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Der Aufbau des Hauptschulungsamtes Die Schulung der Verbände – Der Aufbau des Lehrkörpersder Ordensburgen
A. Der Aufbau des Hauptschulungsamtes der NSDAP.
Das Hauptschulungsamt der NSDAP, hat folgende fünf Ämter:
1. Amt für theoretische Schulung. Hierzu gehört die Bearbeitung des Lehrstoffes und der Lehrpläne
2. Amt für aktive Schulung. Hierzu gehören Überwachung des Lehrkörpers, Überwachung für Einhaltung der Lehrpläne und Inspektion des Unterrichts.
3. Amt für Einberufung. Dieses Amt arbeitet im engsten Zusammenwirken mit dem Hauptpersonalamt und ernennt seine Politischen Leiter nur im Einvernehmen mit dem Personalamt, und es muß sie wieder abberufen, falls dieses Einvernehmen mit dem Personalamt nicht gewährleistet ist. Es sorgt für die Durchführung der Musterung für die Ordensburgen und für die Einberufung der Politischen Leiter zu ihren Jahresübungen auf den Kreis- und Gauschulen und für die Einberufung der Amtswalter und Amtswarte auf die entsprechenden Fachschulen der Verbände. Für die letztere Tätigkeit unterhält dieses Amt bei den Schulungsämtern der einzelnen Verbände eine selbständige Abteilung.
4. Intendantur. An seiner Spitze steht ein Parteigenosse der aktiven Schulung. Die übrigen Politischen Leiter sind Fachleute aus der Verwaltung und dem Kassenwesen. Die Revision übt das Schatzamt aus. Die Schulen und Ordensburgen haben einen festgelegten Etat, der nur mit meiner Genehmigung überschritten werden darf. Die Intendantur arbeitet im Verwaltungswesen vollkommen selbständig und untersteht den Kommandanten und Schulungsleitern disziplinär im Rahmen des allgemeinen Tagesdienstes.
5. Amt für Schulungsbriefe. Dieser Aufbau des Hauptschulungsamtes geht bis in den Gau. In den Kreisen und Ortsgruppen ist nur ein Schulungsleiter, ohne den Aufbau einer Dienststelle, wie er oben gezeichnet ist.
B. Die Schulung der angeschlossenen Verbände
Die Schulung der angeschlossenen Verbände ist eine vollkommen selbständige. Diese Dienststellen bilden ein Amt in dem Hauptschulungsamt der Partei, und das Hauptschulungs-amt der Partei übt über diese Ämter eine überwachende Tätigkeit aus. Disziplinär unterstehen sie dem Leiter des Verbandes. Für die oben bezeichneten vier Hauptarbeitsgebiete befinden sich in den Schulungsämtern der Verbände entsprechende Abteilungen. Alles, was für die Tätigkeit der vier Hauptarbeitsgebiete im Hauptschulungsamt gesagt wurde, gilt entsprechend auch für die Verbände.
C. Der Aufbau des Lehrkörpers auf den Ordensburgen
Wir teilen den Lehrkörper der Ordensburgen grundsätzlich in zwei Gruppen ein: 1. das Stammpersonal und 2. die Gastlehrer.
Das Stammpersonal der Ordensburgen besteht aus dem Burgkommandanten; ihm zur Seite steht ein Adjutant, der ihn in der Ausübung seines Dienstes unterstützt. Die 1000 Mann Parteijunker auf jeder Ordensburg werden in 3 Bereitschaften eingeteilt, die von einem Bereitschaftsführer geführt werden. Auch ihnen steht ein Adjutant zur Verfügung. Der gesamte Sport sowie die weltanschauliche Erziehung untersteht je einem weiteren Bereitschaftsführer. Die 3 Bereitschaften werden in 10 Hundertschaften eingeteilt, und zwar hat die erste Bereitschaft 4 Hundertschaften und die beiden nächsten je 3 Hundertschaften. Die erste Bereitschaft wird von dem dienstältesten Bereitschaftsführer geführt, der gleichzeitig bei Behinderung des Burgkommandanten seine Vertretung übernimmt. Die 10 Hundertschaften werden von je einem Hundertschaftsführer geführt, der das Examen als Sportlehrer abgelegt haben muß. Jede Bereitschaft ist wiederum eingeteilt in Kameradschaften, so daß die 1000 Mann Parteijunker in 3 Gruppen, 10 Bereitschaften und 25 Kameradschaften aufgeteilt sind. Die Kameradschaft zu je 40 Mann bedeutet gleichzeitig das Seminar der geistigen und weltanschaulichen Erziehung. Die Kameradschaftsführer brauchen nicht das Sportexamen abgelegt zu haben, jedoch wird bei ihrer Anstellung darauf Wert gelegt, daß sie sportlich gut durchgedrillt sind. Die Anstellung des Stammpersonals geschieht auf Grund einer erstmaligen Musterung, für die Gauamtsleiter, Kreisleiter, Kreisamtsleiter und Ortsgruppenleiter in Betracht kommen. Das Höchstalter der Bereitschaftsführer beträgt 40 Jahre, das der Hundertschaftsführer 35 Jahre und das der Kameradschaftsführer 30 Jahre. Bei der Musterung dieses Stammlehrerpersonals gelten genau die Prinzipien wie für die Parteijunker, die in meiner illustrierten Denkschrift „Der Weg zur Ordensburg“ niedergelegt sind. Die Kameradschaftsführer wechseln alle 3 Jahre. Sie werden in Zukunft laufend aus den Lehrgängen der Ordensburgen genommen werden. Es wird eine Auszeichnung bedeuten, wenn ein Parteijunker noch weitere 3 Jahre als Abteilungsführer bleiben darf. Es kann auch sein, daß wir die Männer nach ihrer Ausbildung in den aktiven Parteidienst zurückschicken und sie erst später als Kameradschaftsführer zurückbeordern. In jedem Falle aber bedeutet die Tatsache, daß ein Parteijunker Kameradschaftsführer auf den Ordensburgen sein darf, eine weitere Auslese für eine gehobenere Stellung in der Partei. Das gleiche gilt in noch höherem Maße für die Hundertschaftsführer. Sie bleiben 6 Jahre auf einer Ordensburg im Dienst und treten dann, wenn sie wünschen und ein Platz vorhanden ist, in den höheren Parteidienst ein, oder sie werden auf eine andere Ordensburg versetzt. Die 5 Bereitschaftsführer und der Burgkommandant bleiben für ihre gesamte Dienstzeit auf ein und derselben Ordensburg. – Soweit das Stammperonal.
Die Gastlehrer sind in 2 Gruppen einzuteilen: a) die für die Ordensburgen hauptamtlich tätigen Wissenschaftler und b) die Reichs-, Gau- und Hauptamtsleiter der Partei.
a) Die hauptamtlichen Wissenschaftler Wie ich bereits in meiner illustrierten Denkschrift „Der Weg zur Ordensburg“ dartat, werden auf den Ordensburgen 6 Hauptfächer gelehrt werden.
Diese Zivillehrer haben ihren Wohnsitz in der Hauptstadt der Bewegung München. Sie lehren auf jeder Ordensburg im Jahre 3 Monate und haben 3 Monate im Jahre frei, von denen sie einen Teil als persönlichen Urlaub beanspruchen und einen anderen Teil zur ständigen Fühlungnahme und weiteren Ausbildung in Verbindung mit den Spitzen der Partei verwenden können.
Über die zweite Art der Gastlehrer, Reichsleiter, Gauleiter und Hauptamtsleiter brauche ich hier nichts Weiteres zu sagen.
Zu erwähnen bleibt dann nur noch das militärische Lehrpersonal der Luftwaffe, das allein der Luftwaffe untersteht und unsere Parteijunker als aktive Flieger, Beobachter usw. ausbilden wird.
Ich glaube mit dieser Anordnung die Gliederung des Hauptschulungsamtes, die Schulungsämter der Verbände und die Lehrkörper der Ordensburgen erschöpfend dargetan zu haben.
