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Zweiter BandDIE NATIONALSOZIALISTISCHE BEWEGUNG
1. Kapitel Weltanschauung und Partei
Am 24. Februar 1920 fand die erste große öffentliche Massenkundgebung
unserer jungen Bewegung statt. Im Festsaale des Münchener Hofbräuhauses wurden
die fünfundzwanzig Thesen des Programms der neuen Partei einer fast
zweitausendköpfigen Menschenmenge unterbreitet und jeder einzelne Punkt unter
jubelnder Zustimmung angenommen.
Damit waren die ersten Leitsätze und Richtlinien für einen Kampf ausgegeben,
der mit einem wahren Wust althergebrachter Vorstellungen und Ansichten und mit
unklaren, ja schädlichen Zielen aufräumen sollte. In die faule und feige
bürgerliche Welt sowohl wie in den Siegeszug der marxistischen Eroberungswelle
sollte eine neue Machterscheinung treten, um den Wagen des Verhängnisses in
letzter Stunde zum Stehen zu bringen.
Es war selbstverständlich, daß die neue Bewegung nur dann hoffen durfte, die
nötige Bedeutung und die erforderliche Stärke für diesen Riesenkampf zu
erhalten, wenn es ihr vom ersten Tage an gelang, in den Herzen ihrer Anhänger
die heilige Überzeugung zu erwecken, daß mit ihr dem politischen Leben nicht
eine neue Wahlparole oktroyiert, sondern eine neue Weltanschauung von
prinzipieller Bedeutung vorangestellt werden sollte.
Man muß bedenken, aus welch jämmerlichen Gesichtspunkten heraus sogenannte „Parteiprogramme"
normal zusammengeschustert und von Zeit zu Zeit aufgeputzt oder umgemodelt
werden. Man muß die treibenden Motive besonders dieser bürgerlichen „ProgrammKommissionen"
unter die Lupe nehmen, um das nötige Verständnis für die Bewertung dieser
programmatischen Ausgeburten zu gewinnen.
Es ist immer eine einzige Sorge, die entweder zur Neuaufstellung von
Programmen oder zur Abänderung der vorhandenen antreibt: die Sorge um den
nächsten Wahlausgang. Sowie in den Köpfen dieser parlamentarischen
Staatskünstler die Ahnung aufzudämmern pflegt, daß das liebe Volk wieder
einmal revoltiert und aus dem Geschirr des alten Parteiwagens entschlüpfen
will, pflegen sie die Deichseln neu anzustreichen. Dann kommen die Sterngucker
und Parteiastrologen, die sogenannten „erfahrenen" und „gewiegten", meistens
alten Parlamentarier, die in ihrer „reichen politischen Lehrzeit" sich
analoger Fälle zu erinnern vermögen, da auch der Masse endlich die Stränge
ihrer Geduld gerissen, und die Ähnliches wieder bedrohlich nahe fühlen. So
greifen sie zu den alten Rezepten, bilden eine „Kommission", horchen im lieben
Volk herum, beschnüffeln die Presseerzeugnisse und riechen so langsam heraus,
was das liebe breite Volk gerne haben möchte, was es verabscheut und was es
sich erhofft. Jede Berufsgruppe, ja jede Angestelltenklasse wird genauestens
studiert und in ihren geheimsten Wünschen erforscht. Auch die „üblen
Schlagworte" der gefährlichen Opposition pflegen dann plötzlich reif für eine
Überprüfung zu sein und tauchen nicht selten, zum größten Erstaunen ihrer
ursprünglichen Erfinder und Verbreiter, ganz harmlos, wie selbstverständlich
im Wissensschatz der alten Parteien auf.
