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Die Waffen-SS: Unschuldig in Oradour
Am 9. Juni 2004 verurteilte mich das Berufungsgericht in Limoges zu zwei Jahren Gefängnis, davon 18 Monate auf Bewährung und zu einer Geldstrafe von 3,000 Euro für das Verbrechen der „Befürwortung eines Kriegsverbrechens“. Auch die Einziehung eines Teiles meiner Archive, die im Jahre 2001 beschlagnahmt wurden, wurde als rechtmäßig erklärt. Der Grund dieses Urteils war meine Forschung in das angebliche SS „Massaker“, das in dem französischen Dorf Oradour vor 60 Jahren geschah.
Ich für meinen Teil benutze die gebräuchliche Arbeitsweise der Kriminalpolizei, indem die objectiven Beweise ohne Vorurteil überprüft wird. Ich vergaß alles, was ich gehört hatte, und besuchte den Tatort der Tragödie, mit den verbleibenden Ruinen. Außerdem studierte ich alle historischen Fotografien, die ich bekommen konnte, vor allem die der Leichen. Erst danach las ich die Berichte der Augenzeugen.
In Bezug auf die Leichen lässt sich feststellen, dass zwischen denen der Männern auf der einen Seite und denen der Frauen und Kinder auf der anderen Seite, es sich um entscheidende Unterschiede handelt,. Die Leichen der Männer waren (bis auf wenige Ausnahmen) vollständig, aber verkohlt, während sich die Kleidung, die sie trugen, verbrannt war. Sie sahen aus wie die typischen Opfer eines Brandes. Im Gegensatz dazu waren die Leichen der Frauen und Kinder in Stücke gerissen, sodass man nur von Körperteilen sprechen konnte: hier ein Torso, ein Becken mit den Beinen daran, dort ein Arm, eine Hand, ein Kopf. Viele der Körperteile waren mit Stoffstücken bedeckt, die noch nicht verbrannt waren. Soweit der Kopf gefunden wurde, war man in der Lage die besonderen Merkmale der Gesichter der Opfer zu erkennen. Sie sahen aus wie die typischen Opfer einer Explosion.
Die Ruine der Kirche bestätigte meine Annahmen. Sie erinnerte mich an andere Kirchen, die Ziele von Bombardierungen wurden. Typisch für solche Ruinen sind die abgerissenen Dächer, hervorgerufen durch die Explosion, und die fehlenden Versengungsmerkmahle rund um die Öffnungen des Gebäudes (Fenster und Türen). Bei einem starken Feuer findet man dort immer Spuren von Ruß.
Die physischen Beweise ermöglichte es uns daher zu dem Schluss zu kommen, dass ein kurzes verheerendes Ereignis in der Kirche stattfand, eher als ein lang anhaltendes Feuer. Das scheint die Hypothese von einer oder mehreren Explosionen zu bestätigen.
Bekräftigen von Augenzeugenaussagen
Mit dieser Arbeit getan, begann ich die Zeugenaussagen zu studieren. Meine Aufmerksamkeit wurde sofort auf Frau Rouffanche gelenkt, die als einzige Überlebende der Ereignisse in der Kirche dargestellt wird. Sie hinterließ mehrere Zeugenaussagen zwischen 1944 und 1947 und erschien auch als Zeugin vor dem Kriegsverbrechergericht in Bordeaux in 1953. Die Zeugenaussagen vergleichend, kam ich bald zu dem Schluss, dass Frau Rouffanche eine falsche Zeugin war, die absurde Aussagen machte. So sprach sie zum Beispiel von einer geheimnisvollen „Kiste“, die ohne Flammen verbrannte und die ohne Explosion durch die Luft geflogen sei. Als sie zum ersten Mal im Juni 1944 von Mitgliedern der Résistance-Gruppe von Pierre Poitevin befragt wurde, sprach sie von einer „Rauch erzeugenden Kiste“, die die Waffen-SS in die Kirche gebracht hatten. Weiterhin gab sie an: „Niemand wagte in die Nähe der Kiste zu gehen, aber sie war nicht explodiert“. Aber andererseits sagte sie am 20. November 1944 aus, dass „das Gerät in Brand gesetzt wurde und eine heftige Explosion erschütterte das Innere der Kirche“. (Aus: „Archiv des Ausschusses zur Überprüfung von Feindesverbrechen in Frankreich“). 1947 erklärte sie vor dem Militärgericht in Bordeaux: „Von der besagten Kiste, die in die Kirche gebracht worden war, ging ein dicker, erstickender Rauch aus, ohne sichtbare Flammen“.