Mannestum
Bei den Ausmusterungen für den Führernachwuchs umriß Dr. Ley den ewig gültigen Begriff deutschen Mannestums.
Ehe wir mit der eigentlichen Ausmusterung beginnen, möchte ich Ihnen, meine Parteigenossen, in großen Zügen einmal darlegen, was wir mit Ihnen vorhaben, wie wir uns Ihre Ausbildung denken, und wie ich überhaupt zu der jetzt durch mich und meine Mitarbeiter in allen deutschen Gauen in die Wege geleiteten Ausmusterung gekommen bin. Unsere Generation, wir, die wir jetzt leben und den Zerfall unseres Volkes im November 1918 gesehen und gespürt haben, müssen die Handelnden sein. Unsere Generation kann diese Aufbauarbeit nicht der Nachwelt überlassen. Wir wissen die Fehler des vergangenen Systems, wir können daher auch am besten ermessen, wie wir es nun richtig zu machen haben. So erkennen wir, daß wir heute hinsichtlich der Erziehung und der Auswahl der jungen Menschen zwei grundverschiedene Typen unterscheiden müssen. Wir wollen heute an dem früheren System der Erziehung nicht mehr kritisieren, als zur Feststellung des Tatbestandes unbedingt nötig ist. Es gab vor uns gute Ärzte, gute Apotheker, gute Ingenieure, aber man vergaß dabei zu kontrollieren, ob diese guten Ärzte, Apotheker und Ingenieure auch gute Menschenführer waren. Heute wissen wir, daß auf der einen Seite jene Menschen stehen, die die Anlage zum Führen in sich tragen, und auf der anderen Seite diejenigen, die wohl etwas Tüchtiges in ihrem Beruf leisten können, aber keine Führernaturen sind. Schon rein menschlich unterscheiden sich diese Naturen ganz eindeutig. Man soll nun aber keineswegs in den Fehler verfallen, den einen Typ höher und den anderen geringer zu bewerten. Das wäre falsch! Man muß deutlich erkennen, wo sich die Naturen scheiden, und aus dieser Erkenntnis heraus muß auch die Erziehung richtig einsetzen. Unser junger Führernachwuchs muß heute durch eine straffe Schulung der Partei gehen. Wir, die wir die Kampfzeit erlebt haben, haben eine Schulung durchgemacht, die durch nichts zu ersetzen ist. Diese Schule ist einzig und einmalig gewesen, und diese Schule wird es nie wieder geben. Darüber müssen wir uns völlig klar sein. Ich maße mir nicht an, durch ein künftiges System diese Schule der Kampfzeit ersetzen zu wollen. Der Mensch der Kampfzeit war eigenwilliger, eigensinniger und trotziger. Er hatte etwas, was die anderen nicht hatten. Trotz aller Anfeindungen, trotz Maßregelungen und Bedrückungen schlimmster Art, die am frühen Morgen begannen und am späten Abend endeten, ging es Abend für Abend in die Versammlungen, und wo Saalschlachten zu schlagen waren, wurde sie geschlagen. Unsere alten Kämpfer kennen den Weg, die wir alle gehen mußten! Gleich nach der Machtübernahme habe ich mich mit der Auslese und mit der Erziehung des Führernachwuchses für die Partei beschäftigt. Wenn ich das Wort Schule und Schulung hier gebrauche, so weiß ich, daß diese Begriffe an sich falsch sind; denn das, was wir wollen, ist keine Schulung im eigentlichen Sinne. Wer nicht prädestiniert ist und wer nicht das innere Erleben mitbringt, der kann diese Welt nicht lehren und der kann sie auch niemals lernen. Unsere Lehre ist eine Glaubenssache, hier muß der Instinkt des Blutes sprechen. Sie müssen fühlen und wissen, daß unsere Rassenlehre richtig, daß unsere Kultur in Deutschland das Produkt unseres Blutes und unserer Rasse ist.
In diesem Sinne ist bisher bei uns auch schon gearbeitet worden. Die aufgetretenen Mängel sind mir bekannt. Allein: schon die Tatsache, daß man den Leiter der Ortsgruppe einmal aus seinem Dorfe herausholte, daß man ihm das Gefühl gab, der Gau weiß, daß ich da bin, das schon allein gab dem Mann das beglückende Bewusstsein der Gemeinschaft, das allein genügte oft schon, in diesem Mann unsere Lehre und unsere Welt zu vertiefen.
So müssen wir denn aus diesen Anfängen ein System aufbauen, das – immer besser werdend – der Nachwelt überliefert werden kann.
Bei Beginn meiner Arbeit war in erster Linie wichtig für mich, daß bei der Auswahl der jungen Menschen nie an eine bestimmte Klasse des Volkes herangetreten wird. Es muß hier genug Geld frei gemacht werden, um auch dem ärmsten, aber dem treuesten Sohn des Vaterlandes den Weg zum Aufstieg zu erschließen. Auf unseren Ordensburgen spielt der Geldbeutel keine Rolle. Die Männer, die unsere Burgen beziehen, erhalten alles frei. Wiederum würde nur eine kleine Schicht erfasst werden, wenn wir uns lediglich an die Besitzenden hätten wenden wollen oder wenden müssen. Ich weiß, daß unsere Ordensburgen erhebliche finanzielle Aufwendungen erforderlich machen. Aber was dort an Werten für die Ewigkeit gestaltet wird, rechtfertigt den Einsatz der Mittel!
Drei Grundsätze sind es, nach denen wir unsere jungen Anwärter prüfen werden, ehe wir sie für unsere Burgen aufnehmen.
1. Die Parteifrage. – „Was hast du bisher für die Partei getan?“ Diese Frage wünschen wir zuerst beantwortet. Wissen wollen wir, ob du überhaupt schon irgendwo einmal Gemeinschaftsgeist offenbart hast. Hast du schon einmal freiwillig und ehrenamtlich etwas getan? Oder muß man dich dauernd ermuntern und befehlen zu einigen Diensten für die Partei und dein Volk? Trägst du das braune Hemd aus innerster Überzeugung, oder trägst du es nur, weil es Modesache ist?
Diese Fragen über den Anwärter kann am besten der zuständige Ortsgruppenleiter beantworten, und deshalb verlange ich auch, daß die freiwilligen Meldungen zunächst dem Ortsgruppenleiter zugeleitet werden. Er kennt den jungen Mann am besten, er weiß genau, wie es um ihn bestellt ist. Er kann beurteilen, ob der Betreffende immer mit dummen Ausreden kommt, oder ob der Mann immer da war und ist, wenn es Arbeit gibt. Der Ortsgruppenleiter soll wissen, ob der Anwärter sich immer innerlich restlos und selbstlos für die Idee eingesetzt hat. Wenn das der Fall ist, dann kann die Meldung an den Kreisleiter weitergehen. Von da geht sie zum Gau. Aber der Gau soll sich dann die jungen Leute genau ansehen, genau dasselbe tun, wie ich es jetzt tue. Ohne Kompromisse soll geprüft werden! Nicht für diese oder jenen irgendwelche Vorbehalte machen! Nein! Jede Niete, die wir ziehen, ist eine schwere Belastung. Wir schleppen keinen durch, von dem sich offenbart, daß er nicht hält, was er versprach. Wir müssen streng sein. Wir erweisen der Partei und uns selbst einen schlechten Dienst, wenn wir einer Dienststelle solch einen Mann dann überlassen würden.
2. Bist du gesund, absolut gesund? Das muß ich von dir in diesem Alter wissen. Wenn du einmal im Amte bist, werden sich auch Krankheiten einstellen, aber mit fünfundzwanzig Jahren wollen wir wissen: Bist du gesund?
Auch hier können wir nicht nachgeben. Diese zweite Frage versperrt nicht den Weg zu den verschiedenen Klassen, genau so wenig wie die erste Frage. Sie geht den Bauer und Arbeiter genau so an wie die erste. Der Satz: In einem gesunden Körper lebt ein gesunder Geist! ist in tausend Jahren und ewig genau so richtig wie heute.
