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Bewegende Ereignisse zur Zeit der D Day Invasion
Flight Lieutenant ( RAF ) Grant McRae, Hauptmann der
Britischen Luftwaffe begegnet dem Nachtjäger - As Heinz Wolfgang Schnaufer,
Major der Deutschen Luftwaffe, auch “Das Gespenst von St. Trond” genannt,
beim Luftangriff gegen Stuttgart.
Von Rolf A. Piro, Toronto, Kanada
Dank meinen persönlichen Begegnungen mit Grant McRae,
Kriegsveteranen und Historikern von Stuttgart wurde es mir ermöglicht meine
eigene Kriegserlebnisse mit anderen Zeitzeugen in ein abgerahmtes Bild wie
untenstehend zusammen zu fassen
Stuttgart 1944
Spät am Sommerabend des 25. Juli 1944 hebt die Lancaster
Maschine von Grant McRae mit der siebenköpfigen Besatzung von dem englischen
Feldflugplatz Dunholm Lodge ab. Die Mission ist Stuttgart zu bombardieren und
sofort wird Grant McRae einem Verband von 800 Bombern eingegliedert, welcher
eine Länge von etwa 100 Kilometern erfasst. Diese Armada überfliegt den
Ärmelkanal nach Frankreich und Richtung Deutschland.
An der belgischen Küste von St. Trond wartet das deutsche
Nachtjäger As Major Heinz-Wolfgang Schnaufer , bereit zum handeln. Dieser ist
unter den englischen Fliegern wohlbekannt, unter dem Spitznamen “ Das
Gespenst von St. Trond”. Dann kam der Höhepunkt des wartens: Der grosse
Bomberverband wurde gesichtet und jetzt ging es Schnaufer darum unter dem
Bombergeschwader Verwirrung zu stiften. In heisser Verfolgungsjagd ist
Schnaufer mit seiner Jagdmaschine der riesigen Luftflotte gefolgt um die
führende Kommandomaschine abzuschiessen
Um die Flughöhe von 5,000 Meter zu erreichen wird die
Höchstleistung von seiner ME-110 gefordert. Schnaufer hatte das
Bombengeschwader eingeholt und fliegt nun wenige Meter unter dem Flugzeug des
Staffelfuehrers. Schnaufer’s gewöhnliche Methode war immer nach vorne an die
Spitze zu gehen, wo die Radarblockierungen am schwierigsten waren und dann
im Angriff mit seiner 20 mm Kanone schräg nach oben zu schiessen. Wenn die
Leitmaschine eines Bomberverbands abgeschossen wird, ensteht eine Verwirrung
unter den nachfolgenden Flugzeugbesatzungen; etwa : Was nun? Genau um 1:30
Uhr morgens wird der Leiter des Verbands abgeschossen, ehe er Stuttgart
erreichen konnte. Schnaufer umkreist die Absturzstelle in der Nähe von Calw
und greift einen weiteren Lancaster Bomber an. Das Triebwek der Lancaster wird
aus dem beschützenden toten Winkel heraus von seiner rotierenden Kanone
getroffen. Grant McRae blickt um sich herum, überlegt und rettete sich dann
durch abspringen aus der brennenden Maschine..
Es ist jetzt in den grauen Morgenstunden vom 26.
Juli 1944 als ein neuer Tag began und McRae hatte schon
seine Bomben über
Meine Mutter und meine zwei Brüder Wolfgang und Hans und ich
hatten wegen der verheerenden Bombardierungen mit groesserer Zerstoerungswut
vom Tag zuvor die kommende Nacht im Wagenburg - Strassentunnel, verbracht,
welcher damals als etwas sicherer Luftschutzbunker diente. Dieser Tunnel
befindet sich ungefaehr 500 Meter vom Stuttgarter Hauptbahnhof und wurde von
der Arbeitsgemeinschaft Baresel, Mueller und Altvater gebaut. Ein grosser
Tunnel mit etwa 10 m Diameter Umfang durch den Berg gebohrt war mit einem
kleineren Tunnel von etwa 8 m Tiefe verbunden, und wurde von einige tausand
Schutz suchende Leute die auf dem Boden kauerten besetzt. Hilfreiche
Müter und Kinder von Stuttgart
Rotes-Kreuz Schwestern haben die Leute mit Kaffee, Tee und
Wolldecken versorgt, während in der Innenstadt von Stuttgart immens grosser
Bombenschaden angerichtet wurde. Bei diesem Angriff ist auch die schwere
Flak-Batterie in Stuttgart-Degerloch getroffen worden, wo acht Flakhelfer ums
Leben kamen. Die Tagesangriffe auf Stuttgart wurden allgemein von den
Amerikanern und die Nachtangriffe von den Englaendern.
