung selbst beruht ursprünglich auf dem Finden
von Listen und Finten, deren Anwendung den Kampf um das Leben mit anderen
Wesen erleichtert und manchesmal überhaupt erst günstig verlaufen läßt. Diese
allerprimitivsten Erfindungen lassen die Person deshalb noch nicht genügend
klar in Erscheinung treten, weil sie dem nachträglichen oder besser dem
heutigen menschlichen Beobachter natürlich erst als Massenerscheinung zum
Bewußtsein kommen. Gewisse Schliche und schlaue Maßregeln, die der Mensch zum
Beispiel am Tier beobachten kann, fallen ihm erst summarisch als Tatsache ins
Auge, und er ist nicht mehr in der Lage, ihren Ursprung festzustellen oder zu
erforschen, sondern behilft sich einfach damit, daß er solche Vorgänge als
„instinktiv" bezeichnet.
Dieses letztere Wort besagt nun in unserem Falle gar nichts. Denn wer an eine
höhere Entwicklung der Lebewesen glaubt, der muß zugeben, daß jede Äußerung
ihres Lebensdranges und kampfes einmal einen Beginn gehabt haben muß; daß ein
Subjekt damit angefangen haben wird, und daß sich dann ein solcher Vorgang
immer öfter wiederholte und immer mehr ausbreitete, bis er endlich fast in das
Unterbewußtsein aller Angehörigen einer bestimmten Art überging, um dann als
Instinkt in Erscheinung zu treten.
Leichter wird man dies beim Menschen selbst verstehen und glauben. Seine
ersten klugen Maßnahmen im Kampfe mit anderen Tieren – sie sind sicher ihrem
Ursprunge nach Handlungen einzelner besonders fähiger Subjekte gewesen. Die
Persönlichkeit war einst auch hier unbedingt das Veranlassende zu Entschlüssen
und Ausführungen, die später als ganz selbstverständlich von der ganzen
Menschheit übernommen wurden. Genau so wie irgendeine militärische
Selbstverständlichkeit, die heute meinetwegen die Grundlage jedweder Strategie
geworden ist, ursprünglich dennoch einem ganz bestimmten Kopf ihre Entstehung
verdankte und nur im Laufe von vielen, vielleicht sogar Tausenden von Jahren
einfach als vollkommen selbstverständlich allgemein geltend wurde.
Dieses erste Empfinden ergänzt der Mensch durch ein zweites: er lernt andere
Dinge und auch Lebewesen in den Dienst seines eigenen Lebenserhaltungskampfes
einstellen; und damit beginnt die eigentliche Erfindertätigkeit der Menschen,
die wir heute allgemein sichtbar vor Augen haben. Diese materiellen
Erfindungen, die von der Verwendung des Steines als Waffe ausgehen, die zur
Zähmung von Tieren führen, das Feuer durch künstliche Erzeugung dem Menschen
geben und so fort bis zu den vielfältigen und staunenswerten Erfindungen
unserer Tage, lassen um so klarer die Person als Träger solchen Schaffens
erkennen, je näher die einzelnen Erfindungen unserer heutigen Zeit liegen oder
je bedeutender und einschneidender sie sind. Wir wissen also jedenfalls: Was
wir an materiellen Erfindungen um uns sehen, ist alles das Ergebnis der
schöpferischen Kraft und Fähigkeit der einzelnen Person. Und alle diese
Erfindungen, sie helfen im letzten Grunde mit, den Menschen über das Niveau
der Tierwelt mehr und mehr zu erheben, ja ihn endgültig davon zu entfernen.
