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Luftschlacht um Engeland
Schulungsbrief für meine Kameraden und Studenten von Edmund Eminger. für das Zustandekommen dieses Aufsatzes danke ich auch einem leider schon verstorbenen, hochdekorierten ehemaligen Offizier der deutschen Luftwaffe, der mir wichtige Unterlagen und seine umfassenden Kenntnisse zur Verfügung stellte
s ist sicherlich eine der größten Merkwürdigkeiten in unserer Geschichte, daß weder Hitler noch das OKW irgendwelche ernstzunehmenden Vorbereitungen für den Kampf mit England getroffen hatte, obwohl ja bekanntlich nach dem deutschen Angriff auf Polen am 1.9.1939 schon zwei Tage später England und Frankreich an das Deutsche Reich den Krieg erklärten.
Noch viel seltsamer ist der Umstand, daß in der fast neun Monate langen Phase, ehe am 10.Mai 1940 der deutsche Blitzkrieg, der "Sichelschnitt" im Westen losrollte, auch nichts dergleichen geschah. Sogar als Frankreich am 25.Juni die Waffen streckte, geschah gar nichts. Daraus geht eindeutig hervor, daß Hitler nun auf eine Verständigung mit England nach der Erledigung Frankreichs glaubte und hoffte. Er rechnete dabei fest mit einem Kompromißfrieden zu den äußerst günstigen Bedingungen die er England gewähren wollte und hatte trotz seiner ehrgeizigen großdeutschen Ziele nicht den Wunsch, einen Entscheidungskampf mit dem von ihm tief bewunderten englischen Volk auszutragen. Tatsächlich gab Hitler auch seinen Generalen unmißverständlich zu verstehen, daß der Krieg mit der Niederlage Frankreichs beendet sei. Es wurden ganzen Truppenteilen Urlaube gewährt und ein beachtlicher Teil der Luftwaffe zurückverlegt. Weiters befahl Hitler am 22.Juni die Demo-bilisierung von 35 Divisionen sowie logistischen Einrichtungen, was in einer Demobilisierung von etwa 400.000 Mann gleichkam.
Hitler wollte Frieden mit England um sich der steigenden Bedrohung aus dem Osten zuzuwenden. Vor allem Rudolf Heß und Hermann Göring warnten ihn vor der tödlichen Gefahr des Zweifrontenkrieges, die ja Hitler selbst in Mein Kampf so ausführlich dargestellt hatte. "Es gibt keinen Zweifrontenkrieg" erklärte er immer wieder. "Mein Atlantikwall wird uns schützen, während wir Rußland niederringen." Der realistische Göring war da viel anderer Meinung. Göring: "Wir kämpfen gegen eine große Weltmacht, das britische Imperium. Ich bin der festen Überzeugung, daß auch die USA früher oder später gegen und marschieren werden. Im Fall eines Konfliktes mit Rußland greift eine dritte große Weltmacht in den Kampf ein - und wir stehen wieder allein gegen praktisch die ganze Welt..."
Auch Mussolini bekam bald heraus, daß Hitler einen baldigen Frieden mit England anstrebte. Ende Juni 40, nach dem Fall Frankreichs, kam der Duce mit seinem Schwiegersohn, dem Außenminister Graf Ciano, nach München. Er war unter anderem auf das französische Kolonialreich in Nordafrika erpicht, dazu noch auf Nizza und Korsika. Zu seiner Verärgerung und Überraschung weigerte sich aber Hitler strikt, irgendwelche Forderungen bezüglich Gebietsabtretungen seitens Frankreichs an Italien an Frankreich zu stellen. Ciano fragte Ribbentrop direkt: "Will Deutschland im Augenblick den Frieden, oder will es den Krieg fortsetzen?" Ribbentrop erwiderte nur ein Wort: "Frieden". Ribbentrop fügte noch hinzu, Großbritannien sei von diesem Wunsche über gewisse Kontaktstellen in Schweden informiert worden. Zu Hitlers großer Überraschung gab es auf diesen Schritt keinerlei Antwort der Engländer.
Dann, am 18.Juni, sagte Churchill vor dem Unterhaus, die britische Regierung werde unter allen Umständen weiterkämpfen, "so daß, wenn das britische Empire und der Commonwealth tausend Jahre bestehen, die Menschen immer noch sagen werden: Damals hatten sie ihre beste Stunde." Auch erfuhr Churchill, daß der Vatikan über Bern in der neutralen Schweiz ein Angebot zu Friedensverhandlungen nach London gesandt hatte. Am 28.Juni schickte er eine Aktennotiz an Außenminister Sir Anthony Eden mit folgendem Inhalt: "Ich hoffe, es wird dem Nuntius klargemacht, daß wir keine Sondierungen über Friedensbedingungen mit Hitler wünschen, und daß allen unseren Agenten streng verboten ist, sich mit solchen Angeboten zu befassen."