So treten die Kommissionen zusammen und „revidie ren" das alte Programm und
verfassen ein neues (die Herrschaften wechseln dabei ihre Überzeugungen wie
der Soldat im Felde das Hemd, nämlich immer dann, wenn das alte verlaust
ist!), in dem jedem das Seine gegeben wird. Der Bauer erhält den Schutz seiner
Landwirtschaft, der Industrielle den Schutz seiner Ware, der Konsument den
Schutz seines Einkaufs, den Lehrern werden die Gehälter erhöht, den Beamten
die Pensionen aufgebessert, Witwen und Waisen soll in reichlichstem Umfang der
Staat versorgen, der Verkehr wird gefördert, die Tarife sollen erniedrigt und
gar die Steuern, wenn auch nicht ganz, aber doch so ziemlich abgeschafft
werden. Manches Mal passiert es, daß man doch einen Stand vergessen oder von
einer im Volk umlaufenden Forderung nichts gehört hat. Dann wird in letzter
Eile noch hineingeflickt, was Platz hat, so lange, bis man mit gutem Gewissen
hoffen darf, das Heer der normalen Spießer samt ihren Wei bern wieder beruhigt
zu haben und hochbefriedigt zu sehen. So kann man innerlich also gerüstet im
Vertrauen auf den lieben Gott und die unerschütterliche Dummheit der
wahlberechtigten Bürger den Kampf um die „neue Gestaltung" des Reiches, wie
man sagt, beginnen.
Wenn dann der Wahltag vorbei ist, die Parlamentarier für fünf Jahre ihre
letzte Volksversammlung abgehalten haben, um sich von der Dressur des Plebs
hinweg zur Erfüllung ihrer höheren und angenehmeren Aufgaben zu begeben, löst
sich die ProgrammKommission wieder auf, und der Kampf um die Neugestaltung der
Dinge erhält wieder die Formen des Ringens um das liebe tägliche Brot: Dieses
heißt aber beim Parlamentarier Diäten.
Jeden Morgen begibt sich der Herr Volksvertreter in das Hohe Haus, und wenn
schon nicht ganz hinein, so doch wenigstens bis in den Vorraum, in dem die
Anwesenheitslisten aufliegen. Im angreifenden Dienste für das Volk trägt er
dort seinen Namen ein und nimmt als wohlverdienten Lohn eine kleine
Entschädigung für diese fortgesetzten zermürbenden Anstrengungen entgegen.
Nach vier Jahren oder in sonstigen kritischen Wochen, wenn die Auflösung der
parlamentarischen Körperschaften wieder näher und näher zu rücken beginnt,
beschleicht die Herren plötzlich ein unbezähmbarer Drang. So wie der Engerling
nicht anders kann, als sich zum Maikäfer zu verwandeln, so verlassen diese
parlamentarischen Raupen das große gemeinsame Puppenhaus und flattern
flügelbegabt hinaus zum lieben Volk. Sie reden wieder zu ihren Wählern,
erzählen von der eigenen enormen Arbeit und der böswilligen Verstocktheit der
anderen, bekommen aber von der unverständigen Masse statt dankbaren Beifalls
manches Mal rohe, ja gehässige Ausdrücke an den Kopf geworfen. Wenn sich diese
Undankbarkeit des Volkes bis zu einem gewissen Grade steigert, kann nur ein
einziges Mittel helfen: der Glanz der Partei muß wieder aufgebügelt werden,
das Programm ist verbesserungsbedürftig, die Kommission tritt erneut ins Leben,
und der Schwindel beginnt von vorne. Bei der granitenen Dummheit unserer
Menschheit wundere man sich nicht über den Erfolg. Geleitet durch seine Presse
und geblendet vom neuen verlockenden Programm, kehrt das „bürgerliche" wie das
„proletarische" Stimmvieh wieder in den gemeinsamen Stall zurück und wählt
seine alten Betrüger.
Damit verwandelt sich der Volksmann und Kandidat der schaffenden Stände wieder
in die parlamentarische Raupe und frißt sich am Gezweig des staatlichen Lebens
weiter dick und fett, um sich nach vier Jahren wieder in den schillernden
Schmetterling zu verwandeln.
Es gibt kaum etwas Deprimierenderes, als diesen ganzen Vorgang in der
nüchternen Wirklichkeit zu beobachten, diesem sich immer wiederholenden Betrug
zusehen zu müssen.
Aus solchem geistigen Nährboden schöpft man im bürgerlichen Lager freilich
nicht die Kraft, den Kampf mit der organisierten Macht des Marxismus
auszufechten.