Als neunjähriger Junge habe ich mit ganzem Ohr den
hinreissenden und überwältigenden Gefühlen der Leute zughört, was als
Zeitzeuge kaum zu vergessen ist. “Warum werden die Ziele die vorher zerstört
wurden nochmals bombardiert ? “
Die Luftangriffe auf Stuttgart haben im Durchschnitt nicht
länger als zwanzig Minuten gedauert. Am nächsten Morgen hatten wir uns auf den
Weg in die Umgebung der Calwer Strasse gemacht. Eine schwere Bombe die in der
Nähe der Spital Strasse explodierte hat 64 Leute umgebracht. Eine Rote Kreuz
Schwester die wir im Wagenburg Tunnel gesehen haben und den Luftangriff
ueberlebt hat, war auch dort. Das Bomben Inferno bot einen verheerenden
Anblick und meiner Meinung nach
war das Ausmass der Zerstoerung nicht weniger wie Hiroshima, den ich nicht
mehr vergessen werde. Eine Frau hatte die mumifizierten Ueberreste ihrer
Eltern in den Armen gehalten, denn nicht selten hatten die Temperaturen 1,000
Grad Celsius erreicht, was dazu führte, dass in den gewölbten alten Kellern
vorhandene Leichen wie gebacken austrockneten von der Hitze der darüber
brennenden Häuser und fast zur Hälfte ihrer Grösse einschrumpften.
Paul Verry ein Veteran der RAF ( Royal Air Force) der heute in
Mississauga, Kanada lebt, hat auch Bombardierungen über Stuttgart ausgeführt
und erzählte mir im May 2003, dass er seine Lancaster Maschine direkt durch
das Stuttgarter Flakfeuer geflogen hat, um seine Brand-und Phosphorbomben
abwerfen zu können. Er erläutete auch, dass ihm und den anderen
Besatzungsmitgliedern aus der Flughöhe ein furchtbarer Anblick von brennenden
Gebäuden und ganzen Srassenzügen geboten war.
Wie waren wohl die Schmerzen und Gefühle der Leute auf dem
Erdboden ? ( Nach dem Krieg hat man sich darüber, unverständlich, selten
geäussert! )
Ein älterer Herr, der beim Luftschutz mit der Versorgung von
ausgebombten Personen Dienst machte, hatte, den Mut eine
Äusserung zu machen: “ Niemand
[ er meinte wohl die Siegermächte des Ersten Weltkriegs] will, dass hier ein
unbezwingbares Tier schaft, das man nicht mehr in den Kaefig kriegt”, - und
damit war Adolf Hitler gemeint – welches man nicht in einen Kaefig sperren
kann. Als 1918 eine Million Menschen durch die englische Blockade
verhungerten, die Sozialnetze im Deutschen Staat zerbrachen indem man
Millionen von Leuten in die Arbeitslosigkeit trieb und dazu noch
Exportbestimmungen schuf die besagen, dass das “Made in Germany” zum
Boykott Deutscher Waren im Ausland ersichtbar sein muss, auch dann wenn 90%
des Bruttosozialprodukts des Staates an Reparationen aus dem ersten Weltkrieg
bezahlt werden mussten.. Dazu kamen noch neue Schwierigkeiten in dem Millionen
von arbeitsolesen Menschen zu den Suppenküchen getrieben wurden – dann die
letzte Hoffung der Leute für ein bischen Arbeit und Brot, war ein Diktator,
der nicht erwünscht war und zu der damaligen Zeit noch nicht einmal 30% der
Wahlstimmen bekommen hatte.”