Ich bin gerade hier sehr hart, weil ich weiß, welche Energie ich aufbringen muß, um meine Arbeit zu leisten, und um wie viel meine Leistung besser wäre, wenn ich meine Kriegs-verletzung nicht hätte. Das weiß ich, und infolgedessen verlange ich absolute Gesundheit. Was nachher kommt, ist etwas anderes; es kann auch nachher einer krank werden oder einen Fehler bekommen, das nimmt man selbstverständlich in Kauf, aber bei der Musterung will ich wissen: Bist du absolut gesund?
3. Bist du erbgesund? Ist dein Blut in Ordnung? Wir prüfen die Ahnenreihe sehr scharf nach. Wir können auch da nicht nachgeben und etwa sagen: den arischen Großvater kann er zwar nachweisen, aber bei der Großmutter fehlt etwas. Der Mann muß ausscheiden. Das ist hart, aber notwendig.
Man wird uns entgegenhalten, daß bei dieser Art der Auslese manches Genie keine Berücksichtigung findet. Ja, meine Freunde, Genies zu suchen, ist nicht Aufgabe unserer Ausmusterungen. Wir wollen froh sein, daß wir ein politisches Genie haben, und unser Wunsch, unser Glaube und unsere Hoffnung sind, daß diese Ideen für die nächsten tausend Jahre Gültigkeit haben. Wir haben nicht die Aufgabe, Genies zu suchen, sondern wir haben die Aufgabe, gesunde Menschen mit einem gesunden Menschenverstand, und vor allen Dingen erfüllt von einer unbändigen Glaubensstärke, zu suchen! Das ist meine Aufgabe, die ich lösen will.
Ich will das, was wir bisher in unseren Schulen getan haben, auch weiter beibehalten. Ich werde versuchen, Ihren Glauben wissenschaftlich zu untermauern. Sie werden auf unseren Burgen die besten Lehrer in der Rassenkunde, im Geschichtsunterricht, in der Kunst- und Wirtschaftsgeschichte, für sozialpolitische Angelegenheit haben. Sie sollen auf diesen Ordensburgen tatsächlich die besten Lehrer finden. Keine Universität soll einen besseren Geschichtsprofessor besitzen, als wir ihn auf unseren Ordensburgen haben. Das muß die Regel sein. Aber es genügt uns natürlich nicht, daß der Mann wissenschaftlich das Beste leistet, sondern es ist auch selbstverständlich, daß er weltanschaulich richtig liegen muß. Das ist heute noch sehr schwer, das weiß ich auch. Selbstverständlich ist die Weltanschauung das Primäre. Unser Ziel bleibt, die besten Lehrer auf jedem Gebiete für Sie einzusetzen. Sie sollen, wenn Sie von diesen Burgen herunterkommen, sagen können: ich glaube das jetzt nicht mehr allein, sondern ich weiß es auch, soweit die Wissenschaft überhaupt in der Lage war, es mir klarzumachen. Ich weiß jetzt, daß es verschiedene Rassen gibt, ich kenne die Unterschiede, die Merkmale und die Eigenschaften der verschiedenen Rassen, ich kenne die Vererbungslehre und die Mendelschen Gesetze.
Das Wichtigste, was uns früher der Kampf brachte, ist aber die Prüfung des Glaubens, der Disziplin und des Mannestums, mit einem Wort: es muß einer ein Kerl sein, es muß einer ein Mann, ein Deutscher sein!
Wir werden das alles exerzieren. Wenn man eine Weltanschauung auch nicht lehren und nicht lernen kann, so kann man sie aber doch exerzieren, man kann sie üben. Der Kampf war ja für uns früher ein einziges Exerzieren, ein einziges Exerzitium. Ich weiß natürlich auch, daß ich einem das Mannestum nicht beibringen kann, wenn er ein Waschlappen ist. Von solchen Leuten müssen wir unsere Reihen eben rücksichtslos säubern. Aber es kann ja sein, daß Sie Mannestum in sich tragen, von dem Sie selber nichts wissen, weil Sie bisher noch keine Gelegenheit gehabt hatten, es zu beweisen, wie wir es in soundso vielen Saalschlachten getan haben. Wir wussten es früher auch nicht, daß wir diese Eigenschaften ins uns tragen. Die Leute, die im Kriege waren: ja, aber die anderen hatten dazu keine Gelegenheit. Dieses Gefühl muß man in sich tragen und das wollen wir in Ihnen wecken, und wenn wir es geweckt haben, pflegen und fördern.
In den Mittelpunkt der Erziehung werden wir den Sport stellen. Wir wollen keine Rekordjäger in Ihnen heranbilden, aber wir wollen Ihre Körper stählen und so spannkräftig wie möglich machen. Wir werden auch Mutproben von Ihnen fordern. Sie müssen vom Zehn-Meter-Brett herunterspringen – auch dann, wenn Sie noch nicht schwimmen können -, und Sie müssen schließlich auch Ihren Mut durch Fallschirmabsprünge unter Beweis stellen. Gerade dabei werden Sie Gelegenheit finden, Ihre innere Hemmungen zu überwinden. In Sonthofen werden wir Sie skisportlich und überhaupt mit der Forderung alpiner Mutproben sehr nachhaltig in Anspruch nehmen. Auf Vogelsang und auf Crössinsee werden Sie reiten lernen, aber nicht etwa deshalb, um auf guten Pferden gute Figur zu machen, sondern Sie sollen beweisen, daß Sie ein lebendes Wesen bis ins letzte zu beherrschen vermögen! Wir werden überhaupt die verschiedensten Methoden anwenden, um Ihren Mut, Ihre Entschlusskraft und Ihren Willen zu prüfen. Diese Prüfungen werden im Mittelpunkt der gesamten Erziehung stehen. Das Ergebnis dieser Prüfungen wird uns dann zeigen, ob einer die Voraussetzungen zum Herrentum in sich trägt, oder ob er ein Weichling ist.
Herrschen dürfen legt allerdings auch – und das möchte ich ganz besonders betonen – Verpflichtungen auf. Sie müssen sich darüber klar sein, daß derjenige, der herrschen darf, sich zunächst einmal muß selber beherrschen können, denn sonst artet die Herrschaft in Willkür, Despotie und Terror aus, in Zustände, die das Ausland mitunter noch immer als in Deutschland vorhanden behaupten zu können glaubt.
Wir werden immer wieder solche Prüfungen mit Ihnen veranstalten. Sie werden sich Übrungen der Disziplin, aber nicht etwa nur einer äußeren Disziplin, zu unterziehen haben. Daß Sie strammstehen und stramm marschieren können, ist selbstverständlich. Wir verlangen Beweise Ihrer inneren Disziplin. Sie müssen Verzicht leisten können auf all die Dinge, die Sie gerne mögen. Ich denke da z. B. an das Zigarettenrauchen. Daß einer auf das, was er sehr gern mag, Verzicht leistet, beweist seine innere Disziplin, beweist, daß er sich beherrschen kann. Das Volk hat dafür ein sehr feines Empfinden. Es will die Überzeugung haben, daß derjenige, der es führt, jederzeit in der Lage ist, sich selbst zu beherrschen. Wir werden beispielsweise anordnen: Acht Tage lang darf auf der Burg nicht geraucht werden. Oder wir werden andere, Ihnen liebgewordene Gewohnheiten für einen gewissen Zeitraum ausschalten. Wer sich dann nicht beherrschen kann, wer nicht den Schneid zeigt, ohne diese Dinge fertig zu werden, hat für uns keinen Wert. Damit komme ich zu einem weiteren wichtigen Abschnitt meiner Darlegung. Ich bitte Sie nicht nur, sondern ich ersuche dringlichst, sich genauestens und sehr gewissenhaft zu überlegen, ob Sie unsere Ordensburgen beziehen wollen. Heute noch können Sie zurücktreten. Kein Mensch wird Sie behindern. Prüfen Sie bitte sehr gewissenhaft, welche Möglichkeiten Ihnen durch die Ordensburgen gegeben werden und welche Voraussetzungen und Bedingungen Sie zu erfüllen haben. Tatsache ist, daß wir Ihnen die Tore zu den höchsten Stellungen in der Partei und im Staate öffnen. Der einfachste Mann aus dem Volke, gleichgültig ob Arbeiter, Bauer oder Handwerker, hat die Möglichkeit, innerhalb der Partei, im Staate und in allen Organisationen wichtigste Posten zu erringen. Noch nie vor uns sind solche Möglichkeiten geboten worden. Auf unseren Ordensburgen wird Ihnen alles vermittelt, was Sie zum Rüstzeug für Ihren weiteren Lebensweg benötigen. Wir werden Ihnen die Voraussetzungen schaffen, um Ortsgruppen- und Kreisleiter, um Gau- und Reichsleiter werden zu können. Kein Mensch wird Sie nachher, wenn Sie durch die Ordensburgen gegangen sind, fragen, welches Examen Sie gemacht haben, ob Sie Assessor oder Doktor sind. Sie werden die Tore zu allen Stellen geöffnet finden. Noch nie gab es einen solchen Start zu einem solchen Lebensweg. Eine wahrhaft revolutionäre Tat von unerhörten Ausmaßen!