Ernstlich denken die Herrschaften auch nie daran. Bei aller zugegebenen
Beschränktheit und geistigen Inferiorität dieser parlamentarischen
Medizinmänner der weißen Rasse können sie selber sich nicht im Ernste
einbilden, auf dem Wege einer westlichen Demokratie gegen eine Lehre
anzukämpfen, für welche die Demokratie samt allem, was drum und dran hängt, im
besten Falle ein Mittel zum Zweck ist, das man anwendet, um den Gegner zu
lähmen und dem eigenen Handeln freie Bahn zu schaffen. Wenn näm lich ein Teil
des Marxismus zur Zeit auch in äußerst kluger Weise die unzertrennliche
Verbindung mit den Grundsätzen der Demokratie vorzutäuschen versucht, dann
möge man doch gefälligst nicht vergessen, daß in der kritischen Stunde diese
Herrschaften sich um eine Majoritätsentscheidung nach westlichdemokratischer
Auffassung einen Pfifferling kümmerten! Es war dies in den Tagen, als die
bürgerlichen Parlamentarier die Sicherheit des Reiches in der monumentalen
Borniertheit einer überragenden Zahl garantiert sahen, während der Marxismus
mit einem Haufen von Straßenstrolchen, Deserteuren, Parteibonzen und jüdischen
Literaten kurzerhand die Macht an sich riß, der Demokratie solcher Art eine
schallende Maulschelle versetzend. Daher gehört dann schon das gläubige Gemüt
eines solchen parlamentarischen Zauberpriesters bürgerlicher Demokratie dazu,
um zu wähnen, daß jetzt oder in der Zukunft die brutale Entschlossenheit der
Interessenten und Träger jener Weltpest einfach durch die Beschwörungsformeln
eines westlichen Parlamentarismus gebannt werden könnte.
Der Marxismus wird so lange mit der Demokratie marschieren, bis es ihm gelingt,
auf indirektem Wege für seine verbrecherischen Ziele sogar noch die
Unterstützung der von ihm zur Ausrottung bestimmten nationalen geistigen Welt
zu erhalten. Käme er aber heute zu der Überzeugung, daß sich aus dem
Hexenkessel unserer parlamentarischen Demokratie plötzlich eine Majorität
zusammenbrauen ließe, die – und wäre es nur auf Grund ihrer zur Gesetzgebung
berechtigten Mehrzahl – dem Marxismus ernstlich auf den Leib rückte, so wäre
das parlamentarische Gaukelspiel gleich zu Ende. Die Bannerträger der roten
Internationale wür den dann, statt einen Appell an das demokratische Gewis sen
zu richten, einen brandigen Aufruf an die proletarischen Massen erlassen, und
ihr Kampf würde sich mit einem Schlage aus der muffigen Luft der Sitzungsäle
unserer Parlamente in die Fabriken und auf die Straße verpflanzen. Die
Demokratie wäre damit sofort erledigt; und was der geistigen Gelenkigkeit
jener Völkerapostel in den Parlamenten mißlungen war, würde dem Brecheisen und
Schmiedehammer aufgehetzter Proletariermassen genau wie im Herbst 1918
blitzschnell gelingen: sie würden der bürgerlichen Welt schlagend beibringen,
wie verrückt es ist, sich einzubilden, mit dem Mittel westlicher Demokratie
der jüdischen Welteroberung entgegentreten zu können.
Wie gesagt, es gehört schon ein gläubiges Gemüt dazu, sich einem solchen
Spieler gegenüber an Regeln zu binden, die für diesen immer nur zum Bluff oder
zum eigenen Nutzen vorhanden sind, die über Bord geschleudert werden, sobald
sie seinen Vorteilen nicht mehr entsprechen.
Da bei allen Parteien sogenannter bürgerlicher Einstellung in Wirklichkeit der
ganze politische Kampf tatsächlich nur im Raufen um einzelne Parlamentsstühle
besteht, wobei Einstellungen und Grundsätze je nach Zweckmäßigkeit wie
Sandballast über Bord geworfen werden, so sind natürlich auch ihre Programme
demgemäß abgestimmt und – umgekehrt allerdings – auch ihre Kräfte danach be
messen. Es fehlt ihnen jene große magnetische Anziehung, der die breite Masse
immer nur folgt unter dem zwingen den Eindruck großer überragender
Gesichtspunkte, der Überzeugungskraft bedingungslosen Glaubens an dieselben,
gepaart mit dem fanatischen Kampfesmut, für sie einzustehen.
In einer Zeit aber, in welcher die eine Seite, ausgerüstet mit allen Waffen
einer, wenn auch tausendmal verbrecherischen Weltanschauung zum Sturm gegen
eine bestehende Ordnung antritt, kann die andere ewig nur Widerstand leisten,
wenn sich dieser selber in den Formen eines neuen, in unserem Falle
politischen Glaubens kleidet und die Parole einer schwächlichen und feigen
Verteidigung mit dem Schlachtruf mutigen und brutalen Angriffs vertauscht.