Churchill wollte also keinen Frieden mit Deutschland, sondern den Krieg bis zum bitteren Ende. Fünf Tage später, am 3.Juli 1940 beschoß die britische Flotte ohne Vorwarnung die französischen Kriegsschiffe, die auf Grund der deutsch-französischen Friedensbedingungen im Hafen von Oran wehrlos vor Anker lagen, wobei der Großteil versenkt wurde und dabei Hunderte ahnungslose französische Matrosen mit in den Tod rissen. Das war die Antwort der Engländer auf Hitlers ehrliche Versuche, Friedensverhandlungen für einen nun sinnlos gewordenen Krieg in Gang zu bringen: Ein klares "Nein!". Hitler wartete trotzdem weitere zwölf Tage in der trügerischen Hoffnung, hinter den kriegerischen Worten und Taten der Engländer könnte sich vielleicht doch noch eine fried-liche Absicht verbergen. Dann sprach er vor dem Deutschen Reichstag; ich zitiere Auszugsweise:
"Herr Churchill sollte mir ein einziges Mal glauben, wenn ich prophezeie, daß ein großes Weltreich zerstört wird - ein Weltreich, das zu zerstören oder auch nur anzutasten, ich nicht die Absicht hatte. Ich halte es für meine Pflicht vor meinem Gewissen, noch einmal an Vernunft und gesunden Menschenverstand in Großbritannien und anderswo zu appellieren. Ich bin in der Lage, diesen Appell auszusprechen, weil ich nicht der Besiegte bin, der um Gnade bettelt, sondern der Sieger, der im Namen der Vernunft spricht. Ich sehe keinen Grund, warum der Krieg weitergehen muß..."
Churchill schreibt dazu später: „Natürlich wäre Herr Hitler sehr froh gewesen, wenn er den Krieg hätte beenden können. Er hatte Europa seinen Willen unterworfen, und jetzt wollte er Großbritannien dazu bringen, alles, was er getan hatte, zu billigen und anzuerkennen. Es war tatsächlich kein Friedensangebot. Wir sollten uns nur bereit erklären, die Preisgabe dessen anzuerkennen, was Großbritannien sichern wollte, als es in den Krieg eintrat." Sogar als Churchill jeden Kompromiß zurückgewiesen hatte und seine Entschlossenheit, den Krieg fortzusetzen, immer offenbarer wurde, klammerte sich Hitler noch immer an den Glauben, daß dies nur Bluff sei, denn er meinte, England müsse zwangsläufig seine militärisch hoffnungslose Lage erkennen. Diese Hoffnung schwand aber nun langsam.
Am 2.Juli 1940 befahl Hitler dem OKW, das Problem einer Invasion der britischen Inseln zu studieren, und als er endlich zwei Wochen später, am 16.Juli 1940, das "Unternehmen Seelöwe" vorzubereiten befahl, hatte er noch immer nagende Zweifel, daß eine Invasion Englands überhaupt nötig sein würde. Er befahl jedoch, daß die Vorbereitung für die Operation bis Mitte August abgeschlossen sein müßte. Aber selbst dann noch kamen Hitler unterschwellige Vorbehalte - oder zumindest seine Zwiespältigkeit - in der Tatsache zum Ausdruck, daß er am 21.Juli zu seinem Generalstabschef Halder sagte, er beabsichtige, sich dem Problem Rußland zuzuwenden, und wenn möglich noch im Herbst den Angriff zu eröffnen. Im OKW erwähnte Generaloberst Jodl gegenüber General Warlimont, der Führer sei fest entschlossen, Stalin zuvorzukommen und den Krieg mit Sowjetrußland zu be-ginnen. Schon einige Tage zuvor war der Operationsstab von Guderians Panzergruppe nach Berlin befohlen worden, um Pläne für den Einsatz der Panzertruppe in einem Feldzug gegen Sowjetrußland auszuarbeiten.
Nach den Siegen über Polen, Dänemark, Norwegen, Holland, Belgien und Frankreich war die deutsche Armee in keinster Weise für ein Unternehmen wie die Invasion Englands irgendwie vorbereitet. Auch der Generalstab hatte nichts dergleichen erwogen, geschweige denn sich mit einer derartigen Eventualität irgendwie beschäftigt. Die Truppen waren in Landungsunternehmen von See her nicht ausgebildet, es gab keine Marineinfanterieverbände in der Wehrmacht, und es stand auch keinerlei für einen solchen Zweck geeigneter Landefahrzeuge bereit. Die Wehrmacht konnte nur versuchen, rasch Lastkähne aus Deutschland und den Niederlanden zu den Kanalhäfen zu schaffen, um den Truppen wenigstens etwas Übung im Ein- und Ausschiffen zu vermitteln. Nur die derzeitige Schwäche der britischen Streitkräfte, nachdem sie den Großteil ihrer vor allem schweren Waffen und Aus-rüstungsgegenstände bei ihrer Flucht in Frankreich verloren hatten, konnte bei einem solch übereilten, unvor-bereiteten Unternehmen Erfolg versprechen.