Sie sollen dabei aber auch wissen, daß Sie uns alsdann endgültig und ganz gehören. Wir halten Ihnen auf der einen Seite das Tor weit geöffnet zur höchsten Machtentfaltung, zu Ehre und Ansehen. Sie werden keinerlei wirtschaftliche Sorgen mehr haben – Sie werden selbstverständlich auch keine Reichtümer sammeln können und sammeln sollen -, Sie sind für später gesichert; denn es ist ganz klar, daß wir Sie nicht wieder in der großen Masse verschwinden lassen. Aber wir werden Sie – ich betone es immer wieder – bis zum Letzten in Anspruch nehmen. Wir werden Ihren Charakter, Ihren Mut und Ihre Disziplin immer wieder prüfen. Wenn Sie diesen Anforderungen körperlich nicht gewachsen sind, werden wir Sie wieder zurückgeben und dann auch dafür sorgen, daß Sie in Brot und Arbeit kommen. Ganz anders ist es jedoch, wenn Sie aus charakterlichen Gründen versagen oder gar auf den absurden Gedanken kommen sollten, uns hintergehen zu wollen. Dann allerdings treffen Sie die unerbittlich harten Gesetze des Ordens. Wem die Partei das Braunhemd auszieht, verliert damit nicht allein Amt und Stellung, sondern er ist auch persönlich vernichtet. Das sind die harten Gesetze des Ordens.
Die drei Ordensburgen Vogelsang, Crössinsee und Sonthofen sind von uns völlig neu gebaut und nicht etwa alte, renovierte Ritterburgen. Unsere Weltanschauung kann man nicht in altem Gemäuer predigen, unsere Weltanschauung gedeiht nicht im Reich der Fledermäuse, sie verlangt das strahlende Licht einer schönen Welt. Auf unseren Ordensburgen wird Ihnen jeder neue Tag zum neuen Geschenk werden, um so mehr, als Sie durch den von mir vorgesehenen Aufenthaltswechsel Gelegenheit finden sollen, jede der drei Burgen und damit auch drei völlig verschiedene deutsche Landschaften mit ihren Menschen kennenzulernen.
„Wir sehen immer die Totalität der Persönlichkeit unseres Volkes!“
Reichsleiter Dr. Ley gibt der Zeitung „Der SA-Mann“ eine Unterredung über die Ordensburgen.
Frage: Reichsleiter! Die von Ihnen in die Wege geleitete Errichtung von Ordensburgen für die Schulung innerhalb der NSDAP. hat im gesamten deutschen Volk und darüber hinaus in der breiten Weltpresse einen ungeheuren Widerhall gefunden. Es ist doch so, Parteigenosse Dr. Ley, daß auch bei den nunmehr überwundenen Parteien eine Schulung der Mitglieder stattgefunden hat. Würden Sie uns einmal an Hand der Definierung der Begriffe Schulung und Erziehung den grundsätzlichen Unterschied von Wesen und Ziel zwischen der Schulungsarbeit der früheren Parteien und der des Nationalsozialismus aufzeigen?
Antwort: Man kann Menschen auf Teilaufgaben schulen, beruflich und handwerklich. Die Erziehung aber erfasst und umfasst den gesamten Menschen. Hierin liegt der Unterschied: Schulung ist eine Teilaufgabe, Erziehung aber erfasst den Menschen total. Wir sehen immer die Totalität der Persönlichkeit unseres Volkes. Gewiß können auch wir auf eine gewisse Schulung nicht verzichten, der Berufsschulung widmen wir sogar unsere ganz besondere Aufmerksamkeit, aber die weltanschauliche Erziehung, die totale Erfassung des gesamten Menschen hat selbstverständlich den Vorrang.
Frage: Es wird wohl heute von allen Männer der Bewegung anerkannt, daß die jahrelange Schulungsarbeit der Gliederungen trotz der besonders für die Schulung wenig zeitlassenden Kampfjahre die Vorbereitungen und Vorstufen für eine allumfassende Schulung des deutschen Menschen dargestellt hat und heute noch darstellt. Wenn nun trotz der erfolgreichen Schulungsarbeit in den Gliederungen neben diese oder sogar über diese hinweg Ordensburgen eingerichtet wurden, liegt dies dann in einem grundsätzlichen Wandel des Schulungsziels (wie es vielleicht durch die veränderten Verhältnisse nach der Machtüber-nahme bedingt ist) begründet, oder stellt diese in der ganzen Welt einzigartige Form der Schulung lediglich eine konsequente Fortführung des Schulungsgedankens in den Gliederungen dar?
Antwort: Wir kennen in der NSDAP. keine Säulen nebeneinander, sondern die NSDAP. ist ein Organismus, der der politischen Erziehung unseres Volkes und der Durchführung der politischen und weltanschaulichen Ideale des Führers dient. Deshalb dient alles der Politik schlechthin, und die politische Organisation und damit die Politischen Leiter sind zusammen mit den Gliederungen der SA., SS., NSKK. Instrumente dieser politischen Führung mit dem Endzweck, bestimmte Aufgaben durchzusetzen. So war die SA. während der Kampfzeit der starke Arm der Partei. Sie ist es auch heute noch. Die SS. diente der Sicherheit der Führung, wie sie heute der Sicherheit des Staates dient. Dementsprechend möchte ich auch Ihre Frage beantworten: Die Gliederungen der NSDAP. setzen ihre Männer auf ihre Spezialaufgaben an und exerzieren sie auf das ihnen gegebene Ziel, während die politische Organisation nationalsozialistische Weltanschauung und Erziehung pflegt und fördert.
Frage: Aus Ihrer Antwort, Reichsleiter, geht also hervor, daß es sich hierbei nicht um Experimente, sondern um Formen handelt, die zwar noch entwicklungsfähig und entwicklungsbedürftig sind. Welches aber ist das letzte Ziel dieser vertieften Schulungsarbeit auf den Ordensburgen, besonders für die Praxis?
Antwort: Selbstverständlich handelt es sich heute nicht mehr um Experimente, da die Erziehungsarbeit in den einzelnen Gliederungen der Partei und in der politischen Organisation seit mehr als drei Jahren gewissenhaft durchgeführt und planmäßig vorwärtsgetrieben wird! Mein Ziel bei der Ausrichtung der Politischen Leiter geht dahin, durch eine neue Form der Charakterbildung Männer heranzubilden, die den Nationalsozialismus als ganze Kerle vorleben, die zu unbedingtem Gehorsam gegen den Führer erzogen werden und denen auf unseren Burgen ein großes nationalsozialistisches Erlebnis vermittelt wird. Ich will keineswegs einen neuen Priesterstand heranbilden, sondern mein Ideal ist der politische Soldat, der den Begriff Prediger und Soldat in sich eindeutig vereinigt.