Wenn daher heute unserer Bewegung, besonders von seiten sogenannter nationaler
bürgerlicher Minister, etwa des bayerischen Zentrums, der geistreiche Vorwurf
gemacht wird, daß sie auf eine „Umwälzung" hinarbeite, kann man einem solchen
politisierenden Dreikäsehoch nur eines zur Antwort geben: Jawohl, wir
versuchen nachzuholen, was ihr in eurer verbrecherischen Dummheit versäumt
habt. Ihr habt durch die Grundsätze eures parlamentari schen Kuhhandels
mitgeholfen, die Nation in den Abgrund
zu zerren; wir aber werden, und zwar in den Formen des Angriffs, durch die
Aufstellung einer neuen Weltanschauung und der fanatischen unerschütterlichen
Verteidigung ihrer Grundsätze unserem Volke die Stufen bauen, auf denen es
dereinst in den Tempel der Freiheit wieder emporzusteigen vermag.
So mußte in der Gründungszeit unserer Bewegung unsere erste Sorge immer darauf
gerichtet sein, zu verhüten, daß aus der Heerschar von Kämpfern für eine neue
hehre Überzeugung bloß ein Verein zur Förderung parlamentarischer Interessen
werde.
Die erste vorbeugende Maßnahme war die Schaffung eines Programms, das
zielmäßig zu einer Entwicklung drängte, die schon in ihrer inneren Größe
geeignet erschien, die kleinen und schwächlichen Geister unserer heutigen
Parteipolitiker zu verscheuchen.
Wie richtig aber unsere Auffassung von der Notwendigkeit programmatischer
Zielpunkte schärfster Prägung gewesen ist, ging am klarsten aus jenen
verhängnisvollen Gebrechen hervor, die endlich zum Zusammenbruche Deutschlands
geführt haben.
Aus ihrer Erkenntnis heraus mußte sich eine neue Staatsauffassung formen, die
selber wieder ein wesentlicher Bestandteil einer neuen Weltauffassung ist.
Ich habe mich schon im ersten Bande mit dem Worte „völkisch" insofern
auseinandergesetzt, als ich feststellen mußte, daß diese Bezeichnung
begrifflich zu wenig begrenzt erscheint, um die Bildung einer geschlossenen
Kampfgemeinschaft zu gestatten. Alles Mögliche, das in allem Wesentlichen
seiner Ansichten himmelweit auseinanderklafft, treibt sich zur Zeit unter dem
Deckwort „völkisch" herum. Ehe ich daher nun zu den Aufgaben und Zielen der
Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei übergehe, möchte ich eine
Klarstellung des Begriffes „völkisch" sowie seines Verhältnisses zur
Parteibewegung geben.
Der Begriff „völkisch" erscheint so wenig klar abgesteckt, so vielseitig
auslegbar und so unbeschränkt in der praktischen Anwendung wie etwa das Wort „religiös".
Man kann sich schwer auch unter dieser Bezeichnung etwas ganz Präzises
vorstellen, weder im Sinne gedanklichen Erfassens noch in dem praktischen
Auswirkens. Faßlich vorstellbar wird die Bezeichnung „religiös" erst in dem
Augenblick, in dem sie sich mit einer bestimmt umrissenen Form dieses ihres
Auswirkens verbindet. Es ist eine sehr schöne, meist aber auch billige
Erklärung, wenn man das Wesen eines Menschen als „tiefinnerlich religiös"
bezeichnet. Es wird vielleicht auch einige wenige geben, die durch eine solche
ganz allgemeine Bezeichnung sich selbst befriedigt fühlen, ja, denen sie sogar
ein bestimmtes, mehr oder minder scharfes Bild jenes Seelenzustandes zu
vermitteln vermag. Da aber die große Masse weder aus Philosophen noch aus
Heiligen besteht, wird eine solche ganz allgemeine religiöse Idee dem
einzelnen meist nur die Freigabe seines individuellen Denkens und Handelns
bedeuten, ohne indes zu jener Wirksamkeit zu führen, welche der religiösen
inneren Sehnsucht in dem Augenblicke erwächst, da sich aus der rein
metaphysischen unbegrenzten Gedankenwelt ein klar umgrenzter Glaube formt.