Man gelangt daher zu der Annahme, dass die geheimnisvolle Kiste ohne Flammen verbrannt sei und dass eine Explosion in ihrem Inneren stattfand, aber die Kiste selbst nicht explodierte.
Auf jeden Fall, erklärte Frau Rouffanche, entkam sie den Flammen durch einen Sprung durch das Kirchenfenster. Das bedeutete, dass sie 4 Meter gefallen sein muß, auf einen 4.5 Meter langen steilen Abhang, an dessen Ende sich eine 1 Meter breite Mauer befindet. Von diesem schmalen Stück der Wand waren es noch 2.5 Meter hinab, wo die Waffen-SS auf sie wartete. All dies war Frau Rouffanche gelungen ohne sich zu verletzen, obgleich sie damals schon 47 Jahre alt war. Als sie aufgestanden war, gelang es ihr zu entkommen, obwohl ein unter dem Fenster aufgestellter SS-Mann Feuer auf sie eröffnete, und traf sie mit 5 Kugeln in ihre Beine. Diese widersprüchlichen und fantastischen Aussagen waren genug mich zu überzeugen, dass Frau Rouffanche eine Lügnerin war.
Danach wandte ich mich an die anderen Augenzeugen, in der offiziellen Literatur erwähnt, nach denen die Waffen-SS die Feuerleger waren. An erster Stelle unter den Überlebenden des Dramas stehen die sechs Männer, die den Schießungen entkamen, indem sie sich in der Scheune des Landwirtes Laudy versteckten. Von besonderm Interesse war die Zeugenaussage einer Frau Lang, die sich an diesem schicksalschweren Tag des 10. Juni 1944 in ihrem Haus versteckt hatte. Bei ihrer Vernehmung erklärte sie: „Es ist ein schrecklicher Lärm zu hören aus der Richtung der Kirche, die einige Dutzend Meter von uns entfernt liegt. Eine Explosion folgte der anderen, dann schreckliche Schreie werden gehört. Die Maschinengewehre feuern“.
Herr Palier, ein für die französische nationale Eisenbahngesellschaft, SNCF, arbeitender Ingenieur, der die Kirche den Tag nach diesen Ereignissen besuchte, schreibt: „Es scheint mir, dass die Frauen und Kinder ein anderes Schicksal erlitten hatten als die Männer, da die Leichen der Menschen, die sich in der Kirche befanden in einem 'normalen Zustand' aufgefunden worden waren“. Diese Aussage bestätigte meine erste Schlussfolgerung, die ich auf Grund der objektiven Beweise geformt hatte. Die Kirche wurde durch mehrere Explosionen zerstört, welche auch die Frauen und Kinder getötet hatten. Diese Untersuchung wurde durch die Zeugenaussagen der Überlebenden, sowie durch die unveröffentlichen Dokumente bestätigt.
Im August 1990 traf ich mich mit Herrn Renaud. Er erzählte mir, wie er miterlebte, als die Kirche durch eine Explosion zerstört wurde. Die Explosion war so stark, dass das Dach herunter flog und Herr Renaud die Schockwelle verspürte. Herr Beaubreuil für seinen Teil bestätigte, dass das Maschinengewehrfeuer im Dorf nach einer heftigen Explosion aus der Richtung der Kirche begann. Seine Zeugenaussage ist von besonderem Interesse, da er sich an dem betreffenden Tage im Haus seiner Tante versteckt hielt, die in der unmittelbaren Nähe der Kirche wohnte. Heute leugnen beide Zeugen, dass sie mich jemals gekannt haben und mit mir gesprochen haben. In diesem Fall lügen beide. Ich habe beide getroffen und unsere Gespräche in einem kleinen roten Notiz Buch mit Daten und Information notiert, die ich einfach nicht fabriziert haben konnte. Das Notizbuch wurde später von den französischen Justizbehörden beschlagnahmt. Falls es von ihnen freigegeben würde, wäre es klar, wer hier lügt!