Sie dienen somit im tiefsten Grunde der sich dauernd vollziehenden höheren
Menschwerdung. Aber selbst das, was einst als einfachste Finte den im Urwald
jagenden Menschen den Kampf um das Dasein erleichterte, hilft in Gestalt
geistvoller wissenschaftlicher Erkenntnisse der Jetztzeit wieder mit, den
Kampf der Menschheit um ihr heutiges Dasein zu erleichtern und die Waffen zu
schmieden für die Kämpfe der Zukunft. Alles menschliche Denken und Erfinden
dient in seinen letzten Auswirkungen zunächst dem Lebenskampf des Menschen auf
diesem Planeten, auch wenn der sogenannte reale Nutzen einer Erfindung oder
einer Entdeckung oder einer tiefen wissenschaftlichen Einsicht in das Wesen
der Dinge im Augenblicke nicht sichtbar ist. Indem alles zusammen mithilft,
den Menschen mehr und mehr aus dem Rahmen der ihn umgebenden Lebewesen zu
erheben, stärkt es und festigt es seine Stellung so, daß er in jeglicher
Hinsicht zum dominierenden Wesen auf dieser Erde sich auswächst.
Alle Erfindungen sind also das Ergebnis des Schaffens einer Person. Alle diese
Personen selbst sind, ob gewollt oder ungewollt, mehr oder minder große
Wohltäter aller Menschen. Ihr Wirken gibt Millionen, ja Milliarden von
menschlichen Lebewesen später Hilfsmittel zur Erleichterung der Durchführung
ihres Lebenskampfes in die Hand.
Wenn wir im Ursprung der heutigen materiellen Kultur immer einzelne Personen
als Erfinder sehen, die sich dann gegenseitig ergänzen und einer auf dem
anderen wieder weiterbauen, dann aber genau so in der Ausübung und
Durchführung der von den Erfindern erdachten und entdeckten Dinge. Denn auch
sämtliche Produktionsprozesse sind in ihrem Ursprung selbst wieder Erfindungen
gleichzusetzen und damit abhängig von der Person. Auch die rein theoretische
gedankliche Arbeit, die, im einzelnen gar nicht meßbar, dennoch die
Voraussetzung für alle weiteren materiellen Erfindungen ist, erscheint wieder
als das ausschließliche Produkt der Einzelperson. Nicht die Masse erfindet und
nicht die Majorität organisiert oder denkt, sondern in allem immer nur der
einzelne Mensch, die Person.
Eine menschliche Gemeinschaft erscheint nur dann als gut organisiert, wenn sie
diesen schöpferischen Kräften in möglichst entgegenkommender Weise ihre
Arbeiten erleichtert und nutzbringend für die Gesamtheit anwendet. Das
Wertvollste an der Erfindung selbst, mag sie nun im Materiellen oder in der
Welt der Gedanken liegen, ist zunächst der Erfinder als Person. Ihn also für
die Gesamtheit nutzbringend anzusetzen, ist erste und höchste Aufgabe der
Organisation einer Volksgemeinschaft. Ja, die Organisation selbst hat nur eine
Vollstreckung dieses Grundsatzes zu sein. Damit wird sie auch erst vom Fluche
des Mechanismus erlöst und wird selbst zu etwas Lebendigem. Sie muß in sich
selbst eine Verkörperung des Strebens sein, die Köpfe über die Masse zu
stellen und diese mithin den Köpfen unterzuordnen.
Die Organisation darf also demnach das Heraustreten der Köpfe aus der Masse
nicht nur nicht verhindern, sondern sie muß im Gegenteil durch die Art ihres
eigenen Wesens dies im höchsten Grade ermöglichen und erleichtern. Sie hat
dabei von dem Grundsatze auszugehen, daß für die Menschheit der Segen nie in
der Masse lag, sondern in ihren schöpferischen Köpfen ruhte, die daher in
Wirklichkeit als die Wohltäter des Menschengeschlechts anzusprechen sind.
Ihnen den maßgebendsten Einfluß zu sichern und ihr Wirken zu erleichtern,
liegt im Interesse der Gesamt heit. Sicher wird dieses Interesse nicht
befriedigt, und es wird ihm nicht gedient durch die Herrschaft der nicht
denkfähigen oder nicht tüchtigen, auf keinen Fall aber begnadeten Masse,
sondern einzig durch die Führung der von Natur aus mit besonderen Gaben dazu
Befähigten.
