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2. Kapitel Der Staat
Schon in den Jahren 1920/21 wurde unserer jungen Bewegung aus den Kreisen
der heutigen überlebten bürgerlichen Welt immer wieder vorgehalten, daß unsere
Stellung zum heutigen Staat eine ablehnende sei, woraus das parteipolitische
Strauchrittertum aller Richtungen die Berechtigung ableitete, den
Unterdrückungskampf gegen die junge, unbequeme Verkünderin einer neuen
Weltanschauung mit allen Mitteln aufnehmen zu dürfen. Man hat dabei freilich
mit Absicht vergessen, daß sich die heutige bürgerliche Welt selber unter dem
Begriff Staat gar nichts Einheitliches mehr vorzustellen vermag, daß es eine
einheitliche Definition dafür nicht gibt und auch nicht geben kann. Pflegen
doch die Erklärer auf unseren staatlichen Hochschulen oft in Gestalt von
Staatsrechtslehrern zu sitzen, deren höchste Aufgabe es sein muß, für die
jeweilige mehr oder minder glückliche Existenz ihres brotspendenden Nährquells
Erklärungen und Deutungen zu finden. Je unmöglicher ein Staat beschaffen ist,
um so undurchsichtiger, gekünstelter und unverständlicher sind die
Definitionen über seinen Daseinszweck. Was sollte z. B. ein
kaiserlichköniglicher Universitätsprofessor über Sinn und Zweck des Staates
schreiben in einem Lande, dessen staatliches Dasein wohl die größte Mißgeburt
aller Zeiten verkörperte? Eine schwere Aufgabe, wenn man bedenkt, daß es für
den heutigen Lehrer in staatsrecht lichen Dingen weniger eine Verpflichtung
zur Wahrheit, als vielmehr eine Bindung an einen bestimmten Zweck gibt. Der
Zweck aber lautet: Erhaltung um jeden Preis des jeweils in Frage kommenden
Monstrums von menschlichem Mechanismus, jetzt Staat genannt. Da wundere man
sich dann nicht, wenn man bei der Erörterung dieses Problems reale
Gesichtspunkte möglichst vermeidet, um sich statt dessen in ein Gemengsel von
„ethischen", „sittlichen", „moralischen" und sonstigen ideellen Werten,
Aufgaben und Zielen einzugraben.
Ganz allgemein kann man drei Auffassungen unterscheiden:
a) Die Gruppe derjenigen, die im Staat einfach eine mehr oder weniger
freiwillige Zusammenfassung von Menschen unter einer Regierungsgewalt
erblicken.
Diese Gruppe ist die zahlreichste. In ihren Reihen befinden sich besonders die
Anbeter unseres heutigen Legitimitätsprinzips, in deren Augen der Wille der
Menschen bei dieser ganzen Angelegenheit überhaupt keine Rolle spielt. In der
Tatsache des Bestehens eines Staates liegt für sie allein schon eine geweihte
Unverletzlichkeit begründet. Um diesen Wahnsinn menschlicher Gehirne zu
schützen, braucht man eine geradezu hündische Verehrung der sogenannten
Staatsautorität. In den Köpfen solcher Leute wird im Handumdrehen aus einem
Mittel der endgültige Zweck gemacht. Der Staat ist nicht mehr da, um den
Menschen zu dienen, sondern die Menschen sind da, um eine Staatsautorität, die
noch den letzten, irgendwie beamteten Geist umschließt, anzubeten. Damit der
Zustand dieser stillen, verzückten Verehrung sich nicht in einen solchen der
Unruhe verwandle, ist die Staatsautori tät ihrerseits nur dazu da, die Ruhe
und Ordnung aufrechtzuerhalten. Auch sie ist jetzt kein Zweck und kein Mittel
mehr. Die Staatsautorität hat für Ruhe und Ord nung zu sorgen, und die Ruhe
und Ordnung hat der Staatsautorität umgekehrt wieder das Dasein zu ermöglichen.
Innerhalb dieser beiden Pole hat das ganze Leben zu kreisen.
In Bayern wird eine solche Auffassung in erster Linie von den Staatskünstlern
des bayerischen Zentrums, genannt „Bayerische Volkspartei", vertreten; in
Österreich waren es die schwarzgelben Legitimisten, im Reiche selber sind es
leider häufig sogenannte konservative Elemente, deren Vorstellung über den
Staat sich in diesen Bahnen bewegt.
b) Die zweite Gruppe von Menschen ist der Zahl nach schon etwas kleiner, da zu
ihr diejenigen gerechnet werden müssen, die an das Vorhandensein eines Staates
wenigstens einige Bedingungen knüpfen. Sie wünschen nicht nur gleiche
Verwaltung, sondern auch, wenn möglich, gleiche Sprache – wenn auch nur aus
allgemein verwaltungstechnischen Gesichtspunkten heraus. Die Staatsautorität
ist nicht mehr der alleinige und ausschließliche Zweck des Staates, sondern
die Förderung des Wohles der Untertanen kommt hinzu. Gedanken von „Freiheit",
und zwar meist mißverstandener Art, schieben sich in die Staatsauffassung
dieser Kreise ein. Die Regierungsform erscheint nicht mehr unantastbar durch
die Tatsache ihres Bestehens an sich, sondern wird auf ihre Zweckmäßigkeit hin
geprüft. Die Heiligkeit des Alters schützt nicht vor der Kritik der Gegenwart.
Im übrigen ist es eine Auffassung, die vom Staate vor allem die günstige
Gestaltung des wirtschaftlichen Lebens des einzelnen erwartet, die mithin von
praktischen Gesichtspunkten aus und nach allgemein wirtschaftlichen
Rentabilitätsanschauungen urteilt. Die hauptsächlichsten Vertreter dieser
Ansichten treffen wir in den Kreisen unseres normalen deutschen Bürgertums,
besonders in denen unserer liberalen Demokratie.
c) Die dritte Gruppe ist ziffernmäßig die schwächste.
Sie erblickt im Staat bereits ein Mittel zur Verwirklichung von meist sehr
unklar vorgestellten machtpolitischen Tendenzen eines sprachlich ausgeprägten
und geeinten Staatsvolkes. Der Wille nach einer einheitlichen Staatssprache
äußert sich dabei nicht nur in der Hoffnung, diesem Staat damit ein
tragfähiges Fundament für äußeren Machtzuwachs zu schaffen, sondern nicht
minder in der – übrigens grundfalschen – Meinung, dadurch in einer bestimmten
Richtung eine Nationalisierung durchführen zu können.
Es war in den letzten hundert Jahren ein wahrer Jam mer, sehen zu müssen, wie
in diesen Kreisen, manchmal im besten Glauben, mit dem Worte „Germanisieren"
gespielt wurde. Ich selbst erinnere mich noch daran, wie in meiner Jugend
gerade diese Bezeichnung zu ganz unglaublich falschen Vorstellungen
verleitete. Selbst in alldeutschen Kreisen konnte man damals die Meinung
hören, daß dem österreichischen Deutschtum unter fördernder Mithilfe der
Regierung sehr wohl eine Germanisation des österreichischen Slawentums
gelingen könnte, wobei man sich nicht im geringsten darüber klar wurde, daß
Germanisation nur am Boden vorgenommen werden kann und niemals an Menschen.
Denn was man im allgemeinen unter diesem Wort verstand, war nur die erzwungene
äußerliche Annahme der deutschen Sprache. Es ist aber ein kaum faßlicher
Denkfehler, zu glauben, daß, sagen wir, aus einem Neger oder einem Chinesen
ein Germane wird, weil er Deutsch lernt und bereit ist, künftighin die
deutsche Sprache zu sprechen und etwa einer deutschen politischen Partei seine
Stimme zu geben. Daß jede solche Germanisation in Wirklichkeit eine
Entgermanisation ist, wurde unserer bürgerlichen nationalen Welt niemals klar.
Denn wenn heute durch das Oktroyieren einer allgemeinen Sprache bisher
sichtbar in die Augen springende Unterschiede zwischen verschiedenen Völkern
überbrückt und endlich verwischt werden, so bedeutet dies den Beginn einer
Bastardierung und damit in unserem Fall nicht eine Germanisierung, sondern
eine Vernichtung germanischen Elementes. Es kommt in der Geschichte nur zu
häufig vor, daß es den äußeren Machtmitteln eines Eroberervolkes zwar gelingt,
den Unterdrückten ihre Sprache aufzuzwingen, daß aber nach tausend Jahren ihre
Sprache von einem anderen Volk geredet wird und die Sieger dadurch zu den
eigentlich Besiegten werden.
Da das Volkstum, besser die Rasse, eben nicht in der Sprache liegt, sondern im
Blute, würde man von einer Germanisation erst dann sprechen dürfen, wenn es
gelänge, durch einen solchen Prozeß das Blut der Unterlegenen umzuwandeln. Das
aber ist unmöglich. Es sei denn, es erfolge durch eine Blutsvermischung eine
Änderung, welche aber die Niedersenkung des Niveaus der höheren Rasse
bedeutet. Das Endergebnis eines solchen Vorganges wäre also die Vernichtung
gerade der Eigenschaften, welche das Eroberervolk einst zum Siege befähigt
hatten. Besonders die kulturellen Kräfte würden bei einer Paarung mit einer
minderen Rasse verschwinden, wenn auch das entstandene Mischprodukt tausendmal
die Sprache der früher höheren Rasse spräche. Es wird eine Zeitlang noch ein
gewisser Ringkampf der verschiedenen Geister stattfinden, und es kann sein,
daß das immer tiefer sinkende Volk, gewissermaßen in einem letzten Aufbäumen,
überraschende kulturelle Werte zutage fördert. Doch sind es nur die der
höheren Rasse zugehörigen Einzelelemente oder auch Bastarde, bei denen in
erster Kreuzung das bessere Blut noch überwiegt und sich durchzuringen
versucht; niemals aber Schlußprodukte der Mischung. In diesen wird sich immer
eine kulturell rückläufige Bewegung zeigen.
Es muß heute als ein Glück betrachtet werden, daß eine Germanisation im Sinne
Josephs II. in Österreich unterblieb. Ihr Erfolg wäre wahrscheinlich die
Erhaltung des österreichischen Staates gewesen, allein auch eine durch
sprachliche Gemeinschaft herbeigeführte Niedersenkung des rassischen Niveaus
der deutschen Nation. Im Laufe der Jahrhundert hätte sich wohl ein gewisser
Herdentrieb herauskristallisiert, allein die Herde selbst wäre minderwertig
geworden. Es wäre vielleicht ein Staatsvolk geboren worden, aber ein
Kulturvolk verlorengegangen.
Für die deutsche Nation war es besser, daß dieser Vermischungsprozeß
unterblieb, wenn auch nicht infolge einer edlen Einsicht, sondern durch die
kurzsichtige Beschränktheit der Habsburger. Wäre es anders gekommen, würde das
deutsche Volk heute kaum mehr als Kulturfaktor angesprochen werden können.
Aber nicht nur in Österreich, sondern auch in Deut schland selbst waren und
sind die sogenannten nationalen Kreise von ähnlich falschen Gedankengängen
bewegt. Die von so vielen geforderte Polenpolitik im Sinne einer Germanisation
des Ostens fußte leider fast immer auf dem gleichen Trugschluß. Auch hier
glaubte man eine Germanisation des polnischen Elements durch eine rein
sprachliche Eindeutschung desselben herbeiführen zu können. Auch hier wäre das
Ergebnis ein unseliges geworden: ein fremdrassiges Volk in deutscher Sprache
seine fremden Gedanken ausdrückend, die Höhe und Würde unseres eigenen
Volkstums durch seine eigene Minderwertigkeit kompromittierend.
Wie entsetzlich ist doch heute schon der Schaden, der auf indirektem Wege
unserem Deutschtum zugefügt wird, dadurch, daß das deutsch mauschelnde
Judentum beim Betreten des amerikanischen Bodens infolge der Unkenntnis vieler
Amerikaner auf unser deutsches Konto geschrieben wird! Es wird aber doch
niemand einfallen, in der rein äußerlichen Tatsache, daß diese verlauste
Völkerwanderung aus dem Osten meistens deutsch spricht, den Beweis für ihre
deutsche Abstammung und Volkszugehörigkeit zu erblicken.
Was in der Geschichte nutzbringend germanisiert wurde, war der Boden, den
unsere Vorfahren mit dem Schwert erwarben und mit deutschen Bauern
besiedelten. Soweit sie dabei unserem Volkskörper fremdes Blut zuführten,
wirkten sie mit an jener unseligen Zersplitterung unseres inneren Wesens, die
sich in dem – leider vielfach sogar noch gepriesenen – deutschen
Überindividualismus auswirkt.
Auch in dieser dritten Gruppe gilt der Staat in gewissem Sinne noch immer als
Selbstzweck, die Staatserhaltung mithin als die höchste Aufgabe des
menschlichen Daseins.
Zusammenfassend kann festgestellt werden: Alle diese Anschauungen haben ihre
tiefste Wurzel nicht in der Erkenntnis, daß die kultur und wertbildenden
Kräfte wesentlich auf rassischen Elementen beruhen, und daß der Staat also
sinngemäß als seine höchste Aufgabe die Erhaltung und Steigerung der Rasse zu
betrachten hat, diese Grundbedingung aller menschlichen Kulturentwicklung.
Die äußerste Schlußfolgerung jener falschen Auffassungen und Ansichten über
Wesen und Zweck eines Staates konnte dann durch den Juden Marx gezogen werden:
indem die bürgerliche Welt den Staatsbegriff von rassischen Verpflichtungen
loslöste, ohne zu irgendeiner anderen, gleichmäßig anerkannten Formulierung
gelangen zu können, ebnete sie selbst einer Lehre den Weg, die den Staat an
sich negiert.
Schon auf diesem Gebiet muß deshalb der Kampf der bürgerlichen Welt gegenüber
der marxistischen Internationale glatt versagen. Sie hat die Fundamente selbst
schon längst geopfert, die zur Stützung ihrer eigenen Ideenwelt unumgänglich
notwendig wären. Ihr gerissener Gegner hat die Schwächen ihres eigenen Baues
erkannt und stürmt nun mit den von ihnen selbst, wenn auch ungewollt,
gelieferten Waffen dagegen an.
Es ist deshalb die erste Verpflichtung für eine auf dem Boden einer völkischen
Weltanschauung beruhende neue Bewegung, dafür zu sorgen, daß die Auffassung
über das Wesen und den Daseinszweck des Staates eine einheitliche klare Form
erhält.
Die grundsätzliche Erkenntnis ist dann die, daß der Staat keinen Zweck,
sondern ein Mittel darstellt. Er ist wohl die Voraussetzung zur Bildung einer
höheren menschlichen Kultur, allein nicht die Ursache derselben. Diese liegt
vielmehr ausschließlich im Vorhandensein einer zur Kultur befähigten Rasse. Es
könnten sich auf der Erde Hunderte von mustergültigen Staaten befinden, im
Falle des Aussterbens des arischen Kulturträgers würde doch keine Kultur
vorhanden sein, die der geistigen Höhe der höchsten Völker von heute
entspräche. Man kann noch weitergehen und sagen, daß die Tatsache menschlicher
Staatenbildung nicht im geringsten die Möglichkeit der Vernichtung des
menschlichen Geschlechtes ausschließen würde, sofern überlegene geistige
Fähigkeit und Elastizität, infolge des Fehlens des rassischen Trägers
derselben, verlorengingen.
Würde z.B. heute die Oberfläche der Erde durch irgendein tektonisches Ereignis
in Unruhe kommen und aus den Fluten des Ozeans sich ein neuer Himalaja
erheben, so wäre in einer einzigen grausamen Katastrophe der Menschheit Kultur
vernichtet. Kein Staat würde mehr bestehen, aufgelöst die Bande aller Ordnung,
zertrümmert die Dokumente einer tausendjährigen Entwicklung, ein einziges
großes, wasser und schlammüberflutetes Leichenfeld. Allein wenn sich aus
diesem Chaos des Grauens auch nur wenige Menschen einer bestimmten
kulturfähigen Rasse erhalten hätten, würde, und wenn auch nach tausendjähriger
Dauer, die Erde nach ihrer Beruhigung wieder Zeugnisse menschlicher,
schöpferischer Kraft erhalten. Nur die Vernichtung der letzten kulturfähigen
Rasse und ihrer einzelnen Träger würde die Erde endgültig veröden. Umgekehrt
sehen wir selbst an Beispielen der Gegenwart, daß Staatsbildungen in ihren
stammesmäßigen Anfängen bei mangelnder Genialität ihrer rassischen Träger
diese nicht vor dem Untergang zu bewahren vermögen. So wie große Tierarten der
Vorzeit anderen weichen mußten und restlos vergingen, so muß auch der Mensch
weichen, wenn ihm eine bestimmte geistige Kraft fehlt, die ihn allein die
nötigen Waffen zu seiner Selbsterhaltung finden läßt.
Nicht der Staat an sich schafft eine bestimmte kulturelle Höhe, sondern er
kann nur die Rasse erhalten, welche diese bedingt. Im anderen Falle mag der
Staat als solcher jahrhundertelang gleichmäßig weiterbestehen, während in der
Folge einer vom ihm nicht verhinderten Rassenvermengung die kulturelle
Fähigkeit und das dadurch bedingte allgemeine Lebensbild eines Volkes schon
längst tiefgehende Veränderung erlitten haben. Der heutige Staat
beispielsweise kann als formaler Mechanismus sehr wohl noch soundso lange Zeit
sein Dasein vortäuschen, die rassenmäßige Vergiftung unseres Volkskörpers
schafft jedoch einen kulturellen Niedergang, der schon jetzt erschreckend in
Erscheinung tritt.