Mit Hilfe eines Rechtsanwaltes konnte ich die stenografischen Notizen, während des Kriegsverbrechergerichtes in Bordeaux gemacht, untersuchen. Ich konnte ermitteln, dass nicht nur die Angeklagten (Ferdinand Giedinger, Heinrich Weber, und weitere), sondern auch die Zeugen der Anklage (d.h. die Überlebenden) bestätigten, dass die Kirche explodiert war. Frau Renaud zum Beispiel sagte aus: “Es gab eine grosse Explosion in der Kirche“. Ihr Mann, den ich kennengelernt hatte, sagte 1990 vor Gericht aus: „Die einzigen Schreie, die ich hörte, begannen als die Kirche explodierte“. Herr Petit war einer derjenigen, der die Kirche kurz nach der Tragödie betreten hatte. In Bordeaux stellte er fest: „Es war ein schrecklicher Anblick. Es gab keine ganzen Körper mehr. Einige waren in zwei gerissen worden“.
Hat die Waffen-SS die Kirche gesprengt?
Kann man die Waffen-SS für die Explosionen verantwortlich machen? Nach der allgemein gehaltenen Version der Ereignisse ist die Antwort: Ja. Doch die Befürworter der offiziellen Version wissen, dass die geheimnisvolle Kiste, von der Frau Rouffanche sprach, nicht die Explosion im Turm der Kirche erklären kann, da sie angeblich weit weg vom Turm, im Hauptschiff der Kirche platziert wurde. Es wird behauptet, dass die Waffen-SS alle Frauen und Kinder gleichzeitig durch eine Explosion zu töten gedachte. Dieser Versuch jedoch schlug fehl und verursachte mehr Lärm als Schaden, denn der einzige, der getötet wurde war ein SS-Mann mit Namen Gnug, der von einem fallendem Steinen aus dem Kirchturm erschlagen wurde. Danach hatten sie improvisiert und brachten eine Erstickungsmaschine, die sie in dem Inneren der Kirche in Brand setzten. Aber auch dieser Versuch scheiterte, da die Explosion die Fenster zerstört hatte, durch die der Rauch entkam. In völliger Verzweiflung betraten die Waffen-SS-Mitglieder die Kirche, um die Menschen mit ihren Maschinengewehren zu erschiessen. (Albert Hyvernaud: Petite histoire d'Oradour-sur-Glane de la Préhistoire à nos jours, 1989).
Für mich gab es daher nur einen
Schluss zu ziehen: Die geheimnisvollen Explosionen, von denen eine im
Kirchturm stattfand, war nicht das Werk der Waffen-SS. Sie war anderer
Herkunft, und dieses hatten die Verfechter der offiziellen Version schon
bereits in 1944 verhehlen können. Oradour, ein Stützpunkt für Partisanentätigkeit
Die wahrscheinlichste Vermutung ist, dass sich ein Partisanenmunitionslager in der Kirche befand und dass am 10. Juni dieses Lager mit tragischen Folgen explodierte. Die Gründe dafür müssen nach wie vor geklärt werden. Diese Theorie steht natürlich im Widerspruch zur offiziellen Darstellung, die Oradour als friedliebendes Dorf in einer Region frei von Partisanen darstellt. Die Vertreter der offiziellen Theorie möchten nicht, dass Menschen ernsthaft über die wirklichen Ursachen für die Zerstörung der Kirche nachdenken. Warum sollte die Résistance nicht ein grosses Dorf an einem wichtigen Transportweg für ihre Zwecke verwendet haben? Denn wir wissen von mehreren Fällen aus Frankreich und Belgien, wo Partisanen Kirchengebäude als Verstecke für grosse Mengen von Munition verwendeten.
In den 90-er Jahren begann ich mich näher mit den Partisanentätigkeiten zu beschäftigen und fand bald heraus, dass einige Dorfbewohner von Oradour Verbindungen zum Widerstand hatten: Maurice Beaubreuil war ein Mitglied einer Partisanengruppe, sein Freund Mathieu Borie gehörte zur FTP, der kommunistischen Widerstandsbewegung. Paul Doutre war ein Partisanenanhänger; M. Dupic war ein Mitglied der „Secret Army“, (einer rechtsextremorientierten Gruppe von Partisanen). Paul Doire belieferte Partisanen des Ortes mit Brot. Aber es gab noch mehr Beispiele: Durch Studieren der Haute-Vienne Abteilung der Archive habe ich herausgefunden, dass Partisanen regelmäßig in Oradour tätig waren und dort solche Dinge unternahmen, wie Stehlen von Zigaretten und Benzin. (Vergl. Den Bericht von Unterpräfekt Guy Pauchou, den ich in meinem Buch zitiere. Trotz dieser Tatsachen sagte derselbe Pachou in 1945 aus, dass Oradour ein vollkommen friedliches Dorf war). Abgesehen davon, war die 643. Division der ausländischen Arbeitsnehmer in Oradour untergebracht. Diese bestanden vor allem aus Spaniern, die der Franco Herrschaft entflohen waren. Für die Partisanen waren diese Anti-Faschisten eine Quelle möglicher Rekruten. Das ist sicherlich auch der Grund warum die Gegenwart der ausländischen Arbeitsnehmer auch der offiziellen Überprüfung entgangen ist.
