KOMMENTAR:

Wie bei vielen historischen Ereignissen (etwa Dresden, Auschwitz u.a.) sind Zahlenangaben bezüglich der Vertreibung je nach Quelle und Definition sehr verschieden.

 

Um ein Bild zu gewinnen, folgende Überlegung:

Es wurden etwa 20 Millionen Deutsche vertrieben, bzw., waren von der Vertreibung existentiell betroffen. Man wird die geringe Streubevölkerung der in den Heimatorten Verbliebenen (etwa in Siebenbürgen, Oberschlesien, Wolgarepublik) durchaus als „Betroffene“ auffassen müssen, denn ihre Existenz war infolge der Vertreibung vernichtet, die deutsche Sprache und Kultur weitgehend ausgelöscht (etwa Schulen, Rundfunk, Zeitungen, Theater). Vergleichen wir einmal im Geiste die Lage einer Familie aus Siebenbürgen, die in die BRD gelangt ist, mit einer anderen, die jahrzehntelang als Deutsche der Ceausescu-Despotie ausgeliefert war.

Auch die wenigen „Verbliebenen“ haben lebenslang schwerstens unter der Vertreibung gelitten.

Der Begriff „Flucht und Vertreibung“ ist unsinnig: Viele Ostdeutsche sind zwar vor den Sowjets zunächst geflüchtet, ihnen wurde jedoch die Rückkehr verweigert, also müssen sie als vertrieben gelten. Unten die „offiziellen“ Zahlen der BRD-Behörden (http://www.plm-wermelskirchen.de/Flucht.html ) .

 

Zu der Bevölkerung Ostdeutschlands inkl. Sudetenland, Danzig und Memelland (etwa 13,6 Millionen) müssen noch (etwa 1,5 Millionen) Deutsche dazugerechnet werden, die aus dem Westen nach Ostdeutschland zugezogen waren, bzw., die 1920-1939 vertriebenen Deutschen ersetzen sollten.

Aus den deutschen Sprachinseln in Rumänien, Jugoslawien, Ungarn, Polen (inkl. Westpreußen, Warthegau, Oberschlesien) 3,3 Millionen.

Etwa 2 Millionen Wolgadeutsche und die Bevölkerung deutscher Sprachinseln in der SU (etwa Wolhynien-, Schwarzmeerdeutsche) wurde um die halbe Erde in den Fernen Osten der SU vertrieben, unter gewaltigen Verlusten.

Bevölkerungszuwachs in Ostdeutschland 1939-1945 (ja, so was gab’s damals noch!!) muß hinzugerechnet, Kriegsverluste müssen abgerechnet werden.

 

ERGEBNIS: Etwa 20 Millionen Vertriebene, bzw., existentiell von der Vertreibung Betroffene.

Das ist mehr als die gesamte Bevölkerung von Finnland, Norwegen und Dänemark (19 Millionen).

Die Vermögensverluste können kaum beziffert werden, unten eine vorsichtige Abschätzung.

 

Besonders in Polen und der CSR wurden Tausende von Vernichtungslagern für die Deutschen eingerichtet, Zwangsarbeit war dabei noch lange nicht das Schlimmste. Zusammen mit den Morden in diesen Lagern und der Dezimierung der Deutschen in der Sowjetunion wird man davon ausgehen müssen, daß deutlich mehr als 3 Millionen Deutsche durch die Vertreibung „rechtswidrig getötet“ wurden. Adenauer schätzte die Zahl der Ermordeten mehr als doppelt so hoch. Dazu ein Zeitzeugen-Bericht über das (polnische) Lager Potulice.

 

Warum hört man darüber in den Schulen nichts???

 

 

Vermögensverluste im Osten http://www.ungarndeutsche.de/de/cms/index.php?page=vermogensverluste-im-osten

Die Höhe der deutschen Vermögensverluste im Osten
auf Grundlage der Verkehrswerte (1945) in heutigen Werten (in Mrd. DM):

Staat

Privatvermögen

öffentl. Vermögen

zusammen

Oder-Neiße-Gebiete
(sowj.)
UdSSR/RF

31,6
  2,0

6,8
0,4

38,4
  2,4

zusammen:

33,6

7,2

40,8

Oder-Neiße-Gebiete
(poln.)
Polen (Grenzen von 1939)
Danzig

286,6
  

57,2
14,0

60,4

  6,6
  3,8

347,0

 63,8
 17,8

zusammen:

357,8

70,8

428,6

Tschechoslowakei
Baltikum
Jugoslawien
Ungarn
Rumänien

145,4
 11,0
 21,2
 13,0
 17,2

25,4
  3,0
  2,4
  1,0
  1,6

170,8
  14,0
  23,6
  14,0
  18,8

gesamt:

599,2

111,4

710,6*

Quelle: Der Donauschwabe, 11. April 1999, S. 3.;
Einsender: Dipl. Ing. Josef Brasch, Ottenbronn, 04. 2003;
Als html-Tabelle eingerichtet von A. Tressel;         

* Entspricht: 363,3 Mrd. Euro