So ist die Voraussetzung zum Bestehen eines höheren Menschentums nicht der
Staat, sondern das Volkstum, das hierzu befähigt ist.
Diese Fähigkeit wird grundsätzlich immer vorhanden sein und muß nur durch
bestimmte äußere Bedingungen zur praktischen Auswirkung aufgeweckt werden.
Kulturell und schöpferisch begabte Nationen oder besser Rassen tragen die
Nützlichkeiten latent in sich, auch wenn im Augenblick ungünstige äußere
Umstände eine Verwirklichung dieser Anlagen nicht zulassen. Daher ist es auch
ein unglaublicher Unfug, die Germanen der vorchristlichen Zeit als
„kulturlos", als Barbaren hinzustellen. Sie sind es nie gewesen. Nur zwang sie
die Herbheit ihrer nordischen Heimat unter Verhältnisse, die eine Entwicklung
ihrer schöpferischen Kräfte behinderten. Wären sie, ohne irgendeine antike
Welt, in die günstigeren Gefilde des Südens gekommen, und hätten sie in dem
Material niederer Völker die ersten technischen Hilfsmittel erhalten, so würde
die in ihnen schlummernde kulturbildende Fähigkeit genau so zur leuchtendsten
Blüte erwachsen sein, wie dies zum Beispiel bei den Hellenen der Fall war.
Allein diese kulturschaffende Urkraft selbst entspringt wieder nicht einzig
ihrem nordischen Klima. Der Lappländer, nach dem Süden gebracht, würde so
wenig kulturbildend wirken wie etwa der Eskimo. Nein, diese herrliche,
schöpferisch gestaltende Fähigkeit ist eben gerade dem Arier verliehen, ob er
sie schlummernd noch in sich trägt oder sie dem erwachenden Leben schenkt, je
nachdem günstige Umstände dies gestatten oder eine unwirtliche Natur
verhindert.
Daraus ergibt sich folgende Erkenntnis:
Der Staat ist ein Mittel zum Zweck. Sein Zweck liegt in der Erhaltung und
Förderung einer Gemeinschaft physisch und seelisch gleichartiger Lebewesen.
Diese Erhaltung selber umfaßt erstlich den rassenmäßigen Bestand und gestattet
dadurch die freie Entwicklung aller in dieser Rasse schlummernden Kräfte. Von
ihnen wird immer wieder ein Teil in erster Linie der Erhaltung des physischen
Lebens dienen und nur der andere der Förderung einer geistigen
Weiterentwicklung. Tatsächlich schafft aber immer der eine die Voraussetzung
für das andere.
Staaten, die nicht diesem Zwecke dienen, sind Fehlerscheinungen, ja
Mißgeburten. Die Tatsache ihres Bestehens ändert so wenig daran, als etwa der
Erfolg einer Flibustiergemeinschaft die Räuberei zu rechtfertigen vermag.
Wir Nationalsozialisten dürfen als Verfechter einer neuen Weltanschauung uns
niemals auf jenen berühmten „Boden der – noch dazu falschen – Tatsachen"
stellen. Wir wären in diesem Falle nicht mehr die Verfechter einer neuen
großen Idee, sondern die Kulis der heutigen Lüge. Wir haben schärfstens zu
unterscheiden zwischen dem Staat als einem Gefäß und der Rasse als dem Inhalt.
Dieses Gefäß hat nur dann einen Sinn, wenn es den Inhalt zu erhalten und zu
schützen vermag; im anderen Falle ist es wertlos.
Somit ist der höchste Zweck des völkischen Staates die Sorge um die Erhaltung
derjenigen rassischen Urelemente, die, als kulturspendend, die Schönheit und
Würde eines höheren Menschentums schaffen. Wir, als Arier, vermögen uns unter
einem Staat also nur den lebendigen Organismus eines Volkstums vorzustellen,
der die Erhaltung dieses Volkstums nicht nur sichert, sondern es auch durch
Weiterbildung seiner geistigen und ideellen Fähigkeiten zur höchsten Freiheit
führt.
Was man uns heute jedoch als Staat aufzudrängen versucht, ist meistens nur die
Ausgeburt tiefster menschlicher Verirrung mit unsäglichem Leid als
Folgeerscheinung.
Wir Nationalsozialisten wissen, daß wir mit dieser Auffassung als
Revolutionäre in der heutigen Zeit stehen und auch als solche gebrandmarkt
werden. Allein unser Denken und Handeln soll keineswegs von Beifall oder
Ablehnung unserer Zeit bestimmt werden, sondern von der bindenden
Verpflichtung an eine Wahrheit, die wir erkannten. Dann dürfen wir überzeugt
sein, daß die höhere Einsicht einer Nachwelt unser heutiges Vorgehen nicht nur
verstehen, sondern auch als richtig bestätigen und adeln wird.
Daraus ergibt sich für uns Nationalsozialisten auch der Maßstab für die
Bewertung eines Staates. Dieser Wert wird ein relativer sein, vom
Gesichtspunkt des einzelnen Volkstums aus; ein absoluter von dem der
Menschheit an sich. Das heißt mit anderen Worten:
Die Güte eines Staates kann nicht bewertet werden nach der kulturellen Höhe
oder der Machtbedeutung dieses Staates im Rahmen der übrigen Welt, sondern
ausschließlich nur nach dem Grade der Güte dieser Einrichtung für das jeweils
in Frage kommende Volkstum.
Ein Staat kann als mustergültig bezeichnet werden, wenn er den
Lebensbedingungen eines durch ihn zu vertretenden Volkstums nicht nur
entspricht, sondern dieses Volkstum gerade durch seine eigene Existenz
praktisch am Leben erhält – ganz gleich, welche allgemein kulturelle Bedeutung
diesem staatlichen Gebilde im Rahmen der übrigen Welt zukommt. Denn die
Aufgabe des Staates ist es eben nicht, Fähigkeiten zu erzeugen, sondern nur
die, vorhandenen Kräften freie Bahn zu schaffen. Also kann umgekehrt ein Staat
als schlecht bezeichnet werden, wenn er, bei aller kulturellen Höhe, den
Träger dieser Kultur in seiner rassischen Zusammensetzung dem Untergange
weiht. Denn er zerstört damit praktisch die Voraussetzung für das Fortbestehen
dieser Kultur, die ja nicht er geschaffen, sondern welche die Frucht eines
durch die lebendige staatliche Zusammenfassung gesicherten
kulturschöpferischen Volkstums ist. Der Staat stellt eben nicht einen Inhalt
dar, sondern eine Form. Es gibt also die jeweilige Kulturhöhe eines Volkes
nicht den Wertmesser für die Güte des Staates ab, in welchem es lebt. Es ist
sehr begreiflich, daß ein kulturell hochbegnadetes Volk ein höherwertiges Bild
abgibt als ein Negerstamm; trotzdem kann der staatliche Organismus des
ersteren, seiner Zweckerfüllung nach betrachtet, schlechter sein als der des
Negers. Wenngleich der beste Staat und die beste Staatsform nicht in der Lage
sind, aus einem Volke Fähigkeiten herauszuholen, die einfach fehlen und nie
vorhanden waren, so ist ein schlechter Staat sicherlich in der Lage, durch
eine von ihm zugelassene oder gar geförderte Vernichtung des rassischen
Kulturträgers ursprünglich vorhandene Fähigkeiten in der Folgezeit zum
Absterben zu bringen.
Mithin kann das Urteil über die Güte eines Staates in erster Linie nur
bestimmt werden von dem relativen Nutzen, den er für ein bestimmtes Volkstum
besitzt, und keineswegs von der Bedeutung, die ihm an sich in der Welt
zukommt.
Dieses relative Urteil kann rasch und gut gefällt werden, das Urteil über den
absoluten Wert nur sehr schwer, da dieses absolute Urteil eigentlich schon
nicht mehr bloß durch den Staat, sondern vielmehr durch die Güte und Höhe des
jeweiligen Volkstums bestimmt wird.
Wenn man daher von einer höheren Mission des Staates spricht, darf man nie
vergessen, daß die höhere Mission wesentlich im Volkstum liegt, dem der Staat,
durch die organische Kraft seines Daseins nur die freie Entwicklung zu
ermöglichen hat.
Wenn wir daher die Frage stellen, wie der Staat beschaffen sein soll, den wir
Deutsche brauchen, dann müssen wir uns erst Klarheit darüber schaffen, was für
Menschen er erfassen und welchem Zweck er dienen soll.
Unser deutsches Volkstum beruht leider nicht mehr auf einem einheitlichen
rassischen Kern. Der Prozeß der Verschmelzung der verschiedenen Urbestandteile
ist auch noch nicht so weit fortgeschritten, daß man von einer dadurch
neugebildeten Rasse sprechen könnte. Im Gegenteil: die blutsmäßigen
Vergiftungen, die unseren Volkskörper, besonders seit dem Dreißigjährigen
Kriege, trafen, führten nicht nur zu einer Zersetzung unseres Blutes, sondern
auch zu einer solchen unserer Seele. Die offenen Grenzen unseres Vaterlandes,
das Anlehnen an ungermanische Fremdkörper längs dieser Grenzgebiete, vor allem
aber der starke laufende Zufluß fremden Blutes ins Innere des Reiches selbst,
lassen infolge seiner dauernden Erneuerung keine Zeit übrig für eine absolute
Verschmelzung. Es wird keine neue Rasse mehr herausgekocht, sondern die
Rassebestandteile bleiben nebeneinander, mit dem Ergebnis, daß besonders in
kritischen Augenblicken, in denen sich sonst eine Herde zu sammeln pflegt, das
deutsche Volk nach allen Windrichtungen auseinanderläuft. Nicht nur
gebietsmäßig sind die rassischen Grundelemente verschieden gelagert, sondern
auch im einzelnen, innerhalb des gleichen Gebietes. Neben nordischen Menschen
ostische, neben ostischen dinarische, neben beiden westische und dazwischen
Mischungen. Dies ist auf der einen Seite von großem Nachteil: Es fehlt dem
deutschen Volk jener sichere Herdeninstinkt, der in der Einheit des Blutes
begründet liegt und besonders in gefahrdrohenden Momenten Nationen vor dem
Untergang bewahrt, insofern bei solchen Völkern dann alle kleineren inneren
Unterschiede sofort zu verschwinden pflegen und dem gemeinsamen Feinde die
geschlossene Front einer einheitlichen Herde gegenübertritt. In dem
Nebeneinander unserer unvermischt gebliebenen rassischen Grundelemente
verschiedenster Art liegt das begründet, was man bei uns mit dem Wort
Überindividualismus bezeichnet. In friedlichen Zeitläuften mag er manchmal
gute Dienste leisten, alles in allem genommen aber hat er uns um die
Weltherrschaft gebracht. Würde das deutsche Volk in seiner geschichtlichen
Entwicklung jene herdenmäßige Einheit besessen haben, wie sie anderen Völkern
zugute kam, dann würde das Deutsche Reich heute wohl die Herrin des Erdballs
sein. Die Weltgeschichte hätte einen anderen Lauf genommen, und kein Mensch
vermag zu entscheiden, ob dann nicht auf diesem Wege eingetrof fen wäre, was
so viele verblendete Pazifisten heute durch Winseln und Flennen zu erbetteln
hoffen: ein Friede, gestützt nicht durch die Palmwedel tränenreicher
pazifistischer Klageweiber, sondern begründet durch das siegreiche Schwert
eines die Welt in den Dienst einer höheren Kultur nehmenden Herrenvolkes.
Die Tatsache des Nichtvorhandenseins eines blutsmäßig einheitlichen Volkstums
hat uns unsägliches Leid gebracht. Sie hat vielen kleinen deutschen Potentaten
Residenzen geschenkt, dem deutschen Volk aber das Herrenrecht entzogen.
Auch heute noch leidet unser Volk unter dieser inneren Zerrissenheit; allein,
was uns in Vergangenheit und Gegenwart Unglück brachte, kann für die Zukunft
unser Segen sein. Denn so schädlich es auf der einen Seite auch war, daß eine
restlose Vermischung unserer ursprünglichen Rassenbestandteile unterblieb und
dadurch die Bildung eines einheitlichen Volkskörpers verhindert wurde, so
glücklich war es auf der anderen, als hierdurch wenigstens ein Teil unseres
besten Blutes rein erhalten blieb und der rassischen Senkung entging.
Sicher würde bei einer restlosen Vermengung unserer rassischen Urelemente ein
geschlossener Volkskörper entstanden sein, allein er wäre, wie jede
Rassenkreuzung beweist, von einer geringeren Kulturfähigkeit erfüllt, als sie
der höchststehende der Urbestandteile ursprünglich besaß. Dies ist der Segen
des Unterbleibens restloser Vermischung: daß wir auch heute noch in unserem
deutschen Volkskörper große unvermischt gebliebene Bestände an
nordischgermanischen Menschen besitzen, in denen wir den wertvollsten Schatz
für unsere Zukunft erblicken dürfen. In der trüben Zeit der Unkenntnis aller
rassischen Gesetze, da in völliger Gleichwertung Mensch eben als Mensch
erschien, mochte die Klarheit über den verschiedenen Wert der einzelnen
Urelemente fehlen. Heute wissen wir, daß eine restlose Durcheinandermischung
der Bestandteile unseres Volkskörpers uns infolge der dadurch entstandenen
Einheit vielleicht zwar die äußere Macht geschenkt hätte, daß jedoch das
höchste Ziel der Menschheit unerreichbar gewesen wäre, da der einzige Träger,
den das Schicksal ersichtlich zu dieser Vollendung ausersehen hat, im
allgemeinen Rassenbrei des Einheitsvolkes untergegangen wäre.
Was aber ohne unser Zutun durch ein gütiges Schicksal verhindert wurde, haben
wir heute, vom Gesichtspunkt unserer nun gewonnenen Erkenntnis, zu überprüfen
und zu verwerten.
Wer von einer Mission des deutschen Volkes auf der Erde redet, muß wissen, daß
sie nur in der Bildung eines Staates bestehen kann, der seine höchste Aufgabe
in der Erhaltung und Förderung der unverletzt gebliebenen edelsten
Bestandteile unseres Volkstums, ja der ganzen Menschheit sieht.
Damit erhält der Staat zum ersten Male ein inneres hohes Ziel. Gegenüber der
lächerlichen Parole einer Sicherung von Ruhe und Ordnung zur friedlichen
Ermöglichung gegenseitiger Begaunerei erscheint die Aufgabe der Erhaltung und
Förderung eines durch die Güte des Allmächtigen dieser Erde geschenkten
höchsten Menschentums als eine wahrhaft hohe Mission.
Aus einem toten Mechanismus, der nur um seiner selbst willen da zu sein
beansprucht, soll ein lebendiger Organismus geformt werden mit dem
ausschließlichen Zwecke: einer höheren Idee zu dienen.
Das Deutsche Reich soll als Staat alle Deutschen umschließen mit der Aufgabe,
aus diesem Volke die wertvollsten Bestände an rassischen Urelementen nicht nur
zu sammeln und zu erhalten, sondern langsam und sicher zur beherrschenden
Stellung emporzuführen.
Damit tritt an die Stelle eines, im Grunde genommen erstarrten Zustandes eine
Periode des Kampfes. Doch wie immer und in allem auf dieser Welt wird auch
hier das Wort seine Geltung behalten, daß „wer rastet – rostet", und weiter,
daß der Sieg ewig nur im Angriff liegt. Je größer dabei das Kampfziel, das uns
vor Augen schwebt, und je geringer das Verständnis der breiten Masse im
Augenblick dafür sein mag, um so ungeheurer sind aber, den Erfahrungen der
Weltgeschichte nach, die Erfolge – und die Bedeutung dieser Erfolge dann, wenn
das Ziel richtig erfaßt und der Kampf mit unerschütterlicher Beharrlichkeit
durchgeführt wird.
Es mag freilich für viele unserer heutigen beamteten Staatslenker beruhigender
sein, für die Erhaltung eines gegebenen Zustandes zu wirken, als für einen
kommenden kämpfen zu müssen. Sie werden es als viel leichter empfinden, im
Staate einen Mechanismus zu sehen, der einfach dazu da ist, sich selbst am
Leben zu erhalten, so wie wiederum ihr Leben „dem Staate gehört" – wie sie
sich auszudrücken pflegen. Als ob dem Volkstum Entsprossenes logisch anderem
dienen könnte als eben dem Volkstum, oder der Mensch für anderes wirken könnte
als eben wieder für den Menschen. Es ist, wie gesagt, natürlich leichter, in
der Staatsautorität nur den formalen Mechanismus einer Organisation zu
erblicken als die souveräne Verkörperung des Selbsterhaltungstriebes eines
Volkstums auf der Erde. Denn in dem einen Fall ist für diese schwachen Geister
der Staat sowohl als die Staatsautorität schon der Zweck an sich, im anderen
aber nur die gewaltige Waffe im Dienste des großen ewigen Lebenskampfes um das
Dasein, eine Waffe, der sich jeder zu fügen hat, weil sie nicht formal
mechanisch ist, sondern Ausdruck eines gemeinsamen Willens zur
Lebenserhaltung.
