Aus dem Zeitschrift Phoenix Hefte Nr. 4, 2009,. Herausgeber, Verleger, Medieninhaber, Hersteller und Schriftstellung: Walter Ochensberger, Haus 82, A‑6952 Sibratsgfäll, Österreich.

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Deutsches Leben in Südost- und Osteuropa

Von Der Maas bis an die Memel, von der Etsch bis an den Belt

 

 

Die Siedlungsgeschichte der Deutschen ist Thema einer Ausstellung im Berliner Kronprinzenpalais.  Die Schau unter dem Leitspruch: „Die Gerufenen – Deutsches Leben in Mittel- und Osteuropa“ soll verdeutlichen, daß die deutsche Ostsiedlung im Mittelalter begann, und friedlichen Wege in meist unbesiedelte Gebiete erfolgte.  Am Ende des 13. Jahrhunderts liegt für über 600 Jahre die Ostgrenze des deutschen Volkes fest, bis sie durch die Vertreibung nach 1945 gewaltsam verschoben wurde.

 

 

Insgesamt umfaßt die Schau den Angaben zufolge eine Zeitspanne von rund 800 Jahren mit Beginn im 12. Jahrhundert.  Geographisch werden Siedlungsgebiete von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer und vom Böhmerwald bis zum Kaukasus beleuchtet.  Der Großteil der rund 300 gezeigten Exponate werde erstmals in Deutschland gezeigt, stammt aus Museen, Archiven und Privatbesitz aus den entsprechenden Regionen und präsentiert eindrucksvoll das kulturelle Erbe der Heimatvertriebenen. 

  

Die Ausstellung ist bis zum 30. August täglich von 10 bis 20 Uhr im Kronprinzenpalais, Unter den Linden 3, 10117 Berlin zu sehen.

  

Breslau und Oppeln-Gleiwity-Hirschberg-Glogau-Grünberg das sind nicht nur Namen, das sind lebendige Erinnerungen, die in den Seelen von Generationen verwurzelt sind und unaufhörlich an unser Gewissen klopfen.“   (Aufruf der SPD zum Deutschlandtreffen der Schlesier 1963 in Köln)

 

 

Die deutsche Ostsiedlung

 

In vielen der behandelten Deutschtums Gebiete leben noch heute deutschsprachige Minderheiten, die der deutschen Politik sowie der deutschen Industrie als exklusive Unterstützer für ihre Expansion nach Ost- und Südosteuropa dienen.  Ihre Strukturen werden von der deutschen Industrie gepflegt und gestärkt, nicht zuletzt mit Mitteln der sogenannten Entwicklungspolitik.  Unter den nach Deutschland eingewanderten Minderheitenangehörigen, die auch weiterhin dichte Kontakte in ihre Herkunftsgebiete unterhalten, zeichnet sich eine völkische Rückbesinnung ab.   So haben in den letzten Jahren Teile der „Rußlandsdeutschen“ offen mit der Nationaldemokratischen Partei Deutschland (NPD) zu kooperieren begonnen.

 

 

Deutsche Siedler

 

Dargestellt wird die Geschichte deutscher Siedler in Ost- und Südosteuropa in den Vergangenen 600 Jahren.   In den vergangenen 600 Jahren siedelten sich immer wieder Deutsche entlang der Donau oder in Rußland an sie in ihren vormaligen Wohngebieten keine Lebensperspektive sahen oder sich an der mittelalterlichen Ostexpansion beteiligten.

 

 

In zahlreichen Gebieten leben bis heute deutschsprachige Minderheiten.  Dies trifft etwa auf Hermannstadt in Siebenbürger zu, wo eine Minderheitenorganisation („Demokratisches Forum der Deutschen in Rumänien“  DFDR) gegenwärtig sogar den Bürgermeister stellt.  Hermannstadt kann als Modellfall moderner „Deutschtum“ Politik gelten.

 

 

Ende der 1990er Jahre hat die „Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit“ (GTZ) im Auftrag des deutschen Entwicklungsministeriums mit der Renovierung der Altstadt von Hermannstadt begonnen.  Es handelte sich dabei um „mittelalterliche Architektur, die eher deutsch anmutet“, heißt es in Medienberichten unter Anspielung auf die Gründung der Stadt durch deutsche Siedler vor rund 800 Jahren.  Neben den GTZ-Investitionen haben vor allem Unternehmen aus Deutschland der Stadt in den vergangenen zehn Jahren einen beträchtlichen Aufschwung ermöglicht.   „Es ist nun mal ein Unterschied, ob man für das Gespräch mit dem Vorarbeiter einem Dolmetscher braucht oder sich mit ihm direkt unterhalten kann“, erklärt der deutschsprachige Bürgermeister über die Vorteile, die die deutsche Industrie (Siemens, ThyssenKrupp, Continental und andere produzieren in der Nähe von Hermannstadt) bei ihrer Expansion in die Billiglohnländer Südosteuropas aus der deutschsprachigen Minderheit zieht.