Das Aussuchen dieser Köpfe besorgt, wie schon gesagt, vor allem der harte
Lebenskampf selbst. Vieles bricht und geht zugrunde, erweist sich also doch
nicht als zum Letzten bestimmt, und wenige nur erscheinen zuletzt als
auserwählt. Auf den Gebieten des Denkens, des künstlerischen Schaffens, ja
selbst denen der Wirtschaft findet dieser Ausleseprozeß auch heute noch statt,
obwohl er besonders auf dem letzteren schon einer schweren Belastung
ausgesetzt ist. Die Verwaltung des Staates und ebenso die durch die
organisierte Wehrkraft der Nation verkörperte Macht sind gleichfalls von
diesem Gedanken beherrscht. Überall dominiert hier noch die Idee der
Persönlichkeit, der Autorität derselben nach unten und der Verantwortlichkeit
gegenüber der höheren Person nach oben. Nur das politische Leben hat sich
heute bereits restlos von diesem natürlichsten Prinzip abgewendet. Während die
gesamte menschliche Kultur nur das Ergebnis der schöpferischen Tätigkeit der
Person ist, tritt in der gesamten, vor allem aber in der obersten Leitung der
Volksgemeinschaft das Prinzip des Wertes der Majorität ausschlaggebend in
Erscheinung und beginnt von dort herunter allmählich das ganze Leben zu
vergiften, d.h. in Wirklichkeit: aufzulösen. Auch die destruktive Wirkung der
Tätigkeit des Judentums in anderen Volkskörpern ist im Grunde nur seinen
ewigen Versuchen zuzuschreiben, die Bedeutung der Person bei seinen
Gastvölkern zu unterhöhlen und die der Masse an ihre Stelle zu setzen. Damit
aber tritt an Stelle des organisatorischen Prinzips der arischen Menschheit
das destruktive des Juden. Er wird dadurch „zum Ferment der Dekomposition" von
Völkern und Rassen und im weiteren Sinne zum Auflöser der menschlichen Kultur.
Der Marxismus aber stellt sich als den in Reinkultur gebrachten Versuch des
Juden dar, auf allen Gebieten des menschlichen Lebens die überragende
Bedeutung der Persönlichkeit auszuschalten und durch die Zahl der Masse zu
ersetzen. Dem entspricht politisch die parlamentarische Regierungsform, die
wir, von den kleinsten Keimzellen der Gemeinde angefangen bis zur obersten
Leitung des gesamten Reiches, so unheilvoll wirken sehen, und wirtschaftlich
das System einer Gewerkschaftsbewegung, die nicht den wirklichen Interessen
des Arbeitnehmers dient, sondern ausschließlich den zerstörenden Absichten des
internationalen Weltjuden. In eben dem Maße, in welchem die Wirtschaft der
Wirkung des Persönlichkeitsprinzips entzogen und an Stelle dessen nur den
Einflüssen und Einwirkungen der Masse ausgeliefert wird, muß sie die im
Dienste aller stehende und für alle wertvolle Leistungsfähigkeit verlieren und
allmählich einer sicheren Rückentwicklung
verfallen. Sämtliche Betriebsratsorganisationen, die, statt die Interessen der
Arbeiter und Angestellten wahrzunehmen, Einfluß auf die Produktion selbst zu
gewinnen versuchen, dienen dem gleichen zerstörenden Zwecke. Sie schädigen die
Gesamtleistung, dadurch in Wirklichkeit aber den einzelnen. Denn die
Befriedigung der Angehörigen eines Volkskörpers erfolgt auf die Dauer nicht
ausschließlich durch bloße theoretische Phrasen, sondern vielmehr durch die
auf den einzelnen entfallenden Güter des täglichen Lebens und die daraus
endgültig resultierende Überzeugung, daß eine Volksgemeinschaft in ihren
gesamten Leistungen die Interessen der einzelnen wahrt.
Es spielt auch keine Rolle, ob der Marxismus auf Grund seiner Massentheorie
etwa fähig erscheint, die zur Zeit bestehende Wirtschaft zu übernehmen und
weiterzuführen. Die Kritik über die Richtigkeit oder Unrichtigkeit dieses
Prinzips wird nicht entschieden durch den Nachweis seiner Befähigung, das
Bestehende für die Zukunft zu verwalten, sondern ausschließlich nur durch den
Beweis, selbst eine solche Kultur schaffen zu können. Der Marxismus könnte
tausendmal die heutige Wirtschaft übernehmen und unter seiner Führung
weiterarbeiten lassen, so würde sogar ein Erfolg dieser Tätigkeit doch gar
nichts beweisen gegenüber der Tatsache, daß er nicht in der Lage wäre, unter
Anwendung seines Prinzips das selbst zu schaffen, was er als fertig heute
unternimmt.
