1959 Südtiroler Freiheitskampf 1969

  So wurden Freiheitskämpfer gefoltert

So wurden die Folterungen verschwiegen

So wurden die Folterungen zum politischen Tauschgeschäft

Geldprämien und Auszeichnungen für Folterknechte

Mord und versuchter Menschenraub

 

Aus dem Vorwort:
„Möge die vorliegende Dokumentation über die Folterungen an unseren politischen
Häftlingen, begleitet von authentischen Hintergrundinformationen, vor allem unserer
jüngeren Generation nicht nur das Leid und die Opfer in Erinnerung rufen, sondern
auch das Bewusstsein vermitteln, daß der Erhalt einer lebenswerten Heimat Wachsamkeit
und beständigen Einsatz von uns allen erfordert!“
Dr. Bruno Hosp, Landesrat a.D. der Südtiroler Landesregierung
1996-2004 Vizepräsident der „Förderalistischen Union Europäischer Volksgruppen“ (FUEV) 2000-2005 Vizepräsident der „Versammlung der Regionen Europas“ (VRE)


 

 

Für die Heimat kein Opfer zu schwer Folter–Tod–Erniedrigung: Südtirol 1961-1969 720 Seiten, 500 Abb., geb., 28,50

 

Als in den 1960er Jahren der „Befreiungsausschuß Südtirol“ (BAS) die faschistische Entnationalisierungspolitik auf die Müllhalde der Geschichte verwies, antwortete Rom mit Repression und Folter. Unter großen Opfern und Leiden, die erst später gewürdigt wurden, wurde die Autonomie errungen.   Ein gefolterter politischer Häftling hat seine und die Haltung seiner Kameraden in einem Brief aus dem Gefängnis kund getan: „Die Opfer hier und die Opfer bei meiner Familie zuhause sind schwer, aber nicht zu schwer, wenn sie Früchte bringen.“ In Anlehnung an diese Worte trägt diese Dokumentation den Titel „Für die Heimat kein Opfer zu schwer“. Sie stellt die Folterungen und den Kampf der politischen Gefangenen für die Menschenrechte ihres Volkes bis hin vor die Schranken der Gerichte anhand teilweise erstmals veröffentlichter Briefe und Dokumente dar. Die Erinnerung an das damalige Geschehen soll keine Klüfte aufreißen. Sie soll aber mahnen und einen Beitrag zu einer grundlegenden Betrachtung der Menschenrechte einschließlich des immer wieder angefeindeten und bestrittenen Rechtes auf Selbstbestimmung leisten.

                                                                                                                                                                                                                        Sepp Kerschbaumer – der charismatische Anführer der Freiheitskämpfer

 

  

 

1961-1969 Folterhölle im Urlauberparadies Diese Karte zeigt: Die Folterung politischer Südtiroler Gefangener erfolgte planmäßig und flächendeckend. Und die politisch Verantwortlichen in Italien, Südtirol, Österreich, Deutschland und Europa schwiegen.

Helmut Golowitsch:

Für die Heimat kein Opfer zu schwer

Folter – Tod – Erniedrigung: Südtirol 1961-1969

In Südtirol wurde nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges die faschistische Politik der wirtschaftlichen und sozialen Benachteiligung, der staatlich gelenkten Unterwanderung und der Entrechtung der eingesessenen Südtiroler Bevölkerung fortgeführt. Dies veranlaßte den geistigen und geistlichen Führer der deutschen und ladinischen Volksgruppe, Kanonikus Michael Gamper zu dem aufrüttelnden Wort von dem „Todesmarsch“, auf dem sich die Südtiroler befänden und führte 1957 zu der großen Protestkundgebung auf Schloß Sigmundkron, an der rund 35.000 Südtiroler teilnahmen.

In der Feuernacht des 11. auf den 12. Juni 1961 entlud sich der aufgestaute Protest der Südtiroler in der berühmten „Feuernacht“, in welcher der von Sepp Kerschbaumer gegründete „Befreiungsausschuß Südtirol“ (BAS) an die 40 Hochspannungsmasten sprengte. Weitere Anschläge folgten. Die römische Regierung antwortete mit grausamer Härte. In den Carabinierikasernen wurde gefoltert, in den Nächten hallten die Schreie der Gepeinigten so weit, daß Feriengäste in nahe gelegenen Pensionen und Gasthäusern nicht schlafen konnten.

Der Südtiroler Landeshauptmann und SVP-Obmann Dr. Silvius Magnago war über die Folterungen bald eingehend informiert, denn zahlreiche Briefe von Gefolterten wurden nach ihrer Einlieferung in die Gefängnisse hinausgeschmuggelt und ihm vorgelegt.

