Der Neubau des Reiches

 

 

 

„Nicht für Ideen leben wir, nicht für Theorien,
nicht für phantastische Parteiprogramme, - nein,
wir leben und kämpfen für das deutsche Volk,
für die Erhaltung seiner Existenz, für die
Durchführung seines eigenen Lebenskampfes in
der Zukunft, und wir sind dabei überzeugt, daß
wir nur damit allein mithelfen an dem, was
die anderen so gern in den Vordergrund stellen
möchten: ein Weltfriede – er wird immer vor-
aussetzen starke Völker, die ihn wünschen und
beschützen.“                                    
Adolf Hitler
 

 

 

 

 

Nationalsozialistische Staatsführung

 

 

Wenn ein Volk zugrunde geht, dann liegt die Ursache immer entscheidend mit in der falschen Art, in der es regiert wird.  Wenn die staatlichen Machthaber nur darauf gerichtet sind, ihre Macht zu vergrößern und möglich viel Land zu beherrschen, dann bedeutet das immer ein Unglück für das Volk.  Denn diese Machthaber fragen nicht nach dem Wohl des Volkes; ihnen ist es überhaupt gleichgültig, ob sie ein eigenes Volk beherrschen oder fremde Völker, sie wollen nur ihren Ehrgeiz befriedigen und möglichst mächtig und gefürchtet sein.  Wenn nun aber umgekehrt die Regierung schwach ist und die Zügel schleifen lässt, dann kann es dem Volke auch nicht gut gehen, denn dann ist der Staat nur ein großer Verwaltungsapparat, dann kommen Parteien und andere Interessenverbände und wollen das erste Wort führen.  Jeder geht seinen eigenen Interessen nach und keiner fragt nach dem Wohl des Ganzen.  Wie sich ein derartiges Regierungssystem auswirkt, das nur einen großen Verwaltungsapparat darstellt, haben wir 14 Jahre lang erlebt. 

 

Diesen falschen Regierungsformen gegenüber hat der Nationalsozialismus eine wirkliche Volksführung gebracht.  Sie ist stark und kraftvoll, aber sie gebraucht ihre Macht nur zu solchen Zwecken, die dem Volke nützlich und förderlich sind.  Für den Nationalsozialismus liegt das Ziel darin, für das Volk zu arbeiten und für die Wahrung und Erkämpfung seiner Freiheit und seines Wohlstandes zu wirken.  In Adolf Hitler wurde seit dem Fürsten Otto von Bismarck zum ersten Male wieder ein bedeutender Staatsmann deutscher Reichskanzler.  Was er als Parteiführer immer wieder gefordert, wofür er in 14 langen Jahren unerschütterlich gekämpft hatte, begann er jetzt, als er die Staatsmacht in Händen hatte, planvoll und gründlich zu verwirklichen.  Er zwang nicht, wie es das Zwischenreich gemacht hatte, dem Volk eine Verfassung auf, vielmehr wurden Schritt für Schritt, ohne schädliche Übereilung, den Not-wendigkeiten entsprechend die Maßnahmen ergriffen und durchgeführt.  Die Grundlage dazu bot das „Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich“ vom 23. März 1933, das der am 5. März 1933 gewählte Reichstag mit großer Mehrheit annahm.

 

Der Durchsetzung des nationalsozialistischen Willens im ganzen Deutschen Reiche dienten die gesetzgeberischen Maßnahmen, die das Verhältnis zwischen dem Reich und den einzelnen deutschen Ländern regelten.  So wurden zunächst die Länderparlamente in ihrer Zusammen-setzung dem Ergebnis der Reichstagswahl vom 5. März 1933 angeglichen und schließlich am 14. Oktober 1933 völlig aufgehoben.  Am 7. April 1933 schon wurde das „Reichsstatthalter-gesetz“ erlassen, durch das in den deutschen ändern Reichsstatthalter eingesetzt wurden.  Diese haben dafür Sorge zu tragen, daß das nationalsozialistische Aufbauwerk in allen deutschen Landen im gleichen Geiste durchgeführt und daß das Wort des Führers verwirklicht wird, daß er anlässlich des Reichsparteitages 1933 in Nürnberg sagte: „Es ist daher weder Preußen, noch Bayern, noch irgendein anderes Land ein Pfeiler des heutigen Reiches, sondern die einzigen Pfeiler sind das deutsche Volk und die nationalsozialistische Bewegung.“  Dieser nationalsozialistischen Auffassung entspricht es auch, daß es seit dem 5. Februar 1934 nicht mehr eine „thüringische“ oder „bayerische“ oder „sächsische“ Staatsangehörigkeit, sondern nur noch eine Zugehörigkeit zum Deutschen Reiche gibt.

 

Zur Vereinheitlichung der Führung galt es, die vielen verschiedenen Parteien, Wirtschafts-verbände, Gewerkschaften zu beseitigen und eine einzige Autorität aufzurichten: die der nationalsozialistischen Regierung.  Nur wenn einzig und allein und überall sie zu bestimmen hat, kann sie ihr Aufbauwerk durchführen.  Deshalb wurden im Laufe des Jahres 1933 viele in Deutschland bestehenden Verbände und Vereine „gleichgeschaltet“; sie wurden dem einheit-lichen nationalsozialistischen Befehl unterstellt.  Deshalb wurden die Kommunistische und die Sozialdemokratische Partei aufgelöst und verboten und ihre Führer daran gehindert, ihr staatsfeindliches und volksschädigendes Treiben fortzusetzen.  Deshalb mußten aber auch zahlreiche weitere Parteien und Verbände veranlasst werden, durch ihre Selbstauflösung ihren Teil zum Neubau von Staat und Volk beizutragen.

 

Seitdem besteht nur noch die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei, die im Gegen-satz zu den früheren Parteien mit dem Staate eins ist.  Mit den ihr angeschlossenen Verbänden und Organisationen ist sie die Mittlerin zwischen Staat und Volk; durch sie erfährt der Staat die Bedürfnisse des Volkes.  Sie verkörpert den revolutionären Willen des National-sozialismus.  Gleichzeitig lässt sie auch das Volk die Maßnahmen der Regierung verstehen, damit die Regierung sich niemals vom Volke entfernt.  Wenn im parlamentarischen System jeweils der Wille einzelner Parteien oder Wirtschaftsgruppen im Staate durchgesetzt wurde, so trägt die Nationalsozialistische Partei die Sorge dafür, daß im neuen Staat der Wille des ganzen deutschen Volkes beachtet und verwirklicht wird.  Die Einheit von Partei und Staat ist Voraussetzung für das Gelingen der Aufbauarbeit.  Deshalb wurde am 1. Dezember 1933 das „Gesetz zur Sicherung der Einheit von Partei und Staat“ erlassen.  Deshalb wird die Partei bei allen Maßnahmen des Staates gehört, seien es nun Gesetze, Verordnungen oder Beamtenernennungen.  Deshalb sind in weitgehendem Maße die Ämter von Staat und Partei in ein und derselben Hand vereinigt.  Reichsstatthalter sind zugleich Gauleiter, sehr viele SA.- und SS.-Führer zugleich Polizeidirektoren, Regierungspräsidenten.  Zwei Beispiele seien hervorgehoben: Der Reichsarbeitsführer ist zugleich Reichsleiter, der Reichsführer SS. ist zugleich Chef der deutschen Polizei.  An diesen Tatsachen erkennen wir die feste Einheit von Partei und Staat, die die Gewähr dafür bietet, daß die Führung des neuen Staates sich gemäß der nationalsozialistischen Weltanschauung in Übereinstimmung mit dem Willen und den Bedürfnissen des deutschen Volkes vollzieht.

 

Diese Übereinstimmung zwischen Volk und Staatsführung hat sich schon in den ersten Jahren nach der Machtübernahme wiederholt für die ganze Welt sichtbar gezeigt: als im Herbst 1933 das deutsche Volk dem Entschluß des Führers zum Austritt aus dem Völkerbund zu 90 Prozent begeistert zustimmte; als im August 1934, nach dem Tode des getreuen Ekkehard des Deutschen Reiches, des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg, das deutsche Volk dem „Führer und Reichskanzler“ freudig und fast einstimmig sein „Ja“ gab; so aber auch tag-täglich in dem Geist der Liebe, der Treue und des Vertrauens, mit dem unzählige namenlose deutsche Menschen, seien es Arbeiter, Bauern, Handwerker, Kaufleute oder Beamte, unter Opfern und Verzicht mithelfen, den nationalsozialistischen Staat zu bauen und das Leben des Volkes zu sichern.

 

Freiheit und Ehre sind Grundlagen des Bestehens einer Nation.  Durch das Versailler Diktat verlor Deutschland Freiheit und Ehre.  Diese Tatsache fand ihren sichtbarsten Ausdruck darin, daß Deutschland sich die Wehrhoheit nehmen lassen musste.  Über die Stärke der Wehrmacht und die Art ihrer Bewaffnung durfte es nicht selbst bestimmen; sie wurden ihm vorge-schrieben.  Offiziere fremder Staaten wachten darüber, daß Deutschland die aufgezwungenen Vorschriften auch tatsächlich erfüllte.

In dem gleichen Diktat von Versailles hatten sich die anderen Mächte verpflichtet, ebenfalls die Stärke ihrer Wehrmacht und ihrer Bewaffnung zu verringern.  Ein „Völkerbund“ wurde gegründet, der zwischen den Staaten entstehende Streitigkeiten schlichten und Kriege verhüten sollte.  Aber weder das eine noch das andere konnte er.  Die anderen Staaten rüsteten nicht ab, sondern vergrößerten ihre Macht; Deutschlands Forderung auf gleiches Recht wurde nicht beachtet.  Der Völkerbund wurde immer mehr ein Mittel, um Deutschland in Unter-drückung und Unfreiheit zu erhalten.

 

Deutschland war wehrlos!  Der Franzose konnte 1923 ungehindert das Ruhrgebiet besetzen; auf allen Seiten drohten feindliche Armeen mit schweren Geschützen, Tanks und Flugzeugge-schwadern, den Waffengattungen, die uns verboten waren.  Im deutschen Volke selbst herrschte weitgehend eine pazifistische Gesinnung, eine Gesinnung, die in dem Worte „Frieden um jeden Preis“ zum Ausdruck kam.  Sie beruhte teils auf der persönlichen Geistes-richtung der seit dem November 1918 herrschenden Männer und ihres Anhangs, teils aber auch auf der merkwürdigen Meinung, daß ein wehrloser Staat am sichersten lebe, da er keine Gefahr für die Nachbarn bilde und darum auch nicht angegriffen werde.  Die Geschichte beweist, daß das Gegenteil richtig ist: Ein wehrloses Volk wurde immer zum Spielball für die Willkür stärkerer Nachbarn; ein ewig in Ketten liegendes Volk ging schließlich unter, und seine Menschen wurden zu Fronknechten fremder Mächte.  Die Pazifisten wussten auch nicht oder wollten nicht zugeben, daß die Pflege des Wehrgedankens und des Wehrwillens durch-aus nichts mit blutrünstiger Kriegslust und eroberungssüchtigem Angriffswillen zu tun hat.

 

Es war das Ziel Adolf Hitlers, Deutschland aus seiner unwürdigen Lage zu befreien und ihm seine Freiheit und seine Ehre wiederzugeben.  Am 17. Mai 1933 stellte er in einer großen Rede der Welt die Wehrlosigkeit Deutschlands dar und forderte die Abrüstung der anderen Staaten, so wie sie einmal zugesichert worden war.  Es geschah nichts; im Gegenteil das Ausland rüstete nach wie vor weiter auf.  Daraufhin trat Deutschland am 14. Oktober 1933 aus dem Völkerbund aus, als dessen Mitglied es sein Recht doch nicht finden konnte.  Der Führer begründete diesen wichtigen politischen Schritt aus der Forderung Deutschlands nach „Gleichberechtigung und Frieden“.

 

Die Gegner des Nationalsozialismus im In- und Ausland hatten immer behauptet, daß Adolf Hitler den Krieg wolle und daß es zum Kriege käme, wenn er die Macht erhielte.  So hatte man erwartet, daß Deutschland in einen Krieg mit seinem Nachbarn Polen geraten werde; denn das Verhältnis zu Polen war seit dem Ausgang des Weltkrieges, durch den Polen den Weichsel-Korridor bekommen hatte, immer gespannter und unerfreulicher geworden.  Um so überraschter war man, als Deutschland am 26. Januar 1934 ein zehnjähriges Verständigungs-abkommen mit Polen abschloß.  Dieses Abkommen kannte nicht mehr die Unterscheidung zwischen „Siegern“ und „Besiegten“, sondern Deutschland trat als gleichberechtigte Macht, nur vom eigenen Willen bestimmt, dem polnischen Staat gegenüber.  Zugleich aber bekundete Adolf Hitler damit aller Welt das, was er immer wieder in Wort und Schrift zum Ausdruck gebracht hatte: Deutschland will keinen Krieg, es will mit allen Staaten in einem friedlichen und geregelten Verständnis leben; dies kann es aber nur, wenn es den anderen Staaten als gleichberechtigte Macht gegenübersteht.