Bei diesem Landeunternehmen fiel die Hauptaufgabe Feldmarschall von Rundstedt und seiner Heeresgruppe A zu, die die 16.Armee unter General Busch an der rechten Flanke, und die 9.Armee unter General Strauß an der linken Flanke einsetzen sollte. Nach ihrer Einschiffung in den verschiedenen Häfen zwischen den Mündungen von Schelde und Seine sollten sich Seestreitkräfte an der Südostküste Englands zwischen Folkestone und Brighton vereinigen, während eine Luftlandedivision das von Klippen geschützte Gebiet Dover - Folkestone im Handstreich nehmen sollte. Nach diesem Plan, "Seelöwe" genannt, sollten zehn Divisionen in einer ersten Welle, die sich über vier Tage erstrecken würde, an der Küste anlanden und einen breiten Brückenkopf bilden. Nach ungefähr einer Woche sollte dann der Hauptstoß ins Landesinnere beginnen, dessen erstes Ziel es sein würde, das hochgelegene Land in einem Bogen von der Themse-Mündung bis Portsmouth zu gewinnen. Danach sollte London vom Westen her abgeschnitten werden.
Eine Nebenoperation sollte gleichzeitig mit der ersten Welle von der 6.Armee des Feldmarschalls von Reichenau, der Heeresgruppe B, durchgeführt werden, wobei drei Divisionen von Cherbourg aus in der Lyme Bay westlich von Portland Bill landen und dann nach Norden zur Mündung des Severn vorstoßen sollten. Die zweite Welle der Invasionsarmeen sollte aus motorisierten und gepanzerten Großverbänden bestehen, die sich aus sechs Panzer- und drei motorisierten Divisionen in drei Korps zusammensetzte, deren wiederum eine dritte Welle von neun Infanteriedivisionen und eine vierte Welle von acht Infanteriedivisionen folgen sollte. Obwohl in der ersten Welle keine Panzerdivisionen vorgesehen waren, sollten mit der ersten ihrer zwei Angriffsgruppen ungefähr 650 Panzer übergesetzt werden. (Die erste Angriffsgruppe bestand aus etwa einem Drittel der vorgesehenen Invasions-Streitmacht von insgesamt etwa 250.000 Mann). Die Kanalüberquerung dieser aus zwei Teilen bestehenden ersten Angriffswelle erforderte 155 Truppentransporter mit insgesamt 700.000 Tonnen, außerdem über 3.000 kleinere Fahrzeuge bestehend aus 1.720 Lastkähne, 470 Schlepper und 1.160 Motorboote.
Die Vorbereitungen liefen erst gegen Ende Juli an, und die deutsche Seekriegsleitung erklärte, daß eine so große Menge von Schiffen frühestens Mitte September zusammengezogen werden könnte, um die Operation Seelöwe überhaupt starten zu können, während Hitler befohlen hatte, die Vorbereitungen bis Mitte August zu beenden. Ende Juli empfahl dann die Seekriegsleitung, die Operation sogar bis zum Frühjahr 1941 zu verschieben. Aber das war nicht das einzige Hindernis. Die Generale und Truppenführer waren sich der Risiken und Gefahren vollkommen bewußt, die ihre Verbände eingehen würden, wenn sie den Kanal überquerten. Sie zweifelten daran, daß Marine und Luftwaffe die Durchfahrt freihalten könnten, und drängten nachdrücklich darauf, daß die Invasion auf einer genügend breiten Front - (von Ramsgate bis Lyme Bay) - durchgeführt werden sollte, um so die englischen Verteidigungskräfte zu verzetteln und abzulenken.
Die Admiralität wieder hatte noch größere Befürchtungen darüber, was geschehen würde und könnte, wenn plötzlich die britische Flotte am Schauplatz erschien. Sie hatte nur wenig Vertrauen in ihre eigene Fähigkeit, ein solches Eingreifen wirksam verhindern zu können. Daher betonte die Kriegsmarine, daß dem Plan des Heeres, der nach einer breiten Invasionsfront verlangte, unmöglich die nötige Deckung gegeben werden könne, und daß die Überquerung des Kanals auf einer relativ schmalen, minengeschützten Korridor mit kleineren Heeres-verbänden beschränkt bleiben müßte, also Einschränkungen, die wiederum die Zweifel der Generale des Heeres vertieften. Vor allem aber betonte Admiral Raeder, daß die absolute Luftüberlegenheit in der Überfahrtszone unbedingt notwendig und unentbehrlich sei.