Daher werden wir auch im Kampfe für unsere neue Auffassung, die ganz dem
Ursinn der Dinge entspricht, nur wenige Kampfgefährten aus einer Gesellschaft
finden, die nicht nur körperlich, sondern leider nur zu oft auch geistig
veraltet ist. Nur Ausnahmen, Greise mit jungen Herzen und frisch gebliebenem
Sinn, werden aus jenen Schichten zu uns kommen, niemals die, welche in der
Erhaltung eines gegebenen Zustandes den letzten Sinn ihrer Lebensaufgabe
erblicken.
Uns gegenüber steht das unendliche Heer weniger der böswillig Schlechten als
der denkfaul Gleichgültigen und gar der an der Erhaltung des heutigen
Zustandes Interessierten. Allein gerade in dieser scheinbaren
Aussichtslosigkeit unseres gewaltigen Ringens liegt die Größe unserer Aufgabe
und auch die Möglichkeit des Erfolges begründet. Der Schlachtruf, der die
kleinen Geister entweder von vornherein verscheucht oder bald verzagen läßt,
er wird zum Signal des Zusammenfindens wirklicher Kampfnaturen. Und darüber
muß man sich klar sein: Wenn aus einem Volke eine bestimmte Summe höchster
Energie und Tatkraft auf ein Ziel vereint erscheint und mithin der Trägheit
der breiten Massen endgültig entzogen ist, sind diese wenigen Prozente zu
Herren der gesamten Zahl emporgestiegen. Weltgeschichte wird durch Minoritäten
gemacht dann, wenn sich in dieser Minorität der Zahl die Majorität des Willens
und der Entschlußkraft verkörpert.
Was deshalb heute vielen als erschwerend gelten mag, ist in Wirklichkeit die
Voraussetzung für unseren Sieg. Gerade in der Größe und den Schwierigkeiten
unserer Aufgabe liegt die Wahrscheinlichkeit, daß sich zu ihrem Kampfe nur die
besten Kämpfer finden werden. In dieser Auslese aber liegt die Bürgschaft für
den Erfolg.
Im allgemeinen pflegt schon die Natur in der Frage der rassischen Reinheit
irdischer Lebewesen bestimmte korrigierende Entscheidungen zu treffen. Sie
liebt die Bastarde nur wenig. Besonders die ersten Produkte solcher
Kreuzungen, etwa im dritten, vierten, fünften Glied, haben bitter zu leiden.
Es wird ihnen nicht nur die Bedeutung des ursprünglich höchsten Bestandteils
der Kreuzung genommen, sondern es fehlt ihnen in der mangelnden Blutseinheit
auch die Einheit der Willens und Entschlußkraft zum Leben überhaupt. In allen
kritischen Augenblicken, in denen das rassisch einheitliche Wesen richtige,
und zwar einheitliche Entschlüsse trifft, wird das rassisch zerrissene
unsicher werden bzw. zu halben Maßnahmen gelangen. Zusammen bedeutet das nicht
nur eine gewisse Unterlegenheit des rassisch Zerrissenen gegenüber dem
rassisch Einheitlichen, sondern in der Praxis auch die Möglichkeit eines
schnelleren Unterganges. In zahllosen Fällen, in denen die Rasse standhält,
bricht der Bastard zusammen. Darin ist die Korrektur der Natur zu sehen. Sie
geht aber häufig noch weiter. Sie schränkt die Möglichkeit einer Fortpflanzung
ein. Dadurch verhindert sie die Fruchtbarkeit weitgehender Kreuzungen
überhaupt und bringt sie so zum Aussterben.
Würde also beispielsweise in einer bestimmten Rasse von einem einzelnen
Subjekt eine Verbindung mit einem rassisch niederstehenden eingegangen, so
wäre das Ergebnis zunächst eine Niedersenkung des Niveaus an sich, weiter aber
eine Schwächung der Nachkommenschaft gegenüber der rassisch unvermischt
gebliebenen Umgebung. Bei der vollständigen Verhinderung eines weiteren
Blutzusatzes von seiten der höchsten Rasse würden bei dauernder gegenseitiger
Kreuzung die Bastarde entweder infolge ihrer durch die Natur weise
verminderten Widerstandskraft aussterben oder im Laufe von vielen
Jahrtausenden eine neue Mischung bilden, bei welcher die ursprünglichen
Einzelelemente durch tausendfältige Kreuzung restlos vermischt, mithin nicht
mehr erkennbar sind. Es hätte sich damit ein neues Volkstum gebildet von einer
bestimmten herdenmäßigen Widerstandsfähigkeit, jedoch gegenüber der bei der
ersten Kreuzung mitwirkenden höchsten Rasse in seiner geistigkulturellen
Bedeutung wesentlich vermindert. Aber auch in diesem letzten Falle würde im
gegenseitigen Kampf um das Dasein das Mischprodukt unterliegen, solange eine
höherstehende, unvermischt gebliebene Rasseneinheit als Gegner noch vorhanden
ist. Alle herdenmäßige, im Laufe der tausend Jahre gebildete innere
Geschlossenheit dieses neuen Volkskörpers würde infolge der allgemeinen
Senkung des Rassenniveaus und der dadurch bedingten Minderung der geistigen
Elastizität und schöpferischen Fähigkeit dennoch nicht genügen, um den Kampf
mit einer ebenso einheitlichen, geistig und kulturell jedoch überlegenen Rasse
siegreich zu bestehen.
Somit kann man folgenden gültigen Satz aufstellen:
Jegliche Rassenkreuzung führt zwangsläufig früher oder später zum Untergang
des Mischproduktes, solange der höherstehende Teil dieser Kreuzung selbst noch
in einer reinen irgendwie rassenmäßigen Einheit vorhanden ist. Die Gefahr für
das Mischprodukt ist erst beseitigt im Augenblick der Bastardierung des
letzten höherstehenden Rassereinen.
Darin liegt ein, wenn auch langsamer natürlicher Regenerationsprozeß
begründet, der rassische Vergiftungen allmählich wieder ausscheidet, solange
noch ein Grundstock rassisch reiner Elemente vorhanden ist und eine weitere
Bastardierung nicht mehr stattfindet.
Ein solcher Vorgang kann von selbst eintreten bei Lebewesen mit starkem
Rasseninstinkt, die nur durch besondere Umstände oder irgendeinen besonderen
Zwang aus der Bahn der normalen rassereinen Vermehrung geworfen wurden. Sowie
diese Zwangslage beendet ist, wird der noch rein gebliebene Teil sofort wieder
nach Paarung unter Gleichen streben, der weiteren Vermischung dadurch Einhalt
gebietend. Die Bastardierungsergebnisse treten damit von selbst wieder in den
Hintergrund, es wäre denn, daß ihre Zahl sich schon so unendlich vermehrt
hätte, daß ein ernstlicher Widerstand der reinrassig Übriggebliebenen nicht
mehr in Frage käme.
Der Mensch, der einmal instinktlos geworden ist und seine ihm von der Not
auferlegte Verpflichtung verkennt, darf im allgemeinen jedoch auf solche
Korrektur von seiten der Natur so lange nicht hoffen, als er seinen verlorenen
Instinkt nicht durch sehende Erkenntnis ersetzt hat; an ihr ist es dann, die
erforderliche Wiedergutmachungsarbeit zu leisten. Doch ist die Gefahr sehr
groß, daß der einmal blind gewordene Mensch die Rassenschranken immer mehr
einreißt, bis endlich auch der letzte Rest seines besten Teiles verloren ist.
Dann bleibt wirklich nur mehr ein Einheitsbrei übrig, wie er den famosen
Weltverbesserern unserer Tage als Ideal vorschwebt; er würde aber aus dieser
Welt in kurzer Zeit die Ideale verjagen. Freilich: eine große Herde könnte so
gebildet werden, ein Herdentier kann man zusammenbrauen, einen Menschen als
Kulturträger aber und besser noch als Kulturbegründer und Kulturschöpfer
ergibt eine solche Mischung niemals. Die Mission der Menschheit könnte damit
als beendigt angesehen werden.
Wer nicht will, daß die Erde diesem Zustand entgegengeht, muß sich zur
Auffassung bekehren, daß es die Aufgabe vor allem der germanischen Staaten
ist, in erster Linie dafür zu sorgen, daß einer weiteren Bastardierung
grundsätzlich Einhalt geboten wird.
Die Generation unserer heutigen notorischen Schwächlinge wird
selbstverständlich sofort dagegen aufschreien und über Eingriffe in die
heiligsten Menschenrechte jammern und klagen. Nein, es gibt nur ein heiligstes
Menschenrecht, und dieses Recht ist zugleich die heiligste Verpflichtung,
nämlich: dafür zu sorgen, daß das Blut rein erhalten bleibt, um durch die
Bewahrung des besten Menschentums die Möglichkeit einer edleren Entwicklung
dieser Wesen zu geben.
Ein völkischer Staat wird damit in erster Linie die Ehe aus dem Niveau einer
dauernden Rassenschande herauszuheben haben, um ihr die Weihe jener
Institution zu geben, die berufen ist, Ebenbilder des Herrn zu zeugen und
nicht Mißgeburten zwischen Mensch und Affe.
Der Protest dagegen aus sogenannten humanen Gründen steht besonders der Zeit
verflucht schlecht an, die auf der einen Seite jedem verkommenen Degeneraten
die Möglichkeit seiner Fortvermehrung gibt, den Produkten selber als auch den
Zeitgenossen unsägliches Leid aufbürdend, während andererseits in jeder
Drogerie und sogar bei Straßenhändlern die Hilfsmittel zur Verhinderung der
Geburten bei selbst gesündesten Eltern feilgeboten werden. In diesem heutigen
Staate der Ruhe und Ordnung, in den Augen seiner Vertreter, dieser tapferen
bürgerlichnationalen Welt, ist also die Verhinderung der Zeugungsfähigkeit bei
Syphilitikern, Tuberkulosen, erblich Belasteten, Krüppeln und Kretins ein
Verbrechen, dagegen wird die praktische Unterbindung der Zeugungsfähigkeit bei
Millionen der Allerbesten nicht als etwas Schlechtes angesehen und verstößt
nicht gegen die guten Sitten dieser scheinheiligen Gesellschaft, nützt
vielmehr der kurzsichtigen Denkfaulheit. Denn andernfalls müßte man sich
immerhin den Kopf wenigstens darüber zerbrechen, wie die Voraussetzungen zu
schaffen seien für die Ernährung und Erhaltung derjenigen Wesen, die als
gesunde Träger unseres Volkstums dereinst der gleichen Aufgabe bezüglich des
kommenden Geschlechtes dienen sollen.
Wie grenzenlos unideal und unedel ist doch dieses ganze System! Man bemüht
sich nicht mehr, das Beste für die Nachwelt heranzuzüchten, sondern läßt die
Dinge laufen, wie sie eben laufen. Daß sich dabei auch unsere Kirchen am
Ebenbilde des Herrn versündigen, dessen Bedeutung von ihnen noch am
allermeisten betont wird, liegt ganz in der Linie ihres heutigen Wirkens, das
immer vom Geiste redet und den Träger desselben, den Menschen, zum verkommenen
Proleten degenerieren läßt. Dann allerdings staunt man mit blöden Gesichtern
über die geringe Wirkung des christlichen Glaubens im eigenen Lande, über die
entsetzliche „Gottlosigkeit" dieses körperlich verhunzten und damit natürlich
auch geistig verlumpten Jammerpacks und sucht sich dafür mit Erfolg bei
Hottentotten und Zulukaffern mit dem Segen der Kirche zu entschädigen. Während
unsere europäischen Völker, Gott sei Lob und Dank, in den Zustand eines
körperlichen und moralischen Aussatzes verfallen, wandert der fromme Missionar
nach Zentralafrika und errichtet Negermissionen, bis unsere „höhere Kultur"
aus gesunden, wenn auch primitiven und tiefstehenden Menschenkindern auch dort
eine faulige Bastardbrut gemacht haben wird.
Es würde dem Sinne des Edelsten auf dieser Welt mehr entsprechen, wenn unsere
beiden christlichen Kirchen, statt die Neger mit Missionen zu belästigen, die
jene weder wünschen noch verstehen, unsere europäische Menschheit gütig, aber
allen Ernstes belehren würden, daß es bei nicht gesunden Eltern ein Gott
wohlgefälligeres Werk ist, sich eines gesunden armen kleinen Waisenkindes zu
erbarmen, um diesem Vater und Mutter zu schenken, als selber ein krankes, sich
und der anderen Welt nur Unglück und Leid bringendes Kind ins Leben zu setzen.
Was auf diesem Gebiete heute von allen Seiten versäumt wird, hat der völkische
Staat nachzuholen. Er hat die Rasse in den Mittelpunkt des allgemeinen Lebens
zu setzen. Er hat für ihre Reinerhaltung zu sorgen. Er hat das Kind zum
kostbarsten Gut eines Volkes zu erklären. Er muß dafür Sorge tragen, daß nur,
wer gesund ist, Kinder zeugt; daß es nur eine Schande gibt: bei eigener
Krankheit und eigenen Mängeln dennoch Kinder in die Welt zu setzen; doch eine
höchste Ehre: darauf zu verzichten. Umgekehrt aber muß es als verwerflich
gelten: gesunde Kinder der Nation vorzuenthalten. Der Staat muß dabei als
Wahrer einer tausendjährigen Zukunft auftreten, der gegenüber der Wunsch und
die Eigensucht des einzelnen als nichts erscheinen und sich zu beugen haben.
Er hat die modernsten ärztlichen Hilfsmittel in den Dienst dieser Erkenntnis
zu stellen. Er hat, was irgendwie ersichtlich krank und erblich belastet und
damit weiter belastend ist, zeugungsunfähig zu erklären und dies praktisch
auch durchzusetzen. Er hat umgekehrt dafür zu sorgen, daß die Fruchtbarkeit
des gesunden Weibes nicht beschränkt wird durch die finanzielle
Luderwirtschaft eines Staatsregiments, das den Kindersegen zu einem Fluch für
die Eltern gestaltet. Er hat mit jener faulen, ja verbrecherischen
Gleichgültigkeit, mit der man heute die sozialen Voraussetzungen einer
kinderreichen Familie behandelt, aufzuräumen und muß sich an Stelle dessen als
oberster Schirmherr dieses köstlichsten Segens eines Volkes fühlen. Seine
Sorge gehört mehr dem Kinde als dem Erwachsenen.
Wer körperlich und geistig nicht gesund und würdig ist, darf sein Leid nicht
im Körper seines Kindes verewigen. Der völkische Staat hat hier die
ungeheuerste Erziehungsarbeit zu leisten. Sie wird aber dereinst auch als eine
größere Tat erscheinen als die siegreichsten Kriege unseres heutigen
bürgerlichen Zeitalters sind. Er hat durch Erziehung den einzelnen zu
belehren, daß es keine Schande, sondern nur ein bedauernswertes Unglück ist,
krank und schwächlich zu sein, daß es aber ein Verbrechen und daher zugleich
eine Schande ist, dieses Unglück durch eigenen Egoismus zu entehren, indem man
es unschuldigen Wesen wieder aufbürdet; daß es demgegenüber von einem Adel
höchster Gesinnung und bewundernswertester Menschlichkeit zeugt, wenn der
unschuldig Kranke, unter Verzicht auf ein eigenes Kind, seine Liebe und
Zärtlichkeit einem unbekannten armen, jungen Sprossen seines Volkstums
schenkt, der in seiner Gesundheit verspricht, dereinst ein kraftvolles Glied
einer kraftvollen Gemeinschaft zu werden. Und der Staat hat in dieser
Erziehungsarbeit die rein geistige Ergänzung seiner praktischen Tätigkeit zu
leisten. Er muß ohne Rücksicht auf Verständnis oder Unverständnis, Billigung
oder Mißbilligung in diesem Sinne handeln.
Eine nur sechshundertjährige Verhinderung der Zeugungsfähigkeit und
Zeugungsmöglichkeit seitens körperlich Degenerierter und geistig Erkrankter
würde die Menschheit nicht nur von einem unermeßlichen Unglück befreien,
sondern zu einer Gesundung beitragen, die heute kaum faßbar erscheint. Wenn so
die bewußte planmäßige Förderung der Fruchtbarkeit der gesündesten Träger des
Volkstums verwirklicht wird, so wird das Ergebnis eine Rasse sein, die,
zunächst wenigstens, die Keime unseres heutigen körperlichen und damit auch
geistigen Verfalls wieder ausgeschieden haben wird.
Denn hat erst ein Volk und ein Staat diesen Weg einmal beschritten, dann wird
sich auch von selbst das Augenmerk darauf richten, gerade den rassisch
wertvollsten Kern des Volkes und gerade seine Fruchtbarkeit zu steigern, um
endlich das gesamte Volkstum des Segens eines hochgezüchteten Rassengutes
teilhaftig werden zu lassen.
Der Weg hierzu ist vor allem der, daß ein Staat die Besiedelung gewonnener
Neuländer nicht dem Zufall überläßt, sondern besonderen Normen unterwirft.