Ich habe 1996 herausgefunden, dass ein ehemaliger RAF-Pilot mit dem Namen Len Cotton Ende 1942 in der Nähe von Confolens abgeschossen worden war. Schriftlich erzählte er mir, dass die Besatzung seines Flugzeuges durch den Widerstand versorgt wurde, damit sie nicht in Deutsche Hände fielen. Für drei Tage waren sie in Oradour-sure-Glane in der Sakristei der Kirche versteckt, mit dem vollen Wissen des örtlichen Priesters. Die Verpflegung der RAF-Männer wurde von der Tochter der bereits genannten Frau Rouffanche besorgt, die ein Mitglied der Résistance war, unter dem Decknamen Danielle. Am Telephon erklärte Len Cotton mir, dass Oradour ein wichtiger Stützpunkt der Résistance war. Diese Zeugenaussagen veröffentlichte ich bereits vor sieben Jahren. Bisher gab es noch keine Stellungsnahme der Vertreter der offiziellen Version.
Auf jeden Fall brachen die zwei wichtigsten Bausteine der offiziellen Version, einer nach dem anderen, zusammen. Oradour war kein völlig friedliches Dorf, ohne Partisanentätigkeit, sondern im Gegenteil ein Zentrum von Partisanentätigkeit. Und: die Kirche wurde nicht durch einen von der Waffen-SS verursachten Brand zerstört, sondern durch eine Reihe von Explosionen der Munition, die im Gebäude gelagert wurde.
Diese Schlussfolgerungen waren um so wichtiger, da die Waffen-SS schon in 1944 bestritten hatte, dass sie in Oradour waren, um dessen Bevölkerung zu terrorisieren und das Dorfes zu liquidieren. Am 10. Juni 1944 kamen etwa 120-150 Mitglieder der Waffen-SS-Division „Das Reich“ nach Oradour, mit dem Auftrag, das Dorf und Umgebung nach dem deutschen Soldaten H. Kämpfe zu durchsuchen, der am Vortag von einer Partisanen Gruppe unter der Leitung von Jean Canou gefangengenommen wurde. Nach den ersten Eindrücken zu schliessen, war der gefangen Mann noch immer in Oradour anwesend. Die Männer des Dorfes wurden dann von den Frauen und Kindern getrennt, während die letzteren aus Sicherheitsgründen in der Kirche untergebarcht wurden. Daraufhin wurden die Männer in kleinere Gruppen aufgeteilt und in Scheunen verriegelt, sodass sie von einer kleineren Anzahl von Soldaten bewacht werden konnten. Die Waffen-SS durchsuchte die Häuser und fand zahlreiche Waffen, sowohl als auch Munition. Es gab dann eine grosse Explosion in der Kirche, die Frauen und Kinder in Stücke zerriss. Die SS-Wachen glaubten sie seien unter Beschuss und eröffneten deshalb Feuer auf die Männer in den Scheunen.
Die offizielle französische Widerlegung
Die Franzosen haben immer wieder die deutsche Version mit der Behauptung eines friedlichen Dorfes widerlegt. Das ist allerdings ein schlechter Versuch sich selbst als unschuldig darzustellen, oder sich zumindest rechtfertigen zu wollen. Aber wir wollen es einmal als gegeben ansehen, dass die Waffen-SS wirklich „mit böser Gewohnheit“ gehandelt hätte, wie es ihnen vorgeworfen wird. Wenn sie wirklich versucht hätten die Bevölkerung zu terrorisieren und demoralisieren, so würde die Waffen-SS kaum nach Ausreden gesucht haben. Vielmehr würden sie mit teuflischem Stolz erklärt haben, dass sie nicht zum Narren gehalten werden können. In einem solchen Falle hätte es nicht nur ein Oradour gegeben, sondern zehn, zwansig, fünfzig.