 

In welch kraftvoller Weise das neue Deutschland sein Recht verteidigte, bewies der Kampf um das Saarland.  Das Versailler Diktat hatte dieses deutsche Gebiet auf 15 Jahre dem Völkerbund unterstellt.  Nach Ablauf dieser Zeit sollte die Bevölkerung darüber abstimmen, ob sie in Zukunft zu Deutschland oder zu Frankreich gehören oder ob sie weiterhin dem Völkerbund unterstellt bleiben wolle.  Frankreich versuchte, während der Zeit der Völker-bundschaft die Saarbevölkerung für sich zu gewinnen.  Da Deutschland wehrlos war, ließ der Völkerbund die Dinge im Saargebiet allem Recht und aller Gerechtigkeit zuwider treiben.  In Deutschland wagte man kaum zu hoffen, daß der Abstimmungszeitpunkt eingehalten würde, und daß die Saar ohne große Opfer zum Mutterlande zurückkehren könne.  Und doch fand, wie festgesetzt, am 13. November 1935 die Abstimmung statt; neun Zehntel der Saarbe-völkerung bekannten sich zu Deutschland, und am 1. März 1935 kehrten 700 000 deutsche Volksgenossen zum Reich zurück.  Dieses Ergebnis verdanken wir dem Nationalsozialismus.  Denn nur weil inzwischen der große Gesinnungswandel vor sich gegangen war, weil wir nicht mehr um unser Recht winselten und jedes Unrecht knechtisch hinnahmen, sondern weil das im Nationalsozialismus geeinte deutsche Volk sein Recht kraftvoll fordern konnte und inner-lich bereit war, es notfalls auch mit Gewalt sich zu holen, bequemte sich der Völkerbund dazu, die Bestimmungen zu erfüllen.  Nur im Vertrauen und gestützt auf diese Stärke des Vaterlandes war es der Saarbevölkerung möglich, die letzten besonders schweren Jahre zu ertragen und schließlich sich freudig und stolz als Deutsche zu Deutschland zu bekennen.

 

Als Tag der Wiedererringung der Wehrfreiheit bleibt der 16. März 1935 in der deutschen Geschichte bestehen.  Deutschlands Forderung nach Gleichberechtigung und seine Vor-schläge für eine gleichmäßige, den Verhältnissen entsprechende Rüstungsbeschränkung aller Staaten waren nicht gehört worden.  Aber was das innerlich zerrissene und kraftlos regierte Deutschland nicht wagte und auch nicht wagen konnte, führte der Nationalsozialismus durch.  Die Welt wurde vor die Tatsache gestellt, daß Deutschland sich aus eigener Macht das zurückholte, was ihm das Diktat von Versailles geraubt hatte: seine Freiheit und Ehre.

Das „Gesetz über den Aufbau der Wehrmacht“ vom 16. März 1935 verkündete die Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht.  Wenn auch eine Reihe von Staaten dagegen protestierte, und wenn auch der Völkerbund seine Missbilligung aussprach, schließlich musste sich die Welt doch damit abfinden, daß das Deutschland Adolf Hitlers zu neuer Stärke erwacht war und nicht mehr als Staat minderen Ranges behandelt werden konnte.

 

In seiner großen Reichstagsrede vom 21. März 1935 betonte Adolf Hitler nochmals den unbedingten Friedenswillen des deutschen Volkes; ebenso betonte er aber auch den uner-schütterlichen Willen, keine weitere Unterdrückung hinzunehmen.  Diese Klarheit und Festig-keit verfehlte nicht ihre Wirkung.  Durch den „Londoner Vertrag“, der das Stärkeverhältnis der neuen deutschen Kriegsmarine zu derjenigen Englands regelt, erkannte England die neue Wehrhaftigkeit Deutschlands an.

 

Die letzten Fesseln, die das Diktat von Versailles unserer Wehrfreiheit angelegt hatte, wurden abgeschüttelt, als unsere deutschen Soldaten in die Garnisonen des Friedens im deutschen Rheinland am 7. März 1936 einzogen.  Die deutsche Wehrhoheit war damit für das ganze Reichsgebiet wiederhergestellt, und jubelnd stimmte das einmütige deutsche Volk am 29. März 1936 dieser Tat seines Führers zu.

 

Zu einem friedlichen Kampf – den Olympischen Spielen – fand sich vom 1. bis 16. August 1936 die Jugend der Welt in den neuerbauten großartigen Anlagen des Reichssportfeldes zu Berlin zusammen.  Millionen ausländischer Besucher kamen aus diesem Anlaß in unser Vaterland.  Staunend erlebten sie das neue nationalsozialistische Deutschland mit seinem gewaltigen Leistungswillen.  Auch bei den olympischen Wettkämpfen setze er sich durch und zwang die Welt zur Anerkennung.  Hatten wir bei den Olympischen Spielen 1932 in Los Angeles nur 4 Gold-, 13 Silber- und 8 Bronzemedaillen gewinnen können, so eroberten wir 1936 in Berlin 33 Gold-, 26 Silber- und 30 Bronzemedaillen, - ein Erfolg national-sozialistischer Leibeserziehung!

 

Auch ein Erfolg nationalsozialistischer Staatsführung war es, daß wir im Herbst 1936 in dem aufstrebenden japanischen Volk einen gewichtigen Bundesgenossen im Kampf gegen den Weltfeind Bolschewismus fanden.  Durch den Beitritt Italiens zum Deutsch-Japanischen Abkommen entstand das weltpolitische Dreieck Berlin-Rom-Tokio, ein für den Bolsche-wismus uneinnehmbares Bollwerk.  Dem „Antikominternpakt“ sind seitdem noch Ungarn und Mandschukuo beigetreten.

 

Das Jahr 1937 brachte eine Festigung unserer Freundschaft mit dem unter Mussolinis Führung von Grund auf erneuerten Italien.  Deutschland hatte nicht die vom Völkerbund gegen dieses Land verhängten „Sanktionen“ mitgemacht, vielmehr seine Unterstützung geliehen, als Italien 1935/36 im Kampf um die berechtigte Erweiterung seines Lebensraumes Äthiopien in Besitz nahm.  Dies dankte uns Italien.  Im Herbst 1937 stattete Mussolini unserem Führer und dem Deutschen Reich einen Besuch ab, der seinen gewaltigen Höhepunkt in der Kundgebung auf dem Berliner Maifeld fand.  Als der Führer im Frühjahr 1938 Öster-reich mit dem Deutschen Reich vereinigte und im Herbst des gleichen Jahres den Sudeten-deutschen die Freiheit brachte und sie ins Reich heimführte, zeigte sich aller Welt erstmalig sichtbar die Festigkeit der Freundschaft Deutschland-Italien, der „Achse Berlin-Rom“.

 

Schon in früher Zeit deutscher Geschichte war Österreich deutsches Land.  Es war als deutsche Ostmark, als Bollwerk gegen den Osten begründet worden und hatte in der Abwehr der Türken und Hunnen seine Aufgabe erfüllt. Durch Jahrhunderte war Wien Hauptstadt des Deutschen Reiches, und aus dem Hause Habsburg gingen dessen Kaiser hervor.  Mit der Schwäche dieser Herrscher brach das erste Reich auseinander.  Österreich wurde die selbständige, viele Völkerschaften umfassende österreichisch-ungarische Doppelmonarchie.  Im Weltkrieg fand sich Deutschland in treuer Waffenbrüderschaft mit Österreich und seinem Kaiser Franz Joseph zusammen.  Als die Doppelmonarchie nach dem Kriege aufgeteilt wurde, war es der ausdrückliche Wunsch der Deutschen Österreichs, der durch einen Beschluß der österreichischen Nationalversammlung am 13. März 1919 eindeutig bekräftigt wurde, mit Deutschland wieder vereinigt zu werden.  Der Widerstand der Feindbundmächte verhinderte es. Österreich wurde durch das Diktat von St. Germain zu einem selbständigen Staat gemacht, dessen Regierungen im Laufe der Jahre mehr und mehr das wachbleibende Bedürfnis der Österreicher nach Anschluß an das Reich verleugneten.  Dieser Zustand wurde unerträglich, als die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei auch in Österreich entstand und von der Regierung mit Terror und Gewalt verfolgt wurde.

Im Juli 1936 hatte der Führer ein Abkommen mit der österreichischen Regierung getroffen, nach dem die Nationalsozialisten in Österreich nicht mehr unterdrückt werden, sondern gleichberechtigt sein sollten.  Im Februar 1938 wurde in Berchtesgaden dieses Abkommen, das die Wiener Machthaber nicht eingehalten hatten, erneuert.  Es war ein Verrat an den Besprechungen von Berchtesgaden, als in den ersten Märztagen 1938 mit kurzem Termin und mit ausgeklügelten, hinterhältigen Bestimmungen der Wiener Bundeskanzler eine Wahl ankündigte, die ganz offenbar nur den Zweck hatte, den eigentlichen Willen des Volkes nicht zum Ausdruck kommen zu lassen.  Da erhoben sich die Deutschen Österreichs.  Der Bundes-kanzler musste sein Amt niederlegen und in Österreich vollzog sich der politische Um-schwung.  Auch dieses deutsche Land erlebte endlich seinen „30. Januar“.  Der neue national-sozialistische Bundeskanzler forderte zur Sicherung der Ruhe und Ordnung deutsche Truppen aus dem Reiche an.  Am 12. März 1938 rückten sie in Österreich ein, als Eroberer der Herzen, als Brüder und Volksgenossen, mit Jubel begrüßt.  Am gleichen Tage überschritt der Führer die Grenze, die nun keine Grenze mehr sein sollte. Er erlebte einen freudigen, unbeschreiblich

herzlichen Empfang, der eindeutig zum Ausdruck brachte, daß Österreich überwiegend nationalsozialistisch war und zum Deutschen Reich gehören wollte.  Am 13. März 1938 wurde das Gesetz die Eingliederung Österreichs in das Reich vollzogen.  Bundesheer und Polizei wurden auf den Führer vereidigt, und auf allen Gebieten begann der Einbau der Ostmark in das Reich.  Die Volksabstimmung vom 10. April 1938 bekräftigte den Wunsch des gesamten deutschen Volkes: ein Volk – ein Reich – ein Führer.

 

Ein Volk – ein Reich – ein Führer!  Das war auch die Sehnsucht der in der Tschechoslowakei lebenden 3 ½ Millionen Deutschen.  Nach dem großen Krieg waren sie gegen ihren Willen in den neu geschaffenen Staat der Tschechen gezwungen und hier 20 Jahre lang politisch, wirtschaftlich und kulturell entrechtet und unterdrückt worden.  Aber selbst die größte Not konnte sie nicht zu Verrätern machen, und auch als die tschechischen Gefängnisse sich mit Deutschen füllten und deutsches Blut floß, hielten sie fest an ihrem deutschen Volkstum.

Im Frühjahr 1938 sollten in der Tschechoslowakei endlich die seit langer Zeit fälligen Gemeindewahlen stattfinden.  Die damaligen tschechischen Machthaber kannten die unbeug-same Haltung der Deutschen und fürchteten den deutschen Wahlsieg.  Man entschloß sich, mit brutaler Gewalt den deutschen Willen zu brechen.  Die deutschen Gebiete in der Tsche-choslowakei wurden mit Militär, Gendarmerie und bewaffneten roten Horden überschwemmt, die nichts unversucht ließen, mit Unterdrückung und Terror unseren deutschen Volksgenossen den tschechischen Willen aufzuzwingen.

Im Februar 1938 hatte der Führer vor den Abgeordneten des Reichstages erklärt, daß das Schicksal der außerhalb der deutschen Reichsgrenze lebenden Deutschen unsere Anteilnahme finde und daß das Reich auch diese Volksgenossen unter seinen Schutz nehmen würde.  Die tschechischen Maßnahmen im sudetendeutschen Gebiet konnten wir nicht gleichgültig hin-nehmen.  Lange Zeit hofften wir, daß die tschechischen Machthaber Vernunft annehmen und den Deutschen ihr Recht geben würden, aber die zwischen den sudetendeutschen Führern und der tschechischen Regierung stattfindenden Verhandlungen blieben ergebnislos.  Da griff der Führer unmittelbar in das Geschehen ein. 