Frage: Wie alle in ihrer Form und Auswirkung neuartigen und zukunftsträchtigen Ideen haben auch die Ordensburgen im In- und Auslande ihre Widersacher gefunden, die teils aus Boshaftigkeit das Urteil über den Wert dieser Einrichtung vorwegnehmen wollen oder aber aus minderem Verständnis für diese großzügige Anlage den Sinn derselben falsch ausdeuten. Daraus ergeben sich einige Fragen: Werden besondere Forderungen an die Vorbildung der einzuberufenden Anwärter gestellt und welche?
Antwort: Die teils leichtfertigen, teils boshaften Bemerkungen und auch die Vergleiche mit Institutionen anderer Weltanschauungen sind mir bekannt. Sie vermögen meinen Weg nicht zu korrigieren und meine Arbeit nicht zu beeinträchtigen. Unsere Ordensburgen sind keine Klöster, und unsere Männer sollen keine Theologen und sollen auch keine Mönche werden. Ich will diese Männer zu weltanschaulich eindeutig klar fundierten Nationalsozialisten erziehen, und ich will, daß ihre Urteilskraft ungetrübt dem gesunden Menschenverstand entspricht. In einem gesunden Körper lebt eine gesunde Seele. Die Richtigkeit dieser Erkenntnis diktiert unser Handeln. Es ist also selbstverständlich, daß wir der Pflege des Körpers und damit dem Sport ganz besondere Aufmerksamkeit widmen. Von unseren Männern, die unsere Burgen beziehen, verlangen wir 1. absolute Gesundheit, 2. Erbgesundheit und rassische Eignung. 3. den Beweis, daß der Burganwärter durch seine Arbeit in der Partei und in den Gliederungen Opfer für die Gemeinschaft zu bringen willens ist.
Frage: Einige Zeitungen wollten wissen, daß die Nichterfüllung der in die einzelnen Anwärter gehegten Erwartungen derart geahndet wird, daß sogar auch deren Angehörige betroffen werden können.
Antwort: Es erscheint mir eigentlich lächerlich und damit auch überflüssig, zu diesen Behauptungen Stellung zu nehmen. Wenn es sich herausstellt, daß einer der Männer den in ihn gesetzten Erwartungen nicht entspricht, so werden wir ihm Gelegenheit geben, ohne Schädigung seines Namens und seiner Stellung ins bürgerliche Leben zurückzukehren. Sollte der Betreffende allerdings charakterlich versagen und durch gemeine Handlungen sich selbst aus der Gemeinschaft ausschließen, so trifft ihn neben der Verachtung seiner Kameraden die Strafe unserer Parteigerichte, deren gerechter Amtsführung wir alles Weitere überlassen können.
Frage: Hier muß auch das Misstrauen erwähnt werden, das in manchen Kreisen den Ordensburgen entgegengebracht wird, da geglaubt wird, daß durch die Abgeschlossenheit dort ein kloster-ähnlicher Zustand geschaffen wird. Dieses Misstrauen scheint besonders dadurch genährt zu sein, daß Sie, Parteigenosse Dr. Ley, laut einer Zeitungsmeldung in einer kürzlichen Rede davon gesprochen haben sollen, daß bereits nach Abschluß der dritten Volksschulklasse in der Zukunft der Eintritt in die Ordensburgen stattfinden soll.
Antwort: Ich glaube, diese Frage im wesentlichen durch meine Antwort auf Ihre vorhergehende Frage erledigt zu haben. Zum letzten Satz ist zu sagen: Ich wünsche, daß die Auslese für die Burgen nicht erst mit der Erreichung des fünfundzwanzigsten Lebensjahres, sondern bereits beim Kinde beginnt. Dieser Wunsch entspricht dem nationalsozialistischen Prinzip, durch dauernde Auslese jedem Menschen den für ihn geeigneten Platz im Leben zuzuweisen und in ihm die Voraussetzungen für diesen Platz zu erforschen und zu erkennen.
Frage: Eine der wesentlichsten Voraussetzungen für das Gelingen des grandiosen Werkes ist zweifellos das Vorhandensein bzw. der Einsatz geeigneter Lehrkräfte. Woher sollen diese geholt werden, und welche Voraussetzungen müssen sie erfüllen?
Antwort: Sie haben durchaus recht: Der richtige Einsatz des richtigen Lehrpersonals verlangt besondere Sorgfalt, und ich habe der Lösung dieser Frage in erster Linie mein Augenmerk gewidmet. Deshalb und aus soldatischen Gründen setzen wir zwei verschiedene Gruppen zur Erfüllung der bedeutsamen Aufgabe an. Zunächst ein Korps mit wissenschaftlichen Lehrern, das dem Reichsschulungsamt mit dem Sitz in München beigeordnet ist und dort in einer Art Akademie – den Namen Akademie möchte ich nicht offiziell verwendet wissen! – ausgerichtet wird. Von hier aus wird dieses Korps wissenschaftlicher Lehrer für unsere Burgen und für unsere Schulen in Einsatz gebracht. Ferner aber hat jede Burg ihr Stammpersonal. Ich darf im übrigen auf das Vorbild des Soldaten hinweisen. Wer Soldat gewesen ist – und eigentlich sollten nur diejenigen bei der Behandlung dieser Frage mit ihrem Urteil in Erscheinung treten -, weiß sehr genau, wie intensiv und eindringlich man sich auch im Rahmen z. B. eines Regimentsverbandes mit jedem einzelnen Soldaten zu beschäftigen gewohnt war und auch heute beschäftigt. Im übrigen erscheint mir bei der Erörterung der sogenannten Massenschulung der Hinweis notwendig, daß ich jährlich zwölfhundert Männer benötige und ich schon deshalb zu dem von mir gewählten System gezwungen bin, um so mehr, als der Wunsch des Führers drei Jahre für den Aufenthalt auf der Burg vorsieht. Wir glauben, daß heute noch viel zu sehr die Tatsache der Einrichtung der Ordensburgen im Mittelpunkt des Interesses steht als die Erkenntnis von den Auswirkungen dieser Einrichtung.
Frage: Wann glauben Sie, Reichsleiter, daß die ersten Erfolge dieser Arbeit sichtbar werden, und wie wird sich der Einsatz der durch diese Ordensschulen gegangenen Parteigenossen auf die praktische Arbeit für Bewegung und Volk auswirken? Antwort: Die ersten Erfolge werden nach vier Jahren sichtbar werden. Bis zum ersten Mai nächsten Jahres bilden wir ein Depot heran, in dessen Rahmen auch das Stammpersonal vertreten sein wird. Erst ab ersten Mai 1937, wenn auf jeder Burg das vollzählige Stammpersonal seine Tätigkeit aufgenommen haben wird, werden die Burgen voll belegt werden. Von diesem Zeitpunkt an drei Jahre weiter, werden die tatsächlichen Erfolge unserer Maßnahmen in Erscheinung treten. Der Einsatz erfolgt durch die Personalämter in den einzelnen Gauen.
Frage: Aus der Rede des Führers bei der Einweihung der Burg Crössinsee ging die Sorge um die Schaffung und dauernde Ergänzung des Führernachwuchses hervor. Daraus ist zu folgern, daß bei dem Gedanken der Errichtung von Ordensburgen historische Vorbilder weder des eigenen Landes noch fremder Länder Pate gestanden haben. Wann ist überhaupt zum ersten Male in der Führerschaft der Bewegung der Plan aufgetaucht, die Erziehung des Führernachwuchses gerade in dieser Form vorzunehmen? Lagen die Erkenntnisse schon in der Kampfzeit?