Nach einer Besprechung mit Admiral Raeder am 31.Juli akzeptierte nun Hitler die Ansicht der Marine, daß "Seelöwe" nicht vor Mitte September gestartet werden konnte. Aber die Operation war zu diesem Zeitpunkt noch nicht endgültig bis 1941 aufgeschoben, da Reichsmarschall Göring nun versicherte, die Luftwaffe könne sowohl das Eingreifen der britischen Marine verhindern, als auch die britische Luftwaffe vom Himmel verjagen und den Luft- und Seeraum über dem Invasionsgebiet beherrschen. Die Marine- und Heeresbefehlshaber erklärten sich bereit, Göring eine vorbereitende Luftoffensive versuchen zu lassen, da sie diese zu nichts verpflichtete, ehe sie sich nicht als erfolgreich erwies. Wie wir wissen hatte die Luftoffensive keinen Erfolg, und somit wurde der Kampf in der Luft zum Hauptfaktor, ja zum einzigen Faktor der entscheidenden Schlacht um England.
Allerdings muß hier auch gesagt werden, daß die Überlegenheit der Luftwaffe über die Royal Air Force bei weitem nicht so groß war, wie damals allgemein angenommen worden ist. Die Luftwaffe konnte keinen länger dauernden Angriff mit Wellen von Bombermassen durchhalten, wie das die britische Öffentlichkeit befürchtet hatte, denn die Zahl der vorhandenen deutschen Jäger war nicht wesentlich größer als die der britischen Jagdflugzeuge. Überdies verfügte die Luftwaffe über keine Langstreckenbomber, im Gegensatz zur Royal-Air-Force. Die Luftoffensive wurde hauptsächlich von der 2. und 3. Luftflotte unter Feldmarschall Albert Kesselring und Feldmarschall Hugo Sperrle durchgeführt. Kesselring operierte dabei von Flugplätzen im Raum Nordosten Frankreichs, in Belgien und in den Niederlanden, Sperrle vom Norden und Nordwesten Frankreichs aus. Jede Luftflotte operierte dabei als in sich geschlossene Einheit, die alle dafür notwendigen Einrichtungen enthielt. Diese Integration war im Polen- und Westfeldzug sehr vorteilhaft gewesen, als die Luftwaffe mit den schnell vorgehenden Heeresverbänden Hand in Hand arbeitete, war jedoch zwangsläufig weniger vorteilhaft bei einem ausnahmslos von der Luftwaffe geführten Feldzug. Jede Luftflotte entwarf dabei ihre eigenen Einsatzpläne und reichte diese getrennt ein. Es gab leider keinen Gesamtplan - auch ein Grund dafür - daß die Luftoffensive gegen England letztendlich fehlschlagen mußte.
Am 10.August 1940, als die Luftoffensive gegen England, genannt der "Blitz", nun ernstlich beginnen sollte, verfügten die Luftflotte 2. und 3. über insgesamt 875 Bomber, meist vom Typ He-111 und Do-17, sowie über 316 Sturzkampfbomber Ju-87. Die STUKAs erwiesen sich aber sehr bald - da zu langsam - als so wehrlos gegenüber der britischen Jagdwaffe, daß sie nach dem 18.August aus der Schlacht gezogen und für die Invasion reserviert wurden. Zusätzlich hatte die 5.Luftflotte in Norwegen und Dänemark unter General Stumpff noch 153 Bomber. Sie nahm jedoch nur an einem Tag, am 15.August an der Schlacht teil. Ihre Verluste erwiesen sich dann als zu schwer (da sie auf Grund der Entfernung ohne jeglichen Jagdschutz fliegen mußte), um eine so weiten Flug zu wiederholen. Aber allein durch ihr Vorhandensein abseits vom eigentlichen Schauplatz der Schlacht band sie Teile des britischen Fighter Command im Nordosten Englands und in Schottland. Außerdem stellte sie Ende August der 2. und 3. Luftflotte über hundert Bomber zur Verfügung, um deren Verluste auszugleichen. Wie schon erwähnt, haben die Geschwader der Luftflotten 2. und 3. die Schlacht am 10.August unter dem Schutz von 929 Jagdflugzeugen begonnen. Es handelte sich zum größten Teil um einmotorige Messerschmitt Me-109, aber auch 227 zweimotorige Me-110, die eine relativ große Reichweite hatte, kamen zum Einsatz. Der hervor-ragende Jäger Me-109, dessen Prototyp 1936 erschienen war, hatte eine Höchstgeschwindigkeit von über 600 km/Std., und sein großes Steigvermögen gab ihm noch einen weiteren Vorteil gegenüber den britischen Jägern. Doch beim Wenden und Manövrieren war die Me-109 im Luftkampf den britischen Jagdmaschinen gegenüber im Nachteil. Im Gegensatz zu den britischen Jägern hatte sie außerdem anfangs noch keinen Panzerschutz für den Piloten, obgleich sie kugelsichere Treibstofftanks hatte, die wiederum den Engländern fehlten.