Sicherlich ist dieser nicht der Zweck an sich, sondern nur ein Mittel zum
Zweck; doch ist er das unumgänglich notwendige Mittel, um den Zweck überhaupt
erreichen zu können. Dieser Zweck aber ist nicht nur ein ideeller, sondern im
letzten Grunde genommen auch ein eminent praktischer. Wie man sich überhaupt
darüber klar werden muß, daß die höchsten Ideale immer einer tiefsten
Lebensnotwendigkeit entsprechen, genau so wie der Adel der erhabensten
Schönheit im letzten Grunde auch nur im logisch Zweckmäßigsten liegt.
Indem der Glaube mithilft, den Menschen über das Niveau eines tierischen
Dahinlebens zu erheben, trägt er in Wahrheit zur Festigung und Sicherung
seiner Existenz bei. Man nehme der heutigen Menschheit die durch ihre
Erziehung gestützten religiösglaubensmäßigen, in ihrer praktischen Bedeutung
aber sittlichmoralischen Grundsätze durch Ausscheidung dieser religiösen
Erziehung und ohne dieselbe durch Gleichwertiges zu ersetzen, und man wird das
Ergebnis in einer schweren Erschütterung der Fundamente ihres Daseins vor sich
haben. Man darf also wohl feststellen, daß nicht nur der Mensch lebt, um
höheren Idealen zu dienen, sondern daß diese höheren Ideale umgekehrt auch die
Voraussetzung zu seinem Dasein als Mensch geben. So schließt sich der Kreis.
Natürlich liegen auch schon in der allgemeinen Bezeichnung „religiös" einzelne
grundsätzliche Gedanken oder Überzeugungen, zum Beispiel die der
Unzerstörbarkeit der Seele, der Ewigkeit ihres Daseins, der Existenz eines
höheren Wesens usw. Allein alle diese Gedanken, und mögen sie für den
einzelnen noch so überzeugend sein, unterliegen so lange der kritischen
Prüfung dieses einzelnen und damit so lange einer schwankenden Bejahung oder
Verneinung, bis eben nicht die gefühlsmäßige Ahnung oder Erkenntnis die
gesetzmäßige Kraft apodiktischen Glaubens annimmt. Dieser vor allem ist der
Kampffaktor, der der Anerkennung religiöser Grundanschauungen Bresche schlägt
und die Bahn frei macht.
Ohne den klar begrenzten Glauben würde die Religiosität in ihrer unklaren
Vielgestaltigkeit für das menschliche Leben nicht nur wertlos sein, sondern
wahrscheinlich zur allgemeinen Zerrüttung beitragen.
Ähnlich wie mit dem Begriff „religiös" verhält es sich mit der Bezeichnung „völkisch".
Auch in ihr liegen schon einzelne grundsätzliche Erkenntnisse. Sie sind jedoch,
wenn auch von eminentester Bedeutung, ihrer Form nach so wenig klar bestimmt,
daß sie sich über den Wert einer mehr oder minder anzuerkennenden Meinung erst
dann erheben, wenn sie als Grundelemente in den Rahmen einer politischen
Partei gefaßt werden. Denn die Verwirklichung weltanschauungsmäßiger Ideale
und der aus ihnen abgeleiteten Forderungen erfolgt ebensowenig durch das reine
Gefühl oder das innere Wollen der Menschen an sich, als etwa die Erringung der
Freiheit durch die allgemeine Sehnsucht nach ihr. Nein, erst wenn der ideale
Drang nach Unabhängigkeit in den Formen militärischer Machtmittel die
kampfesmäßige Organisation erhält, kann der drängende Wunsch eines Volkes in
herrliche Wirklichkeit umgesetzt werden.
Jede Weltanschauung, sie mag tausendmal richtig und von höchstem Nutzen für
die Menschheit sein, wird so lange für die praktische Ausgestaltung eines
Völkerlebens ohne Bedeutung bleiben, als ihre Grundsätze nicht zum Panier
einer Kampfbewegung geworden sind, die ihrerseits wieder so lange Partei sein
wird, als sich ihr Wirken nicht im Siege ihrer Ideen vollendet hat und ihre
Parteidogmen die neuen Staatsgrundsätze der Gemeinschaft eines Volkes bilden.