Antwort: Ein Vorbild für diese Art von Burgen hat es weder in der Vergangenheit noch in der Gegenwart, weder im Inland noch im Ausland gegeben. Die einzige Institution, aus deren Bereich wir manches Gute für unsere Burgen übernehmen konnte, war die Wehrmacht. Doch reicht der Begriff Soldat nicht hin, um das Wesen unserer Männer auf den Burgen und die Erziehung, die wir mit ihnen vor uns haben, erschöpfend zu umreißen. Der Plan zu den Burgen ist erst nach unserer Machtübernahme allmählich aus den Erkenntnissen unserer Schulungsarbeit herangereift. Der Bau der Burgen wurde im Februar 1934 begonnen.
Frage: Die SA. hat während der langen Opferjahre des Kampfes eine neue Lebenshaltung, einen neuen Stil geprägt. Inwieweit wird auf den Ordensburgen die Lebensgestaltung mit dem SA.-Stil identisch sein?
Antwort: Ich bin glücklich, unter den Anwärtern für unsere Burgen zahlreiche SA.-Männern zu begegnen, und ich werde es mir auch künftig angelegen sein lassen, in dieser Hinsicht immer enger mit der SA. zusammenzuarbeiten. Letzen Endes glaube ich, daß die Männer, die einst nach drei Jahren unsere Burgen verlassen, die vollendetsten SA.-Männer sein werden. Daraus ersehen Sie, daß ich nichts Neues schaffen will, sondern die nationalsozialistische Erkenntnis durch dieses Erziehungssystem zur Vollendung bringen will.
Vom Wesen der Volksführung
Im Zuge seiner Arbeit an der Schulung und Erziehung des deutschen Menschen und der Untermauerung der nationalsozialistischen Weltanschauung spricht Dr. Ley über das Wesen der Volksführung und der Menschenführung.
Das neue unserer Zeit ist, daß wir zum erstenmal eine Volksführung aufbauen, eine Führung der Menschen. Staaten, Gemeinden, Behörden, Wehrmacht, Wirtschaft, das alles hat man auch zu anderen Zeiten gehabt. Was zum erstenmal seit Tausenden von Jahren in unserem Volk gebaut wird, ist eine wahrhafte Führung der Menschen. Eine Volksführung. Das war bisher nicht da. Ein 9. November hätte nicht kommen können, wenn eine Führung der Menschen dagewesen wäre, das müssen wir immer wieder betonen. Das Volk ist nie schlecht, sondern wenn ein Volks abwärtsgeleitet, wenn es versagt, sind seine Führer nichts wert. Schon das Prinzip der Erziehung im früheren Deutschland war falsch. An sich teilen sich die Menschen in zwei Gruppen: in gute Sachwalter, die die Sache sehr gut bearbeiten und ordnen und kennen, und solche, die sich besonders dafür eignen, Menschen zu führen und zu leiten. Selten wird man diese beiden Eigenschaften in einem Menschen vereinigt finden. Fast niemals. Ein guter Hauptmann wird selten ein guter Zahlmeister, und ein guter Zahlmeister wird selten ein guter Hauptmann sein. Man muß in der Ausbildung und in der Auslese und im Ansetzen der Menschen auf diese Erkenntnis Rücksicht nehmen. Man hat geglaubt, wenn man gute Ingenieure, Architekten erzieht, daß man damit auch schon ohne weiteres das Patent für die politische Führung Deutschlands garantiert. Man hat geglaubt, der Akademiker wäre von vornherein dazu prädestiniert, weil er eine mittlere oder höhere Bildung hat, Führer des Volkes zu sein. Daraus entstand letzten Endes der Klassenhaß. Der Arbeiter hat den Bürger nicht gehasst, weil er einen anderen Beruf hatte, weil er vielleicht Arzt, Architekt usw. war, sondern er hat sich dagegen aufgelehnt, daß dieser Mensch, weil er eine andere Berufsbildung genossen hat, dadurch allein ihm schon als Führer vorgesetzt wurde. Dadurch entstand dann der Klassenhaß und die Gegensätze und der Zusammenbruch vom 9. November 1918. Der 9. November 1918 kam, weil die Auslese der Führer und das Erziehungsprinzip falsch waren. Der frühere Kampf kam nicht von ungefähr, nicht weil meinetwegen Adelige versagt haben, oder weil einige Reaktionäre vorhanden waren, sondern der 9. November 1918 kam, weil die gesamte Erziehung falsch war.
Gewiß soll man sich bemühen, viel Wissen zu erwerben. Aber man soll nicht glauben, daß man den Instinkt und die sichere Urteilsgabe des Menschen durch eine wissenschaftliche Zensur ersetzen kann. Man hat die Pflege des Instinkts vernachlässigt, das, was den Menschenführer ausmacht, die sichere Urteilsgabe, Kameradschaft, Mut, Entschlusskraft, Entschlossenheit, das hat man vernachlässigt und hat dafür die Menschen vollgepfropft mit Zahlen, Paragraphen und Gesetzen. Mit einem Wort: Man hat diese Menschen wissenschaftlich malträtiert und hat geglaubt, dadurch gewährleiste man Führertum.
Wir sagen uns nun, wenn es also zwei Typen von Menschen gibt, dann muß man eben zwei Arten von Erziehungsmethoden aufbauen. Man soll dann die bürgerliche Erziehungsart, Volkschule, Mittelschule, höhere Schule, Hochschule noch gewissenhafter heranbilden, um das Wissen dem Volk zu geben. Man kann wohl sagen, daß dieses System sich für die Heranbildung des Wissens unbedingt bewährt hat. Denn wir haben in Deutschland die besten Ärzte, Architekten, Ingenieure, Professoren, Physiker, Chemiker usw. Also ist dieses System richtig, man soll es beibehalten. Ich wehre mich dagegen, wenn einige Humanitätsapostel nun Hochschulen für den Arbeiter schaffen wollen. Damit löst man die soziale Frage nicht. Im Gegenteil, man demonstriert, daß der Akademiker etwas Besseres sei. Der Arbeiter kommt auch nicht mit. Er wird nur ein halber Ingenieur und halber Architekt werden, er versagt dann im Leben, er muß ja versagen. Man tut ihm damit keinen Gefallen, sondern man macht ihn nur unzufrieden. Ich lehne es ab. Auch weltanschaulich.
Wenn ich erkläre, daß jeder Beruf dem anderen gleichwertig ist, daß der Maurer dem Arzt usw. gleichwertig ist, dann kann ich nicht auf der anderen Seite hingehen und sagen: Ich will dir die Universität öffnen, damit du etwas Besseres bist. Wer glaubt, einen falschen Beruf zu haben, der wird sich schon selber durchsetzen. Im übrigen muß die Qualität unserer Facharbeiter genau so erstklassig sein wie die unserer Ingenieure oder Architekten oder Ärzte.
Wir müssen etwas anderes bauen, was nicht vorhanden ist: Die politische Führung der Nation! Die Menschenführung. Sie hat sich bei uns explosionsartig ergeben aus dem Kampf. Wir sind alle durch einen unerhörten Kampf geformt worden. Diese Generation von Führern, wie sie ist, kommt nie wieder. Das war einmalig. Das wird das beste Ausleseprinzip nie wieder erreichen. Der Kampf ist die beste Auslese, so wie wir jeden Tag unter Beweis stellen mußten, daß wir Kämpfer des Führers waren! Wer dieses große Erlebnis des Kampfes nicht gehabt hat, kann ihn überhaupt gar nicht begreifen. Wer nicht früher die Saalschlachten miterlebt hat und nicht diese Hasserfüllten Gegner gesehen hat, diese verzerrten Gesichter, der wird es gar nicht glauben. Und daher unsere Sorgen und unsere Maßnahmen. Wir wollen die Menschen nach ihren Fähigkeiten, Sachwalter oder Menschenführer, gleich von Jugend an in zwei verschiedenen Arten erziehen. Wer das Zeug zu einem richtigen Sachwalter hat, der soll das Erziehungssystem absolvieren, das wir jahrzehntelang kennen, das wir heute noch haben. Es ist gut. Wer das Zeug dazu hat, ein guter Führer von Menschen zu sein, der soll durch unser neues System gehen und nach diesem erzogen werden.