In seiner Rede auf dem Schlußkongreß des Reichsparteitages „Groß-Deutschland“ am 12. September 1938 ließ er keinen Zweifel darüber, daß die Not der Deutschen in der Tschecho-slowakei aufhören müssen und daß dies nur durch die Gewährung des Selbstbestimmungs-rechtes geschehen könne.  Diese entschlossene Sprache wurde in der Welt gehört und verstanden.  Am 15. September 1938 besuchte der englische Premierminister Chamberlain den Führer auf dem „Berghof“ in Berchtesgaden, und beide Staatsmänner waren sich einig in der Überzeugung, daß die Verwirklichung des Selbstbestimmungsrechtes sehr rasch erfolgen müsse.  Auch die französische Regierung unter ihrem Ministerpräsident Daladier schloß sich dieser Auffassung an.  Die Stellungnahme des Duce war niemals zweifelhaft gewesen; er hatte von Anfang an die Berechtigung der deutschen Forderungen erkannt und sie unterstützt.  Die Tschechen nahmen – wenn auch unter Vorbehalten – zunächst die Forderungen an.  Als jedoch am 22. September 1938 Chamberlain den Führer zum zweiten Male aufsuchte und mit ihm in Godesberg die Durchführung des Selbstbestimmungsrechtes besprach, drohte die plötzlich angeordnete tschechische Mobilisierung alle Hoffnungen auf Erhaltung des Friedens zu zerstören.  In den Tagen nach Godesberg schien es so, als ob die Welt an dem Unrecht gegenüber den Deutschen festhalten wolle.  Das aber konnten wir nicht hinnehmen; die Not unserer deutschen Volksgenossen in der Tschechoslowakei musste ein Ende haben!  Der Führer war entschlossen, selbst durch den äußersten Einsatz Wandel zu schaffen, und hinter ihm stand unser ganzes deutsches Volk.  In seiner großen Rede im Sportpalast am 26. September 1938 erklärte der Führer, daß am 1. Oktober 1938 die Freiheitsstunde für die Sudetendeutschen beginnen würde.

Am 29. September 1938 fand dann die denkwürdige Zusammenkunft in München statt, die unseren sudetendeutschen Volksgenossen die Freiheit brachte und der Welt den Frieden bewahrte.  Hitler, Mussolini, Chamberlain und Daladier schlossen ein Abkommen, durch das das Selbstbestimmungsrecht für die Sudetendeutschen verwirklicht und ein weiteres Unrecht von Versailles gutgemacht wurde.

Am 1. Oktober 1938 begannen – so wie der Führer es angekündigt hatte – die deutschen Truppen ihren Einmarsch in die sudetendeutschen Gebiete; die Sehnsucht der Sudeten-deutschen war erfüllt: ein Volk – ein Reich – ein Führer!

 

Im Jahre 1938 hat Adolf Hitler einen durch Jahrhunderte währenden Kampf beendet und endlich das Großdeutsche Reich gegründet, das die Sehnsucht der Besten unseres Volkes von jeher war.  Unter seiner nationalsozialistischen Staatsführung hat Deutschland in wenigen Jahren die Diktate von Versailles, St. Germain, Locarno, die Pläne von Dawes und Young überwunden, ist es aus Unterdrückung, Ohnmacht und Verzweiflung zu neuer Weltgeltung emporgestiegen.  Gibt es einen größeren Beweis für die Richtigkeit des Kampfes unseres Führers?

 

 

Nationalsozialistische Wirtschaftsführung

 

 

Adolf Hitler fand bei seinem Regierungsantritt eine im Verfall begriffene Wirtschaft vor.  Die Fabriken standen leer, das Handwerk war in Not, der deutsche Bauer am Ende seiner Kraft;

6 Millionen Menschen waren erwerbslos.  Niemand wußte, wie die völlige Katastrophe zu verhindern sei.  Dieser Zustand der Wirtschaft war nicht nur das Ergebnis äußerer Umstände, wie der Not der Kriegsjahre, der Unsummen an Reparationszahlungen oder die Inflation, sondern er war vor allem die Folge einer falschen Auffassung der Wirtschaft und ihrer Lebensgesetze.  Wir nennen diese falsche Wirtschaftsbetrachtung, die im 18. Jahrhundert entstand und deren Falschheit durch den Niedergang der gesamten Weltwirtschaft bewiesen ist, die liberalistische Wirtschaftsauffassung.  Sie beruhte auf der Lehre, daß für die Wirt-schaft eigene Gesetze gelten würden, die unabhängig seien vom sonstigen staatlichen und sozialen Leben.  Die Wirtschaft müsse sich deshalb ungehemmt durch staatliche „Bevor-mundung“ diesen Gesetzen gemäß frei entwickeln können; der Einzelne müsse ungehindert seinen persönlichen wirtschaftlichen Interessen nachgehen können.  Durch das „freie Spiel der Kräfte sei die Wohlfahrt aller gewährleistet.  Die Gestaltung der Wirtschaft nach diesen liberalistischen Grundsätzen hatte jedoch ein ganz anderes Ergebnis.  Das freie Spiel der Kräfte brachte nicht die Wohlfahrt aller, sondern die Herrschaft des Geldes in der Hand weniger Wirtschaftsgewaltiger über die breite Masse des Volkes. Diese Wirtschaftler machten sich nicht nur frei von der Unterstellung unter den Staat, sondern sie gingen dazu über, vermöge ihres Geldes und mittels der parlamentarischen Verfassung den Staat zu beherrschen und seine Einrichtungen für ihre eigennützigen Zwecke zu missbrauchen.  Das Wohl der Gesamtwirtschaft wurde dem Nutzen Einzelner geopfert.  Der Leidtragende war das Volk.

 

Für den Nationalsozialismus dagegen ist die Wirtschaft der Wirklichkeit entsprechend keine unabhängige eigene Größe, sondern ein Teilgebiet volklichen Lebens.  Die Wirtschaft ist nicht selbstherrlich, auch sie hat Rechte und Pflichten nur im Rahmen des Volksganzen, auch für sie ist das Wohl des Volkes oberstes Gesetz.  Sie kann nicht ungestraft tun und lassen, was sie will; auch für sie gelten die allgemeingültigen politischen Grundsätze, insbesondere die Forderung „Gemeinnutz geht vor Eigennutz“.  Der Nationalsozialismus überlässt deshalb die Wirtschaft nicht sich selbst, sondern auch sie unterliegt seiner ordnenden und Aufgabe und Zweck bestimmenden Führung.  Dabei behalten persönlicher Unternehmungsgeist und persönlicher Schaffensdrang ihre volle freie Entfaltungsmöglichkeit; aber sie gewinnen ihren Antrieb nicht mehr ausschließlich aus eigennützigem Gewinnstreben, sondern in entscheid-ender Weise aus den vom Staate zur Sicherung und Erhaltung des Volkes für notwendig er-achteten Maßnahmen.

 

Daß diese nationalsozialistische Wirtschaftsauffassung richtig ist, beweist die Entwicklung seit dem 30. Januar 1933.  Auf zwei Hauptgebieten des Wirtschaftslebens, dem Bauerntum und der Industrie, wollen wir die nationalsozialistische Wirtschaftsführung und ihrer Erfolge näher kennenlernen.

 

Mehr als andere Völker ist Deutschland wegen des geringen ihm zur Verfügung stehenden Raumes auf einen gesunden, leistungsfähigen Nährstand angewiesen.  Aber gerade ihm ist seit vielen Geschlechtern und besonders nach dem Kriege zu wenig Beachtung geschenkt worden.  Der Bauernstand wurde häufig geradezu geschädigt, wenn z.B. Lebensmittel billiger aus dem Auslande eingeführt wurden, als sie der deutsche Bauern erzeugen konnte.  Die Preise entsprachen nicht seinen Unkosten.  Er konnte infolge des geringen Verdienstes sein Land nicht genügend düngen.  Er konnte keine Maschinen einkaufen und sich nicht wert-volles Saatgut anschaffen.  Noch mehr als das: Das Bauerntum verschuldete.  Im Jahre 1933 war deutsches Land in einer Höhe von 12 Milliarden Mark mit internationalem Leihkapital belastet. Täglich kamen in allen Teilen Deutschlands Bauernhöfe und Güter unter den Hammer, weil sie die Steuern und Schuldzinsen nicht aufbringen konnten.

Mit starker Hand wurde im nationalsozialistischen Reich das bevorstehende Verhängnis abge-wendet.  Die Zwangsversteigerungswelle wurde aufgehalten. Durch das sogenannte Entschul-dungsverfahren wurde den Bauern die Möglichkeit gegeben, sich nach und nach von ihren Schulden zu befreien, um ihre Wirtschaft neu aufzubauen.  Am 13. September 1933 wurde das „Erste Gesetz über den vorläufigen Aufbau des Reichsnährstandes und Maßnahmen zur Markt- und Preisregelung für landwirtschaftliche Erzeugnisse“, das sogenannte Reichsnähr-standgesetz, erlassen.  Dieses sowie das ganze auf ihm aufbauende Gesetzgebungswerk ist die Grundlage für die Gesundung des deutschen Bauerntums, zugleich aber auch die Grund-lage für die Ernährungssicherheit des deutschen Volkes.  Denn dem Bauern sichert es in guten wie in schlechten Zeiten den gerechten Preis für seine Erzeugnisse und damit seine Kaufkraft und macht ihn unabhängig von den Einflüssen der Weltmarktpreise, von den Schwankungen der Börse und von der Spekulation.  Dem deutschen Volke gewährleistet es die Deckung seines Bedarfs an Lebensmitteln und ihren preiswerten Bezug.  Anläßlich des ersten Ernte-dankfestes auf dem Bückeberg bei Hameln am 1. Oktober 1933 wurde das Reichserbhof-gesetz verkündet.  Es stellt im besonderen Sinne die Verwirklichung des alten deutschen Gedankens der Verbundenheit von Blut und Boden dar.  Durch die Kraft des Gesetzes werden Bauernhöfe zu Erbhöfen erklärt, wenn sie eine Landmenge umfassen, die zur Erhaltung einer bäuerlichen Familie ausreicht (Höchstgrenze 125 ha); wenn der Hofbesitzer bauernfähig ist, d.h. würdig und geeignet als Erhalter eines Bauerngeschlechtes; wenn er deutschblütiger Abstammung ist und wenn er fähig ist, einen Hof ordnungsgemäß zu bewirtschaften.  Der zum Erbhof erklärte Besitz ist unveräußerlich und unteilbar und von einer Zwangsvoll-streckung ausgeschlossen.  Er kann nicht zersplittert und nicht überschuldet werden, geht also beim Tod des Bauern ungeteilt an eine Person, den „Anerben“ über.  Der Erbhof bleibt auf diese Weise als Erbe der Sippe immer in der Hand freier Bauern.  Dadurch wird für alle Zeiten ein gesundes lebensfähiges Bauerntum als Kraftquelle unseres Volkes erhalten.

Die nationalsozialistische Agrargesetzgebung trägt der Tatsache Rechnung, daß das Bauern-tum der Lebensträger unseres Volkes ist und sein muß.  Sie will es in die Lage versetzen, der sichere und ausreichende Ernährer unseres Volkes zu werden.  Bisher war die deutsche landwirtschaftliche Erzeugung noch nicht ausreichend, um den Ernährungsbedarf unseres Volkes zu decken.  Wir waren auf Einfuhr ausländischer Lebensmittel angewiesen, und zwar nicht nur solcher, die man zur Not entbehren kann, sondern auch solcher, die für die Ernährung unbedingt erforderlich sind, wie Fleisch, Butter, Speck, Fett und Eier.  Die Gefahren einer Abhängigkeit in der Ernährung hat der Weltkrieg gezeigt, in dem Deutschland durch die Hungerblockade die größten Entbehrungen erleiden musste.  Die national-sozialistische Wirtschaftsführung will daher die Ernährungsfreiheit Deutschlands er-kämpfen, und es ist ihr bereits gelungen, von 1933 bis 1936 die Eigenversorgung von 75% auf 81% zu steigern.

Um dieses Ziel muß weitergekämpft werden trotz der Schwierigkeiten, die vor allem auf folgenden Gebieten beruhen:

Deutschland ist besonders dich bevölkert.  Es wohnen heute durchschnittlich 132,5 Menschen je Quadratkilometer; vor der Eingliederung Österreichs und des Sudetenlandes waren es sogar 141.  Wie hoch diese Zahl ist, zeigt der Vergleich mit anderen Ländern.