Wenn aber eine geistige Vorstellung allgemeiner Art einer kommenden
Entwicklung als Fundament dienen will, dann ist die erste Voraussetzung die
Schaffung unbedingter Klarheit über Wesen, Art und Umfang dieser Vorstellung,
da sich nur auf solcher Basis eine Bewegung bilden läßt, die in der inneren
Homogenität ihrer Überzeugungen die nötige Kraft zum Kampfe zu entwickeln
vermag. Aus allgemeinen Vorstellungen muß ein politisches Programm, aus einer
allgemeinen Weltanschauung ein bestimmter politischer Glaube geprägt werden.
Dieser wird, da sein Ziel ein praktisch erreichbares sein soll, nicht nur der
Idee an sich zu dienen haben, sondern auch Rücksicht nehmen müssen auf die
Kampfmittel, die zur Erringung des Sieges dieser Idee vorhanden sind und
Verwendung finden müssen. Zu einer abstrakt richtigen geistigen Vorstellung,
die der Programmatiker zu verkünden hat, muß sich die praktische Erkenntnis
des Politikers gesellen. So muß sich ein ewiges Ideal als Leitstern einer
Menschheit leider damit abfinden, die Schwächen dieser Menschheit zu
berücksichtigen, um nicht an der allgemeinen menschlichen Unzulänglichkeit von
vornherein zu scheitern. Zum Erforscher der Wahrheit hat sich der Kenner der
Volkspsychose zu gesellen, um aus dem Reiche des Ewigwahren und Idealen das
menschlich Mögliche für kleine Sterbliche herauszuholen und Gestalt werden zu
lassen.
Diese Umsetzung einer allgemeinen weltanschauungsmäßigen idealen Vorstellung
von höchster Wahrhaftigkeit in eine bestimmt begrenzte, straff organisierte,
geistig und willensmäßig einheitliche politische Glaubens und
Kampfgemeinschaft ist die bedeutungsvollste Leistung, da von ihrer glücklichen
Lösung allein die Möglichkeit eines Sieges der Idee abhängt. Hier muß aus dem
Heer von oft Mil lionen Menschen, die im einzelnen mehr oder weniger klar und
bestimmt diese Wahrheiten ahnen, zum Teil vielleicht begreifen, einer
hervortreten, um mit apodiktischer Kraft aus der schwankenden Vorstellungswelt
der breiten Masse granitene Grundsätze zu formen und so lange den Kampf für
ihre alleinige Richtigkeit aufzunehmen, bis sich aus dem Wellenspiel einer
freien Gedankenwelt ein eherner Fels einheitlicher glaubens und willensmäßiger
Verbundenheit erhebt.
Das allgemeine Recht zu einer solchen Handlung liegt begründet in ihrer
Notwendigkeit, das persönliche Recht im Erfolg.
Wenn wir versuchen, aus dem Worte „völkisch" den sinngemäßen innersten Kern
herauszuschälen, kommen wir zu folgender Feststellung:
Unsere heutige landläufige politische Weltauffassung beruht im allgemeinen auf
der Vorstellung, daß dem Staate zwar an sich schöpferische, kulturbildende
Kraft zuzusprechen sei, daß er aber mit rassischen Voraussetzungen nichts zu
tun habe, sondern eher noch ein Produkt wirtschaftlicher Notwendigkeiten,
bestenfalls aber das natürliche Ergebnis politischen Machtdranges sei. Diese
Grundanschauung führt in ihrer logischkonsequenten Weiterbildung nicht nur zu
einer Verkennung rassischer Urkräfte, sondern auch zu einer Minderbewertung
der Person. Denn die Ableugnung der Verschiedenheit der einzelnen Rassen in
bezug auf ihre allgemeinen kulturbildenden Kräfte muß zwangsläufig diesen
größten Irrtum auch auf die Beurteilung der Einzelperson übertragen. Die
Annahme von der Gleichartigkeit der Rassen wird dann zur Grundlage einer
gleichen Betrachtungsweise für die Völker und weiterhin für die einzelnen
Menschen. Daher ist auch der internationale Marxismus selbst nur die durch den
Juden Karl Marx vorgenommene Übertragung einer tatsächlich schon längst
vorhandenen weltanschauungsmäßigen Einstellung und Auffassung in die Form
eines bestimmten politischen Glaubensbekenntnisses. Ohne den Untergrund einer
derartigen, allgemein bereits vorhandenen Vergiftung wäre der staunenswerte
politische Erfolg dieser Lehre auch niemals möglich gewesen. Karl Marx war
wirklich nur der eine unter den Millionen, der in dem Sumpfe einer langsam
verkommenden Welt mit dem sicheren Blick des Propheten die wesentlichsten
Giftstoffe erkannte, sie herausgriff, um sie, einem Schwarzkünstler gleich, in
eine konzentrierte Lösung zur schnelleren Vernichtung des unabhängigen Daseins
freier Nationen auf dieser Erde zu bringen. Dieses alles aber im Dienste
seiner Rasse.