Aber der entscheidende Nachteil für die Me-109 war ihre begrenzte Reichweite. Die offizielle Reichweite von 660 Kilometern war irreführend. Ihr tatsächlicher Aktionsradius für Hin- und Rückflug betrug etwas mehr als 160 Kilometer, und vom Pas de Calais oder von der Halbinsel Cotentin in der Normandie aus schaffte sie es gerade noch bis London, wobei ihr dort nur sehr wenig Zeit für Luftkämpfe verblieb. Sie hatte nur eine Gesamtflugdauer von knapp 95 Minuten, was ihr nur ca.75 bis 80 Minuten taktische Flugzeit ermöglichte. Machte es der schwere Verlust an Bombern und deren Verwundbarkeit durch Feindjäger notwendig daß ihnen Jagdschutz beigegeben werden mußte, so konnten an einem Tag nicht mehr als 300 bis 400 Bomber gegen Ziele im Süden Englands eingesetzt werden, wobei jeweils zwei Jäger einen Bomber begleiteten. Dazu kam noch, daß die Me-109 bei Start und Landung schwer zu handhaben war, da ihr Fahrgestell anfangs zu schwach war, und dieser erst später behobene Mangel auf den hastig errichteten behelfsmäßigen Feldflugplätzen an der französischen Küste besonders ins Gewicht fiel. Der zweimotorige schwere Jäger Me-110 erwies sich trotz seiner Sollhöchst-geschwindigkeit von 550 km/Std. im Einsatz tatsächlich als wesentlich langsamer. Die Me-110 erreichte sogar oft nicht einmal 480 km/Std., so daß die englische Spitfire sie weit hinter sich ließ, da sie nur sehr langsam Geschwindigkeit aufnahm und nur von erfahrenen Piloten geflogen werden konnte. Dabei hätte sie, wie Göring sagte, "die Krone der Luftwaffenjäger in dieser Operation" werden sollen, erwies sich jedoch als sehr schwere technische Enttäuschung und mußte meist zum eigenen Schutz von Me-109 begleitet werden.
Der schwerste Mangel der deutschen Jagdwaffe war jedoch anfänglich - im Gegensatz zu anderen Waffen-gattungen, wie z.B. den Panzern - unverständlicherweise ihre primitive Funkausrüstung. Obgleich sie sich während des Fluges per Funk verständigen konnten, waren ihre Geräte kümmerlich und störungsanfällig im Vergleich zu den Geräten der Briten. Außerdem konnten sie anfänglich auch nicht wirksam vom Boden aus dirigiert werden.
Nachdem die R.A.F. in Frankreich mehr als 400 Jäger verloren hatte, war der Bestand des Fighter Command schnell wieder ergänzt worden und betrug Mitte Juli 1940 an die 650 Maschinen, ebenso viele wie vor dem Beginn der deutschen Offensive am 10. Mai. Die britische Jägerflotte bestand größtenteils aus Hurricanes und Spitfires, umfaßte aber auch noch ca. 100 Maschinen anderer und älterer Typen. Die Produktion von Jagdflugzeugen wurde vom Engländer bis zum Ende des Sommers sogar auf das Zweieinhalbfache gesteigert, und während des ganzen Jahres 1940 produzierte die britische Luftfahrtindustrie 4.284 Jagdmaschinen, die deutschen Werke dagegen - bedingt durch andauernde sinnlose Rivalitäten und Kompetenzschwierigkeiten in der deutschen Rüstungsindustrie - lediglich nur 1.693 Stück insgesamt. Was die Bewaffnung betrifft, waren die Hurricanes und Spitfires mit je acht MGs bestückt, die an den Tragflächen montiert waren. Es waren ameri-kanische Browning-Maschinengewehre, die ausgewählt worden waren, weil sie zuverlässig ferngesteuert werden konnten und eine sehr hohe Schußleistung von 1.260 Schuß pro Minute aufwiesen.
Die Me-109 war im allgemeinen mit zwei feststehenden MGs in der Motorhaube, sowie zwei 20-mm Maschinenkanonen in den Tragflächen ausgerüstet. (Diese Bewaffnung war als Ergebnis der im Spanischen Bürgerkrieg durch die deutsche "Legion Condor" gewonnenen Erfahrungen entwickelt worden). Das berühmte deutsche "Flieger-As" und im Frühjahr 1996 verstorbene Adolf Galland, hatte rückblickend gesehen keinen Zweifel daran, daß die Armierung der Me-109 wesentlich besser war als die der Hurricanes und Spitfires.