Und dafür hat der Marxismus den praktischen Beweis erbracht. Nicht nur, daß er
nirgends eine Kultur oder auch nur eine Wirtschaft selbst schöpferisch zu
begründen vermochte, er war ja tatsächlich nicht einmal in der Lage, die
bestehende nach seinen Prinzipien weiter fortzuführen, sondern mußte schon
nach kürzester Zeit auf dem Wege von Konzessionen zu den Gedankengängen des
Persönlichkeitsprinzips zurückgreifen, genau so wie er auch in seiner eigenen
Organisation dieser Grundsätze nicht entraten kann.
Das hat aber die völkische Weltanschauung von der marxistischen grundsätzlich
zu unterscheiden, daß sie nicht nur den Wert der Rasse, sondern damit auch die
Bedeutung der Person erkennt und mithin zu den Grundpfeilern ihres ganzen
Gebäudes bestimmt. Das sind die tragenden Faktoren ihrer Weltauffassung.
Würde besonders die nationalsozialistische Bewegung die fundamentale Bedeutung
dieser grundsätzlichen Erkenntnis nicht verstehen, sondern statt dessen am
heutigen Staate äußerlich herumflicken oder gar den Massenstandpunkt als den
ihren ansehen, dann würde sie in Wirklichkeit nur eine Konkurrenzpartei zum
Marxismus darstellen; das Recht, sich eine Weltanschauung zu nennen, besäße
sie damit nicht. Wenn das soziale Programm der Bewegung nur darin bestände,
die Persönlichkeit zu verdrängen und an ihre Stelle die Masse zu setzen, dann
wäre der Nationalsozialismus selbst bereits vom Gift des Marxismus
angefressen, wie unsere bürgerliche Parteienwelt dies ist.
Der völkische Staat hat für die Wohlfahrt seiner Bürger zu sorgen, indem er in
allem und jedem die Bedeutung des Wertes der Person anerkennt und so auf allen
Gebieten jenes Höchstmaß produktiver Leistungsfähigkeit einleitet, die dem
einzelnen auch ein Höchstmaß an Anteil gewährt.
Und der völkische Staat hat demgemäß die gesamte, besonders aber die oberste,
also die politische Leitung restlos vom parlamentarischen Prinzip der
Majoritäts, also Massenbestimmung zu befreien, um an Stelle dessen das Recht
der Person einwandfrei sicherzustellen.
Daraus ergibt sich folgende Erkenntnis:
Die beste Staatsverfassung und Staatsform ist diejenige, die mit natürlichster
Sicherheit die besten Köpfe der Volksgemeinschaft zu führender Bedeutung und
zu leitendem Einfluß bringt.
Wie aber im Wirtschaftsleben die fähigen Menschen nicht von oben zu bestimmen
sind, sondern sich selbst durchzuringen haben und so wie hier die unendliche
Schulung vom kleinsten Geschäft bis zum größten Unternehmen selbst gegeben ist
und nur das Leben dann die jeweiligen Prüfungen vornimmt, so können natürlich
auch die politischen Köpfe nicht plötzlich „entdeckt" werden. Genies
außerordentlicher Art lassen keine Rücksicht auf die normale Menschheit zu.
Der Staat muß in seiner Organisation, bei der kleinsten Zelle, der Gemeinde,
angefangen bis zur obersten Leitung des gesamten Reiches, das
Persönlichkeitsprinzip verankert haben.
Es gibt keine Majoritätsentscheidungen, sondern nur verantwortliche Personen,
und das Wort „Rat" wird wieder zurückgeführt auf seine ursprüngliche
Bedeutung. Jedem Manne stehen wohl Berater zur Seite, allein die Entscheidung
trifft ein Mann.