Eigens gebildete Rassekommissionen haben den einzelnen das Siedlungsattest
auszustellen; dieses aber ist gebunden an eine festzulegende bestimmte
rassische Reinheit. So können allmählich Randkolonien begründet werden, deren
Bewohner ausschließlich Träger höchster Rassenreinheit und damit höchster
Rassentüchtigkeit sind. Sie sind damit ein kostbarer nationaler Schatz des
Volksganzen; ihr Wachsen muß jeden einzelnen Volksgenossen mit Stolz und
freudiger Zuversicht erfüllen, liegt doch in ihnen der Keim zu einer letzten
großen Zukunftsentwicklung des eigenen Volkes, ja der Menschheit geborgen.
Der völkischen Weltanschauung muß es im völkischen Staat endlich gelingen,
jenes edlere Zeitalter herbeizuführen, in dem die Menschen ihre Sorge nicht
mehr in der Höherzüchtung von Hunden, Pferden und Katzen erblicken, sondern im
Emporheben des Menschen selbst, ein Zeitalter, in dem der eine erkennend
schweigend verzichtet, der andere freudig opfert und gibt.
Daß dies möglich ist, darf man in einer Welt nicht verneinen, in der sich
hunderttausend und aber hunderttausend Menschen freiwillig das Zölibat
auferlegen, durch nichts verpflichtet und gebunden als durch ein kirchliches
Gebot.
Soll der gleiche Verzicht nicht möglich sein, wenn an seine Stelle die Mahnung
tritt, der dauernd fortwirkenden Erbsünde einer Rassenvergiftung endlich
Einhalt zu tun und dem allmächtigen Schöpfer Wesen zu geben, wie er sie selbst
erschuf?
Freilich, das jammervolle Heer unserer heutigen Spießbürger wird dies niemals
verstehen. Sie werden darüber lachen oder ihre schiefen Achseln zucken und
ihre ewige Ausrede herausstöhnen: „Das wäre an sich ja ganz schön, aber das
läßt sich ja doch nicht machen!" Mit euch läßt sich das freilich nicht mehr
machen, eure Welt ist dafür nicht geeignet! Ihr kennt nur eine Sorge: euer
persönliches Leben, und einen Gott: euer Geld! Allein, wir wenden uns auch
nicht an euch, sondern wenden uns an die große Armee derjenigen, die zu arm
sind, als daß ihr persönliches Leben höchstes Glück der Welt bedeuten könnte,
an diejenigen, die den Regenten ihres Daseins nicht im Golde sehen, sondern an
andere Götter glauben. Vor allem wenden wir uns an das gewaltige Heer unserer
deutschen Jugend. Sie wächst in eine große Zeitwende hinein, und was die
Trägheit und Gleichgültigkeit ihrer Väter verschuldete, wird sie selbst zum
Kampfe zwingen. Die deutsche Jugend wird dereinst entweder der Bauherr eines
neuen völkischen Staates sein, oder sie wird als letzter Zeuge den völligen
Zusammenbruch, das Ende der bürgerlichen Welt erleben.
Denn wenn eine Generation unter Fehlern leidet, die sie erkennt, ja sogar
zugibt, um sich dann trotzdem, wie dies heute von seiten unserer bürgerlichen
Welt geschieht, mit der billigen Erklärung zu begnügen, daß dagegen doch
nichts zu machen sein, dann ist eine solche Gesellschaft dem Untergang
verfallen. Das Charakteristische an unserer bürgerlichen Welt ist es aber
gerade, daß sie die Gebrechen an sich gar nicht mehr zu leugnen vermag. Sie
muß zugeben, daß vieles faul und schlecht ist, aber sie findet den Entschluß
nicht mehr, sich gegen das Übel aufzubäumen, die Kraft eines Sechzig oder
Siebzigmillionenvolkes mit verbissener Energie zusammenzuraffen und so der
Gefahr entgegenzustemmen. Im Gegenteil: wenn es anderswo geschieht, dann
werden noch blöde Glossen darüber gerissen, und man versucht wenigstens aus
der Ferne die theoretische Unmöglichkeit des Verfahrens nachzuweisen und den
Erfolg als undenkbar zu erklären. Kein Grund ist dabei einfältig genug, um
nicht als Stütze für die eigene Zwerghaftigkeit und ihre geistige Einstellung
zu dienen. Wenn zum Bei spiel ein ganzer Kontinent der Alkoholvergiftung end
lich den Kampf ansagt, um ein Volk aus den Klammern dieses verheerenden
Lasters herauszulösen, dann hat un sere europäische bürgerliche Welt dafür
nichts übrig als ein nichtssagendes Glotzen und Kopfschütteln, ein überlegenes
Lächerlichfinden – das sich bei dieser lächerlichsten Gesellschaft besonders
gut ausnimmt. Wenn aber alles nichts nützt und dem erhabenen, unantastbaren
Schlendrian an irgendeiner Stelle der Welt dennoch entgegengetreten wird, und
gar mit Erfolg, dann muß, wie gesagt, wenigstens dieser angezweifelt und
heruntergesetzt werden, wobei man sich nicht einmal scheut,
bürgerlichmoralische Gesichtspunkte gegen einen Kampf ins Treffen zu bringen,
der mit der größten Unmoral aufzuräumen sucht.
Nein, darüber sollen wir uns alle gar keiner Täuschung hingeben: Unser
derzeitiges Bürgertum ist für jede er habene Aufgabe der Menschheit bereits
wertlos geworden, einfach, weil es qualitätslos, zu schlecht ist; und es ist
zu schlecht, weniger aus – meinetwegen – gewollter Schlechtigkeit heraus, als
vielmehr infolge der unglaublichen Indolenz und allem, was aus ihr entspringt.
Daher sind auch jene politischen Klubs, die unter dem Sammelbegriff
„bürgerliche Parteien" sich herumtreiben, schon längst nichts anderes mehr als
Interessengemeinschaften bestimmter Berufsgruppen und Standesklassen, und ihre
erhabenste Aufgabe ist nur mehr die bestmögliche egoistische
Interessenvertretung. Daß eine solche politisierende „Bourgeois"Gilde zu allem
eher taugt als zum Kampf, liegt auf der Hand; besonders aber, wenn die
Gegenseite nicht aus vorsichtigen Pfeffersäcken, sondern aus Proletariermassen
besteht, die zum äußersten aufgehetzt und zum letzten entschlossen sind.
Wenn wir als erste Aufgabe des Staates im Dienste und zum Wohle seines
Volkstums die Erhaltung, Pflege und Entwicklung der besten rassischen Elemente
erkennen, so ist es natürlich, daß sich diese Sorgfalt nicht nur bis zur
Geburt des jeweiligen kleinen jungen Volks und Rassegenossen zu erstrecken
hat, sondern daß sie aus dem jungen Sprößling auch ein wertvolles Glied für
eine spätere Weitervermehrung erziehen muß.
Und so wie im allgemeinen die Voraussetzung geistiger Leistungsfähigkeit in
der rassischen Qualität des gegebenen Menschenmaterials liegt, so muß auch im
einzelnen die Erziehung zuallererst die körperliche Gesundheit ins Auge fassen
und fördern; denn in der Masse genommen wird sich ein gesunder, kraftvoller
Geist auch nur in einem gesunden und kraftvollen Körper finden. Die Tatsache,
daß Genies manches Mal körperlich wenig gutgebildete, ja so gar kranke Wesen
sind, hat nichts dagegen zu sagen. Hier handelt es sich um Ausnahmen, die –
wie überall – die Regel nur bestätigen. Wenn ein Volk aber in seiner Masse aus
körperlichen Degeneraten besteht, so wird sich aus diesem Sumpf nur höchst
selten ein wirklich großer Geist erheben. Seinem Wirken aber wird wohl auf
keinen Fall mehr ein großer Erfolg beschieden sein. Das heruntergekommene Pack
wird ihn entweder überhaupt nicht verstehen, oder es wird willensmäßig so
geschwächt sein, daß es dem Höhenflug eines solchen Adlers nicht mehr zu
folgen vermag.
Der völkische Staat hat in dieser Erkenntnis seine gesamte Erziehungsarbeit in
erster Linie nicht auf das Einpumpen bloßen Wissens einzustellen, sondern auf
das Heranzüchten kerngesunder Körperbildung der geistigen Fähigkeiten. Hier
aber wieder an der Spitze die Entwicklung des Charakters, besonders die
Förderung der Willens und Entschlußkraft, verbunden mit der Erziehung zur
Verantwortungsfreudigkeit, und erst als letztes die wissenschaftliche
Schulung.
Der völkische Staat muß dabei von der Voraussetzung ausgehen, daß ein zwar
wissenschaftlich wenig gebildeter, aber körperlich gesunder Mensch mit gutem,
festem Charakter, erfüllt von Entschlußfreudigkeit und Willenskraft, für die
Volksgemeinschaft wertvoller ist als ein geistreicher Schwächling. Ein Volk
von Gelehrten wird, wenn diese dabei körperlich degenerierte, willensschwache
und feige Pazifisten sind, den Himmel nicht zu erobern, ja nicht einmal auf
dieser Erde sich das Dasein zu sichern vermögen. Im schweren Schicksalskampf
unterliegt selten der, der am wenigsten weiß, sondern immer derjenige, der aus
seinem Wissen die schwächsten Konsequenzen zieht und sie am kläglichsten in
die Tat umsetzt. Endlich muß auch hier eine bestimmte Harmonie vorhanden sein.
Ein verfaulter Körper wird durch einen strahlenden Geist nicht im geringsten
ästhetischer gemacht, ja, es ließe sich höchste Geistesbildung gar nicht
rechtfertigen, wenn ihre Träger gleichzeitig körperlich verkommene und
verkrüppelte, im Charakter willensschwache, schwankende und feige Subjekte
wären. Was das griechische Schönheitsideal unsterblich sein läßt, ist die
wundervolle Verbindung herrlichster körperlicher Schönheit mit strahlendem
Geist und edelster Seele.
Wenn der Moltkesche Ausspruch: „Glück hat auf die Dauer doch nur der Tüchtige"
Geltung besitzt, so sicherlich für das Verhältnis von Körper und Geist: Auch
der Geist wird, wenn er gesund ist, in der Regel und auf die Dauer nur in
gesundem Körper wohnen.
Die körperliche Ertüchtigung ist daher im völkischen Staat nicht eine Sache
des einzelnen, auch nicht eine Angelegenheit, die in erster Linie die Eltern
angeht, und die erst in zweiter oder dritter die Allgemeinheit interessiert,
sondern eine Forderung der Selbsterhaltung des durch den Staat vertretenen und
geschützten Volkstums. So wie der Staat, was die rein wissenschaftliche
Ausbildung betrifft, schon heute in das Selbstbestimmungsrecht des einzelnen
eingreift und ihm gegenüber das Recht der Gesamtheit wahrnimmt, indem er, ohne
Befragung des Wollens oder Nichtwollens der Eltern, das Kind dem Schulzwang
unterwirft, so muß in noch viel höherem Maße der völkische Staat dereinst
seine Autorität durchsetzen gegenüber der Unkenntnis oder dem Unverständnis
des einzelnen in den Fragen der Erhaltung des Volkstums. Er hat seine
Erziehungsarbeit so einzuteilen, daß die jungen Körper schon in ihrer
frühesten Kindheit zweckentsprechend behandelt werden und die notwendige
Stählung für das spätere Leben erhalten. Er muß vor allem dafür sorgen, daß
nicht eine Generation von Stubenhockern herangebildet wird.
Diese Pflege und Erziehungsarbeit hat schon einzusetzen bei der jungen Mutter.
So wie es möglich wurde, im Laufe einer jahrzehntelangen sorgfältigen Arbeit
infektionsfreie Reinlichkeit bei der Geburt zu erzielen und das Kindbettfieber
auf wenige Fälle zu beschränken, so muß es und wird es möglich sein, durch
gründliche Ausbildung von Schwestern und der Mütter selber schon in den ersten
Jahren des Kindes eine Behandlung herbeizuführen, die als vorzügliche
Grundlage für die spätere Entwicklung dient.
Die Schule als solche muß in einem völkischen Staat unendlich mehr Zeit frei
machen für die körperliche Ertüchtigung. Es geht nicht an, die jungen Gehirne
mit einem Ballast zu beladen, den sie erfahrungsgemäß nur zu einem Bruchteil
behalten, wobei zudem meist anstatt des Wesentlichen die unnötigen
Nebensächlichkeiten hängenbleiben, da das junge Menschenkind eine vernünftige
Siebung des ihm eingetrichterten Stoffes gar nicht vorzunehmen vermag. Wenn
heute, selbst im Lehrplan der Mittelschulen, Turnen in einer Woche mit knappen
zwei Stunden bedacht und die Teilnahme daran sogar als nicht obligatorisch dem
einzelnen freigegeben wird, so ist dies, verglichen zur rein geistigen
Ausbildung, ein krasses Mißverhältnis. Es dürfte kein Tag vergehen, an dem der
junge Mensch nicht mindestens vormittags und abends je eine Stunde lang
körperlich geschult wird, und zwar in jeder Art von Sport und Turnen. Hier bei
darf besonders ein Sport nicht vergessen werden, der in den Augen von gerade
sehr vielen „Völkischen" als roh und unwürdig gilt: das Boxen. Es ist
unglaublich, was für falsche Meinungen darüber in den „Gebildeten"kreisen
verbreitet sind. Daß der junge Mensch fechten lernt und sich dann herumpaukt,
gilt als selbstverständlich und ehrenwert, daß er aber boxt, das soll roh
sein! Warum? Es gibt keinen Sport, der wie dieser den Angriffsgeist in
gleichem Maße fördert, blitzschnelle Entschlußkraft verlangt, den Körper zu
stählerner Geschmeidigkeit erzieht. Es ist nicht roher, wenn zwei junge
Menschen eine Meinungsverschiedenheit mit den Fäusten ausfechten als mit einem
geschliffenen Stück Eisen. Es ist auch nicht unedler, wenn ein
Angegriffener sich seines Angreifers mit der Faust erwehrt, statt
davonzulaufen und nach einem Schutzmann zu schreien. Vor allem aber, der
junge, gesunde Knabe soll auch Schläge ertragen lernen. Das mag in den Augen
unserer heutigen Geisteskämpfer natürlich als wild erscheinen. Doch hat der
völkische Staat eben nicht die Aufgabe, eine Kolonie friedsamer Ästheten und
körperlicher Degeneraten aufzuzüchten. Nicht im ehrbaren Spießbürger oder der
tugendsamen alten Jungfer sieht er sein Menschheitsideal, sondern in der
trotzigen Verkörperung männlicher Kraft und in Weibern, die wieder Männer zur
Welt zu bringen vermögen.
So ist überhaupt der Sport nicht nur dazu da, den einzelnen stark, gewandt und
kühn zu machen, sondern er soll auch abhärten und lehren, Unbilden zu
ertragen.
Würde unsere gesamte geistige Oberschicht einst nicht so ausschließlich in
vornehmen Anstandslehren erzogen worden sein, hätte sie an Stelle dessen
durchgehends Boxen gelernt, so wäre eine deutsche Revolution von Zuhältern,
Deserteuren und ähnlichem Gesindel niemals möglich gewesen; denn was dieser
Erfolg schenkte, war nicht die kühne, mutige Tatkraft der Revolutionsmacher,
sondern die feige, jämmerliche Entschlußlosigkeit derjenigen, die den Staat
leiteten und für ihn verantwortlich waren. Allein unsere gesamte geistige
Führung war nur mehr „geistig" erzogen worden und mußte damit in dem
Augenblick wehrlos sein, in dem von der gegnerischen Seite statt geistiger
Waffen eben das Brecheisen in Aktion trat. Das war aber alles nur möglich,
weil besonders unsere höhere Schulbildung grundsätzlich nicht Männer heranzog,
sondern vielmehr Beamte, Ingenieure, Techniker, Chemiker, Juristen, Literaten
und, damit diese Geistigkeit nicht ausstirbt, Professoren.
Unsere geistige Führung hat immer Blendendes geleistet, während unsere
willensmäßige meist unter aller Kritik blieb.
Sicherlich wird man durch Erziehung aus einem grundsätzlich feig veranlagten
Menschen keinen mutigen zu machen vermögen, allein ebenso sicher wird auch ein
an sich nicht mutloser Mensch in der Entfaltung seiner Eigenschaften gelähmt,
wenn er durch Mängel seiner Erziehung in seiner körperlichen Kraft und
Gewandtheit dem anderen von vornherein unterlegen ist. Wie sehr die
Überzeugung körperlicher Tüchtigkeit das eigene Mutgefühl fördert, ja den
Angriffsgeist erweckt, kann man am besten am Heer ermessen. Auch hier sind
grundsätzlich nicht lauter Helden vorhanden gewesen, sondern breiter
Durchschnitt. Allein die überlegene Ausbildung des deutschen Soldaten in der
Friedenszeit impfte dem ganzen Riesenorganismus jenen suggestiven Glauben an
die eigene Überlegenheit in einem Umfange ein, den selbst unsere Gegner nicht
für möglich gehalten hatten. Denn was in den ganzen Monaten des Hochsom mers
und Herbstes 1914 von den vorwärtsfegenden deutschen Armeen an unsterblichem
Angriffsgeist und Angriffsmut geleistet wurde, war das Ergebnis jener
unermüdlichen Erziehung, die in den langen, langen Friedensjahren aus den oft
schwächlichen Körpern die unglaublichsten Leistungen herausholte, und so jenes
Selbstvertrauen erzog, das auch im Schrecken der größten Schlachten nicht
verlorenging.