Ich konnte und wollte an keiner Debatte zu dem Thema Anteil
haben ob solche Begebenheiten das hartnaeckige Ziel eines psychologischen und
wirtschaftlichen Krieg gegen Deutschland war; doch als Zeitzeuge haben mich
diese Befindungen sehr berührt, weil es doch den Tatsachen entspricht. Heute,
im fortgeschrittenen Alter finde ich dass so ein Zeitzeugenbericht ein Teil
der Deutschen Geschichte ist und für die korrekte Darstellung von
zukünftiger Geschichtsschreibung von Wichtigkeit ist..
Der amerikanische Schriftsteller und Humorist Mark Twain hat
mit seiner entlarvenden
und scharfsinnigen Kritik folgende beachtenswerte Äusserung
gemacht: “ Die Staatsmänner erfinden billige Lügen und unterstellen dann die
Schuld der Nation welche angegriffen wird, und jede Person ist mit seinem
Gewissen über die besänftigten Irrtümer erleichtert, die dann fleissig
studiert werden um dann hartnäckig verleugnet zu werden, damit die
Rechtfertigung für den Krieg vertretbar ist, und sei Gott gedankt für besseren
Schlaf nach diesem Vorgang von grotesker Selbsttäuschung”. Mark Twain, The
Mysterious Stranger, 1916, Ch9
Schnaufer musste nun auf dem Echterdinger Flugplatz landen.
Die Degerlocher Flak hatte in dieser Nach am 26.
Juli 1944 einen Volltreffer erlitten. Dank meiner
Mutter sind wir in dieser Nacht nicht in Degerloch zuhause gewesen, denn wir
hatten in nur etwa 600 Meter Luftlinie von der Flakstellung in der Metzinger
Strasse gewohnt. Wenn die Flak bei Luftangriffen zu anderen Zeiten geschossen
hatte, gab, es immer einen prasselnden Regen von Granatsplittern auf den
Dächern in unserer Nachbarschaft so dass man immer schnellstens in den
Luftschutzkeller flüchten musste, um nicht verletzt zu werden.
Vom Echterdinger Flugplatz wie auch unmittelbar von Nellingen
aus, hatten Abfang Luftkämpfe gegen die Allierten Flugzeuge stattgefunden.
Gegen Ende des Krieges wurde eine Rollbahn durch mehrere Bombenkrater ausser
Betrieb gesetzt.
Im Sommer 1945, dem Jahr als ich zehn Jahre alt wurde, bin
ich mit meinem Freund Herbert auf dem Rücksitz eines 98 kubik cm
Leichtmotorrad auf der Rollbahn des Echterdinger Flugplatzes entlang
gefahren, um dann von den damals von dem US Militär angestellten
Industripolizisten, die schwarze Uniform trugen, weggejagt zu werden. Ein
dummer Jugendstreich von damals !
Meine eigene Erfahrungen von Kontakten mit ehem. Soldaten
und Leuten aus dem Zivielleben und jetzt mit dankbarer Hilfe von örtlichen
Historikern, haben mir geholfen, ein zusammengefügtes Bild über den Abschuss
von RAF Captain Grant McRae zu geben.
Man kann sich den Eindruck nicht verwehren, dass es meistens
immer junge Leute sind die für ihr Land im Krieg kämpfen müssen. Grant McRae
wurde am 20. Juni 1922 geboren und Heinz-Wolfgang Schnaufer am 16.
Februar 1922, also waren beide Soldaten
erst 22 Jahre alt in den Kämpfen des zweiten Weltkriegs.
Schnaufer’s Bf-110 Nachtjagd Maschine die er zuletzt geflogen
hat wurde für die Öffentlichkeit im Londoner Hyde Park ausgestellt. Die
Britischen Kriegshistoriker haben Schnaufer’s Gefechtstaktiken lange studiert,
da er doch unter den RAF Leuten als das “Nachtgespenst von St. Trond” bekannt
wurde. Der Rumpfeil seiner Maschine ist mit der Kennzeichnung von 121
bestätigten Abschüssen markiert und machten somit Heinz-Wolfgang Schnaufer zum
erfolgreichsten Nachtjäger der Welt. Dieses Rumpfteil befindet sich heute im
Imperial War Museum von London, wo es einen ausgezeichneten Bestandteil zur
Dokumentierung der englischen, kanadischen, amerikanischen und deutschen
Militärgeschichte darstellt. Nach meinen mehrmaligen Treffen mit Grant McRae
hegen wir gegenseitigen Respekt.
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