Mit Nachdruck möchte ich allerdings erklären: Wir dürfen nie in den Fehler verfallen, nun die eine Schicht des Volkes höher zu achten als die andere. Sie müssen begreifen lernen, die Sachwalter und die Menschenführer, daß einer ohne den anderen gar nicht sein kann. Man kann es auch gar nicht so scharf trennen.
Nach welchem Prinzip soll unsere Auslese durchgeführt werden? Ich nehme zu dieser Frage in meinem Artikel „Der Weg zur Ordensburg“ ausführlich Stellung. Ich muß bei der Auslese zur politischen Führung den schärfsten Maßstab anlegen. Ich werde deshalb den ganzen Apparat in Bewegung setzen, von der Volksschule bis zur Ordensburg. Ich muß für die politische Führung Deutschlands wirklich das Allerbeste erhalten, was es nur geben kann.
Im übrigen werden wir verlangen, daß dann kein anderer mehr weltanschaulich schulen darf als die Partei. Nicht, daß jeder Verein Ansprüche anmeldet und weltanschaulich schult. Unsere Partei allein hat das Vorrecht, diese Idee zu vertreten und diese Idee zu verbreiten. Darüber müssen wir eifersüchtig wachen. Komme kein Unberufener und sage: Das kann ich auch. Nein, das kannst du nicht. Wir sind dafür erzogen worden durch den Kampf, und jetzt werden wir aus unserem Kampferlebnis heraus andere schulen.
Dann kommt das Weitere, was wir für unsere Schulung tun müssen: Die fachliche Schulung. In unseren Schulen „Kraft durch Freude“ und den Schulen der Betriebsgemeinschaften setzen wir unsere Weltanschauung für unsere Spezialgebiete ein. Dort lernen wir uns kennen, lernen die kennen, die von den Ordensburgen gekommen sind, die nun zu Politischen Leitern geschlagen worden sind. Sie kommen jetzt auf unsere Fachschulen, wo man ihnen zeigen wird, wie man unsere Weltanschauung anwendet, überträgt. Dort wird nicht mehr die Weltanschauung an sich gelehrt, sondern dort wird der Einsatz der Weltanschauung auf die besonderen Gebiete gelehrt.
Ich glaube, daß unser sozialpolitisches Wollen weniger in Verordnungen und in Gesetzen als vielmehr in einer ständigen Erziehung der Menschen besteht. Ich will in Berlin-Zehlendorf auf einem Gelände von 250 Morgen eine gewaltige Reichsberufsschule bauen, eine Reichsheimstättenschule, eine Volksgesundheitsschule und eine „Kraft-durch-Freude“-Schule. Darüber mehr in einem anderen Kapitel Dr. Ley übergibt dem Führer die Ordensburgen
Am 24. April 1936 übergibt Dr. Ley auf der Ordensburg Crössinsee dem Führer feierlich die drei Burgen Crössinsee, Vogelsang und Sonsthofen als Dankesschuld und Geschenk der schaffenden deutschen Menschen.
Mein Führer!
Vor fast nunmehr drei Jahren hatten Sie die damals gerade übernommene gewerkschaftliche Schule in Bernau besichtigt, und Sie sagten damals, man müsste dieses marxistische Bauwerk des Juden Mav für alle Zeiten erhalten, damit die Nachwelt sehe, wie damals diese Zeit war. Damals sagten Sie auch, Sie wünschten, daß demgegenüber ein Bauwerk unserer Art gebaut werde, um die Gegensätze der beiden Welten, der marxistischen und Ihrer Weltanschauung, mein Führer, dem Volk für alle Ewigkeit zu zeigen.
Das war für mich Befehl. Sofort begann ich zu planen, und bereits im Frühjahr 1934 wurde der Grundstein zu dieser Burg gelegt. Alsdann folgten in der Eifel Vogelsang und im Allgäu Sonthofen. Und was nun entstand, sehen Sie, mein Führer, heute vor sich, und ich hoffe und glaube, daß es Ihnen gefällt.
Was wir hier wollen, das ist in ganz kurzen Worten gesagt.
Wir wollen den Nachwuchs für die Führer der Partei, die Politischen Leiter, zu ganzen Kelrne erziehen.
Ich will im einzelnen nicht auf die Grundsätze eingehen, die wir hier verwirklichen wollen. Mut, Kraft, Wille und Gehorsam können vor allen Dingen die Männer mit hinausnehmen, wenn sie diese drei Jahre, jedes Jahr abwechselnd, durchlaufe haben. Ich glaube, daß, wenn wir drei Jahre abwechselnd diese Männer durchgedrillt haben werden, daß sie dann, wenn sie auch niemals die Führer der Jetztzeit erreichen, sie doch ihrer würdig sein werden. Und ich hoffe vor allem, dass diese Männer, die auf diesen Burgen sein werden, auch ein großes Erlebnis mit nach Hause tragen für ihr ganzes Leben. Gewiß, wir haben das Glück, mein Führer, mit Ihnen die Kampfjahre durchlebt zu haben. Dieses Erlebnis wird nie wieder sein. Niemals werden andere dieses Glück haben dürfen, aber trotzdem glaube und hoffe ich, daß diese Burgen in der Lage sein werden, allein durch ihren Anblick, durch ihre Schönheit, durch ihre Härte und harte Gestalt, den Männern auf diesen Burgen ein ewiges Erlebnis zu sein.
So übergebe ich Ihnen, mein Führer, diese drei Burgen als ein Geschenk des schaffenden deutschen Menschen. Diese schaffenden deutschen Menschen, der Arbeiter, der Unternehmer, der Handwerker, von ihnen allen, die in der Deutschen Arbeitsfront vereinigt sind, übermittle ich Ihnen diese Burgen als eine Dankesschuld für Ihr großes Werk und Ihren Mut, Deutschland befreit zu haben. Ein Gelöbnis lege ich gleichzeitig ab: Ich hoffe und wünsche und will alles, was an mir liegt, tun, daß in diesen Burgen Männer erzogen werden, die Ihr großes Erbe würdig und treu verwalten.