Gerade unser deutsches Volk, das heute zusammengebrochen den Fußtritten der
anderen Welt preisgegeben daliegt, braucht jene suggestive Kraft, die im
Selbstvertrauen liegt. Dieses Selbstvertrauen aber muß schon von Kindheit auf
dem jungen Volksgenossen anerzogen werden. Seine gesamte Erziehung und
Ausbildung muß darauf angelegt werden, ihm die Überzeugung zu geben, anderen
unbedingt überlegen zu sein. Er muß in seiner körperlichen Kraft und
Gewandtheit den Glauben an die Unbesiegbarkeit seines ganzen Volkstums
wiedergewinnen. Denn was die deutsche Armee einst zum Siege führte, war die
Summe des Vertrauens, das jeder einzelne zu sich und alle gemeinsam zu ihrer
Führung besaßen. Was das deutsche Volk wieder emporrichten wird, ist die
Überzeugung von der Möglichkeit der Wiedererringung der Freiheit. Diese
Überzeugung aber kann nur das Schlußprodukt der gleichen Empfindung von
Millionen einzelner darstellen.
Auch hier gebe man sich keiner Täuschung hin:
Ungeheuerlich war der Zusammenbruch unseres Volkes, ebenso ungeheuerlich aber
wird die Anstrengung sein müssen, um eines Tages diese Not zu beenden. Wer
glaubt, daß unser Volk aus unserer jetzigen bürgerlichen Erziehungsarbeit zur
Ruhe und Ordnung die Kraft erhält, eines Tages die heutige Weltordnung, die
unseren Untergang bedeutet, zu zerbrechen und die Kettenglieder unserer
Sklaverei den Gegnern ins Gesicht zu schlagen, der irrt bitter. Nur durch ein
Übermaß an nationaler Willenskraft, an Freiheitsdurst und höchster
Leidenschaft wird wieder ausgeglichen werden, was uns einst fehlte.
Auch die Kleidung der Jugend soll diesem Zwecke angepaßt werden. Es ist ein
wahrer Jammer, sehen zu müssen, wie auch unsere Jugend bereits einem
Modewahnsinn unterworfen ist, der so recht mithilft, den Sinn des alten
Spruches: „Kleider machen Leute", in einen verderblichen umzukehren.
Gerade bei der Jugend muß auch die Kleidung in den Dienst der Erziehung
gestellt werden. Der Junge, der im Sommer mit langen Röhrenhosen herumläuft,
eingehüllt bis an den Hals, verliert schon in seiner Bekleidung ein
Antriebsmittel für seine körperliche Ertüchtigung. Denn auch der Ehrgeiz und,
sagen wir es ruhig, die Eitelkeit muß herangezogen werden. Nicht die Eitelkeit
auf schöne Kleider, die sich nicht jeder kaufen kann, sondern die Eitelkeit
auf einen schönen, wohlgeformten Körper, den jeder mithelfen kann, zu bilden.
Auch für später ist dies zweckmäßig. Das Mädchen soll seinen Ritter
kennenlernen. Würde nicht die körperliche Schönheit heute vollkommen in den
Hintergrund gedrängt durch unser laffiges Modewesen, wäre die Verführung von
Hunderttausenden von Mädchen durch krummbeinige, widerwärtige Judenbankerte
gar nicht möglich. Auch dies ist im Interesse der Nation, daß sich die
schönsten Körper finden und so mithelfen, dem Volkstum neue Schönheit zu
schenken.
Heute wäre dies alles freilich am allernötigsten, weil die militärische
Erziehung fehlt und damit die einzige Einrichtung ausgeschieden ist, die im
Frieden wenigstens teilweise einholte, was durch unsere sonstige Erziehung
versäumt wurde. Und auch dort war der Erfolg nicht nur in der Ausbildung des
einzelnen an sich zu suchen, sondern in dem Einfluß, den er auf das Verhältnis
der beiden Geschlechter untereinander ausübte. Das junge Mädchen zog den
Soldaten dem Nichtsoldaten vor.
Der völkische Staat hat die körperliche Ertüchtigung nicht nur in den
offiziellen Schuljahren durchzuführen und zu überwachen, er muß auch in der
Nachschulzeit dafür Sorge tragen, daß, solange ein Junge in der körperlichen
Entwicklung begriffen ist, diese Entwicklung zu seinem Segen ausschlägt. Es
ist ein Unsinn, zu glauben, daß mit dem Ende der Schulzeit das Recht des
Staates auf die Beaufsichtigung seiner jungen Bürger plötzlich aussetzt, um
mit der Militärzeit wiederzukommen. Dieses Recht ist eine Pflicht und als
solche immer gleichmäßig vorhanden. Der heutige Staat, der kein Interesse an
gesunden Menschen besitzt, hat nur diese Pflicht in verbrecherischer Weise
außer acht gelassen. Er läßt die heutige Jugend auf Straßen und in Bordells
verkommen, statt sie an die Zügel zu nehmen und körperlich so lange
weiterzubilden, bis eines Tages ein gesunder Mann und ein gesundes Weib daraus
erwachsen sind.
In welcher Form der Staat diese Erziehung weiter führt, kann heute
gleichgültig sein, das Wesentliche ist, daß er's tut und die Wege sucht, die
dem nützen. Der völkische Staat wird genau so wie die geistige Erziehung auch
die körperliche Ausbildung der Nachschulzeit als staatliche Aufgabe betrachten
müssen und durch staatliche Einrichtungen durchzuführen haben. Dabei kann
diese Erziehung in großen Zügen schon die Vorbildung für den späteren
Heeresdienst sein. Das Heer soll dann dem jungen Mann nicht mehr wie bisher
die Grundbegriffe des einfachsten Exerzierreglements beizubringen haben, es
wird auch nicht Rekruten im heutigen Sinne zugeführt erhalten, es soll
vielmehr den körperlich bereits tadellos vorgebildeten jungen Menschen nur
mehr in den Soldaten verwandeln.
Im völkischen Staat soll also das Heer nicht mehr dem einzelnen Gehen und
Stehen beibringen, sondern es hat als die letzte und höchste Schule
vaterländischer Erziehung zu gelten. Der junge Rekrut soll im Heere die nötige
Waffenausbildung erhalten, er soll aber zugleich auch weitergeformt werden für
sein sonstiges späteres Leben. An der Spitze der militärischen Erziehung aber
hat das zu stehen, was schon dem alten Heer als höchstes Verdienst angerechnet
werden mußte: In dieser Schule soll der Knabe zum Mann gewandelt werden; und
in dieser Schule soll er nicht nur gehorchen lernen, sondern dadurch auch die
Voraussetzung zum späteren Befehlen erwerben. Er soll lernen zu schweigen,
nicht nur, wenn er mit Recht getadelt wird, sondern soll auch lernen, wenn
nötig, Unrecht schweigend zu ertragen.
Er soll weiter, gefestigt durch den Glauben an seine eigene Kraft, erfaßt von
der Stärke des gemeinsam empfundenen Korpsgeistes, die Überzeugung von der
Unüberwindlichkeit seines Volkstums gewinnen.
Nach Beendigung der Heeresdienstleistung sind ihm zwei Dokumente auszustellen:
sein Staatsbürgerdiplom als Rechtsurkunde, die ihm nunmehr öffentliche
Betätigung gestattet, und sein Gesundheitsattest als Bestätigung körperlicher
Gesundheit für die Ehe.
Analog der Erziehung des Knaben kann der völkische Staat auch die Erziehung
des Mädchens von den gleichen Gesichtspunkten aus leiten. Auch dort ist das
Hauptgewicht vor allem auf die körperliche Ausbildung zu legen, erst dann auf
die Förderung der seelischen und zuletzt der geistigen Werte. Das Ziel der
weiblichen Erziehung hat unverrückbar die kommende Mutter zu sein.
Erst in zweiter Linie hat der völkische Staat die Bildung des Charakters in
jeder Weise zu fördern.
Sicherlich sind die wesentlichen Charaktereigenschaften im einzelnen Menschen
grundsätzlich vorgebildet: der egoistisch Veranlagte ist und bleibt dies
einmal für immer, genau so wie der Idealist im Grunde seines Wesens stets
Idealist sein wird. Allein zwischen den restlos ausgeprägten Charakteren
stehen doch Millionen von verschwommen und unklar erscheinenden. Der geborene
Verbrecher wird Verbrecher sein und bleiben; aber zahlreiche Menschen, bei
denen bloß eine gewisse Hinneigung zum Verbrecherischen vorhanden ist, können
durch richtige Erziehung noch zu wertvollen Gliedern der Volksgemeinschaft
werden; während umgekehrt durch schlechte Erziehung aus schwankenden
Charakteren wirklich schlechte Elemente erwachsen können.
Wie oft wurde im Kriege Klage darüber geführt, daß unser Volk so wenig
schweigen könne! Wie schwer war es dadurch, selbst wichtige Geheimnisse der
Kenntnis der Feinde zu entziehen! Allein man stelle sich doch die Frage: Was
hat vor dem Kriege die deutsche Erziehung dafür getan, den einzelnen zur
Verschwiegenheit zu bilden? Wurde nicht leider schon in der Schule der kleine
Angeber manchesmal seinen verschwiegeneren Mitgefährten gegenüber vorgezogen?
Wurde und wird nicht Angeberei als rühm liche „Offenheit" und Verschwiegenheit
als schmähliche Verstocktheit angesehen? Hat man sich überhaupt bemüht,
Verschwiegenheit als männlich wertvolle Tugend hinzustellen? Nein, denn in den
Augen unserer heutigen Schulerziehung sind das Lappalien. Allein diese
Lappalien kosten dem Staat ungezählte Millionen Gerichtskosten, denn 90 Pro
zent aller Beleidigungs und ähnlichen Prozesse entstanden nur aus Mangel an
Verschwiegenheit. Verantwortungslos getane Äußerungen werden ebenso
leichtsinnig weitergetratscht, unsere Volkswirtschaft wird ständig durch
leichtfertige Preisgabe wichtiger Fabrikationsmethoden usw. geschädigt, ja
sogar alle stillen Vorbereitungen einer Landesverteidigung werden illusorisch
gemacht, da das Volk eben nicht schweigen gelernt hat, sondern alles
weiterredet. Im Kriege aber kann diese Schwatzsucht bis zum Verlust von
Schlachten führen und so wesentlich beitragen zum unglücklichen Ausgang des
Kampfes. Man soll auch hier überzeugt sein, daß, was in der Jugend nicht geübt
wurde, im Alter nicht gekonnt wird. Hierher gehört es auch, daß der Lehrer
z.B. sich grundsätzlich nicht von dummen Jungenstreichen Kenntnis zu
verschaffen sucht durch das Heranzüchten übler Angeberei. Die Jugend hat ihren
Staat für sich, sie steht dem Erwachsenen in einer gewissen geschlossenen
Solidarität gegenüber, und dies ist selbstverständlich. Die Bindung des
Zehnjährigen zu seinem gleich alten Gefährten ist eine natürlichere und
größere als die zu dem Erwachsenen. Ein Junge, der seinen Kameraden angibt,
übt Verrat und betätigt damit eine Gesinnung, die, schroff ausgedrückt und ins
Große übertragen, der des Landesverräters genau entspricht. So ein Knabe kann
keineswegs als „braves, anständiges" Kind angesehen werden, sondern als ein
Knabe von wenig wertvollen Charaktereigenschaften. Für den Lehrer mag es
bequem sein, zur Erhöhung seiner Autorität sich derartiger Untugenden zu
bedienen, allein in das jugendliche Herz wird damit der Keim einer Gesinnung
gelegt, die sich später verhängnisvoll auswirken kann. Schon mehr als einmal
ist aus einem kleinen Angeber ein großer Schuft geworden!
Dies soll nur ein Beispiel für viele sein. Heute ist die bewußte Entwicklung
guter, edler Charaktereigenschaften in der Schule gleich Null. Dereinst muß
darauf ganz anderes Gewicht gelegt werden. Treue, Opferwilligkeit,
Verschwiegenheit sind Tugenden, die ein großes Volk nötig braucht, und deren
Anerziehung und Ausbildung in der Schule wichtiger ist als manches von dem,
was zur Zeit unsere Lehrpläne ausfüllt. Auch das Aberziehen von weinerlichem
Klagen, von wehleidigem Heulen usw. gehört in dieses Gebiet. Wenn eine
Erziehung vergißt, schon beim Kinde darauf hinzuwirken, daß auch Leiden und
Unbill einmal schweigend ertragen werden müssen, darf sie sich nicht wundern,
wenn später in kritischer Stunde, z.B. wenn einst der Mann an der Front steht,
der ganze Postverkehr einzig der Beförderung von gegenseitigen Jammer und
Winselbriefen dient. Wenn unserer Jugend in den Volksschulen etwas weniger
Wissen eingetrichert worden wäre und dafür mehr Selbstbeherrschung, so hätte
sich dies in den Jahren 1915/18 reich gelohnt.
So hat der völkische Staat in seiner Erziehungsarbeit neben der körperlichen
gerade auf die charakterliche Ausbildung höchsten Wert zu legen. Zahlreiche
moralische Gebrechen, die unser heutiger Volkskörper in sich trägt, können
durch eine so eingestellte Erziehung wenn schon nicht ganz beseitigt, so doch
sehr gemildert werden.
Von höchster Wichtigkeit ist die Ausbildung der Willens und Entschlußkraft
sowie die Pflege der Verantwortungsfreudigkeit.
Wenn beim Heer einst der Grundsatz galt, daß ein Befehl immer besser ist als
keiner, so muß dies bei der Jugend zunächst heißen: Eine Antwort ist immer
besser als keine. Die Furcht, aus Angst Falsches zu sagen, keine Antwort zu
geben, muß beschämender sein als eine unrichtig gegebene Antwort. Von dieser
primitivsten Grundlage aus ist die Jugend dahingehend zu erziehen, daß sie den
Mut zur Tat erhält.
Man hat sich oft beklagt, daß in den Zeiten des Novembers und Dezembers 1918
aber auch alle Stellen versagten, daß von den Monarchen angefangen bis
herunter zum letzten Divisionär niemand mehr die Kraft zu einem selbständigen
Entschluß aufzubringen vermochte. Diese furchtbare Tatsache ist ein Menetekel
unserer Erziehung, denn in dieser grausamen Katastrophe hat sich nur in einem
ins Riesengroße verzerrten Maßstab geäußert, was im Kleinen allgemein
vorhanden war. Dieser Mangel an Wille ist es, und nicht der Mangel an Waffen,
der uns heute zu jedem ernstlichenWiderstand unfähig macht. Er sitzt in
unserem ganzen Volk drinnen, verhindert jeden Entschluß, mit dem ein Risiko
verbunden ist, als ob die Größe einer Tat nicht gerade im Wagnis bestünde.
Ohne es zu ahnen, hat ein deutscher General es fertiggebracht, für diese
jammervolle Willenslosigkeit die klassische Formel zu finden: „Ich handle nur,
wenn ich mit einundfünfzig Prozent Wahrscheinlichkeit des Erfolges zu rechnen
vermag." In diesen „einundfünfzig Prozent" liegt die Tragik des deutschen
Zusammenbruches begründet: wer vom Schicksal erst die Bürgschaft für den
Erfolg fordert, verzichtet damit von selbst auf die Bedeutung einer heroischen
Tat. Denn diese liegt darin, daß man in der Überzeugung von der
Todesgefährlichkeit eines Zustandes den Schritt unternimmt, der vielleicht zum
Erfolg führen kann. Ein Krebskranker, dessen Tod andernfalls gewiß ist,
braucht nicht erst einundfünfzig Prozent auszurechnen, um eine Operation zu
wagen. Und wenn diese auch nur mit einem halben Prozent Wahrscheinlichkeit
Heilung verspricht, wird ein mutiger Mann sie wagen, im anderen Falle mag er
nicht ums Leben wimmern.
Die Seuche der heutigen feigen Willens und Entschlußlosigkeit ist aber, alles
in allem genommen, hauptsächlich das Ergebnis unserer grundsätzlich verfehlten
Jugenderziehung, deren verheerende Wirkung sich ins spätere Leben hinein
fortpflanzt und in der mangelnden Zivilcourage der leitenden Staatsmänner
ihren letzten Abschied und ihre letzte Krönung findet.
In die gleiche Linie fällt auch die heute grassierende Feigheit vor
Verantwortung. Auch hier liegt der Fehler schon in der Jugenderziehung,
durchsetzt dann das ganze öffentliche Leben und findet in der
parlamentarischen Regierungsinstitution seine unsterbliche Vollendung.
Schon in der Schule legt man leider mehr Wert auf das „reumütige" Geständnis
und das „zerknirschte Abschwören" des kleinen Sünders als auf ein freimütiges
Bekenntnis. Letzteres erscheint manchem Volksbildner von heute sogar als
sichtbarstes Merkmal einer unverbesserlichen Verworfenheit, und so manchem
Jungen wird unglaublicherweise der Galgen wegen Eigenschaften prophezeit, die
von unschätzbarem Werte wären, bildeten sie das Gemeingut eines ganzen Volkes.