Der Grundsatz, der das preußische Heer seinerzeit zum wundervollsten
Instrument des deutschen Volkes machte, hat in übertragenem Sinne dereinst der
Grundsatz des Aufbaues unserer ganzen Staatsauffassung zu sein: Autorität
jedes Führers nach unten und Verantwortung nach oben.
Auch dann wird man nicht jener Korporationen entbehren können, die wir heute
als Parlamente bezeichnen. Allein ihre Räte werden dann wirklich beraten, aber
die Verantwortung kann und darf immer nur ein Träger besitzen und mithin auch
nur dieser allein die Autorität und das Recht des Befehls.
Die Parlamente an sich sind notwendig, weil ja vor allem in ihnen die Köpfe
die Möglichkeit haben, sich langsam emporzuheben, denen man später besondere
verantwortliche Aufgaben überweisen kann.
Damit ergibt sich folgendes Bild:
Der völkische Staat hat, angefangen bei der Gemeinde bis hinauf zur Leitung
des Reiches, keinen Vertretungskörper, der etwas durch Majorität beschließt,
sondern nur Beratungskörper, die dem jeweilig gewählten Führer zur Seite
stehen und von ihm in die Arbeit eingeteilt werden, um nach Bedarf selber auf
gewissen Gebieten wieder unbedingte Verantwortung zu übernehmen, genau so, wie
sie im größeren der Führer oder Vorsitzende der jeweiligen Korporation selbst
besitzt.
Der völkische Staat duldet grundsätzlich nicht, daß über Belange besonderer,
zum Beispiel wirtschaftlicher Art Menschen um Rat oder Urteil befragt werden,
die auf Grund ihrer Erziehung und Tätigkeit nichts von der Sache verstehen
können. Er gliedert deshalb seine Vertretungskörper von vornherein in
politische und berufliche ständische Kammern.
Um ein ersprießliches Zusammenwirken beider zu gewährleisten, steht über ihnen
als Auslese stets ein besonderer Senat.
In keiner Kammer und in keinem Senate findet jemals eine Abstimmung statt. Sie
sind Arbeitseinrichtungen und keine Abstimmungsmaschinen. Das einzelne
Mitglied hat beratende Stimme, aber niemals beschließende. Diese kommt
ausschließlich nur dem jeweils dafür verantwortlichen Vorsitzenden zu.
Dieser Grundsatz unbedingter Verbindung von absoluter Verantwortlichkeit mit
absoluter Autorität wird allmählich eine Führerauslese heranzuzüchten, wie
dies heute im Zeitalter des verantwortungslosen Parlamentarismus gar nicht
denkbar ist.
Damit wird die staatliche Verfassung der Nation in Übereinstimmung gebracht
mit jenem Gesetz, dem sie schon auf kulturellem und wirtschaftlichem Gebiete
ihre Größe verdankt.
Was nun die Durchführbarkeit dieser Erkenntnisse betrifft, so bitte ich, nicht
zu vergessen, daß das parlamentarische Prinzip der demokratischen
Majoritätsbestimmung keineswegs seit jeher die Menschheit beherrscht hat,
sondern im Gegenteil nur in ganz kleinen Perioden der Geschichte zu finden
ist, die aber immer Zeiträume des Verfalls von Völkern und Staaten sind.
Allerdings soll man nicht glauben, daß man durch rein theoretische Maßnahmen
von oben herunter einen solchen Wandel herbeiführen könne, da er
logischerweise nicht einmal bei der Verfassung des Staates haltmachen darf,
sondern auch die gesamte übrige Gesetzgebung, ja das allgemeine bürgerliche
Leben durchdringen muß. Solch eine Umwälzung kann und wird nur stattfinden
durch eine Bewegung, die selbst bereits im Geiste dieser Gedanken aufgebaut
ist und somit in sich selbst schon den kommenden Staat trägt.
Daher mag sich die nationalsozialistische Bewegung schon heute restlos in
diese Gedanken einleben und sie zur praktischen Auswirkung innerhalb ihrer
eigenen Organisation bringen, auf daß sie dereinst dem Staate nicht nur
dieselben Richtlinien weisen mag, sondern ihm auch bereits den vollendeten
Körper ihres eigenen Staates zur Verfügung stellen kann.
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