Schließlich wird niemand bestreiten, dass die Waffen-SS in Oradour die Männer von den Frauen und Kindern getrennt hatten, oder dass sie Geiseln vom Ortschaftsältesten „Geiseln“ verlangten, für Verhandlungszwecke. Es ist ebenfalls unumstritten, dass die Waffen-SS die Häuser danach durchsuchte. Warum aber all diese Zeitverschwendung, wenn sie nur in das Dorf gekommen waren, um die Bewohner abzuschlachten? Schliesslich waren die Deutschen in Eile, um in die Schlachtzone der Normandie zu kommen.
In Tulle am vorhergehenden Tag
Man darf nicht vergessen, dass der Waffen-SS am Vortage in Tulle die ideale Gelegenheit für blutige Rachemassnahmen als Antwort für die Partisanentätigkeit und deren „sinnlose Grausamkeiten“ gegeben wurde. In diesem Dorf hatte man 40 schrecklich verstümmelte Leichen von deutschen Soldaten gefunden, getötet von der Résistance. Die Deutschen hätten hier die Leichname ihrer gefallenen Soldaten zur Schau stellen können, während sie ein Massaker der Männer, Frauen und Kinder in Oradour begingen. Aber das ist offensichtlich nicht geschehen. In Tulle hat die Waffen-SS, in Übereinstimmung mit ihren eigenen Vorschriften, die Frauen und Kinder unversehrt gelassen, während sie 99 von den insgesamt 1200 Gefangenen erhängten. Die Tatsache, dass in Oradour die Männer von den Frauen und Kindern getrennt wurden, beweist, dass sie nicht beabsichtigten das ganze Dorf zu vernichten. Anhand dessen, gehe ich davon aus, dass es sich in Oradour um eine Polizeiaktion gehandelt hatte, die unbeabsichigt in einer Tragödie endete. Die Aufgabe der Waffen-SS war es, den deutschen Soldaten H. Kämpfe zu suchen und das Partisanennest zu zerstören. Während die Operation ausgeführt wurde, schickte man die Frauen und Kinder in die Kirche. Der Fehler der deutschen Kommandanten war, dass sie den „heiligen Ort“ nicht richtig durchsucht hatte. Aber warum haben dann die Explosionen in der Lagerung der Munition, der zum Tode so vieler Menschen führte, stattgefunden? Solange der Zugang zu den Prozess Archiven verboten ist (und sie werden nicht vor 2053 geöffnet werden!), können wir uns nur auf Spekulationen berufen. Das wahrscheinlichste Szenarium sieht für mich folgendermaßen aus: Während die Waffen-SS das Dorf durchsuchte, versteckten sich einige Partisanen in der Kirche, wo, wie vorher gesagt, Waffen und Munition versteckt waren. Als nun die Frauen und Kinder in die Kirche gebracht wurden, entdeckte man die Partisanen. Die deutschen Soldaten versuchten sie gefangen zu nehmen. Es kam zu Handgreiflichkeiten und schliesslich wurden einige Schüsse gefeuert. Diese Schüsse mögen die Explosion der Munition verursacht haben. Sind alle Frauen und Kinder in der Kirche als Folge der Katastrophe umgekommen? Das erscheint nicht der Fall zu sein, da Teile der Kirche nicht zerstört wurden und Gegenstände aus Holz und Stoff unversehrt geblieben sind. Die Menschen, die sich in der Nähe dieser Gegenstände befanden, müssen auch das Drama überlebt haben, und nicht nur die bereits erwähnte falsche Zeugin Frau Rouffanche.
Ein deutscher Soldat mit dem Namen Eberhard Matthes besuchte „in Uniform“ 1963 Oradour. Er erklärte unter Eid, dass er die Bekanntschaft von zwei Frauen gemacht hatte, die sich als Überlebende der Kirche vorstellten. Sie sagten ihm, dass die Waffen-SS „mehrere Frauen und Kinder aus der Hölle gerettet hätten“.
Alle die oben genannten Einzelheiten wurden in einem fast 450 Seiten langen Buch, das 1997 in Belgien unter dem Titel: „Le Massacre d'Oradour“ veröffentlicht wurde, ausführlich besprochen. Es wurde später ins Deutsche übersetzt als „Die Wahrheit über Oradour“ und vom Druffel Verlag herausgegeben. In seinem Vorwort schrieb ich zu der Zeit: „Wenn uns Kritiker zu einer ehrlichen Debatte einladen, so werden wir sie gerne annehmen“. Ich war also schon damals bereit meine Theorien zu diskutieren. Wenn die Verfechter der offiziellen Version wirklich ihrer Sache sicher gewesen wären hätten sie kein Problem gehabt mich in einer offenen Debatte zu widerlegen. Der beste Weg das zu tun, wäre auf mein Buch zu antworten.