 

 

Elitenförderung

 

Ähnliche Vorteile für die wirtschaftliche und politische Einflußnahme bieten deutschen Unternehmen auch die deutschen Minderheiten in der GUS („Rußlanddeutsche“).  So ist die rund 300.000 Personen umfassende deutsche Minderheit Kasachstans im „Rat der Deutschen in Kasachstan“ organisiert.  Deutsche Firmen profitieren von Kontakten zur „Deutsch-Kasachstanischen Assoziation der Unternehmer“ die im März 2004 mit Unterstützung der Minderheit gegründet worden ist.  Bereits seit 199 unterhält die GTZ ein „Programm für nationale Minderheiten“, das ursprünglich eingerichtet worden war, um die Minderheit Kasachstans durch Verbesserung von Aussiedeln in die Bundesrepublik abzuhalten.  Heute garantiert das Programm der Minderheit Vorteile gegenüber der nicht deutschsprachigen Bevölkerung und umfaßt auch „Elitenförderung“ – ein Beitrag zur systematischen Stärkung des deutschen Einflusses in Kasachstan.

 

 

Autonomie

 

Das GTZ-„Programm für nationale Minderheiten“ kommt neben deutschsprachige Minderheiten in Kasachstan, Kirgistan, Usbekistan und der Ukraine auch deutschsprachigen Minderheiten in Rußland zugute – darunter die rund 120.000 „Wolgadeutschen“, die von Katharina II 1763-74 an der unterem Wolga angesiedelt wurden.  Bei diesen handelt es sich um Nachfahren der ersten deutschen, die in Rußland Siedlungen gründeten.  1924 umfaßte diese Gruppe 700.000 deutsche Siedler, bevor sie von Stalin nach Sibirien verfrachtet wurden und dezimiert wurde.

 

Von Bedeutung ist dabei, daß sich unter den nach Deutschland eingewanderten Minderheitenangehörigen, von denen viele nach wie vor über recht enge Kontakte in ihre Herkunftsgebiete verfügen, mittlerweite deutliche Radikalisierungstendenzen abzeichnen.  Dies betrifft besonders die „rußlanddeutschen“.   Seit sich Februar 2008 ein „Arbeitskreis der Rußlanddeutschen in der NPD“ gegründet hat, agitieren vor allem in Nordrhein-Westfalen Nationalisten innerhalb rußlanddeutscher Verbandsstrukturen.  Da die rund 2,5 Millionen in der Bundesrepublik lebenden „Rußlanddeutschen“ zu größen Teilen als völkisch geprägt gelten, ist nicht auszuschließen, daß die nationalistische volkstreue Rechte unter ihnen eine beträchtliche Anzahl an Anhänger gewinnt.  Zu den Zielen der „rußlanddeutschen“ völkischen Nationalisten in Deutschland gehört auch eine enge Kooperation mit Gleichgesinnten in ihren russischen und zentralasiatischen Herkunftsgebieten – in den Gebieten also, die Politik und Industrie aus der Bundesrepublik als Einfluß-Stützpunkt für ihre Tätigkeit in der GUS nutzen.

 

  

 

Kommentare   warum viele deutschstämmige in Rußland umsiedelten. (rjh)

 

In Alexander Solschenizyn die russisch-jüdische Geschichte 1795-1916, „Zweihundert Jahren zusammen“ kann man über die Ansiedelung von Deutschen in Ukraine folgendes nachlesen:

 

Viele der Zaren wollten die Juden, statt daß sie als  Gauner und Schwindlern  die Städte und die  russische  Bevölkerung belasteten, umsiedeln  und  sie zu Bauern machen.  Große Gebiete, wo vorher keine Menschen wohnten, wurden an die Juden gegeben mit Häuser und Vieh.  Da die Juden nichts über Landwirtschaft wußten, hat Katharina II..  angefangen Bauern aus Deutschland zu holen um den Juden zu helfen.   Dies scheiterte da die Juden ihr Vieh verkauften und das Land an die Deutschen verpachteten..

 

Mehrere Zaren haben versucht die Juden auf dem Lande umzusiedeln , immer wieder  wurden deutsche Bauern geholt und  immer scheiterten die Versuche.

 

Wolgadeutsche, die Deutschen in Ukraine, Weißrußland, Kasachstan usw. alle sind sie nach Rußland gekommen weil die Zaren Juden als Bauern und nicht als Gauner, Schwindler, Verkäufer von Spirituosen  oder Diebe die die russische Bevölkerung belasteten, sehen wollten. 

 

Alles war aber vergeblich – die Juden wollten in ihre Ghettos und mit ihren Rabbinern wohnen.