Und ein weiteres Gelöbnis gebe ich Ihnen, mein Führer: Diese Männer, die hier hinausgehen, werden gehorchen gelernt haben, werden treu und Kameraden für das ganze Leben sein. (Quelle: Wir alle helfen dem Führer, Dr. Robert Ley, 1937)
Heute, im Jahre 1936, ist die Partei zum Träger des politischen Willens der Nation geworden. Neue und gewaltige Aufgaben sind ihr gestellt – und vor allem eine für die Gestaltung der Zukunft ausschlaggebende Aufgabe: die politische Führungsauslese im Volk! Und es war ein Beitrag zur Erfüllung dieser Aufgabe, als am 21. Februar 1936 der Reichsorganisationsleiter Pg. Dr. Robert Ley in Köln mit der Ausmusterung jener Parteigenossen begann, die demnächst in den Ordensburgen der NSDAP. ihre Erziehung zur politischen Führung erhalten sollen. Denn die NSDAP. als organisch gewachsene Volksführung will auch den Führernachwuchs einer natürlichen Auslese unterwerfen, die auf die deutschen Charakterwerte und die Erkenntnisse über Menschenführung abgestellt ist. Die aus der NSDAP. gewachsene Führerschicht ist durch die Auslesewirkung der Kampfszeit erprobt. Für den Führernachwuchs Auslesemöglichkeiten zu schaffen, die denen der Kampfzeit der Bewegung in ihrer Wirkung entsprechen, war die Aufgabe – eine Aufgabe, die nicht durch Schulung allein zu bewältigen ist. So entstand der Gedanke der Ordensburgen, denn wie die Führerschaft der Bewegung mehr und mehr zum Orden zusammenwächst, soll ihr Nachwuchs Läuterung und Prüfung auf den Burgen dieses Ordens erfahren. So entstanden zunächst drei Ordensburgen – Vogelsang in der Eifel, Crössinsee in Pommern, Sonthofen im Allgäu – architektonische Schöpfungen von wuchtigen Ausmaßen, die organisch ihrer Landschaft entsprechen und Zeugnis ablegen vom Zukunftswillen des im Nationalsozialismus wiedererwachten deutschen Volkes. (Neben diesen wuchtigen Zeugen einer neuen deutschen Baukultur sei noch daran erinnert, daß bereits am 24. November 1935 die alte Burg Erwitte an den Ausläufern des Teutoburger Waldes ihrer neuen Bestimmung als Reichsschulungsburg übergeben worden war. Im Auftrage der Deutschen Arbeitsfront aufgebaut, dient sie jetzt Schulungszwecken der NSDAP. und der DAF.) Die drei Ordensburgen Vogelsang, Crössinsee und Sonthofen sollen der Erziehung des mehrfach ausgemusterten Führernachwuchses der NSDAP. gewidmet sein. ...... Die für den Führernachwuchs ausgesuchten Parteigenossen (die ihrer Arbeitsdienstpflicht und ihrer Wehrpflicht genügt haben müssen) sollen in den Ordensburgen durch die besten Lehrer in Geschichte und Rassenkunde, Philosophie und Kultur, Wirtschafts- und Soziallehre usw. unterrichtet werden. Die weltanschauliche Linie dieser Schulung zu bestimmten, die geeigneten Lehrer auszusuchen bzw. heranzubilden, ist eine der Aufgaben der „Hohen Schule der Partei“, die in naher Zukunft gegründet werden soll und die unter Leitung des Reichsleiters Pg. Alfred Rosenberg in seiner Eigenschaft als Beauftragter des Führers für die Überwachung der gesamten geistigen und weltanschaulichen Schulung und Erziehung der NSDAP. stehen wird. (Quelle: Das Dritte Reich – das vierte Jahr 1936, Gerd Rühle)
Über den Erziehungsweg der nationalsozialistischen FührerleseBerichtete Reichsorganisationsleiter Dr. Ley im November 1937 auf der Ordensburg Sonthofen wie folgt (Völkischer Beobachter v. 24.11.1937): Die nach schärften Richtlinien ausgewählten jungen Nationalsozialisten werden 6 Jahre durch die Adolf-Hitler-Schulen, 7 Jahre durch die Bewährung im Lebenskampf und 4 Jahre durch die Ordensburgen der Partei geführt, die die Berufensten dann in die Hohe Schule der Partei aufnimmt. Jeder politische Führer wird künftig, ehe er in Partei oder Staat eingesetzt wird, durch diese Schule der Bewegung gehen müssen. Adolf-Hitler-Schulen werden in allen Gauen errichtet. Ihre Schüler kommen aus dem Volke, ohne Ansehen von Stand und Vermögen der Eltern. Jede Ortsgruppe sucht die Tüchtigsten aus ihrer Jugend aus. Nachdem der Kreis sie bewertet und gesiebt hat, werden die Besten nach den strengsten Grundsätzen vollgültiger Gesundheit und körperlicher Verfassung ausgemustert. Die Kosten der Ausbildung dieser rd. 4000 Schüler trägt die Partei; jeder erhält ein angemessenes Taschengeld und wird so gleich reich oder arm sein wie der andere, Sondergaben der Eltern fließen der Gemeinschaft zu. Dadurch entsteht schon hier auf der Grundlage ehrlichster Kameradschaft eine starke, geistig wache, gesunde und gläubig junge Mannschaft. Der Lehrplan ist von Reichsleiter Rosenberg gemeinsam mit dem Reichsorganisationsleiter und dem Reichsjugendführer festgelegt. Es gibt weder Zeugnisse, noch Prüfungen oder Sitzenbleiben: Der Schüler bewährt sich in charakterlicher Leistung und Wissen oder er scheidet aus. Dafür findet eine ständige Bewertung in den Personalakten statt, nach der das Gesamturteil über den Adolf-Hitler-Schüler gebildet wird, der überdies in diesen 6 Jahren seiner Schulung im Dienste der Bewegung stehen muß; er tut außerhalb der Schule Dienst in der HJ. Damit wird jede Absonderung und jeder Dünkel von vornherein ausgeschaltet. Nach dieser Ausbildung tritt die junge Mannschaft ins Leben. Jeder muß ohne Unterstützung durch die Partei einen Beruf erlernen und zum Abschluß bringen. Dabei muß selbstverständlich wieder Dienst in der Bewegung oder einer ihrer Gliederungen getan werden. Arbeits- und Wehrdienstpflicht sind zu erfüllen. Auch die Universität steht dem Adolf-Hitler-Schüler offen. Von den 4000 durch die Adolf-Hitler-Schulen Gegangenen erlangen aber nur rd. 1000 die nächste Stufe, die Ordensburg, für die sie nach 7 Jahren zur freiwilligen Meldung aufgerufen werden. Ein Teil wird bei dem erlernten Berufe, ein Teil in der Wehrmacht verbleiben, andere werden den gesundheitlichen Anforderungen, die nun gestellt werden, nicht gewachsen sein. Denn der Erziehungsplan für die nächsten 4 Jahre sieht härteste körperliche und weitgreifende geistige Schulung vor. Er erstreckt sich ineinandergreifend über die 4 Burgen der Bewegung entsprechend den ihnen eigenen Anlagen. Die leichtesten Anforderungen stellt die pommersche Burg Crössinsee, die auch landschaftlich die am leichtesten zugängliche ist. Segeln, Leichtathletik, Fliegen und Reiten sind die Sportgebiete. Die trutzige Anlage der Burg Vogelsang in der Eifel ist auf strenge körperliche Erprobung und geistiges Weiterreifen eingerichtet. Eine der größten Sporthallen wird hier geschaffen werden. Haben die Führeranwärter sich bis dahin bewährt, so beziehen sie nun für anderthalb Jahre die Burg Sonthofen im Allgäu, die von ihnen in zwei Bergwintern bei Schi- und Kletterfahrten das Letzte an Mut, Ausdauer und körperlicher Widerstandskraft verlangt. Das letzte halbe Jahr gehört der im Osten in nächster Nähe der Marienburg geplanten Ordensburg, der Stätte der letzten geistigen und politischen Ausreifung. In jedem Jahr der Ordensburgausbildung müssen die Führeranwärter 3 Monate Parteidienst tun, wozu sie auf die einzelnen Gaue verteilt werden, die ihrerseits in dieser Zeit die gleiche Zahl Politischer Leiter zu Überholung ihres weltanschaulichen Wissens und körperlichen Ertüchtigung auf die Burgen entsenden. Die höchste Stufe des ganzen Erziehungssystems, die nur die Auslese der bisher Erprobten erreicht, ist die Hohe Schule der Partei, die am Chiemsee errichtet wird und der Leitung Alfred Rosenbergs untersteht. Sie wird aus 4 Sektoren bestehen: Forschungsinstitut mit Zentralbücherei, Akademie zur Ausbildung der Lehrkräfte für die Adolf-Hitler-Schulen und Ordensburgen, ein Lager, das jährlich je 600 Mann Lehrpersonal und Stammannschaften der Ordensburgen zur weltanschaulichen und wissenschaftlichen Festigung vereint, und eine Adolf-Hitler-Schule, die der Hohen Schule angegliedert ist, damit diese eng mit der Jugend verbunden bleibt. Um auch mit dem schaffenden Volke ständig kameradschaftliche Verbundenheit zu gewährleisten, sind bei jeder Burg wie auch neben der Hohen Schule KdF.-Hotels mit je 2000 Betten nach dem Muster der KdF.-Bäder geplant, so daß der Führernachwuchs auch in dieser Zeit inmitten der Volksgenossen steht. (Quelle: „Verfassung und Verwaltung im Großdeutschen Reich (Reichsbürgerkunde)“, von Kluge/Krüger, 1939, zum Thema Ordensburgen)
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