Der deutsche Boden ist infolge seiner Zusammensetzung und der klimatischen Lage Deutsch-lands nur von einer durchschnittlichen Fruchtbarkeit.  Feldfrüchte, die guten Boden bean-spruchen, wie der Weizen, wachsen daher nur in einigen Gebieten.  Die Zahl der Ernten ist beschränkt durch die lange Dauer der kalten Jahreszeit.  Wenn der deutsche Boden trotz mäßiger Fruchtbarkeit noch gute Erträge abgibt, so ist dies das Ergebnis jahrhundertelangen Fleißes und einer planmäßige Feldbestellung und Bewirtschaftung.

Deutschland hat durch das Versailler Diktat wichtige landwirtschaftliche Gebiete verloren.  Erst das Jahr 1938 hat uns in Österreich eine für unsere Ernährungswirtschaft außer-ordentlich förderliche Ausweitung unseres Ernährungsraumes gebracht.

Deutschland hat durch das Versailler Diktat seine Kolonien und damit wichtige Lebensmittel- und Rohstoffquellen und wertvolles Siedlungsland verloren.

 

Zur Erreichung des Zieles der Ernährungsfreiheit müssen vordinglich folgende Maßnahmen der deutschen „Erzeugungsschlacht“ durchgeführt werden:

1. Die dem deutschen Bauerntum zur Nutzung dienende Fläche muß erweitert werden.  Im Rahmen des Landeskulturwerkes ist es in erster Linie der Reichsarbeitsdienst, der diese Aufgabe mit stetigem Fleiß erfüllt.  Mit Hacke, Schaufel und Spaten geht er an die großen brachliegenden Flächen, an die Moore und Ödlandgebiete heran und macht aus ihnen frucht-bares Land zur Bebauung und Besiedelung.

2. Der Ertrag der angebauten Flächen muß gesteigert werden.  Auch hier ist der Reichs-arbeitsdienst ein Hauptträger der Arbeit.  Boden, der zu feucht ist, wird entwässert; zu trockener Boden wird bewässert; dem Hochwasser preisgegebener Boden wird eingedeicht.  Dort, wo bisher nur ein magerer Halm mit schwacher Ähre wuchs, soll ein großer Halm mit zahlreichen kräftigen Körnern stehen.  Dem Bauern obliegt es, durch richtige Düngung zur Ertragssteigerung beizutragen.  In den letzten Jahren haben das Kali, das in den Bergwerken Mitteldeutschlands reichlich gefunden wird, und das Thomasmehl, ein Abfallprodukt der Stahlindustrie, große Bedeutung als künstliche Düngemittel gewonnen.  Wichtig für die Ertragssteigerung ist weiterhin die richtige Fruchtfolge, die die Gefahr einer Ausbeutung des Bodens verhindern soll.  Ferner soll der Boden nur das tragen, was auf ihm am besten gedeiht.  Wichtig ist weiterhin die Züchtung hochwertiger Saaten.  Dazu kommt die Steigerung der Viehzucht, die mit wachsendem Ausbau der Futterwirtschaft möglich wird.  Dieser gesamten „Intensivierung“ der landwirtschaftlichen Betriebe dienen die wissen-schaftliche Forschung und die praktischen Versuche, deren Ergebnisse den landwirtschaft-lichen Betriebsleitern zur Nachahmung mitgeteilt werden.

3. Die Landwirtschaft muß sich, soweit es irgend geht, auf diejenigen Erzeugnisse umstellen, deren Bedarf z.Z. noch durch Einfuhr gedeckt werden muß.  Es müssen die Erträge in Molkereierzeugnissen, Obst und auch in Raps, Flachs und Hanf gesteigert werden.  Ebenso soll die Hausfrau mehr Fisch und weniger Fleisch, mehr Zucker und Marmelade und weniger Butter, mehr Quark und weniger Fettkäse, mehr Hammelfleisch und weniger Speck, mehr einheimisches und weniger Einfuhrgemüse kaufen.  Sie soll nicht das zeitweise Knappe, sondern das ausreichend Vorhandene wählen.

4. Alle Erzeugnisse, insbesondere aber Nahrungsmittel, müssen vor Verderb geschützt werden.  Auch bei der Erfüllung dieser Forderung leistet der Reichsarbeitsdienst tätige Mithilfe.  Wenn im Sommer und Herbst die Gefahr besteht, daß die reife Feldfrucht nicht rechtzeitig ohne Verlust geborgen werden kann, ist der Reichsarbeitsdienst zum Einsatz bereit und leistet Hilfe in den Fällen der Erntenot.  Doch umschließt die Forderung „Kampf dem Verderb“ noch viele Aufgaben für den landwirtschaftlichen Betrieb.  Insbesondere soll nicht, wenn andere Futtermittel vorhanden sind, das Vieh mit Erzeugnissen gefüttert werden, die auch für die menschliche Ernährung brauchbar sind.  Aber auch andere Verbraucher von Nahrungsmitteln – die deutsche Hausfrau, wir selbst – dürfen nichts verderben lassen; keine Brotrinde und keine Wurstscheibe verschimmeln, kein Obst und Gemüse verfaulen, keine Essensreste versauern lassen.  Nichts darf sinnlos weggeworfen werden.  Zugleich muß unsere gesamte Wirtschaft eine planmäßige Vorratswirtschaft werden.

 

In der Verwirklichung aller dieser großen Forderungen arbeiten wir seit 1933.  Zu einem Teil haben wir sie bereits erfüllt, aber immer bleiben sie noch als Aufgabe bestehen.  Wir sollen sie bei unserem Denken und Handeln stets vor Augen haben.

 

Auch unsere Industrie hat seit 1933 einen großartigen Aufschwung erlebt.  Das Ziel des ersten Vierjahresplanes – die Beseitigung der Arbeitslosigkeit – wurde erreicht, und schon auf dem Reichsparteitag der Ehre 1936 konnte der Führer einen neuen Vierjahresplan verkünden.  Zu seiner Verwirklichung sind heute alle Kräfte eingesetzt.  Der stolze Rechenschaftsbericht, den der Führer in der Reichstagssitzung am 20. Februar 1938 ablegte, zeigte die ungeheure Leistung weniger Jahre nationalsozialistischer Wirtschaftsführung.

 

Die sechs Millionen Arbeitslosen, die Adolf Hitler bei seinem Regierungsantritt vorfand, waren zum allergrößten Teil Industriearbeiter in den Städten.  Die Werke standen still, ihre Schornsteine rauchten nicht mehr.  Die Lage schien hoffnungslos; denn alle Heilmittel und Vorschläge, die zu Tausenden aufgestellt und von denen manche auch versucht worden waren, hatten versagt.  Die Hilflosigkeit gegenüber diesen Tatsachen entschuldigte man damit, daß in der ganzen Welt solche Not vorhanden und daß auch in anderen Ländern die Zahl der Arbeitslosen groß sei.  Das letztere war richtig, aber auch heute noch ist die Welt-wirtschaft nicht gesundet, und trotzdem gelang es dem Nationalsozialismus, die wirt-schaftlichen Verhältnisse Deutschlands zum Guten zu lenken.

 

Dies gelang in erster Linie dadurch, daß unser Volk durch Adolf Hitler mit neuem Geist und neuem Glauben erfüllt wurde, die es willig alle Opfer auf sich nehmen und furchtlos alle Schwierigkeiten überwinden ließen.  Aus der Hoffnungslosigkeit und stumpfsinnigen Ergebenheit in ein unabwendbar scheinendes verhängnisvolles Schicksal wurden Hoffnungs-freudigkeit und mutiges Zupacken; die Gefühle des Misstrauens und der Verlassenheit unter den früheren Regierungen wichen dem Vertrauen, dem Glauben und dem Gefühl des Geborgenseins.  Durch diesen neuen Geist im deutschen Volk schuf sich der National-sozialismus die Grundlage für das Gelingen seiner wirtschaftlichen Maßnahmen.  Am 1. Mai 1933 wurde im ganzen Reiche zum erstenmal der „Tag der nationalen Arbeit“ begangen.  In Berlin auf dem Tempelhofer Feld versammelten sich mehr als 1 ½ Millionen Menschen aller Stände.  Zu ihnen sprach der Führer über sein neues Wirtschaftsprogramm.

 

Eine planmäßige Arbeitsschlacht wurde im Frühjahr 1933 eröffnet mit dem „Gesetze zur Verminderung der Arbeitslosigkeit“.  Unter den vielen Maßnahmen, mit denen es gelang, die deutsche Wirtschaft wieder in Gang zu bringen, seien nur erwähnt: Steuerfreiheit für neu zugelassene Kraftwagen deutschen Ursprungs, Ausgabe von Darlehen für öffentliche und private Arbeiten, wie Flussregelungen, Straßenbau, Hausinstandsetzungen, Wohnungsver-besserungen und dergleichen mehr.  Das Reich erteilte, ebenso wie Reichsbahn, Reichspost, Gemeinden und Unternehmerschaft in größtem Umfang Arbeitsaufträge.  Unter den Maß-nahmen des Reiches selbst steht mit an erster Stelle das gewaltige Werk der Reichsautobahn, das durch Gesetz vom 27. Juni 1933 in Gang gesetzt wurde.  Es diente damals der Minderung der Arbeitslosigkeit, indem Hunderttausende deutscher Menschen durch die Arbeiten an den Bahnen selbst und durch die Tätigkeit in den Betrieben, die das erforderliche Material, wie Steine, Zement und Sand liefern, Arbeit und Brot fanden.  Es dient der Zukunft, indem große, breite Autostraßen die Wirtschaftsgebiete des Reiches günstig miteinander verbinden.

Auch der Aufbau des Reichsarbeitsdienstes und der Wehrmacht wirkte sich belebend für die Wirtschaft aus.  Die zur Dienstleistung eingezogene junge Mannschaft hinterließ freie Arbeitsplätze.  Die Versorgung von Arbeitsdienst und Wehrmacht mit Lebensmitteln, Bekleidung und Ausrüstung erforderte die Arbeit vieler fleißiger Hände.

 

So wie im ersten Jahr 1933, so wurde in den folgenden Jahren im Frühjahr immer wieder die „Arbeitsschlacht“ eröffnet, und das Ergebnis war das Sinken der Arbeitslosigkeit.  Dabei handelte es sich nicht um ein vorübergehendes Aufflackern der erlöschenden Wirtschaft, sondern um eine planmäßige Hereinführung der Arbeiter in die Betriebe.  So kam es, daß mit jedem Monat und mit jedem Jahr die Zahl der Arbeitslosen sank und nach Ablauf der ersten vier Jahre nationalsozialistischer Wirtschaftsführung die Arbeitslosigkeit praktisch überwunden war.

Dieser großartige und vorher nicht für möglich gehaltene Erfolg ist erreicht worden durch eine planvolle Steigerung der Erzeugung auf allen Gebieten unserer Wirtschaft.

 

Die nationalsozialistische Führung macht nicht den Fehler früherer Regierungen, daß sie zur Behebung der Notlage einfach mehr Geld druckt und immer mehr Geld, das dann seinen Wert verliert, wie wir es in der Inflation erlebt haben.  Vielmehr steigert sie die Erzeugung, so daß mehr und mehr wirkliche Werte: Güter und Waren geschaffen werden und dadurch die Menschen Arbeit und Brot haben.  Um das Ausmaß dieser Erzeugungssteigerung zu zeigen, wollen wir aus der Führerrede vom 20. Februar 1938 einige Beispiele festhalten:

In den 5 Jahren nationalsozialistischer Wirtschaftsführung wurde die Erzeugung erhöht: in Papier um 50%, in Steinkohle um 68%, in Kunstseide um 100%, in Stahl um 167%, in Benzin und sonstigen Kraftstoffen um 470%, in Aluminium um 570%, in Zellwolle um 2500%.

Die deutsche Eisenerzförderung steig von 1932 bis 1937 von 1,3 Mill. t im Jahr auf

9,6 Mill. t, in Steinkohle von 105 Mill. t auf 184 Mill. t.

Die Stahlerzeugung betrug 1933  9,66 Mill. t, 1937  19,204 Mill. t.  In der gleichen Zeit stieg die Gusserzeugung von 1,4 auf 3,7 Mill. t, die Erdölgewinnung von 238 000 t auf 453 000 t, die Benzinherstellung von 386 000 t auf 1,480 Mill. t.

Die Produktion an Wolle stieg von 4700 t auf 7500 t, an Flachs von 3100 t auf 24 000 t, an Hanf von 210 t auf 6000 t, an Zellwolle von 4000 t auf 1 Mill. t, an Kunstseide von 28 000 t auf über 57 000 t.