Auch die österreichische Bundesregierung war am August 1961 im Detail unterrichtet, denn ein in Trient inhaftierter Österreicher, der dann nach Österreich zurückkehren konnte, hatte im Gefängnis von Trient die Leidensgeschichte zahlreicher Südtiroler Häftlinge kennen gelernt und in Wien dann einen ausführlichen Bericht für die österreichische Bundesregierung verfaßt. Dieser Bericht wurde im Außenministerium unter Verschluß gehalten und nie der Öffentlichkeit vorgelegt. In diesem Buch wird er erstmals veröffentlicht.

Erstmals werden in dieser Dokumentation auch die aus den Gefängnissen geschmuggelten Folterbriefe in ihrer Originalfassung und zum Teil in Faksimile vorgelegt. Darunter befinden sich bislang unveröffentlichte Briefe, auch von Sepp Kerschbaumer, dem charismatischen Anführer der Südtiroler Erhebung.

Zahlreiche bislang unbekannte und seitens der Politik Jahrzehnte lang unterdrückte Dokumente und Berichte werden in dieser Dokumentation erstmals veröffentlicht. Aus Archiven und aus Privatbesitz gelangte neues und zum Teil sensationelles Material an den Verfasser. Darunter befindet sich auch ein Bericht des späteren österreichischen Bundesratspräsidenten Helmut Kritzinger, der ebenfalls 1961 in Südtirol inhaftiert war und nach seiner Flucht nach Österreich einen umfangreichen Bericht über die Folterungen an Südtirolern verfaßt hatte.

Auch dieses sensationelle Dokument war seitens der österreichischen Politik sorgsam unter der Decke gehalten worden und wird jetzt erstmals der Öffentlichkeit vorgelegt. Es wird in dieser Dokumentation enthüllt, daß sowohl Dr. Silvius Magnago wie auch der österreichische Außenminister Dr. Bruno Kreisky versuchten, die Folterberichte nach Möglichkeit geheim zu halten und so wenig wie möglich öffentlich zu erörtern. Der Grund dafür war, daß sie als Spielgeld für politische Tauschhändel hätten dienen sollen – für ein „bargaining“, wie Kreisky es in einer internen Besprechung ausdrückte. Erstmals offen gelegte vertrauliche Besprechungsprotokolle zeigen uns, welches Spiel damals mit den Leiden der Gefolterten getrieben wurde. Dieses Verhalten ermöglichte in der Ära nach Außenminister Dr. Kreisky eine Eskalation der Folterungen von

 

                                                                                                                       

 

 

                                                          Ein Land und seine Freiheitskämpfer in Ketten

 

 

 

Südtirolern und erstmals auch von inhaftierten Österreichern.Darüber gelangten vertrauliche Berichte an die Regierung des Bundeskanzlers Dr. Klaus in Wien. Enthüllende Dokumente, die erstmals veröffentlicht werden, bezeugen: Um das Verhandlungsklima mit der christdemokratischen „Schwesterpartei“ in Rom nicht zu stören, unternahmen österreichische Politiker nichts gegen die Folterung der eigenen Staatsbürger, obwohl sie im Detail informiert waren.

Die damaligen schrecklichen Geschehnisse sind heute noch in weiten Kreisen in Österreich kaum bekannt. In den österreichischen Schulbüchern und im Schulunterricht haben sie kaum Spuren hinterlassen.

Der Grund für diesen blinden Fleck in der österreichischen politischen Wahrnehmung liegt wohl in dem schlechten Gewissen, das führende politische Kreise in dieser Frage gehabt haben mußten. Opportunistisches Verschweigen und Herunterspielen der Folterungen hatten zu einer schweigenden Komplizenschaft mit Rom geführt, welche es einigen österreichischen und Südtiroler Politikern als angebracht erscheinen ließ, das Thema der Schändung der Menschenwürde in Südtirol herunter zu spielen.

 

Aus dem Inhalt:

Schreie aus Folterkammern

Österreich war informiert: Die verheimlichten Folterberichte

des Dr. Outschar und des Helmut Kritzinger

Tauschgeschäfte mit den Qualen der Gefolterten

Die verschwiegenen Folterbriefe

Vertuschung und Einschüchterung

Geldprämien und Auszeichnungen für Folterer

Gerichtliche Reinwaschung der Folterer

Mord und versuchter Menschenraub

Die Menschenrechte sind unteilbar

 

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Bilder aus dem Kampf um Freiheit Südtiroler 2009