Jedoch diese Gelegenheit wurde nie von meinen Gegnern ergriffen. Anstatt zu diskutieren, hat man mit brutaler Zensur geantwortet. Mein Buch wurde 1997 veröffentlicht, zu einer Zeit, in der mir, meines „Revisionismus“ wegen, verboten wurde in Frankreich zu lehren. In der Gegend von Limousin wurde sofort eine intensive Medienkampagne gegen mich ins Leben gerufen. Ich wurde einer massiven Verleumdung unterzogen, mein Name durch den Dreck gezogen, und Lügner und Fälscher genannt. Natürlich hat mich kein einziger Journalist interviewt und nicht eine meiner Antworten zu den Anschuldigungen wurde je veröffentlicht. Nur meine Gegner durften sprechen.
Parallel zu diesen offiziellen Bemühungen, wurden in der Gegend von Limousin Versuche gemacht, mein Buch so schnell wie möglich zu verbieten. Wie erwartet, führte dieses zu einem schnellen Ergebnis und bereits im September 1997 war der Druck und die Verbreitung meines Buches, durch den Erlass des damaligen Innen-Ministers, Jean-Pierre Chevènement, im gesamten Bereich Frankreichs verboten.
. In der Zwischenzeit wurden meine Gerichtsverhandlungen fortgesetzt. Sie dauerten zwei Jahre. Am Ende wurde mein Fall als „Befürwortung eines Kriegsverbrechens“ angesehen. Der Prozess im Gericht in erster Instanz fand am 18. November 2003 statt. Die Weise, in der es behandelt wurde, kann nur als skandalös bezeichnet werden. Der vorsitzende Richter lehnte ein Zeigen meiner Video-Kassette für das Gericht ab. Mich immer wieder unterbrechend, machte er sicher, dass ich mich nicht verteidigen konnte. Am 12. Dezember wurde das Urteil gefällt und ich wurde zu einem Jahr Gefängnis verurteilt, davon neun Monate auf Bewährung, für das Verbrechen der „Befürwortung“. Zusätzlich mußte ich eine Geldstrafe von 10,000 Euro entrichten. Die Beschlagnahmung meines Forschungs Materials wurde als gesetzmäßig bestätigt.
Der Berufungsprozess fand am 14. April 2004 statt. Diesmal war die Stellungsnahme des Gerichtes etwas mehr korrekt. Obgleich ich mich dieses Mal selbst verteidigen konnte, wurden meine Argumente ignoriert wie zuvor. Das Urteil wurde am 9. Juni 2004 gesprochen, das heißt am Vortag des 60. Jahrestages der Tragödie von Oradour. In vielen Sachen behielt das Gericht das Urteil der ersten Instanz Wort für Wort bei, während das Urteil selbst rauer gemacht wurde. Aufgrund der Forderung des Staatsanwalts, verurteilte mich der Richter zu zwei Jahren Gefängnis, davon 18 Monate ohne Bewährung. Die Geldbusse andererseits wurde auf 3 000 Euro reduziert, zu zahlen an drei zivile Parteien des Gerichtsverfahren (Marcel Durthout, eine Überlebender der Tragödie, „die Internationale Liga gegen Rassismus und Anti-Semitismus“ und „Freunde der Gesellschaft für das Gedenken der Deportation“). Die Beschlagnahmung meines Materials wurde erneut als rechtlich zulässig erklärt. Ich habe eine Berufung auf „unschuldig“ eingereicht, mit wenig Hoffnung auf Erfolg.
Zusammenfassung
Zur Zeit, in der ich diesen Text schreibe, warte ich darauf, für sechs Monate ins Gefängnis zu gehen. Vom gerichtlichen Standpunkt gesehen, triumphierten meine Feinde. Aber intellektuell haben sie verloren, da sie in sieben Jahren nicht in der Lage waren auf meine Argumente zu antworten, sondern schwiegen, und sich weigerten mich zu debatieren. Sie haben sicher gemacht, sich mit dem Gesetz zu schützen. Sie verlangten ununterbrochen brutale Zensur meiner Arbeit und eine Gefängnisstrafe für mich. Diese Clique versucht mich zum Schweigen zu bringen, koste es, was es wolle. Dadurch haben sie aber unbeabsichtigt dazu beigetragen meine Argumente zu verbreiten.
Rückübersetzt aus der englischen Übersetzung des Thomas Kues.
Quelle: CODOH
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