Erwähnt sei noch: 1933 liefen in Deutschland 1,5 Mill. Kraftwagen, heute 3. Mill.; die Ausfuhr an Automobilen hat sich gegenüber 1932 um das 8fache erhöht.  Die deutsche See-schiffahrt beförderte 1932  36 Mill. t, 1937  61 Mill. t.  Die Schiffswerften hatten 1932

22 000 t Schiffsbauaufträge, 1937 liegen auf Stapel 370 000 t Inlandaufträge und 350 000 t Auslandsaufträge.  Aufträge in Höhe von 400 000 t konnten noch nicht auf Stapel gelegt werden.

 

Das sind nur einige wenige Zahlen aus dem Bericht des Führers, die alle ersehen lassen, in welchem Umfange sich innerhalb weniger Jahre die wirtschaftliche Steigerung vollzogen hat und wo weitere Steigerungsmöglichkeiten liegen.  Der neue Vierjahresplan enthält das Programm des weiteren Aufbaues und der Meisterung der durch die ungeheure Wirtschafts-belebung neu entstandenen Probleme.

So hat die Produktionssteigerung den Bedarf an Rohstoffen außerordentlich erhöht.  Eisen, Erz und andere Metallerze, Holz, Wolle, Baumwolle, Öl, Kohle sind Rohstoffe, die wir in großem Ausmaß benötigen. Allerdings haben wir Rohstoffe nur z. T. im eigenen Land, zu einem anderen Teil müssen wir sie vom Ausland einführen.  Kohle haben wir reichlich: Stein-kohle in Oberschlesien und im Ruhrgebiet, Braunkohle in Mitteldeutschland; Kohle konnten wir sogar schon immer ausführen.  Eisen, Kupfer und andere Metallerze haben wir dagegen bisher nur in verhältnismäßig geringem Umfang im eigenen Lande gefördert.  Auch Holz mußten wir einführen.  Erdöl ist nur wenig vorhanden; wir waren hier ebenso wie bei den Rohstoffen der Textilindustrie auf Einfuhr angewiesen.

 

Durch den Mangel an Rohstoffen sind wir also von der Einfuhr aus dem Ausland in starkem Maße abhängig.  Die Gefahr besteht, daß wir mit wachsender Erzeugung und wachsendem Rohstoffbedarf immer tiefer in Abhängigkeit geraten, was um so folgenreicher sein kann, da wir auch auf dem Gebiet der Ernährung noch nicht frei sind.  Denn eine solche Abhängigkeit hat folgende Nachteile: Es ist ungünstig, wenn deutsches Geld ins Ausland geht.  Zur Zeit leiden wir noch unter der Verschuldung der Nachkriegsjahre.  Damals suchte man die Not in Deutschland dadurch zu beheben, daß man vom Auslande Geld lieh.  Um es überhaupt zu bekommen, musste man sich zu hohen Zinszahlungen verpflichten.  Und mit dem geliehenen Gelde wurde vor allem die Einfuhr bezahlt.  Diese soll sich aber bei einer ordentlichen Wirtschaftsführung durch die Ausfuhr bezahlt machen.  Wenn eine solche aber nicht möglich ist, z.B. als Folge ausländischer Boykotthetze, muß die unvermeidbare Einfuhr durch Schwächung der Devisenbestände und damit durch Schwächung der Währung bestritten werden.  Die Abhängigkeit kann aber sogar zur Lahmlegung der Wirtschaft führen, nämlich dann, wenn man uns Rohstoffe verweigert.  Wir haben noch den Weltkrieg in Erinnerung, als infolge der kaum möglichen Einfuhr nicht nur die Ernährungslage äußerst schwierig wurde, sondern auch das Ausbleiben der Rohstoffe die gefährlichsten Folgen hatte.  Die damalige Rohstoffknappheit hat einen entscheidenden Einfluß auf den Kriegsausgang gehabt.

 

Um die Abhängigkeit und ihre Folgen ein für allemal zu beheben, hat der Führer 1936 zunächst auf vier Jahre einen neuen Plan verkündet mit dem Ziel, uns in der Rohstoffrage soweit es irgend geht unabhängig zu machen.  „In vier Jahren muß Deutschland in allen jenen Stoffen vom Ausland gänzlich unabhängig sein, die irgendwie durch die deutsche Fähigkeit, durch unsere Chemie und Maschinenindustrie sowie durch unseren Bergbau selbst beschafft werden können!“

So sagte der Führer auf dem Parteitag 1936.  Mit diesem Tage hat unsere Wirtschaft ein neues Ziel erhalten: die Schaffung der eigenen ausreichenden Rohstoffindustrie.  Auf allen Gebieten arbeiten die Wissenschaft an neuen Erfindungen zur Lösung der Rohstoff- und Materialfrage; auf allen Gebieten arbeiten Technik und Industrie an der besten Verwertung dieser Er-findungen.

 

Das Gesamtgebiet der Forderungen des Vierjahresplanes, dessen Durchführung der Führer in die Hand des Ministerpräsidenten Generalfeldmarschall Hermann Göring gelegt hat, umfasst folgende drei Hauptfragen:

1. Rohstoffe, die wir im eigenen Lande haben, müssen in immer größerem Umfange gewonnen werden.  Eisenerze werden heute an verschiedenen Stellen im Reiche gefunden und ausge-wertet.  Während sie früher wenig Beachtung fanden, werden heute neue Werte aufgebaut.  So sind im Gebiet Salzgitter (nördlich des Harzes) und in der Ostmark zur Zeit die Reichswerke AG. für Eisenerzbergbau und Eisenhütten „Hermann Göring“ in der Entwicklung begriffen.  Die Förderung dieser Werke wird allein im Jahre 1940 21 Mill. t. betragen (im Jahre 1932 betrug die Gesamtförderung Deutschlands nur 1,3 Mill. t.).  In Österreich ist der Erzbergbau in den letzten Jahren sehr zurückgegangen.  Wir werden ihn neu in Angriff nehmen.  Auch suchen wir heute neue Rohölquellen; wir werden in Zukunft Rohöl in größerem Umfange als bisher im eigenen Land gewinnen.  Unser Schafbestand wird vermehrt, und Gespinst-faserpflanzen werden in immer größerem Umfange angebaut, so daß wir unserer Textil-wirtschaft mehr und mehr einheimische Rohstoffe zur Verfügung stellen können.  Als einzelnes Beispiel seien schließlich noch die Walfangschiffe erwähnt, die zum erstemal vor 1936 in Deutschland gebaut wurden und die uns von der bisherigen Tranfetteinfuhr aus Norwegen unabhängig machen sollen.

2. Eine neue Industrie ist durch die von der Wissenschaft entdeckte und geschaffene Möglich-keit zur Herstellung von Stoffen auf „synthetischem“ Wege entstanden.  Schon seit Jahr-zehnten haben wir in Deutschland die Kunstseide, deren Faden beim Auspressen einer kolloidalen Lösung von Zellulose aus feinen Düsenöffnungen entsteht, wobei durch Verdunsten der Lösungsmittel die Fäden fest werden.  Auf einem ähnlichen Verfahren beruht die Herstellung der Zellwolle, die vor wenigen Jahren erstmalig gelang und heute schon eine große Industrie beschäftigt.  Diese ist bereits in der Lage, ein Drittel unseres früheren Bedarfs an Baumwolle und Wolle zu decken.  Aus Kalk und Kohle wird das Buna hergestellt, der künstliche Kautschuk, der den von den tropischen Gummibäumen gewonnenen Rohgummi nicht nur ersetzt, sondern in vielen Beziehungen sogar übertrifft.  Alle diese Stoffe, wie auch Kunstharz, Galalith und dergleichen mehr, sind keine Ersatzstoffe, wie wir sie im Kriege hatten, sondern „Werkstoffe“.  Sie ersetzen nicht notdürftig bisher verwendete Stoffe, sondern treten vollwertig an ihre Stelle.  Man arbeitet nur deshalb bisher noch nicht mit ihnen, weil sie noch nicht erfunden waren.

3. Ein weiterer Weg zur Lösung der Rohstoffrage ist dadurch bestritten worden, daß alle Gegenstände möglichst aus den Stoffen hergestellt werden, die wir im eigenen Lande haben und die den betreffenden Zweck in gleich guter Weise erfüllen wie das bisher verwendete Material.

 

So befinden wir uns heute in einem außerordentlichen industriellen Aufschwung.  Die Forderung des Führers hat einen neuen Ansporn gegeben, und wir wissen, daß das von ihm gesteckte Ziel erreicht wird.

  

In zweifacher Hinsicht muß jedoch Missverständnissen vorgebeugt werden, wenn wir heute die Forderung der Rohstoff- und Ernährungsfreiheit so stark betonen.  Der zweite Vierjahres-plan würde falsch verstanden werden, wollte man aus seiner Durchführung auf die Absicht zur Abschließung Deutschlands von der Welt und zum Verzicht auf jegliche Einfuhr aus-ländischer Lebensmittel, Rohstoffe und Waren schließen.  Im Gegenteil: Wir streben eine Steigerung von Ausfuhr und Einfuhr an, und wir weisen mit Genugtuung darauf hin, daß die deutsche Einfuhr in den Jahren 1933 bis 1937 von 4,2 auf 5,5 Milliarden Mark und die deutsche Ausfuhr von 4,9 auf 5,9 Milliarden Mark gestiegen ist.  Wir wollen uns wieder mehr und mehr in den Welthandel einschalten, der uns in den Jahren der Not und Wirtschafts-schwäche immer mehr verschlossen wurde.  Immer noch wird es Rohstoffe geben, die wir einführen müssen.  Wir wollen auch weiterhin an den Lebens- und Genussmitteln teilhaben, die in anderen Ländern und unter anderen Himmelsstrichen erzeugt werden.  Der Lebens-standard des deutschen Volkes ist steigerungsfähig und soll gesteigert werden.  Die erhöhte Eigenerzeugung wird also niemals die Einfuhr gänzlich ausschalten und soll es auch nicht.  Wohl aber wollen wir mit der Erringung der Ernährungs- und Rohstoffreiheit zweierlei: Einmal wollen wir erreichen, daß über unseren Brotkorb nicht Fremde verfügen und daß wir uns für den Fall einer Absperrung selbst erhalten können.  Und zum anderen wollen wir den Umfang unserer Einfuhr selbst bestimmen können, damit wir sie mit unserer Ausfuhr in Übereinstimmung bringen können.

 

Ebenso wie das nationalsozialistische Wirtschaftsprogramm keine Beschränkung unserer Weltwirtschaftsverbundenheit bedeutet, ist auch mit ihm nicht die Kolonialfrage in den Hintergrund getreten.  Im Wesen des Deutschen ist Heimattreue und Bodenverbundenheit vereinigt mit dem Zug in die Weite und dem Erforscherdrang.  Wir wissen von den Fahrten der Wikinger und von der deutschen Hansa, in der 390 Städte zusammengeschlossen waren, die weit über das deutsche Gebiet hinaus wirtschaftlich und kulturell herrschten.  Germanische Staaten, vor allem England und die Niederland, haben große Kolonialreiche aufgebaut.  Bismarcks Reich hatte unter großen Opfern 1884 Südwestafrika, Kamerun und Togo, 1885 Deutsch-Ostafrika und 1889 Kiautschou in China erworben.  1914 umfaßte das deutsche Kolonialreich fast 3 Millionen qkm Land und mehr als 11 Millionen Einwohner.  Deutsche Farmer und Kaufleute hatten unsere Kolonien auf eine solche Höhe gebracht, daß sie zu einer bedeutenden Kraft der deutschen Wirtschaft geworden waren.  Das Diktat von Versailles hat uns die Kolonien geraubt.  Wir hatten sie erworben, ohne damit ein anderes Land zu schädigen.  Man nahm sie uns mit der lügenhaften Begründung, daß wir nicht in der Lage seien, sie zu beherrschen.  So sind wir heute die einzige Großmacht Europas, die keine Kolonien hat.  Wenn wir kolonialen Lebensraum hätten, wäre manche der Schwierigkeiten, von denen in diesem Abschnitt gesprochen wurde, leichter zu beheben.  Dann brauchten wir nicht Kakao, Tee, Kaffee, Bananen aus fremden Ländern einzuführen und könnten unsere Landwirtschaft durch die Eigengewinnung von tropischen Pflanzenfetten und durch Fleisch-zufuhr entlasten.  Wenn wir Kolonien hätten, könnten wir unsere Industrie mit Rohstoffen versorgen, und deutscher Unternehmungsgeist würde auf deutschem Kolonialgebiet großartige Aufgaben gestellt bekommen und neue Siedlungs- und Schaffensmöglichkeiten haben.