Wie der völkische Staat dereinst der Erziehung des Willens und der
Entschlußkraft höchste Aufmerksamkeit zu widmen hat, so muß er schon von klein
an Verantwortungsfreudigkeit und Bekenntnismut in die Herzen der Jugend
senken. Nur wenn er diese Notwendigkeit in ihrer vollen Bedeutung erkennt,
wird er endlich, nach jahrhundertelanger Bildungsarbeit als Ergebnis einen
Volkskörper erhalten, der nicht mehr jenen Schwächen unterliegen wird, die
heute so verhängnisvoll zu unserem Untergange beigetragen haben.
Die wissenschaftliche Schulbildung, die heutzutage ja eigentlich das Um und
Auf der gesamten staatlichen Erziehungsarbeit ist, wird mit nur geringen
Veränderungen vom völkischen Staat übernommen werden können. Diese Änderungen
liegen auf drei Gebieten.
Erstens soll das jugendliche Gehirn im allgemeinen nicht mit Dingen belastet
werden, die es zu fünfundneunzig Prozent nicht braucht und daher auch wieder
vergißt. Besonders der Lehrplan von Volks und Mittelschulen stellt heute ein
Zwitterding dar; in vielen Fällen der einzelnen Lehrgegenstände ist der Stoff
des zu Lernenden so angeschwollen, daß nur ein Bruchteil davon im Kopfe des
einzelnen erhalten bleibt und auch nur ein Bruchteil dieser Fülle Verwendung
finden kann, während er anderseits doch wieder nicht für den Bedarf eines in
einem bestimmten Fach Arbeitenden und sein Brot Verdienenden ausreicht. Man
nehme zum Beispiel den normalen Staatsbeamten mit absolviertem Gymnasium oder
absolvierter Oberrealschule in seinem fünfunddreißigsten oder vierzigsten
Lebensjahr vor und prüfe dessen einst mühsam eingepauktes Schulwissen nach.
Wie wenig ist von all dem damals eingetrichterten Zeug noch vorhanden! Man
wird freilich zur Antwort bekommen: „Ja, die Menge des damals eingelernten
Stoffes hatte eben nicht nur den Zweck späteren Besitzes vielfacher
Kenntnisse, sondern auch den einer Schulung der geistigen Aufnahmefähigkeit,
des Denkvermögens und besonders der Merkkraft des Gehirns." Dies ist zum Teil
richtig. Dennoch liegt eine Gefahr darin, daß das jugendliche Gehirn mit einer
Flut von Eindrücken überschwemmt wird, die es in den seltensten Fällen zu
bewältigen und deren einzelne Elemente es nach ihrer größeren oder geringeren
Wichtigkeit weder zu sichten noch zu werten versteht; wobei zudem meist nicht
das Unwesentliche, sondern das Wesentliche vergessen und geopfert wird. So
geht der hauptsächliche Zweck dieses VielLernens schon wieder verloren; denn
er kann doch nicht darin bestehen, durch ungemessene Häufung von Lehrstoff das
Gehirn an sich lernfähig zu machen, sondern darin, dem späteren Leben jenen
Schatz an Wissen mitzugeben, den der einzelne nötig hat und der durch ihn dann
wieder der Allgemeinheit zugute kommt. Dies wird aber illusorisch, wenn der
Mensch infolge der Überfülle des in der Jugend ihm aufgedrängten Stoffes
diesen später entweder überhaupt nicht mehr oder gerade das Wesentliche davon
längst nicht mehr besitzt. Es ist zum Beispiel nicht einzusehen, warum
Millionen von Menschen im Laufe der Jahre zwei oder drei fremde Sprachen
lernen müssen, die sie dann nur zu einem Bruchteil verwerten können und
deshalb auch in der Mehrzahl wieder vollkommen vergessen; denn von
hunderttausend Schülern, die zum Beispiel Französisch lernen, werden kaum
zweitausend für diese Kenntnisse später eine ernstliche Verwendung haben,
während achtundneunzigtausend in ihrem ganzen weiteren Lebenslauf nicht mehr
in die Lage kommen, das einst Gelernte praktisch zu verwenden. Sie haben in
ihrer Jugend mithin Tausende von Stunden einer Sache hingegeben, die für sie
später ohne Wert und Bedeutung ist. Auch der Einwand, daß dieser Stoff zur
allgemeinen Bildung gehört, ist unrichtig, nachdem man das nur vertreten
könnte, wenn die Menschen ihr ganzes Leben hindurch über das Gelernte
verfügten. So müssen wirklich wegen der zweitausend Menschen, für welche die
Kenntnis dieser Sprache von Nutzen ist, achtundneunzigtausend umsonst gequält
werden und wertvolle Zeit opfern.
Dabei handelt es sich in diesem Fall um eine Sprache, von der man nicht einmal
sagen kann, daß sie eine Schulung des scharfen logischen Denkens bedeute, wie
es etwa auf das Lateinische zutrifft. Daher würde es wesentlich zweckmäßiger
sein, wenn man dem jungen Studierenden eine solche Sprache nur in ihren
allgemeinen Umrissen oder, besser gesagt, in ihrem inneren Aufriß vermittelte,
ihm also Kenntnis des hervorstechenden Wesens dieser Sprache gäbe, ihn
vielleicht einführte in das Grundsätzliche ihrer Grammatik und Aussprache,
Satzbildung usw. an Musterbeispielen erörterte. Dies genügte für den
allgemeinen Bedarf und wäre, weil leichter zu überblicken und zu merken,
wertvoller als das heutige Einpauken der gesamten Sprache, die doch nicht
wirklich beherrscht und später wieder vergessen wird. Dabei würde auch die
Gefahr vermieden, daß aus der überwältigenden Fülle des Stoffes nur einzelne
zufällige, unzusammenhängende Brocken im Gedächtnis bleiben, da der junge
Mensch eben nur das Bemerkenswerteste zu lernen erhielte, mithin die Siebung
nach Wert oder Unwert bereits vorweggenommen wäre.
Die hierdurch vermittelte allgemeine Grundlage dürfte den meisten überhaupt
genügen, auch fürs weitere Leben, während sie jenem anderen, der diese Sprache
später wirklich braucht, die Möglichkeit gibt, auf ihr weiterzubauen und in
freier Wahl sich ihrem Erlernen gründlichst zu widmen.
Dadurch wird im Lehrplan die nötige Zeit gewonnen für körperliche Ertüchtigung
sowie für die gesteigerten Forderungen auf den vorher bereits erwähnten
Gebieten.
Besonders muß eine Änderung der bisherigen Unterrichtsmethode im
Geschichtsunterricht vorgenommen werden. Es dürfte wohl kaum ein Volk mehr an
Geschichte lernen als das deutsche; es wird aber kaum ein Volk geben, das sie
schlechter anwendet als das unsere. Wenn Politik werdende Geschichte ist, dann
ist unsere geschichtliche Erziehung durch die Art unserer politischen
Betätigung gerichtet. Auch hier geht es nicht an, über die jämmerlichen
Ergebnisse unserer politischen Leistungen zu maulen, wenn man nicht
entschlossen ist, für eine bessere Erziehung zur Politik zu sorgen. Das
Ergebnis unseres heutigen Geschichtsunterrichtes ist in neunundneunzig von
hundert Fällen ein klägliches. Wenige Daten, Geburtsziffern und Namen pflegen
da übrigzubleiben, während es an einer großen, klaren Linie gänzlich fehlt.
Alles Wesentliche, auf das es eigentlich ankäme, wird überhaupt nicht gelehrt,
sondern es bleibt der mehr oder minder genialen Veranlagung des einzelnen
überlassen, aus der Flut von Daten, aus der Reihenfolge von Vorgängen die
inneren Beweggründe herauszufinden. Man kann sich gegen diese bittere
Feststellung sträuben soviel man will; man lese nur die während einer einzigen
Sitzungsperiode von unseren Herren Parlamentariern zu politischen Problemen,
etwa außenpolitischen Fragen, gehaltenen Reden aufmerksam durch; man bedenke
dabei, daß es sich hier – wenigstens behauptungsweise – um die Auslese der
deutschen Nation handelt, und daß jedenfalls ein großer Teil dieser Leute die
Bänke unserer Mittelschulen drückte, teilweise sogar auf Hochschulen war, und
man wird daraus so recht ersehen können, wie gänzlich ungenügend die
geschichtliche Bildung dieser Menschen ist. Wenn sie gar nicht Geschichte
studiert hätten, sondern nur gesunden Instinkt besäßen, würde es wesentlich
besser und für die Nation von größerem Nutzen sein.
Gerade im Geschichtsunterricht muß eine Kürzung des Stoffes vorgenommen
werden. Der Hauptwert liegt im Erkennen der großen Entwicklungslinien. Je mehr
der Unterricht darauf beschränkt wird, um so mehr ist zu hoffen, daß dem
einzelnen aus seinem Wissen später ein Vorteil erwächst, der summiert auch der
Allgemeinheit zugute kommt. Denn man lernt eben nicht Geschichte, um nur zu
wissen, was gewesen ist, sondern man lernt Geschichte, um in ihr eine
Lehrmeisterin für die Zukunft und für den Fortbestand des eigenen Volkstums zu
erhalten. Das ist der Zweck, und der geschichtliche Unterricht ist nur ein
Mittel zu ihm. Heute ist aber auch hier das Mittel zum Zweck geworden, der
Zweck scheidet vollkommen aus. Man sage nicht, daß gründliches
Geschichtsstudium die Beschäftigung mit all diesen einzelnen Daten eben
erfordere, da ja nur aus ihnen heraus eine Festlegung der großen Linie
stattfinden könne. Diese Festlegung ist Aufgabe der Fachwissenschaft. Der
normale Durchschnittsmensch ist aber kein Geschichtsprofessor. Für ihn ist die
Geschichte in erster Linie dazu da, ihm jenes Maß geschichtlichen Einblicks zu
vermitteln, das nötig ist für eine eigene Stellungnahme in den politischen
Angelegenheiten seines Volkstums. Wer Geschichtsprofessor werden will, der mag
sich diesem Studium später auf das gründlichste widmen. Er wird sich
selbstverständlich auch mit allen und selbst den kleinsten Details zu
beschäftigen haben. Dazu kann aber auch unser heutiger Geschichtsunterricht
nicht genügen; denn der ist für den normalen Durchschnittsmenschen zu
umfangreich, für den Fachgelehrten aber dennoch viel zu beschränkt.
Es ist im übrigen die Aufgabe eines völkischen Staates, dafür zu sorgen, daß
endlich eine Weltgeschichte geschrieben wird, in der die Rassenfrage zur
dominierenden Stellung erhoben wird.
Zusammenfassend: Der völkische Staat wird den allgemeinen wissenschaftlichen
Unterricht auf eine gekürzte, das Wesentliche umschließende Form zu bringen
haben. Darüber hinaus soll die Möglichkeit einer gründlichsten
fachwissenschaftlichen Ausbildung geboten werden. Es genügt, wenn der einzelne
Mensch ein allgemeines, in großen Zügen gehaltenes Wissen als Grundlage
erhält, und nur auf dem Gebiet, welches dasjenige seines späteren Lebens wird,
gründlichste Fach und Einzelausbildung genießt. Die allgemeine Bildung müßte
hierbei in allen Fächern obligatorisch sein, die besondere Wahl dem einzelnen
überlassen bleiben.
Die hierdurch erreichte Kürzung des Lehrplans und der Stundenzahl kommt der
Ausbildung des Körpers, des Charakters, der Willens und Entschlußkraft zugute.
Wie belanglos unser heutiger Schulunterricht, besonders der Mittelschulen, für
den Beruf des späteren Lebens ist, wird am besten durch die Tatsache bewiesen,
daß heute in eine gleiche Stellung Menschen aus drei ganz verschieden
gearteten Schulen kommen können. Ausschlaggebend ist eben wirklich nur die
allgemeine Bildung und nicht das eingetrichterte Spezialwissen. Dort aber, wo
– wie schon gesagt – wirklich ein Spezialwissen notwendig ist, kann es
innerhalb der Lehrpläne unserer heutigen Mittelschulen selbstverständlich
nicht erworben werden.
Mit solchen Halbheiten muß deshalb der völkische Staat einst aufräumen.
Die zweite Änderung im wissenschaftlichen Lehrplan muß für den völkischen
Staat folgende sein:
Es liegt im Zuge unserer heutigen materialisierten Zeit, daß unsere
wissenschaftliche Ausbildung sich immer mehr den nur realen Fächern zuwendet,
also der Mathematik, Physik, Chemie usw. So nötig dies für eine Zeit auch ist,
in welcher Technik und Chemie regieren und deren wenigstens äußerlich
sichtbarste Merkmale im täglichen Leben sie darstellen, so gefährlich ist es
aber auch, wenn die allgemeine Bildung einer Nation immer ausschließlich
darauf eingestellt wird. Diese muß im Gegenteil stets eine ideale sein. Sie
soll mehr den humanistischen Fächern entsprechen und nur die Grundlagen für
eine spätere fachwissenschaftliche Weiterbildung bieten. Im anderen Fall
verzichtet man auf Kräfte, welche für die Erhaltung der Nation immer noch
wichtiger sind als alles technische und sonstige Können. Insbesondere soll man
im Geschichtsunterricht sich nicht vom Studium der Antike abbringen lassen.
Römische Geschichte, in ganz großen Linien richtig aufgefaßt, ist und bleibt
die beste Lehrmeisterin nicht nur für heute, sondern wohl für alle Zeiten.
Auch das hellenische Kulturideal soll uns in seiner vorbildlichen Schönheit
erhalten bleiben. Man darf sich nicht durch Verschiedenheiten der einzelnen
Völker die größere Rassegemeinschaft zerreißen lassen. Der Kampf, der heute
tobt, geht um ganz große Ziele: eine Kultur kämpft um ihr Dasein, die
Jahrtausende in sich verbindet und Griechen und Germanentum gemeinsam
umschließt.
Es soll ein scharfer Unterschied zwischen allgemeiner Bildung und besonderem
Fachwissen bestehen. Da letzteres gerade heute immer mehr in den Dienst des
reinen Mammons zu sinken droht, muß die allgemeine Bildung, wenigstens in
ihrer mehr idealen Einstellung, als Gegengewicht erhalten bleiben. Auch hier
muß man unentwegt den Grundsatz einprägen, daß Industrie und Technik, Handel
und Gewerbe immer nur zu blühen vermögen, solange eine idealistisch veranlagte
Volksgemeinschaft die notwendigen Voraussetzungen bietet. Diese aber liegen
nicht in materiellem Egoismus, sondern in verzichtfreudiger Opferbereitschaft.
Die heutige Ausbildung der Jugend hat sich im großen und ganzen als erstes
Ziel gesetzt, dem jungen Menschen jenes Wissen einzupumpen, das er auf seinem
späteren Lebenswege zu eigenem Fortkommen braucht. Man drückt dies so aus:
„Der Junge muß dereinst ein nützliches Glied der menschlichen Gesellschaft
werden." Darunter aber versteht man seine Fähigkeit, sich einmal auf
ordentliche Weise sein tägliches Brot zu verdienen. Die oberflächliche
staatsbürgerliche Ausbildung, die noch nebenherläuft, steht von vornherein auf
schwachen Füßen. Da der Staat an sich nur eine Form darstellt, ist es auch
sehr schwer, Menschen auf diese hin zu erziehen oder gar zu verpflichten. Eine
Form kann zu leicht zerbrechen. Einen klaren Inhalt aber besitzt – wie wir
sahen – der Begriff „Staat" heute nicht. So bleibt nichts übrig als die
landläufige „patriotische" Erziehung. Im alten Deutschland lag ihr
Hauptgewicht in einer oft wenig klugen, aber meist sehr faden Verhimmelung
kleiner und kleinster Potentaten, deren Menge von vornherein zum Verzicht auf
eine umfassende Würdigung der wirklich Großen unseres Volkes zwang. Das
Ergebnis war daher bei unseren breiten Massen eine nur sehr ungenügende
Kenntnis der deutschen Geschichte. Es fehlt auch hier die große Linie.
Daß man auf solche Weise nicht zu einer wahrhaftigen Nationalbegeisterung zu
kommen vermochte, liegt auf der Hand. Es fehlte unserer Erziehung die Kunst,
aus dem geschichtlichen Werden unseres Volkes einige wenige Namen
herauszuheben und sie zum Allgemeingut des gesamten deutschen Volkes zu
machen, um so durch gleiches Wissen und gleiche Begeisterung auch ein
gleichmäßig verbindendes Band um die ganze Nation zu schlingen. Man hat es
nicht verstanden, die wirklich bedeutsamen Männer unseres Volkes in den Augen
der Gegenwart als überragende Heroen erscheinen zu lassen, die allgemeine
Aufmerksamkeit auf sie zu konzentrieren und dadurch eine geschlossene Stimmung
zu erzeugen. Man vermochte nicht, aus den verschiedenen Unterrichtsstoffen das
für die Nation Ruhmvolle über das Niveau einer sachlichen Darstellung zu
erheben und an solchen leuchtenden Beispielen den Nationalstolz zu entflammen.
Es würde dies der damaligen Zeit als übler Chauvinismus erschienen sein, den
man in dieser Form wenig geliebt hätte. Der biedere dynastische Patriotismus
schien angenehmer und leichter erträglich als die brausende Leidenschaft
höchsten nationalen Stolzes. Jener war immer bereit, zu dienen, diese konnte
eines Tages zur Herrin werden. Der monarchistische Patriotismus endete in
Veteranenvereinen, die nationale Leidenschaft wäre in ihrem Wege schwer zu
bestimmen gewesen. Sie ist wie ein edles Pferd, das nicht jeden im Sattel
trägt. Was Wunder, wenn man sich von einer solchen Gefahr lieber zurückhielt!