So ist die marxistische Lehre der kurzgefaßte geistige Extrakt der heute
allgemein gültigen Weltanschauung. Schon aus diesem Grunde ist auch jeder
Kampf unserer sogenannten bürgerlichen Welt gegen sie unmöglich, ja lächerlich,
da auch diese bürgerliche Welt im wesentlichen von all diesen Giftstoffen
durchsetzt ist und einer Weltanschauung huldigt, die sich von der
marxistischen im allgemeinen nur mehr durch Grade und Personen unterscheidet.
Die bürgerliche Welt ist marxistisch, glaubt aber an die Möglichkeit der
Herrschaft bestimmter Menschengruppen (Bürgertum), während der Marxismus
selbst die Welt planmäßig in die Hand des Judentums überzuführen trachtet.
Demgegenüber erkennt die völkische Weltanschauung die Bedeutung der Menschheit
in deren rassischen Urelementen.
Sie sieht im Staat prinzipiell nur ein Mittel zum Zweck und faßt als seinen
Zweck die Erhaltung des rassischen Daseins der Menschen auf. Sie glaubt somit
keineswegs an eine Gleichheit der Rassen, sondern erkennt mit ihrer
Verschiedenheit auch ihren höheren oder minderen Wert und fühlt sich durch
diese Erkenntnis verpflichtet, gemäß dem ewigen Wollen, das dieses Universum
beherrscht, den Sieg des Besseren, Stärkeren zu fördern, die Unterordnung des
Schlechteren und Schwächeren zu verlangen. Sie huldigt damit prinzipiell dem
aristokratischen Grundgedanken der Natur und glaubt an die Geltung dieses
Gesetzes bis herab zum letzten Einzelwesen. Sie sieht nicht nur den
verschiedenen Wert der Rassen, sondern auch den verschiedenen Wert der
Einzelmenschen. Aus der Masse schält sich für sie die Bedeutung der Person
heraus, dadurch aber wirkt sie gegenüber dem desorganisierenden Marxismus
organisatorisch. Sie glaubt an die Notwendigkeit einer Idealisierung des
Menschentums, da sie wiederum nur in dieser die Voraussetzung für das Dasein
der Menschheit erblickt. Allein sie kann auch einer ethischen Idee das
Existenzrecht nicht zubilligen, sofern diese Idee eine Gefahr für das
rassische Leben der Träger einer höheren Ethik darstellt; denn in einer
verbastardierten und vernegerten Welt wären auch alle Begriffe des menschlich
Schönen und Erhabenen sowie alle Vorstellungen einer idealisierten Zukunft
unseres Menschentums für immer verloren.
Menschliche Kultur und Zivilisation sind auf diesem Erdteil unzertrennlich
gebunden an das Vorhandensein des Ariers. Sein Aussterben oder Untergehen wird
auf diesen Erdball wieder die dunklen Schleier einer kulturlosen Zeit senken.
Das Untergraben des Bestandes der menschlichen Kultur durch die Vernichtung
ihres Trägers aber erscheint in den Augen einer völkischen Weltanschauung als
das fluchwürdigste Verbrechen. Wer die Hand an das höchste Ebenbild des Herrn
zu legen wagt, frevelt am gütigen Schöpfer dieses Wunders und hilft mit an der
Vertreibung aus dem Paradies.
Damit entspricht die völkische Weltanschauung dem innersten Wollen der Natur,
da sie jenes freie Spiel der Kräfte wiederherstellt, das zu einer dauernden
gegenseitigen Höherzüchtung führen muß, bis endlich dem besten Menschentum,
durch den erworbenen Besitz dieser Erde, freie Bahn gegeben wird zur
Betätigung auf Gebieten, die teils über, teils außer ihr liegen werden.
Wir alle ahnen, daß in ferner Zukunft Probleme an den Menschen herantreten
können, zu deren Bewältigung nur eine höchste Rasse als Herrenvolk, gestützt
auf die Mittel und Möglichkeiten eines ganzen Erdballs, berufen sein wird.