Daher muß Deutschland wieder Kolonien haben!  Immer wieder hat sie der Führer in seinen Reden gefordert – mit aller Deutlichkeit wieder in seiner großen Reichstagsrede vom

30. Januar 1939 -, und wir wissen, daß der Tag kommen wird, an dem auch Deutschland wieder seine Kolonien haben wird.

 

 

Nationalsozialistischer Volksaufbau

 

Die einzelnen Menschen müssen sterben, das Volk kann ewig leben.  Das Volk sind unsere Ahnen.  Das Volk sind wir, die wir gleichen Blutes sind, die wir eine gemeinsame deutsche Geschichte haben, die wir gemeinsam eine deutsche Muttersprache sprechen.  Das Volk sind unsere Kinder und Kindeskinder.  Zur Erhaltung des Volkes von Geschlecht zu Geschlecht bedarf es nicht nur der außenpolitischen Sicherung, nicht nur einer guten Wirtschaftsführung, sondern es bedarf auch der Durchführung grundlegender innerpolitischer, auf die Stärkung der rassischen Kraft gerichteten Maßnahmen.  Wir wissen aus der Geschichte, daß einst politisch starke und wirtschaftlich mächtige Völker untergingen oder zu bedeutungslosen Völkchen zusammenschrumpften, weil ihre Machthaber sich nicht mehr für die körperliche Kraft und Gesundheit des Volkes verantwortlich fühlten und keine Maßnahmen ergriffen, um es in seinen rassischen Grundlagen rein und stark zu erhalten.  Man verhinderte nicht, daß das eigene Volk sich mit fremden Rassen mischte, man ließ Angehörige fremder Rassen führende Stellen in Staat, Wirtschaft und Kultur einnehmen, man ließ zu, daß das Volk in Luxus, Genuß, Bequemlichkeit und Äußerlichkeit entartete und verweichlichte und damit die eigene Rasse in Verfall geriet.

Man achtete das Soldatentum nicht mehr, ließ die Männer schlapp und weibisch werden und vergaß, welche grundlegende Bedeutung die Familie als die eigentliche Lebenszelle des Volkes für seinen Bestand hat.  All dies war aber nur möglich, weil die Machthaber dieser Völker sich über die göttliche Schöpfungsordnung hinwegsetzten und sie missachteten.

 

Vor 1933 zeigten sich auch im deutschen Volk derartige Verfallserscheinungen.  Wenn auch der Weltkrieg den größten Beweis für die ungeheure innere Kraft und Härte des deutschen Volkes darstellt, haben wir doch vorher und nachher auf vielen Gebieten Anschauungen und Verhältnisse gehabt, die alles andere als gesund waren.  So entsprach es der Weltanschauung des Liberalismus dieses und des letzten Jahrhunderts, daß man glaubte, sich in die persön-lichen Verhältnisse des einzelnen nicht einmischen zu dürfen, auch wenn es sich um Fragen des Volkslebens handelte.  Der einzelne sollte „frei“ sein, und das hieß, daß er keine Ein-schränkung seiner persönlichen Neigungen, Bedürfnisse und auch Triebe erfahren sollte.  So führte die Idee der Gleichheit all dessen, was Menschenantlitz trägt, dazu, auch den Juden auf allen Gebieten unseres völkischen Lebens gleiche Rechte einzuräumen und ihre Ehe-schließung mit Deutschblütigen in Ordnung zu finden.  Zur Verhütung von Erbkrankheiten traf man keine wirklich entscheidenden Maßnahmen; man begnügte sich mit Pflege und ärztlicher Behandlung.  Meinungen, die Kinderreichtum als überflüssige Belastung und Beschränkung der Persönlichkeit hinstellen und den Wert der Familie lächerlich machten, trat man nicht entgegen.  Man duldete es, daß der Wehrgedanke und das Soldatentum herab-gesetzt und erniedrigt wurden.  Diese Erscheinungen bewirkten eine Schwächung und Zersetzung unseres Volkskörpers in körperlicher, seelischer und geistig-sittlicher Hinsicht.  Am Ende musste die völlige Auflösung der Gemeinschaft unseres Volkes stehen.  Die Eroberung des Reiches durch den Nationalsozialismus verhinderte dies.

 

Für die nationalsozialistische Auffassung des Lebens steht der natürlichen Ordnung ent-sprechend immer das Ganze vor dem Einzelnen, die Ganzheit des Volkes vor der Einzel-persönlichkeit.  Der einzelne Volksgenosse lebt ja nur als Glied der Gemeinschaft.  Sie gibt ihm Arbeit, Ordnung und Sicherheit; sie ermöglicht ihm die Befriedigung seiner Lebens-bedürfnisse.  In je besserer Verfassung die Gemeinschaft sich befindet, um so besser geht es auch jedem einzelnen ihrer Glieder.  Der nationalsozialistische Staat hindert daher mit Recht den einzelnen daran, durch sein Tun oder Lassen der Gemeinschaft zu schaden, dagegen fördert er alles, was der Gemeinschaft nützt.  Aus dieser naturgegebenen Erkenntnis völkischen Lebens und gewarnt durch den Zerfall der Volksgemeinschaft unter der Herrschaft der naturwidrigen liberalistischen Anschauung haben sich die Rasseforderungen des National-sozialismus ergeben.  Im Rassegesetzgebungswerk des Dritten Reiches fanden sie ihre Verwirklichung.  Mit ihm hat unser Volk begonnen, sich durch gesetzliche Maßnahmen selbst rassisch zu reinigen und zu erneuern.  Wir treiben damit eine Politik, die nicht nur an die nächste Stunde und an den nächsten Tag denkt, sondern auf die Zukunft des Volkes gerichtet ist und sich aus einem geschichtlichen Bewusstsein heraus verantwortlich weiß für die kommenden Geschlechter.

Adolf Hitler sagt in „Mein Kampf“ (Seite 433):

„Der Staat ist ein Mittel zum Zweck.  Sein Zweck liegt in der Erhaltung und Förderung einer Gemeinschaft physisch und seelisch gleichartiger Lebewesen.  Diese Erhaltung selber umfasst erstlich den rassemäßigen Bestand und gestattet dadurch die freie Entwicklung aller in dieser Rasse schlummernden Kräfte.  Von denen wird immer wieder ein Teil in erster Linie der Erhaltung des physischen Lebens dienen und nur der andere der Förderung einer geistigen Weiterentwicklung.  Tatsächlich schafft aber immer der Eine die Voraussetzung für das Andere.“

 

Die Verwirklichung des nationalsozialistischen Rassegedankens greift in das Leben des einzelnen ein.  Die staatlichen Maßnahmen zur Reinerhaltung unserer Rasse und zur Sicherung der Erhaltung und des Wachstums unseres Volkes legen ihm ernste Pflichten auf.  Er soll sie erfüllen aus der Erkenntnis seiner persönlichen Verbundenheit mit dem Gesamtschicksal unseres Volkes und in dem Bewusstsein der persönlichen Verantwortung jedes einzelnen Volksgenossen für unsere völkische Zukunft.

  

Unter diesen staatlichen Maßnahmen steht mit an erster Stelle die Regelung der Judenfrage.  Seit der Zerstörung Jerusalems durch die Römer 79 n. Chr. leben Juden unter den Völkern Europas.  Aus dem natürlichen Empfinden der Rasseverschiedenheit hat man im Mittelalter die Juden in besonderen Stadtteilen von der übrigen Bevölkerung abgetrennt und ihnen keine Gleichberechtigung zuerkannt.  Erst im 18. und 19. Jahrhundert fielen diese Schranken, und im Laufe der Zeit haben sie bei allen Völkern in steigendem Maße führende Stellen in Staat, und Wirtschaft und Kultur eingenommen.  Immer aber blieben sie Juden, auch wenn sie Religion und Namen wechselten und die Staatsangehörigkeit anderer Völker erwarben.

Das Wirken der Juden ist gefahrvoll und schädlich für jede Nation; denn sie treiben nicht Politik im Interesse und zum Besten ihrer Gastvölker, sie wahren nicht die nationalen Belange der Völker, sondern sie streben mit allen Mitteln die Herrschaft des Gesamtjudentums über die Völker an.  In der Weltwirtschaft zeigt sich besonders das Zusammenspiel der Juden, gleich welche Nationalität sie „erworben“ haben.  Für das Judentum gibt es keine National-wirtschaft mit der Aufgabe, sinnvoll und zweckentsprechend für Arbeit und Lebensunterhalt eines Volkes zu sorgen, es kennt nur eine internationale, ausschließlich den eigenen Geld- und Wirtschaftsinteressen dienende Wirtschaft.  An dem jüdischen Wirtschaftsboykott gegen das Dritte Reich erkennen wir deutlich den internationalen Zusammenhalt des Gesamtjudentums und seine Auffassung der Wirtschaft als Mittel für die Beherrschung der Völker.  Auch die Kultur hat das Judentum in der gleichen Weise missbraucht.  Völker mit Nationalbewusstsein und mit nationalen Tugenden sind gegen jüdische Einflüsse gefeiter als solche, deren nationales Gefühl getötet, deren Sitte und Moral zersetzt sind.  Jüdische Malerei und Dichtung, jüdische Plastik und Architektur, jüdisches Theater- und Filmwirken verderben Seele und Charakter der Völker.  Und schließlich kennt das Judentum noch ein Mittel im Kampf um seine Weltherrschaft.  Es versucht, von innen her das Gefüge der Völker zu lockern und sie seinem Einfluß zu unterwerfen, es versucht, in das Blut der Völker einzu-dringen und es zu verderben.  Wenn wir die Schädlichkeit des Judentums mit einem Blick umfassen wollen, brauchen wir nur nach Sowjetrußland zu schauen, wo es dabei ist, ein ganzes Volk zu Tode zu regieren und von wo aus es die ganze Welt zugrunde richten möchte.

 

Bis zum Jahre 1933 befand sich Deutschland ebenfalls unter dem verderblichen jüdischen Einfluß.  Der Nationalsozialismus hat es gemäß dem Punkt 4 des Parteiprogramms davon befreit und unser Volk vor dem Schicksal Russlands bewahrt.  Das „Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ vom 7. April 1933 war die erste Maßnahme, die das Judentum aus der Führung des Staates ausschaltete.  Ihm folgte die Säuberung aller Verbände, Vereine und Berufe und seine Zurückdrängung in Wirtschaft und Kultur.  Das „Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre“ und das „Reichsbürgergesetz“ vom 15. September 1935 führte zu klaren Trennung zwischen Deutschen und Juden.  Die Ehe und der geschlechtliche Verkehr zwischen Deutschen und Juden wurde verboten und damit auch die Beseitigung deutsch-jüdischer Mischlinge angebahnt.  Der feige Meuchelmord eines Juden an dem deutschen Botschaftsrat vom Rath in Paris löste die Beschleunigung und Verschärfung unserer Abwehrmaßnahmen aus.

Die Hetze des Weltjudentums gegen die Beschränkung jüdischer Macht hat uns nicht gehindert und wird uns nicht hindern, alle für die Reinerhaltung unseres Blutes und den Bestand und Aufbau unseres Volkes notwendigen Maßnahmen durchzuführen.

  

Das zweite Gebiet des Rassegesetzgebungswerkes richtet sich auf die Minderung und Ausscheidung des ungesunden und kranken Blutes und trägt so zur Stärkung unserer Volkskraft bei.  Der Nationalsozialismus fordert: Nur gesunde Menschen dürfen sich heiraten, denn nur wer gesund an Körper, Seele und Geist ist, bekommt einen gesunden Nachwuchs.  Die Kinder kränklicher und kranker Eltern sind zumindest anfälliger und widerstands-unfähiger als die Kinder gesunder Eltern.  Kinder geschlechtskranker Eltern schweben in der Gefahr, von Geburt an durch die Folgen der elterlichen Krankheit belastet zu sein.  Kinder von Eltern, die dem Alkoholmissbrauch verfallen sind, sind stets gefährdet und oft mit körperlichen, seelischen oder geistigen Schwächen behaftet.