Daß eines Tages ein Krieg kommen könnte, der in Trommelfeuer und Gasschwaden
eine gründliche Prüfung der inneren Haltbarkeit patriotischer Gesinnung
vornehmen würde, schien niemand für möglich zu halten. Als er dann aber da
war, rächte sich der Mangel an höchster nationaler Leidenschaft und
furchtbarster Weise. Für ihre kaiserlichen und königlichen Herren zu sterben,
hatten die Menschen nur mehr wenig Lust, die „Nation" aber war den meisten
unbekannt.
Seit die Revolution in Deutschland ihren Einzug gehalten hat und der
monarchistische Patriotismus damit von selbst erlosch, ist der Zweck des
Geschichtsunterrichts wirklich nur mehr der bloßer Wissensaneignung.
Nationalbegeisterung kann dieser Staat nicht brauchen, was er aber gerne
möchte, wird er nie erhalten. Denn so wenig es einen dynastischen Patriotismus
von letzter Widerstandsfähigkeit in einem Zeitalter geben konnte, da das
Nationalitätenprinzip regiert, so noch viel weniger eine republikanische
Begeisterung. Denn darüber dürfte wohl kein Zweifel herrschen, daß unter dem
Motto „Für die Republik" das deutsche Volk keine viereinhalb Jahre auf dem
Schlachtfeld bleiben würde; am allerwenigsten blieben die, welche dieses
Wundergebilde erschaffen haben.
Tatsächlich verdankt diese Republik ihren ungeschorenen Bestand nur der
allseits versicherten Bereitwilligkeit zur freiwilligen Übernahme jeder
Tributleistung und Unterzeichnung jedes Landesverzichts. Sie ist der anderen
Welt sympathisch; wie jeder Schwächling angenehmer empfunden wird von denen,
die ihn brauchen, als ein knorriger Mann. Freilich liegt in dieser Sympathie
der Feinde für gerade diese bestimmte Staatsform auch die vernichtendste
Kritik derselben. Man liebt die deutsche Republik und läßt sie leben, weil man
einen besseren Verbündeten für die Versklavungsarbeit an unserem Volke gar
nicht finden könnte. Nur dieser Tatsache allein verdankt dieses herrliche
Gebilde sein heutiges Bestehen. Daher kann es Verzicht leisten auf jede
wirklich nationale Erziehung und sich mit dem „Hoch"geschrei von
Reichsbannerhelden begnügen, die übrigens, wenn sie dieses Banner mit ihrem
Blut schirmen müßten, ausreißen würden wie Hasen.
Der völkische Staat wird für sein Dasein kämpfen müs sen. Er wird es durch
Dawesunterschriften weder erhalten, noch seinen Bestand durch sie verteidigen
können. Er wird aber zu seiner Existenz und zu seinem Schutz gerade das
brauchen, auf was man jetzt glaubt verzichten zu können. Je unvergleichlicher
und wertvoller Form und Inhalt sein werden, um so größer auch der Neid und
Widerstand der Gegner. Der beste Schutz wird dann nicht in seinen Waffen
liegen, sondern in seinen Bürgern; nicht Festungswälle werden ihn beschirmen,
sondern die lebendige Mauer von Männern und Frauen, erfüllt von höchster
Vaterlandsliebe und fanatischer Nationalbegeisterung.
Als Drittes muß daher bei der wissenschaftlichen Erziehung berücksichtigt
werden:
Auch in der Wissenschaft hat der völkische Staat ein Hilfsmittel zu erblicken
zur Förderung des Nationalstolzes. Nicht nur die Weltgeschichte, sondern die
gesamte Kulturgeschichte muß von diesem Gesichtspunkte aus gelehrt werden. Es
darf ein Erfinder nicht nur groß erscheinen als Erfinder, sondern muß größer
noch erscheinen als Volksgenosse. Die Bewunderung jeder großen Tat muß
umgegossen werden in Stolz auf den glücklichen Vollbringer derselben als
Angehörigen des eigenen Volkes. Aus der Unzahl all der großen Namen der
deutschen Geschichte aber sind die größten herauszugreifen und der Jugend in
so eindringlicher Weise vorzuführen, daß sie zu Säulen eines
unerschütterlichen Nationalgefühles werden.
Planmäßig ist der Lehrstoff nach diesen Gesichtspunkten aufzubauen, planmäßig
die Erziehung so zu gestalten, daß der junge Mensch beim Verlassen seiner
Schule nicht ein halber Pazifist, Demokrat oder sonst was ist, sondern ein
ganzer Deutscher.
Damit dieses Nationalgefühl von Anfang an echt sei und nicht bloß in hohlem
Schein bestehe, muß schon in der Jugend ein eiserner Grundsatz in die noch
bildungsfähigen Köpfe hineingehämmert werden: Wer sein Volk liebt, beweist es
einzig durch die Opfer, die er für dieses zu bringen bereit ist.
Nationalgefühl, das nur auf Gewinn ausgeht, gibt es nicht. Nationalismus, der
nur Klassen umschließt, gibt es ebensowenig. Hurraschreien bezeugt nichts und
gibt kein Recht, sich national zu nennen, wenn dahinter nicht die große
liebende Sorge für die Erhaltung eines allgemeinen, gesunden Volkstums steht.
Ein Grund zum Stolz auf sein Volk ist erst dann vorhanden, wenn man sich
keines Standes mehr zu schämen braucht. Ein Volk aber, von dem die eine Hälfte
elend und abgehärmt oder gar verkommen ist, gibt ein so schlechtes Bild, daß
niemand Stolz darüber empfinden soll. Erst wenn ein Volkstum in allen seinen
Gliedern, an Leib und Seele gesund ist, kann sich die Freude, ihm anzugehören,
bei allen mit Recht zu jenem hohen Gefühl steigern, das wir mit Nationalstolz
bezeichnen. Diesen höchsten Stolz aber wird auch nur der empfinden, der eben
die Größe seines Volkstums kennt.
Die innige Vermählung von Nationalismus und sozialem Gerechtigkeitssinn ist
schon in das junge Herz hineinzupflanzen. Dann wird dereinst ein Volk von
Staatsbürgern erstehen, miteinander verbun den und zusammengeschmiedet durch
eine gemeinsame Liebe und einen gemeinsamen Stolz, unerschütterlich und
unbesiegbar für immer.
Die Angst unserer Zeit vor Chauvinismus ist das Zeichen ihrer Impotenz. Da ihr
jede überschäumende Kraft nicht nur fehlt, sondern sogar unangenehm erscheint,
ist sie auch für eine große Tat vom Schicksal nicht mehr ausersehen. Denn die
größten Umwälzungen auf dieser Erde wären nicht denkbar gewesen, wenn ihre
Triebkraft statt fanatischer, ja hysterischer Leidenschaften nur die
bürgerlichen Tugenden der Ruhe und Ordnung gewesen wären.
Sicher aber geht diese Welt einer großen Umwälzung entgegen. Und es kann nur
die eine Frage sein, ob sie zum Heil der arischen Menschheit oder zum Nutzen
des ewigen Juden ausschlägt.
Der völkische Staat wird dafür sorgen müssen, durch eine passende Erziehung
der Jugend dereinst das für die letzten und größten Entscheidungen auf diesem
Erdball reife Geschlecht zu erhalten.
Das Volk aber, das diesen Weg zuerst betritt, wird siegen.
Die gesamte Bildungs und Erziehungsarbeit des völkischen Staates muß ihre
Krönung darin finden, daß sie den Rassesinn und das Rassegefühl instinkt und
verstandesmäßig in Herz und Gehirn der ihr anvertrauten Jugend hineinbrennt.
Es soll kein Knabe und kein Mädchen die Schule verlassen, ohne zur letzten
Erkenntnis über die Notwendigkeit und das Wesen der Blutreinheit geführt
worden zu sein. Damit wird die Voraussetzung geschaffen für die Erhaltung der
rassenmäßigen Grundlagen unseres Volkstums und durch sie wiederum die
Sicherung der Vorbedingungen für die spätere kulturelle Weiterentwicklung.
Denn alle körperliche und alle geistige Ausbildung würde im letzten Grunde
dennoch wertlos bleiben, wenn sie nicht einem Wesen zugute käme, das
grundsätzlich bereit und entschlossen ist, sich selbst und seine Eigenart zu
erhalten.
Im anderen Falle würde das eintreten, was wir Deut schen schon jetzt im großen
beklagen müssen, ohne daß vielleicht der ganze Umfang dieses tragischen
Unglücks bisher begriffen worden wäre: daß wir auch in Zukunft nur
Kulturdünger bleiben, nicht nur im Sinne der begrenzten Auffassung unserer
heutigen bürgerlichen Anschauung, die im einzelnen verlorenen Volksgenossen
nur den verlorenen Staatsbürger sieht, sondern im Sinne der schmerzlichsten
Erkenntnis, daß dann, trotz all unserm Wissen und Können, unser Blut doch zur
Niedersenkung bestimmt ist. Indem wir uns immer wieder mit anderen Rassen
paaren, erheben wir wohl diese aus ihrem bisherigen Kulturniveau auf eine
höhere Stufe, sinken aber von unserer eigenen Höhe für ewig herab.
Übrigens hat auch diese Erziehung unter dem Gesichtspunkte der Rasse ihre
letzte Vollendung im Heeresdienste zu erhalten. Wie denn überhaupt die
Militärdienstzeit als Abschluß der normalen Erziehung des durchschnittlichen
Deutschen gelten soll. So große Bedeutung im völkischen Staat die Art der
körperlichen und geistigen Erziehung haben wird, ebenso wichtig wird auch die
Menschenauslese an sich für ihn sein. Heute tut man sich hierin leicht. Im
allgemeinen sind es die Kinder höherstehender, zur Zeit gut situierter Eltern,
die wieder einer höheren Ausbildung für würdig erachtet werden. Fragen des
Talents spielen dabei eine untergeordnete Rolle. An sich kann das Talent immer
nur relativ bewertet werden. Ein Bauernjunge kann weit mehr Talente besitzen
als das Kind von Eltern aus einer seit vielen Generationen gehobenen
Lebensstellung, wenn er auch im allgemeinen Wissen dem Bürgerkind nachsteht.
Dessen größeres Wissen hat aber an sich mit größerem oder geringerem Talent
gar nichts zu tun, sondern wurzelt in der wesentlich größeren Fülle von
Eindrücken, die das Kind infolge seiner vielseitigeren Erziehung und reichen
Lebensumgebung ununterbrochen erhält. Würde der talentierte Bauernknabe von
klein auf ebenfalls in solcher Umgebung herangewachsen sein, so wäre seine
geistige Leistungsfähigkeit eine ganz andere. Es gibt heute vielleicht ein
einziges Gebiet, auf dem wirklich weniger die Herkunft als vielmehr die eigene
angeborene Begabung entscheidet: das Gebiet der Kunst. Hier, wo man eben nicht
bloß „lernen" kann, sondern alles schon ursprünglich angeboren sein muß und
nur später einer mehr oder weniger günstigen Entwicklung unterliegt, kommt
Geld und Gut der Eltern fast nicht in Betracht. Daher erweist sich hier auch
am besten, daß Genialität nicht an höhere Lebensschichten oder gar an Reichtum
gebunden ist. Die größten Künstler stammen nicht selten aus den ärmsten
Häusern. Und mancher kleine Dorfjunge ward später ein vielseitiger Meister.
Es spricht nicht gerade für große Gedankentiefe der Zeit, daß man solche
Erkenntnis nicht für das gesamte geistige Leben nützt. Man meint, das, was bei
der Kunst nicht geleugnet werden kann, treffe für die sogenannten realen
Wissenschaften nicht zu. Ohne Zweifel kann man bestimmte mechanische
Fertigkeiten dem Menschen anerziehen, so wie es einer geschickten Dressur
möglich ist, einem gelehrigen Pudel die unglaublichsten Kunststücke
beizubringen. Allein, wie bei dieser Tierdressur nicht das Verständnis des
Tieres aus sich selbst heraus zu solchen Übungen führt, so auch beim Menschen.
Man kann ohne Rücksicht auf ein anderes Talent auch dem Menschen bestimmte
wissenschaftliche Kunststücke beibringen, aber der Vorgang ist dann genau der
gleich leblose, innerlich unbeseelte wie beim Tier. Man kann auf Grund eines
bestimmten geistigen Drills einem Durchschnittsmenschen sogar
Überdurchschnittswissen einbleuen; allein das bleibt eben totes und, im
letzten Grund, unfruchtbares Wissen. Es ergibt dann jenen Menschen, der zwar
ein lebendiges Lexikon sein mag, aber trotzdem in allen besonderen Lagen und
entscheidenden Augenblicken des Lebens jämmerlich versagt; er wird zu jeder,
auch der bescheidensten Anforderung immer erst wieder abgerichtet werden
müssen, dagegen aus sich heraus nicht imstande sein, den geringsten Beitrag
zur Weiterbildung der Menschheit zu geben. Solch ein mechanisch eingedrilltes
Wissen genügt höchstens zur Übernahme von Staatsämtern in unserer heutigen
Zeit.
Es ist selbstverständlich, daß sich in der Gesamtsumme der Volkszahl einer
Nation für alle möglichen Gebiete des täglichen Lebens Talente finden werden.
Es ist weiter selbstverständlich, daß der Wert des Wissens um so größer sein
wird, je mehr das tote Wissen vom entsprechenden Talent des einzelnen beseelt
wird. Schöpferische Leistungen selbst können überhaupt nur entstehen, wenn
Fähigkeit und Wissen eine Ehe bilden.
Wie grenzenlos die heutige Menschheit in dieser Richtung sündigt, mag noch ein
Beispiel zeigen. Von Zeit zu Zeit wird in illustrierten Blättern dem deutschen
Spießer vor Augen geführt, daß da und dort zum erstenmal ein Neger Advokat,
Lehrer, gar Pastor, ja Heldentenor oder dergleichen geworden ist. Während das
blödselige Bürgertum eine solche Wunderdressur staunend zur Kenntnis nimmt,
voll von Respekt für dieses fabelhafte Resultat heutiger Erziehungskunst,
versteht der Jude sehr schlau, daraus einen neuen Beweis für die Richtigkeit
seiner den Völkern einzutrichternden Theorie von der Gleichheit der Menschen
zu konstruieren. Es dämmert dieser verkommenen bürgerlichen Welt nicht auf,
daß es sich hier wahrhaftig um eine Sünde an jeder Vernunft handelt; daß es
ein verbrecherischer Wahnwitz ist, einen geborenen Halbaffen so lange zu
dressieren, bis man glaubt, aus ihm einen Advokaten gemacht zu haben, während
Millionen Angehörige der höchsten Kulturrasse in vollkommen unwürdigen
Stellungen verbleiben müssen; daß es eine Versündigung am Willen des ewigen
Schöpfers ist, wenn man Hunderttausende und Hunderttausende seiner begabtesten
Wesen im heuti gen proletarischen Sumpf verkommen läßt, während man
Hottentotten und Zulukaffern zu geistigen Berufen hinaufdressiert. Denn um
eine Dressur handelt es sich dabei, genau so wie bei der des Pudels, und nicht
um eine wissenschaftliche „Ausbildung". Die gleiche Mühe und Sorgfalt auf
Intelligenzrassen angewendet, würde jeden einzelnen tausendmal eher zu
gleichen Leistungen befähigen.
So unerträglich aber dieser Zustand wäre, wenn es sich dabei jemals um mehr
als um Ausnahmen handeln würde, so unerträglich ist er schon heute da, wo
nicht Talent und Veranlagung für die höhere Ausbildung entscheiden. Jawohl,
unerträglich ist der Gedanke, daß alljährlich Hunderttausende vollständig
talentloser Menschen einer höheren Ausbildung gewürdigt werden, während andere
Hunderttausende von großer Begabung ohne jede höhere Ausbil dung bleiben. Der
Verlust, den die Nation dadurch erleidet, ist nicht abzuschätzen. Wenn in den
letzten Jahrzehnten der Reichtum an bedeutenden Erfindungen besonders in
Nordamerika außerordentlich zunahm, dann nicht zuletzt deshalb, weil dort
wesentlich mehr Talente aus untersten Schichten die Möglichkeit einer höheren
Ausbildung finden, als dies in Europa der Fall ist.
Zum Erfinden genügt eben nicht eingetrichtertes Wissen, sondern nur das vom
Talent beseelte. Darauf aber legt man bei uns heute keinen Wert; die gute Note
allein soll es ausmachen.
Auch hier wird der völkische Staat einst erziehend einzugreifen haben. Er hat
nicht die Aufgabe, einer bestehenden Gesellschaftsklasse den maßgebenden
Einfluß zu wahren, sondern die Aufgabe, aus der Summe aller Volksgenossen die
fähigsten Köpfe herauszuholen und zu Amt und Würden zu bringen. Er hat nicht
nur die Verpflichtung, dem Durchschnittskind in der Volksschule eine bestimmte
Erziehung zu geben, sondern auch die Pflicht, das Talent auf die Bahn zu
bringen, auf die es gehört. Er hat es vor allem als seine höchste Aufgabe zu
betrachten, die Tore der staatlichen höheren Unterrichtsanstalten jeder
Begabung zu öffnen, ganz gleich, aus welchen Kreisen sie stammen möge. Er muß
diese Aufgabe erfüllen, da nur so aus der Schicht von Repräsentanten eines
toten Wissens die geniale Führung der Nation erwachsen kann.