Die britische Meinung darüber war sehr geteilt, da vielfach angenommen wurde, daß der wesentliche Vorteil der höheren Schußleistung der Browning-MGs in den kurzen Feuerstößen lag, Jedoch sah man auch, daß nur ein halbes Dutzend Geschosse aus einer 20-mm Bordkanone mehr Schaden anrichten konnte, als die ent-sprechenden Browning-Feuerstöße, und etliche britische Jägerpiloten beklagten sich bitterlich darüber, daß, obwohl sie sicher waren, den Gegner getroffen zu haben, "nichts passierte". Im Zuge der Schlacht wurden dann später dreißig Spitfires mit je zwei 20-mm Bordkanonen des Typs "Oerlikon" ausgerüstet, und vom Oktober 1940 an wurden die Hurricanes mit je 4 solcher Geschütze ausgestattet. Schon zu Anfang der Schlacht fiel den englischen Jägern auch auf, daß die deutschen Bombenflugzeuge mit ihren frei schwenkbaren MGs viel zu dürftig bewaffnet waren, um angreifende britische Jagdmaschinen erfolgreich abwehren zu können, wenn sie über keinen eigenen Jagdschutz verfügten.
Bezüglich der Jägerpiloten war die Lage für die Briten in der Anfangsphase der Schlacht keineswegs günstig. Ihre Ausbildung hatte zwar ein hohes Niveau, aber der Mangel an Kampfpiloten war schwerwiegend. Die Fliegerschulen der R.A.F. wurden nur langsam ausgebaut, was sich natürlich auf die Kampfführung negativ auswirkte. Die Verluste mußten daher auf ein Minimum beschränkt werden, selbst wenn dies bedeutete, daß dadurch einige deutsche Luftangriffe nicht wirksam abgewehrt werden konnten. Die Piloten, nicht die Flugzeuge waren die Hauptsorge des Chefs des Fighter Command, Lord Dowding. Ganz schlimm wurde dieser Mangel im September, da nun die Zahl der ausgebildeten und kampferfahrenen Piloten durch die schweren Verluste bei den pausenlosen deutschen Luftangriffen immer mehr schrumpfte, während die eilig ausgebildeten Neuankömmlinge wegen ihrer Unerfahrenheit hohe Ausfälle hatten. Frische Staffeln, die eintrafen, um die abgekämpften abzulösen, verloren in der Regel meist mehr Männer und Maschinen als diese. Die Erschöpfung wurde in zahlreichen Fällen von sinkenden Kampfgeist und wachsender Nervosität begleitet.
Die Luftwaffe hatte anfänglich keine derartigen Probleme. Trotz der Verluste in Frankreich im Mai und Juni kamen aus den Fliegerschulen mehr Piloten, als die im Einsatz stehenden Staffeln aufnehmen konnten. Doch der Kampfgeist der deutschen Jagdwaffe litt sehr darunter, daß Göring und andere führende Männer der Luftwaffe die Jäger nur als "defensiv" und als zweitrangig, nur unterstützende Waffe betrachteten. Dies verwundert umso mehr, da ja Göring im 1.Weltkrieg selbst ein berühmter Jagdflieger im Richthofen-Geschwader war, und auf Grund seiner Tapferkeit und Abschußzahlen die höchste Auszeichnung des deutschen Kaiserreiches, den " Pour le Merite" erhielt. Darüber hinaus wurden noch viele der besten der deutschen Piloten von den Jägern abge-zogen, um die schweren Verluste bei den Bomber und STUKAs auszugleichen, während Göring ihnen unge-rechtfertigter Weise mangelnden Angriffsgeist vorwarf. Auch gab Göring ihnen die Schuld an den Fehlschlägen der Luftwaffe im Kampf um England - die doch tatsächlich auf seinen eigenen Mangel an Voraussicht und Fehler in der Planung zurückzuführen waren. Göring hörte dabei auch nicht auf die Ratschläge seines sicherlich fähigsten Mitarbeiters, Feldmarschall Erhard Milch, der ihm immer ehrlich und unverhohlen auf die Fehler und Nachlässigkeiten hinwies.