Eine besondere Gefahr für das Leben unseres Volkes bedeuten die Erbkrankheiten, die es auf körperlichem, seelischem und geistigem Gebiet gibt.  Sie vererben sich von den Eltern auf die Kinder, von den Kindern auf die Enkel und von den Enkeln auf die Urenkel.  Die erbkranken Menschen tragen in der Regel keine Schuld an ihrem Leiden.  Sie sind krank und verdienen damit unser Mitleid; es ist selbstverständliche menschliche Pflicht, sie zu pflegen.  Ebenso ist es aber auch menschliche und völkische Pflicht, zu verhindern, daß die Erbkranken ihre Krankheiten an kommende Geschlechter weitergeben.  Denn die Träger solcher Erbkrank-heiten sind in der Regel zum Lebenskampf untauglich.  Sie sind nicht nur unfähig, durch ihre Leistung zur Erhaltung unseres Volkes beizutragen, sondern sie benötigen zu ihrer eigenen Erhaltung Mittel der Allgemeinheit und Leistungen gesunder Volksgenossen; sie entziehen damit wertvolle Kräfte dem Aufbau und der Förderung unseres Volkes und schwächen es so in seinem Daseinskampf.  Mit der Zeugung von Nachkommen vererben sie ihre Krankheit und werden so zur Quelle immer wieder neuen persönlichen Unglücks und – durch Vermehrung und Ausbreitung des Krankheitsstoffes – neuer und vermehrter Schwächung unseres Volkes.  Wenn auch in manchen Fällen die ärztliche Kunst dem Träger einer Erbkrankheit Erleichterung oder gar Befreiung von den Krankheitsmerkmalen geben kann, die unheilvolle Erblichkeit auf Kinder und Kindeskinder kann nicht beseitigt werden.  Hier hilft nur das schmerzliche, aber notwendige Mittel, den erbkranken Blutstrom versiegen zu lassen.

Mit dem „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ vom 26. Juli 1933 hat der nationalsozialistische Staat diese Maßnahme zum Schutz der Volksgemeinschaft eingeführt und die Unfruchtbarmachung Erbkranker angeordnet.  Sie wird auf Grund eingehender ärztlicher Untersuchung von Fachärzten vorgenommen und ist ein Eingriff, der keine Schädigung des Körpers bedeutet.  Kommende Geschlechter unseres Volkes werden dankbar sein, daß auf diese Weise die Zahl der Erbkranken im Laufe der Jahrzehnte mehr und mehr herabgesetzt wird.

  

Das Rassegesetzgebungswerk findet seine Ergänzung durch Maßnahmen der Bevölkerungs-politik, die ebenfalls aus einem neuen völkischen Rassebewusstsein erwachsen sind.  Nicht nur Reinheit des Blutes und Ausmerzung des Kranken ist erforderlich, sondern es muß auch die genügende Zahl Kinder vorhanden sein, damit unser Volk weiterleben kann.

Auch hier ist und die Geschichte Lehrmeisterin: Der Niedergang einstmals großer und mächtiger Völker ist mit darauf zurückzuführen, daß bei ihren Bürgern der Hang zur Bequem-lichkeit, Ichsucht und Verantwortungslosigkeit gegenüber dem Volksganzen überhandnahm.  Sie empfanden eine mit zahlreichen Kindern gesegnete Familie als unbequem und ihre persönliche Freiheit störend.  Deshalb beschränkten sie ihre Nachwuchszahl oder verzichteten sogar ganz auf Nachkommen.  Diese Völker wuchsen nicht mehr, sondern nach einem Zeit-raum des Stillstands nahm ihre Volkszahl ab.  Bald verfügten sie nicht mehr über die erforderliche Zahl der zur Führung des Staates befähigten Menschen und über genügend Kraft, um dem Druck anderer wachsender Völker standhalten zu können.  Eine Zeitlang glaubten sie vielleicht, sich durch Hereinnahme fremden Blutes helfen zu können.  Schließlich aber unterlagen sie doch dem Ansturm von außen oder der Überwucherung durch das zugelassene fremde Volks- und Rassentum.  So erging es dem alten Griechenland und dem alten Rom.

In dieser Entwicklung befand sich bis 1933 auch Deutschland.  Auch bei uns hatten sich Ichsucht, Bequemlichkeit und ein gefährliches Bedürfnis nach Unabhängigkeit so breitge-macht, daß unsere Geburtenzahl von Jahr zu Jahr zurückging.  Kamen im alten Reichsgebiet im Jahr 1880 noch 39,3 Geborene auf 1000 Einwohner, so waren es 1890 nur noch 32,7; 1900 35,6; 1910  29,8; 1920  25,9; 1930  17,6 und im Jahr 1933 sogar nur noch 14,7.  Zur zahlen-mäßigen Erhaltung unseres Volkes sind 3,4 Kinder je Familie erforderlich, es gab aber 1933 in den rund 15 Millionen Familien des alten Reichsgebietes etwa 32,650 Millionen, also je Familie nur 2,2 Kinder.  Würde es nicht gelingen, diese Zahl auf das erforderliche Maß und darüber hinaus zu heben, hätte Deutschland Ende dieses Jahrhunderts kaum mehr als 50 Millionen Einwohner; Berlin würde bei gleichbleibender Geburtenzahl und bei einer Verhinderung des Zuzugs in etwa 150 Jahren nur noch 150 000 Einwohner haben, statt der heutigen 4 Millionen.

Auch auf diesem für den Bestand der Volksgemeinschaft so außerordentlich entscheidenden Gebiet setzt der Nationalsozialismus alles ein, um die Dinge zum Guten zu lenken, und ein erster Erfolg ist heute nach wenigen Jahren schon sichtbar.  In seiner Reichstagsrede am 20. Februar 1938 konnte der Führer mit Stolz und Dankbarkeit berichten:

„Wenn ich nun dieses Bild eines Aufschwunges des deutschen Lebens, das ich nur durch ganz wenige aus einer Riesenzahl herausgegriffener Belege und Daten aufzeichnen will, beende, dann kann ich keinen schöneren Abschluß finden als den, der sich aus dem Aufstieg unserer Geburtenzahl ergibt.  Denn im Jahre 1932 wurden in Deutschland 970 000 Kinder geboren.  Diese Zahl stieg nun jährlich an und erreichte 1937  1,270 Millionen.  Insgesamt sind dem deutschen Volk seit der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus rund 1,160 Millionen Kinder mehr geschenkt worden.  Sie sind nicht nur ein Grund des Stolzes auf unsere deutschen Frauen, sondern auch ein Grund zur Dankbarkeit gegenüber unserer Vorsehung.  Zu ihrer friedlichen Arbeit ohnegleichen wurden der Nation in 5 Jahren 1,160 Millionen junge Volksgenossen und –genossinnen geschenkt, die ein lebender Beweis für die gewaltige Arbeit der nationalsozialistischen Erhebung unseres Volkes und des Segens unseres Herrgottes sind.“

Dieser Erfolg, der nur ein Anfang sein darf und ständiger Erhöhung bedarf, wurde erreicht, weil einmal die allgemeinen Maßnahmen des Nationalsozialismus sich auch auf dieses Gebiet auswirkten: Der allgemeine wirtschaftliche Aufschwung ermöglicht zahlreichen bisher erwerbslosen und in Not befindlichen jungen Menschen die Eheschließung und die Gründung einer Familie; die Abkehr vom Liberalismus und die Erziehung zum Nationalsozialismus macht den Volksgenossen auch hier ihre Verantwortung gegenüber der Gemeinschaft unseres Volkes bewußt.  Darüber hinaus setzt der Nationalsozialismus aber sowohl in wirtschaftlicher als auch in seelischer Hinsicht den Hebel noch besonders ein.  Durch Ehestandsdarlehen fördert er die Familiengründung; durch Maßnahmen auf dem Gebiete der Lohn- und Gehaltsfestsetzung, des Tarif- und Steuerwesens und der Sozialgesetzgebung sorgt er dafür, daß kinderreiche Familien wirtschaftlich nicht schlechter stehen als kinderarme; immer mehr wird der Gesichtspunkt des Kinderreichtums bei der Führung unserer Innenpolitik richtunggebend sein.  Der Nationalsozialismus weckt die natürliche elterliche Sehnsucht und die natürliche elterliche Freude zum Kinde; er gibt in der Auffassung des Volkes der Mutter wieder die ihr gebührende Ehrenstellung.  Vor allem aber gibt er den Eltern wieder den Mut, Kinder zu zeugen; denn nicht mehr liegt die Zukunft unserer Kinder von Schande und Knechtschaft, von Not und Elend bedroht aussichtslos vor uns, sondern wir wissen, daß unsere Kinder in einem Reiche leben werden, auf das sie stolz sein können, für das sie arbeiten dürfen und das jedes auf den ihm gebührenden Platz stellen wird.

So hat sich – wenn wir an das Schicksal unseres Volkes denken – der Druck wesentlich gemildert, der noch vor wenigen Jahren kaum tragbar auf uns lag.  Ganz verschwunden ist er noch nicht; dazu bedarf es stetigen Fortschreitens auf dem begonnenen Wege.  Vor allem aber müssen wir uns bewußt sein: In der Familie, die ein jeder von uns gründet und aufbaut, entscheidet es sich letztlich, ob und wie unser Volk weiterlebt.  Erst wenn jeder einzelne Volksgenosse seine persönliche Verantwortung für diese Schicksalsfrage unseres Volkes kennt und entsprechend handelt, werden wir beruhigt in die Zukunft sehen können.

  

Aber nicht allein die Zahl entscheidet, sondern auch Güte und Wertigkeit des Nachwuchses.  Sie werden nicht nur durch die Ausschaltung des Fremden und Kranken verbürgt.  Kraft, Gesundheit und Stärke unseres Volkes müssen allgemein gesteigert werden.  Diese Aufgabe wird heute in den großen Erziehungseinrichtungen unseres Volkes durchge-führt.  Schule, Hitler-Jugend, Reichsarbeitsdienst und Wehrmacht.  SA., SS., NSKK., NSFK. und die sonstigen Organisationen der Partei erziehen und fördern den jungen Deutschen körperlich, charakterlich und geistig.  Wir erwähnen die umfassende Arbeit der NS.-Volks-wohlfahrt, die der Erhaltung und Steigerung von Volksgesundheit und Volkskraft dient.  Wir erwähnen das Wirken der Deutschen Arbeitsfront und ihrer NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude“.  Durch ihre Einrichtungen gibt sie verbesserte Arbeitsmöglichkeiten und steigert durch Sport, Spiel und Ferienfahrt die Arbeitskraft.  Überall, wo wir heute hingehen, sehen wir das Bemühen, den deutschen Menschen Gesundheit, Kraft, Lebensfreude und Steigerung ihrer Leistungsfähigkeit zu geben. 

Diese Arbeit für alle wird ergänzt durch die bewusste Auslese der Tüchtigsten.  Sie gründet sich auf das nationalsozialistische Leistungsprinzip.  Ein altes Soldatenwort sagt, daß jeder Mann „den Marschallstab im Tornister trägt“.  So ist es heute allgemein.  Für das Vorwärts-kommen eines Menschen sind nicht mehr Herkunft und Vermögen maßgebend, sondern allein seine Tüchtigkeit, Gesundheit und Gesinnung.  Die Besten werden ausgelesen und besonders gefördert, damit sie ihrer Leistungsfähigkeit entsprechende Stellung einnehmen. 

Der nationalsozialistische Staat baut durch diese Auslese die Führerschicht auf, die er zur Führung des Volkes braucht, wie Adolf Hitler es in „Mein Kampf“ auf Seite 480 vorgezeichnet hat:

„Auch hier wird der völkische Staat einst erziehend einzugreifen haben.  Er hat nicht die Aufgabe, einer bestehenden Gesellschaftsklasse den maßgebenden Einfluß zu wahren, sondern die Aufgabe, aus der Summe aller Volksgenossen die fähigsten Köpfe herauszuholen und zu Amt und Würden zu bringen.  Er hat nicht nur die Verpflichtung dem Durchschnitts-kind in der Volksschule eine bestimmte Erziehung zu geben, sondern auch die Pflicht, das Talent auf die Bahn zu bringen, auf die es gehört.  Er hat es vor allem als seine höchste Aufgabe zu betrachten, die Tore der staatlichen höheren Unterrichtsanstalten jeder Begabung zu öffnen, ganz gleich, aus welchen Kreisen sie stammen möge.  Er muß diese Aufgabe erfüllen, da nur so aus der Schicht von Repräsentanten eines toten Wissens die geniale Führung der Nation erwachsen kann“.

 

Erziehung und Auslese gehören zusammen und sind die beiden Mittel, um das Leben und die Höherentwicklung unseres Volkes zu sichern.

 

 

Nationalsozialistisches Kulturschaffen

 

 

Daß unser Volk lebt, gesund und stark ist, ist die Voraussetzung für seine Leistung.  Seine Leistung aber ist der eigentliche Sinn seines Daseins.  Denn es kommt ja nicht darauf an, daß wir leben, sondern es kommt darauf an, wie wir leben und ob wir etwas aus unserem Leben machen, ob wir etwas schaffen und gestalten.  Dabei sind in der nationalsozialistischen Bewertung Haltung und Leistung eng verbunden: Die Leistung wird wesentlich daraufhin angesehen, aus welcher Gesinnung sie erwachsen ist.