Auch aus einem weiteren Grunde muß der Staat in dieser Richtung Vorsorge
treffen: Unsere geistigen Schichten sind besonders in Deutschland so in sich
abgeschlossen und verkalkt, daß ihnen die lebendige Verbindung nach unten
fehlt. Dies rächt sich nach zwei Seiten hin: Erstens fehlt ihnen dadurch das
Verständnis und die Empfindung für die breite Masse. Sie sind zu lange schon
aus diesem Zusammenhang herausgerissen, als daß sie noch das nötige
psychologische Verständnis für das Volk besitzen könnten. Sie sind volksfremd
geworden. Es fehlt diesen oberen Schichten aber zweitens auch die nötige
Willenskraft. Denn diese ist in abgekasteten Intelligenzkreisen immer
schwächer als in der Masse des primitiven Volkes. An wissenschaftlicher
Bildung aber hat es uns Deutschen wahrhaftiger Gott nie gefehlt, desto mehr
jedoch an Willens und Entschlußkraft. Je „geistvoller" zum Beispiel unsere
Staatsmänner waren, um so schwächlicher war meistens ihre wirkliche Leistung.
Die politische Vorbereitung sowohl als die technische Rüstung für den
Weltkrieg war nicht deswegen ungenügend, weil etwa zu wenig gebildete Köpfe
unser Volk regierten, sondern vielmehr, weil die Regierenden überbildete
Menschen waren, vollgepfropft von Wissen und
Geist, aber bar jedes gesunden Instinkts und ledig jeder Energie und Kühnheit.
Es war ein Verhängnis, daß unser Volk seinen Daseinskampf ausfechten mußte
unter der Reichskanzlerschaft eines philosophierenden Schwächlings. Hätten wir
an Stelle eines Bethmann Hollweg einen robusteren Volksmann als Führer
besessen, würde das Heldenblut des gemeinen Grenadiers nicht umsonst geflossen
sein. Ebenso war die übertrieben reingeistige Hochzüchtung unseres
Führermaterials der beste Bundesgenosse für die revolutionierenden
Novemberlumpen. Indem diese Geistigkeit das ihr anvertraute nationale Gut in
der schmählichsten Weise zurückhielt, statt es voll und ganz einzusetzen,
schuf sie selber die Voraussetzung zum Erfolge der anderen.
Hier kann die katholische Kirche als vorbildliches Lehrbeispiel gelten. In der
Ehelosigkeit ihrer Priester liegt der Zwang begründet, den Nachwuchs für die
Geistlichkeit statt aus den eigenen Reihen immer wieder aus der Masse des
breiten Volkes holen zu müssen. Gerade diese Bedeutung des Zölibats wird aber
von den meisten gar nicht erkannt. Sie ist die Ursache der unglaublich
rüstigen Kraft, die in dieser uralten Institution wohnt. Denn dadurch, daß
dieses Riesenheer geistlicher Würdenträger sich ununterbrochen aus den
untersten Schichten der Völker heraus ergänzt, erhält sich die Kirche nicht
nur die Instinktverbundenheit mit der Gefühlswelt des Volkes, sondern sichert
sich auch eine Summe von Energie und Tatkraft, die in solcher Form ewig nur in
der breiten Masse des Volkes vorhanden sein wird. Daher stammt die
staunenswerte Jugendlichkeit dieses Riesenorganismus, die geistige
Schmiegsamkeit und stählerne Willenskraft.
Es wird die Aufgabe eines völkischen Staates sein, in seinem Unterrichtswesen
dafür Sorge zu tragen, daß eine dauernde Erneuerung der bestehenden geistigen
Schichten durch frische Blutzufuhr von unten stattfindet. Der Staat hat die
Verpflichtung, mit äußerster Sorgfalt und Genauigkeit aus der Gesamtzahl der
Volksgenossen das von Natur aus ersichtlich befähigte
Menschenmaterial herauszusieben und im Dienste der Allgemeinheit zu verwenden.
Denn Staat und Staatsmänner sind nicht dazu da, einzelnen Klassen ein
Unterkommen zu ermöglichen, sondern den ihnen zukommenden Aufgaben zu genügen.
Das aber wird nur möglich sein, wenn zu ihren Trägern grundsätzlich nur fähige
und willensstarke Persönlichkeiten herangebildet werden. Dies gilt nicht nur
für alle Beamtenstellen, sondern für die geistige Führung der Nation überhaupt
auf allen Gebieten. Auch darin liegt ein Faktor für die Größe eines Volkes,
daß es gelingt, die fähigsten Köpfe für die ihnen liegenden Gebiete
auszubilden und in den Dienst der Volksgemeinschaft zu stellen. Wenn zwei
Völker miteinander konkurrieren, die an sich gleich gut veranlagt sind, so
wird dasjenige den Sieg erringen, das in seiner gesamten geistigen Führung
seine besten Talente vertreten hat, und dasjenige unterliegen, dessen Führung
nur eine große gemeinsame Futterkrippe für bestimmte Stände oder Klassen
darstellt, ohne Rücksicht auf die angeborenen Fähigkeiten der einzelnen
Träger.
Freilich erscheint dies in unserer heutigen Welt zunächst unmöglich. Man wird
sofort einwerfen, daß man dem Söhnchen, zum Beispiel eines höheren
Staatsbeamten, doch nicht zumuten dürfe, sagen wir, Handwerker zu werden, weil
irgendein anderer, dessen Eltern Handwerker waren, befähigter erscheint. Das
mag bei der heutigen Einschätzung der Handarbeit zutreffen. Daher wird auch
der völkische Staat zu einer prinzipiell anderen Einstellung dem Begriff
Arbeit gegenüber gelangen müssen. Er wird, wenn notwendig selbst durch
jahrhundertelange Erziehung, mit dem Unfug, körperliche Tätigkeit zu
mißachten, brechen müssen. Er wird grundsätzlich den einzelnen Menschen nicht
nach der Art seiner Arbeit, sondern nach Form und Güte der Leistung zu
bewerten haben. Dies mag einer Zeit ganz ungeheuerlich erscheinen, welcher der
geistloseste Kolonnenschreiber nur deshalb, weil er mit der Feder arbeitet,
mehr gilt als der intelligenteste Feinmechaniker. Diese falsche Einschätzung
liegt aber, wie gesagt, nicht in der Natur der Dinge, sondern ist künstlich
anerzogen und war früher nicht vorhanden. Der jetzige unnatürliche Zustand
beruht eben auf den allgemeinen Krankheitserscheinungen unserer
vermaterialisierten Zeit.
Grundsätzlich ist der Wert jeder Arbeit ein doppelter: ein rein materieller
und ein ideeller. Der materielle Wert beruht in der Bedeutung, und zwar der
materiellen Bedeutung einer Arbeit für das Leben der Gesamtheit. Je mehr
Volksgenossen aus einer bestimmten vollbrachten Leistung Nutzen ziehen, und
zwar direkten und indirekten, um so größer ist der materielle Wert
einzuschätzen. Diese Einschätzung findet ihrerseits den plastischen Ausdruck
im materiellen Lohn, welchen der einzelne für seine Arbeit erhält. Diesem rein
materiellen Wert steht nun gegenüber der ideelle. Er beruht nicht auf der
Bedeutung der geleisteten Arbeit materiell gemessen, sondern auf ihrer
Notwendigkeit an sich. So sicher der materielle Nutzen einer Erfindung größer
sein kann als der eines alltäglichen Handlangerdienstes, so sicher ist die
Gesamtheit doch auf diesen kleinsten Dienst genau so angewiesen wie auf jenen
größten. Sie mag materiell einen Unterschied treffen in der Bewertung des
Nutzens der einzelnen Arbeit für die Gesamtheit und kann dem durch die
jeweilige Entlohnung Ausdruck verleihen; sie muß aber ideell die Gleichheit
aller feststellen in dem Augenblick, in dem jeder einzelne sich bemüht, auf
seinem Gebiete – welches immer es auch sein mag – sein Bestes zu tun. Darauf
aber hat die Wertschätzung eines Menschen zu beruhen, und nicht auf der
Entlohnung.
Da in einem vernünftigen Staat die Sorge dahin gehen soll, dem einzelnen die
Tätigkeit zuzuweisen, die seiner Fähigkeit entspricht, oder, anders
ausgedrückt, die fähigen Köpfe für die ihnen liegende Arbeit auszubilden, die
Fähigkeit aber prinzipiell nicht anerzogen, sondern angeboren sein muß, mithin
ein Geschenk der Natur und nicht ein Verdienst des Menschen ist, so kann sich
die allgemeine bürgerliche Einschätzung auch nicht nach der dem einzelnen
gewissermaßen überwiesenen Arbeit richten. Denn diese Arbeit fällt auf das
Konto seiner Geburt sowie auf die dadurch veranlaßte Ausbildung, die er durch
die Allgemeinheit erhielt. Die Wertschätzung des Menschen muß begründet werden
auf der Art und Weise, in der er seiner ihm von der Allgemeinheit
überantworteten Aufgabe gerecht wird. Denn die Tätigkeit, welche der einzelne
verrichtet, ist nicht der Zweck seines Daseins, sondern nur das Mittel dazu.
Vielmehr soll er sich als Mensch weiterbilden und weiterveredeln, kann dies
aber nur im Rahmen seiner Kulturgemeinschaft, die immer auf dem Fundament
eines Staates beruhen muß. Zur Erhaltung dieses Fundamentes hat er seinen
Beitrag zu leisten. Die Form dieses Beitrags bestimmt die Natur; an ihm liegt
es nur, mit Fleiß und Redlichkeit der Volksgemeinschaft zurückzuerstatten, was
sie ihm selbst gegeben hat. Wer dieses tut, verdient höchste Wertschätzung und
höchste Achtung. Der materielle Lohn mag dem zugebilligt werden, dessen
Leistung für die Gesamtheit entsprechenden Nutzen trägt; der ideelle jedoch
muß in der Wertschätzung liegen, die jeder beanspruchen kann, der die Kräfte,
welche die Natur ihm gab und die Volksgemeinschaft zur Ausbildung brachte, dem
Dienste seines Volkstums widmet. Dann aber ist es keine Schande mehr, ein
ordentlicher Handwerker zu sein, aber wohl eine, als unfähiger Beamter dem
lieben Gott den Tag und dem guten Volk das tägliche Brot zu stehlen. Dann wird
man es auch für selbstverständlich halten, daß ein Mensch nicht Aufgaben
zugewiesen erhält, denen er von vornherein nicht gewachsen ist.
Im übrigen gibt solche Tätigkeit auch den einzigen Maßstab für das Recht bei
der allgemeinen gleichen rechtlichen bürgerlichen Betätigung.
Die heutige Zeit baut sich ja selber ab; sie führt ein allgemeines Wahlrecht
ein, schwätzt von gleichen Rechten, findet aber doch keine Begründung für
dieselben. Sie sieht im materiellen Lohn den Ausdruck des Wertes eines
Menschen und zertrümmert sich dadurch die Grundlage für die edelste
Gleichheit, die es überhaupt geben kann. Denn Gleichheit beruht nicht und kann
niemals beruhen auf den Leistungen der einzelnen an sich, aber sie ist möglich
in der Form, in der jeder seine besonderen Verpflichtungen erfüllt. Nur
dadurch wird der Zufall der Natur bei der Beurteilung des Wertes des Menschen
ausgeschaltet und der einzelne selbst zum Schmied seiner Bedeutung gemacht.
In der heutigen Zeit, da sich ganze Menschengruppen gegenseitig nur mehr nach
Gehaltsgruppen zu würdigen wissen, hat man dafür – wie schon gesagt – kein
Verständ nis. Allein für uns darf dies kein Grund sein, auf die Vertretung
unserer Gedanken zu verzichten. Im Gegenteil: Wer diese Zeit, die innerlich
krank und faul ist, heilen will, muß zunächst den Mut aufbringen, die Ursachen
dieses Leides klarzulegen. Das aber soll die Sorge der nationalsozialistischen
Bewegung sein: über alle Spießbürgerei hinweg, aus unserem Volkstum heraus,
diejenigen Kräfte zu sammeln und zu ordnen, die als Vorkämpfer einer neuen
Weltanschauung befähigt sind.
Allerdings wird man den Einwand bringen, daß sich im allgemeinen die ideelle
Einschätzung von der materiel len schwer trennen lasse, ja, daß die sinkende
Wertschätzung der körperlichen Arbeit gerade durch ihre mindere Entlohnung
hervorgerufen würde. Diese mindere Entlohnung sei selber wieder die Ursache
für eine Beschränkung der Teilnahme des einzelnen Menschen an den Kulturgütern
seiner Nation. Dadurch aber werde gerade die ideelle Kultur des Menschen
beeinträchtigt, die mit seiner Tätigkeit an sich nichts zu tun haben brauche.
Die Scheu vor körperlicher Arbeit sei erst recht darin begründet, daß, infolge
der schlechteren Entlohnung, das Kulturniveau des Handarbeiters zwangsläufig
heruntergedrückt werde und dadurch die Rechtfertigung einer allgemeinen
minderen Einschätzung gegeben sei.
Darin liegt sehr viel Wahrheit. Gerade deshalb wird man aber in der Zukunft
sich vor einer zu großen Differenzierung der Lohnverhältnisse hüten müssen.
Man sage nicht, daß damit die Leistungen ausbleiben würden. Das wäre das
traurigste Zeichen des Verfalls einer Zeit, wenn der Antrieb zu einer höheren
geistigen Leistung nur mehr im höheren Lohne läge. Wenn dieser Gesichtspunkt
bisher auf dieser Welt der einzig maßgebende gewesen wäre, würde die
Menschheit ihre größten wissenschaftlichen und kulturellen Güter niemals
empfangen haben. Denn die größten Erfindungen, die größten Entdeckungen, die
umwälzend sten wissenschaftlichen Arbeiten, die herrlichsten Denkmäler
menschlicher Kultur sind nicht aus dem Drange nach Geld der Welt gegeben
worden. Im Gegenteil, ihre Geburt bedeutete nicht selben geradezu den Verzicht
auf das irdische Glück des Reichtums.
Es mag sein, daß heute das Geld der ausschließliche Regent des Lebens geworden
ist, doch wird dereinst der Mensch sich wieder vor höheren Göttern beugen.
Vieles mag heute nur dem Sehnen nach Geld und Vermögen sein Dasein verdanken,
aber es ist wohl nur wenig darunter, dessen Nichtvorhandensein die Menschheit
ärmer sein ließe.
Auch dies ist eine Aufgabe unserer Bewegung, daß sie schon heute von einer
Zeit künde, die dem einzelnen das geben wird, was er zum Leben braucht, aber
dabei den Grundsatz hochhält, daß der Mensch nicht ausschließlich um
materieller Genüsse willen lebt. Dies soll dereinst seinen Ausdruck in einer
weise beschränkten Staffelung der Verdienste finden, die auch dem letzten
redlich Arbeitenden auf alle Fälle ein ehrliches, ordentliches Dasein als
Volksgenosse und Mensch ermöglicht.
Man sage ja nicht, daß dies ein Idealzustand sei, wie ihn diese Welt praktisch
nicht vertrüge und tatsächlich nie erreichen werde.
Auch wir sind nicht so einfältig, zu glauben, daß es gelingen könnte, jemals
ein fehlerloses Zeitalter herbeizuführen. Allein dies entbindet nicht von der
Verpflichtung, erkannte Fehler zu bekämpfen, Schwächen zu überwinden und dem
Ideal zuzustreben. Die herbe Wirklichkeit wird von sich aus nur zu viele
Einschränkungen herbeiführen. Gerade deshalb aber muß der Mensch erst recht
versuchen, dem letzten Ziel zu dienen, und Fehlschläge dürfen ihn von seiner
Absicht so wenig abbringen, als er auf eine Justiz verzichten kann, nur weil
ihr auch Irrtümer unterlaufen, und so wenig man die Arznei verwirft, weil es
dennoch immer Krankheit geben wird.
Man hüte sich, die Kraft eines Ideals zu niedrig einzuschätzen. Wer in dieser
Hinsicht heute kleinmütig wird, den möchte ich, falls er einst Soldat war,
zurückerinnern an eine Zeit, deren Heldentum das überwältigendste Bekenntnis
zur Kraft idealer Motive darstellte. Denn, was die Menschen damals sterben
ließ, war nicht die Sorge um das tägliche Brot, sondern die Liebe zum
Vaterland, der Glaube an die Größe desselben, das allgemeine Gefühl für die
Ehre der Nation. Und erst als das deutsche Volk sich von diesen Idealen
entfernte, um den realen Versprechungen der Revolution zu folgen, und die
Waffe mit dem Rucksack vertauschte, kam es, statt in einen irdischen Himmel,
ins Fegfeuer der allgemeinen Verachtung und nicht minder der allgemeinen Not.
Deshalb ist es aber erst recht notwendig, den Rechenmeistern der derzeitigen
realen Republik den Glauben an ein ideales Reich gegenüberzustellen.
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