Im Gegensatz dazu wurde der Kampfgeist der britischen Jagdflieger verstärkt, die wußten, daß sie in diesen kritischen Monaten als Churchills "Auslese", als Krone der Royal Air Force und Helden der englischen Nation galten. Churchill sagte über die britischen Jagdwaffe nachträglich sinngemäß: "Noch nie haben so viele, so wenigen, so viel zu verdanken gehabt..." Die Überbeanspruchung der deutschen Jägerpiloten und Maschinen vergrößerte sich auch noch dadurch, daß sie in einem erhöhten Maße als Geleitschutz für die Bomberwaffe eingesetzt wurden und pro Tag manchmal bis zu fünf Feindflüge antreten mußten. Göring gestattete keine Ruhetage und auch keinerlei Rotation der Einheiten im Einsatz. So kam zu der Belastung wegen ihrer schweren Verluste auch noch die körperliche Erschöpfung dazu. Ihr Kampfgeist nahm aus all diesen hier aufgezählten Gründen zusehends ab, noch ehe der September kam. Hinzu kamen überdies noch starke Zweifel, ob angesichts der Stümperhaftigkeit der Vorbereitungen, welche von den erfahrenen Piloten sehr wohl erkannt wurde, auch tatsächlich eine Invasion überhaupt beabsichtigt war - so daß sie sich nun zunehmend die Frage stellten, ab sie nur geopfert wurden, um die Fassade einer Operation aufrechtzuerhalten, die in Wahrheit schon aufgegeben war. Die Bomberbesatzungen wiederum litten vor allem unter ihren schweren Verlusten und dem schrecklichem Gefühl ihrer Ohnmacht gegenüber Angriffe der britischen Jäger. So wurde das Absinken ihres Kampfgeistes jetzt immer augenscheinlicher, so tapfer und todesmutig sie auch ihre Befehle weiterhin ausführten.
Ein großes Handicap für die Wehrmacht während des gesamten 2.Weltkrieges war zweifelsfrei auch ihr vernachlässigter und mangelhafter Nachrichtendienst. Als Grundlage für die Durchführung der Offensive gegen England benutze die Luftwaffe ein überholtes Vorkriegshandbuch, die sog. "Blaue Studie", die Angaben über den Zustand und die Lage von div. Industrieanlagen in England enthielt, sowie die Ergebnisse umfassender fotografischer Aufklärung im Rahmen sog. "Probeflüge auf zivilen Routen". Das alles wurde äußerst unzulänglich vom Luftwaffen-Nachrichtendienst ergänzt, an dessen Spitze nur ein Major(!) stand. In einem Geheimbericht über die R.A.F., den eben dieser Major Schmid im Juli 1940 vorlegte, unterschätzte er stark die britische Jäger-produktion, die er mit nur 180 bis maximal 300 Maschinen im Monat bezifferte, während sie tatsächlich schon im August und September auf 460 bzw. 500 Maschinen vom Typ Hurrican und Spitfire anstieg. Diese furchtbare Fehleinschätzung, die auf diesen unverzeihlichen Irrtum zurückzuführen war, wurde noch verschlimmert durch Berichte aus General Udets Produktionsabteilung, die besonders ausdrücklich auf die Nachteile der Hurricanes und Spitfires hinwies, ohne aber auch ihre Vorteile mit auch nur einem einzigen Wort zu erwähnen. In den Berichten Major Schmids stand aber nichts über das dichte Verteidigungssystem der R.A.F. zu dem Radar-stationen, Funkleitstellen und ein Netzwerk von Hochfrequenzsendern gehörten. Und doch waren die britischen Radarstationen bei Bawdsey an der Küste von Suffolk und die hohen Gittermasten überall an der Küste schon vor dem Krieg für einen fremden Nachrichtendienst sehr leicht erkennbar gewesen, und bei Kriegsausbruch 1939 schien es kaum vorstellbar, daß der deutsche Nachrichtendienst von den Schlüsselstellungen des britischen Warnsystems nicht genügend wußten. Obgleich das OKW schon 1938 genauest informiert war, daß die Engländer mit Radar experimentierten, und im Mai 1940 am Strand von Boulogne eine komplette fahrbare Radarstation in deutsche Hand fiel, hielten merkwürdigerweise die sonst so übergenau arbeitenden deutschen Experten diese Erfindung für unfertig, unausgereift und nicht einsetzbar. Weit genauere Informationen über das britische Radar waren auch leicht im besetzten Frankreich zu haben, was auf die nachlässigen Sicherheits-vorkehrungen der Franzosen zurückzuführen war. Doch auch diese Informationen wurden weiter nicht ausge-wertet. Auch Göring maß dem Radar nur wenig Bedeutung bei.
Die deutschen Nachrichten- und Abwehrdienste erkannten erst im Juli, als sie ihre Funkmeßstationen an der französischen Küste aufgestellt hatten, daß es sich bei den elektronischen Signalen, welche die Radarmaste entlang der englischen Küste ausstrahlten, um etwas völlig Neues handeln mußte. Die Luftwaffenführung unterschätzte auch die Reichweite sowie auch die Wirksamkeit des britischen Radars und es wurde leider nur sehr wenig unternommen, es zu stören oder zu zerstören. Auch die Erkenntnis, daß die britischen Jäger unter ständiger Funkkontrolle operierten, beeindruckte sie dubioser Weise nicht - man zog daraus viel mehr den Schluß, daß dieses System der Befehlsgewalt über die Jäger deren Einsatz unrealistisch machte, und erwartete, daß Massenangriffe der Luftwaffe das System wirkungslos machen würden.