 

Die Gesamtheit der Leistung und Werke, die aus einer hohen, uneigennützigen Gesinnung vollbracht werden, nennen wir Kultur.  Kultur entsteht dort, wo Menschen in der Gemein-schaft ihr Leben gestalten und formen; Kultur ist der letzte Sinn unseres völkischen Lebens, und es ist unser Ziel, daß unserem Volk eine große und edle Kultur erwächst.  Der Führer sagte auf der Kulturtagung des Reichsparteitages 1936: Die höchste Gemeinschaftsleistung der Menschen ist nun aber keineswegs – wie insbesondere die Wirtschaftler meist zu glauben scheinen – die sogenannte Wirtschaft, sondern die Kultur.“  Kultur ist immer letzter und tiefster Ausdruck einer inneren Haltung.  So kommt es nicht von ungefähr, daß wir unter den Zersetzungserscheinungen des Liberalismus häufig auf eine entartete Kultur stoßen.  So ist es selbstverständlich, daß die neue deutsche Kultur als Ausdruck der inneren national-sozialistischen Haltung nationalsozialistisch ist.

 

Das deutsche Volk hat ein Recht, sich ein Kulturvolk zu nennen.  Besonders auf dem Gebiet der Kunst hat es im Laufe seiner Geschichte Leistungen hervorgebracht, mit denen es in der vordersten Reihe der Kulturen der Welt steht.  Schon in der frühen Zeit germanischer Vorgeschichte entwickelten sich künstlerische Schmuckformen: Ein Schwert hatte einen schönen gestalteten Griff, Tonurnen trugen schmückende Muster, und Goldschmuck zeigte die reichsten Formen.  Im frühen Mittelalter entstand eine Volkskultur, die ihren Ausdruck fand in der Bauweise und im Schmuck der Häuser, in der Gestaltung der Innenräume und ihrer Einrichtungsgegenstände, in den Schmuckformen der Arbeitsgeräte, in Brauchtum und Sitte, in Dichtung, Fest und Feier.  Auf dem Boden einer gepflegten und echten Kultur des Alltags erwuchsen die überragenden Werke der bildenden Kunst als Schöpfungen überdurch-schnittlich begabter, besonders begnadeter Menschen.  Wir betrachten die herrliche Gestalt des Reiters im Dom zu Bamberg und die trutzige Rolandgestalt in Bremen, die lange vor der Entdeckung Amerikas entstanden.  Wir denken an ähnliche Schöpfungen, wie wir sie im Dom zu Naumburg, im Straßburger Münster und an vielen anderen Orten, vor allem auch in den Kunstsammlungen finden.  Die gleiche hohe Zeit deutscher Kultur des Mittelalters schuf im romanischen und gotischen Stil die gewaltigen Bauwerke, die wir in den alten deutschen Städten oft in überwältigender Fülle bewundern.  Wie auch heute, entstanden schon im Mittelalter derartige Werke aus der geschlossenen Gesinnung der Gemeinschaft und in ihrem Auftrag.  Deutschlands erste große Zeit der Baukunst und Plastik lag in der frühen Kaiserzeit des Mittelalters.  Die Zeit seiner großen Dichtungen und Musikschöpfungen war das Ende des 18. und der Anfang des 19. Jahrhunderts.  Schauspiele und andere dichterische Werke Lessings, Schillers, Goethes, Kleists und die Musikwerke von Bach, Mozart, Beethoven, Richard Wagner sprechen unmittelbar zu uns.

 

Im späteren 19. Jahrhundert verfiel das deutsche Volk einer kulturellen Stillosigkeit, von der heute noch viele Bauten und auch Wohnungseinrichtungen ein trauriges Zeugnis ablegen.  Das Empfinden für echte und wahre Kultur war verschüttet.  Mit viel Geld glaubte man Kultur machen zu können, aber es wurde Luxus und oft großer Kitsch.  Obgleich sich unter der Führung des Philosophen Friedrich Nietzsche eine neue deutsche Kulturbewegung bildete, wurde unser Kulturleben doch in den letzten Jahrzehnten und vor allem nach dem Kriege aufs stärkste von fremden Einflüssen überflutet.  Unsere Sprache wurde mit Fremdwörtern und hässlichen Wortbildungen durchsetzt.  Vom Ausland her wurden unsere Kleidung und weit-gehend auch unsere Lebenssitte bestimmt. In Musik, Theater, Kino, Schrifttum, Malerei und Baukunst, in Tanz und Vergnügungsveranstaltungen machte sich undeutsches Wesen breit.  Ein Amerikanismus wurde modern.  Man wandte sich an die niedrigen Instinkte im Menschen, und Gewinnsüchtige nutzten das mangelnde Empfinden für das Echte und Wahre aus.  Viele sogenannte Kunstwerke waren ausgefallene Versuche und Ausdruck der inneren Haltlosigkeit.  Das Judentum hatte auch hier die Führung weitgehend in der Hand.

 

Gegen den „Kulturbolschewismus“, der die Gesittung unseres Volkes verdarb, hat sich der Nationalsozialismus erhoben.  Et hat den Blick wieder frei gemacht für das, was wirklich schön, groß und wertvoll ist und den deutschen Menschen innerlich erhebt und bereichert.  Wir haben heute wieder die innere Verbindung mit dem überkommenen, von deutschem  Geiste erfüllten Kulturgut; es ist ja die Eigenart der Kultur, daß sie immer wieder zu neuem Leben erwachen kann: Mozart, Beethoven, Schiller, Goethe leben längst nicht mehr, aber ihre Werke sind noch da; es liegt an uns, ob wir sie immer wieder zu uns sprechen und uns immer wieder von ihnen ergreifen lassen.  Wir hüten echtes deutsches Brauchtum und deutsche Sitte.  Diese Pflege der überkommenen deutschen Kultur ist verbunden mit der Schaffung neuer Kulturwerke.  Im Vordergrund stehen heute die Gemeinschaftsbauten als gewaltigster Ausdruck neuerwachten Kulturwillens.  Großstädten des Reiches wird ein neues, würdiges Gesicht gegeben.  In München entstanden und entstehen die Bauten der Partei; in Nürnberg wächst das neue Reichsparteitaggelände; Berlin wird in den kommenden Jahren eine neue Gliederung und Gestaltung erfahren; in Hamburg, dem deutschen Tore der Welt, werden sich Bauten erheben, die dieser bedeutenden Stadt des deutschen Außenhandels entsprechen; Wien wird eine neue kulturelle Blüte erleben.  An die Baukunst schließen sich Plastik und Malerei an.  Sie helfen mit, die Bauten und Räume zu gestalten, in denen die Gemeinschaft sich zur Arbeit, zu Fest und Feier zusammenfindet.  Musik und Dichtung erwachsen aus unserem völkischen Gemeinschaftserlebnis.

 

So stehen wir in diesen Jahren großen politischen Geschehens auch in einem neuen Aufbau der deutschen Kultur.  Sie ist aber nicht nur eine Angelegenheit besonders begabter und vorgebildeter Menschen, die Bauwerke schaffen und Musikstücke komponieren können, sondern sie ist eine Angelegenheit eines jeden von uns. Sie reicht in den Alltag des Lebens hinein.  Sie zeigt sich bei uns in der Einrichtung und Gestaltung unseres Lebens.  Wir richten die Räume, in denen wir leben, so ein, daß sie unserem Schönheitsempfinden entsprechen.  Wir gestalten unsere Feiern und Feste aus unserem Gemeinschaftserlebnis.  Der Reichs-arbeitsdienst fühlt sich ebenso wie die anderen Erziehungsorganisationen als Träger dieses neuen Kulturwillens, der aus dem Volke erwächst, der seinen Alltag durchdringt und dessen Vollendung die Grundlage für die gesamte Kulturleistung unseres Volkes darstellt.

 

Eine unentbehrliche Grundlage unseres Volkes und zugleich Ausdruck seiner kulturellen Schaffenskraft ist die deutsche Wissenschaft.  Erst vor wenigen Jahrhunderten begann sie ihren Siegeszug, der zu umstürzenden Entdeckungen und Erfindungen geführt hat.  Millionen Menschen stehen heute in der Ausführung von Arbeiten, die erst durch wissenschaftliche Forschung und wissenschaftlichen Versuch möglich geworden sind.  Eisenbahn, Automobil, Flugzeug sind wie jede größere Maschine nur möglich durch die zähe Arbeit wissenschaftlich geschulter Menschen.  Hierbei sind der Arbeiter der Stirn und der Arbeiter der Faust aufein-ander angewiesen.  Was würden die Berechnungen und Erfindungen des Wissenschaftlers nützen, wenn der Arbeiter der Faust sie nicht ausführen würde, und umgekehrt, was sollte der Arbeiter der Faust schaffen, wenn er nicht die Leitung und Führung durch den wissen-schaftlich geschulten Arbeiter der Stirn hätte.  Der zweite Vierjahresplan stellt in besonderem Maße Anforderungen an die technischen Wissenschaften.

Bei der Würdigung der Wissenschaft denken wir auch an den Arzt, der den Aufbau des gesunden Körpers kennen sowie die Verhütung und Behandlung von Krankheiten verstehen muß, um Wächter der Volksgesundheit sein zu können.  Die Rechtswissenschaft gibt dem Studenten die Kenntnis der Gesetze und vermittelt ihm die Befähigung ihrer Anwendung zum Schutze von Recht und Ordnung.  Für den Geschichtsforscher sind Ausgrabungsgegenstände, Chroniken, Urkunden und andere Aufzeichnungen die Quellen, nach denen er ein Bild der früheren Zeit herzustellen sucht und den Lebenslauf unseres Volkes darstellt; der National-sozialismus hat gerade der Geschichtsforschung und –darstellung neuen Antrieb und neue Ausrichtung gegeben.  Kunstgeschichtsforscher lehren uns, das Empfinden und Gestalten früherer Zeit in den Kunstwerken zu verstehen; in den Vorlesungen über das deutsche Schrifttum dringt der Student in das Wesen und in die Gesetze dichterischer Gestaltung ein.  Der Student, der Lehrer werden will, wird in seinen Fächern und in der Lehrweise so ausgebildet, daß er fähig ist, die heranwachsende Jugend zu erziehen.

 

So wirkt die Wissenschaft in vielfältiger Weise auf das Leben unseres Volkes ein und dient ihm.  Universität und Technische Hochschule mit ihren Forschungs- und Lehrinstituten, Hochschule für Lehrerbildung und Fachschule sind die großen Einrichtungen der wissen-schaftlichen Lehre und Forschung.  Der Student, der sie besuchen und seine Ausbildung mit einem Examen abschließen darf, ist zu vermehrter Mitarbeit am Auf- und Ausbau unseres Reiches verpflichtet.  Deutschland braucht aber auch Männer, die sich der Mühe einer langen und schwierigen Ausbildung in der Durchdringung der Wissenschaftsgebiete unterziehen.  Auf den deutschen Hochschulen arbeitet die Wissenschaft nicht um ihrer selbst, sondern um des Volkes willen.  Der Nationalsozialismus hat auch die Wissenschaft, die manchen Irrweg gegangen war, ergriffen.  Sie ist, wie alle Gebiete unseres völkischen Lebens, wieder einge-gliedert in den geistigen Zusammenhang unseres Volkes und in die Kameradschaft aller Schaffenden.

 

Die nationalsozialistische Revolution des Jahres 1933 hat dem deutschen Volk in seiner Gesamtheit eine neue Haltung gegeben.  Überall ist ein neuer Geist der Treue, der Tapferkeit, der Opferbereitschaft, der Dienstbereitschaft, der Geist der Volksgemeinschaft eingezogen.  Er zeigt sich im Alltag des Lebens, wenn einer für den anderen einsteht und ihm zu helfen sucht.  Er zeigt sich groß und offen vor aller Welt in einer Aktion, wie dem Winterhilfswerk des deutschen Volkes.  Er zeigt sich am schönsten und eindrucksvollsten in jedem Jahr an den Tagen, an denen die Arbeit ruht und wir die großen Feiertage der Nation begehen.  Ob wir mit gesenkten Fahnen zum Gedächtnis der Toten des großen Krieges und der Toten der Bewegung vereint sind, ob wir bei anbrechendem Frühling am 1. Mai den Tag der nationalen Arbeit feiern, oder ob wir an einem Herbsttag dem Schöpfer den Dank für die Ernte des Sommers darbringen, immer gedenken, feiern und danken wir als deutsche Menschen des einigen Deutschen Reiches, das nun das Großdeutsche Reich geworden ist, für das wir leben und arbeiten und dessen Führer wir Treue und Gehorsam geschworen haben.

 

(Quellenauszug: Buch „Spaten und Ähre“ – Handbuch der deutschen Jugend im Reichs-arbeitsdienst, 1939)