Es ist selbstverständlich, daß eine so allgemeine Feststellung des sinngemäßen
Inhalts einer völkischen Weltanschauung zu tausendfältiger Auslegung führen
kann. Tatsächlich finden wir ja auch kaum eine unserer jüngeren politischen
Neugründungen, die sich nicht irgendwie auf diese Weltauffassung beruft. Sie
beweist jedoch gerade durch ihre eigene Existenz gegenüber den vielen anderen
die Unterschiedlichkeit ihrer Auffassungen. So tritt der von einer
einheitlichen Spitzenorganisation geführten marxistischen Weltanschauung ein
Gemengsel von Anschauungen entgegen, das schon ideenmäßig gegenüber der
geschlossenen feindlichen Front wenig eindrucksvoll ist. Siege werden durch so
schwächliche Waffen nicht erfochten! Erst wenn der – politisch durch den
organisierten Marxismus geführten – internationalen Weltanschauung eine ebenso
einheitlich organisierte und geleitete völkische gegenübertritt, wird sich bei
gleicher Kampfesenergie der Erfolg auf die Seite der ewigen Wahrheit schlagen.
Die organisatorische Erfassung einer Weltanschauung kann aber ewig nur auf
Grund einer bestimmten Formulierung derselben stattfinden, und was für den
Glauben die Dogmen darstellen, sind für die sich bildende politische Partei
die Parteigrundsätze.
Damit muß also der völkischen Weltanschauung ein Instrument geschaffen werden,
das ihr die Möglichkeit einer kampfesmäßigen Vertretung gewährt, ähnlich wie
die marxistische Parteiorganisation für den Internationalismus freie Bahn
schafft.
Dieses Ziel verfolgt die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei.
Daß eine solche parteimäßige Festlegung des völkischen Begriffes die
Voraussetzung zum Siege der völkischen Weltanschauung ist, wird am schärfsten
bewiesen durch eine Tatsache, die selbst von den Gegnern einer solchen
parteimäßigen Bindung, wenigstens indirekt, zugegeben wird. Gerade diejenigen,
die nicht müde werden zu betonen, daß die völkische Weltanschauung keineswegs
„Erbpacht" eines einzelnen sei, sondern im Herzen von weiß Gott wie vielen
Millionen schlummert oder „lebt", dokumentieren doch damit, daß die Tatsache
des allgemeinen Vorhandenseins solcher Vorstellungen den Sieg der feindlichen
Weltanschauung, die allerdings parteipolitisch klassisch vertreten wird, eben
nicht im geringsten zu hindern vermochte. Wäre es anders, so müßte das
deutsche Volk heute schon einen gigantischen Sieg errungen haben und nicht am
Rande eines Abgrundes stehen. Was der internationalen Weltauffassung den
Erfolg gab, war ihre Vertretung durch eine sturmabteilungsmäßig organisierte
politische Partei; was die gegenteilige Weltanschauung unterliegen ließ, war
der bisherige Mangel einer einheitlich geformten Vertretung derselben. Nicht
in einer unbegrenzten Freigabe der Auslegung einer allgemeinen Anschauung,
sondern nur in der begrenzten und damit zusammenfassenden Form einer
politischen Organisation kann eine Weltanschauung kämpfen und siegen.
Deshalb sah ich meine eigene Aufgabe besonders darin, aus dem umfangreichen
und ungestalteten Stoff einer allgemeinen Weltanschauung diejenigen Kernideen
herauszuschälen und in mehr oder minder dogmatische Formen umzugießen, die in
ihrer klaren Begrenztheit sich dazu eignen, jene Menschen, die sich darauf
verpflichten, einheitlich zusammenzufassen. Mit anderen Worten: Die
Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei übernimmt aus dem
Grundgedankengang einer allgemeinen völkischen Weltvorstellung die
wesentlichen Grundzüge, bildet aus denselben, unter Berücksichtigung der
praktischen Wirklichkeit, der Zeit und des vorhandenen Menschenmaterials sowie
seiner Schwächen, ein politisches Glaubensbekenntnis, das nun seinerseits in
der so ermöglichten straffen organisatorischen Erfassung großer Menschenmassen
die Voraussetzung für die siegreiche Durchfechtung dieser Weltanschauung
selber schafft.
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