Ein großer Fehler sowohl auf deutscher wie auch auf englischer Seite war, die Verluste des Gegners aus Propagandazwecken jeweils maßlos zu übertreiben und die eigenen Verluste herunterzuspielen, nur wirkte sich diese unrealistische Spielerei mit Zahlen für die Luftwaffe wesentlich ungünstiger aus. Anfangs hatte der Luftwaffennachrichtendienst Dowdings Jägerkräfte eigentlich ziemlich richtig eingeschätzt, da er von ungefähr 50 Hurricane- und Spitfire-Squadrons sprach, die eine Einsatzstärke von rund 600 Maschinen hatten und von denen ca. 400 bis höchstens 500 im südlichen Teil Englands lagen. Aber nachdem die Luftschlacht begonnen hatte, ergaben sich aus der Neigung, die britischen Verluste zu überschätzen und die britische Jägerproduktion zu unterschätzen naturgemäß schwerwiegende Kalkulationsfehler, so daß die Piloten der Luftwaffe anfänglich verwirrt und dann deprimiert waren, als die Zahl der britischen Jäger für sie unerklärlicherweise immer gleichblieb. Es wurden dabei viel mehr Abschüsse gemeldet, als tatsächlich Maschinen existiert hatten. Eine andere Fehlrechnung ergab sich aus dem Brauch der Luftwaffenführer, mit Rotstift die jeweilige R.A.F. Squadron auf der Karte auszustreichen, wenn der Stützpunkt dieser betreffenden Squadron bombardiert worden war. Das war zum Teil auf die ungenügende fotographische Aufklärung und zum anderen auch auf eine unangebracht optimistische Analyse der Ergebnisse zurückzuführen. So schätze zum Beispiel die Luftwaffe, daß bis zum 17.August nicht weniger als elf Flugplätze "für immer zerstört" worden wären, während in Wahrheit nur ein einziger - nämlich Manston - auf Grund schwerer Bombertreffer für einige Zeit ausfiel. Dazu kam noch, daß der Großteil der Angriffe auf Flugplätze im Südosten Englands geflogen wurden, die gar nicht zum Fighter-Command gehörten.
Auch erkannten die deutschen Geschwader- und Staffelkommandanten nicht die entscheidende Bedeutung von Stützpunkten des Fighter-Command wie Biggin Hill, Kenley oder Hornchurch und wußten nicht, daß deren Kommandoräume leicht zerstörbar über der Erde lagen. Daher wurden auch die Angriffe auf diese strategisch so wichtigen Jägerstützpunkte, die von der Luftwaffe um Ende August durchgeführt wurden, leider später nicht fortgesetzt.
Aber auch das Wetter war ein weiterer Hemmschuh für die Luftwaffe und zwar im doppelten Sinn: Das Wetter über dem englischen Kanal war für gezielte Angriffe oft ungünstig, und da das Schlechtwetter in der Regel vom Atlantik - also vom Westen herkam und herkommt, wußten dies die Engländer natürlich zuerst. Die deutsche Abwehr war allerdings schon lange hinter den Code der britischen Funkwetterberichte vom Atlantik gekommen, aber merkwürdigerweise wurde auch aus dieser so wichtigen Erkenntnis nur wenig Nutzen gezogen. Vor allem klappte häufig das Zusammentreffen von Bombern und ihrem Jagdschutz wegen unerwarteter Wolkenbildung und schlechter Sicht nicht. Wolkenbänke über Nordfrankreich und Belgien verzögerten das Eintreffen der Bomber, deren Mannschaften darüber hinaus auch noch wenig Erfahrung im Blindflug hatte. Und daraus ergab sich, daß sie mit ihren Rendezvous mit den Jägern oft zu spät kamen. Die Jäger ihrerseits, die keinen Treibstoff verschwenden durften und konnten, schlossen sich dann anderen Bombern an, so daß die eine Bomberformation unter doppelten Jagdschutz flog, die andere ohne jeglichen Schutz und dadurch natürlich schwere Verluste erlitt. Als dann noch im Herbst das Wetter schlechter wurde, häuften sich solche Pannen, und ihre Folgen waren - wie wir wissen - katastrophal.
In anderer Hinsicht war aber die Luftwaffe jedoch durch eine wesentlich bessere Planung im Vorteil. Der britische Luft-See-Bergungsdienst war zu Beginn weitgehend auf den Zufall angewiesen, und Piloten, die auf das Wasser niedergingen mußten sich größtenteils auf ihr Glück verlassen, irgendwann und von irgendwem einmal aufge-fischt zu werden. Dieser Umstand war um so schwerwiegender, als um die Mitte August fast zwei Drittel der Luftkämpfe, die auch zu Abschüssen führten, über See stattfanden. Die Luftwaffe war hier viel besser organisiert. So wurden mehr als dreißig Heinkel-Wasserflugzeuge nur für derartige Bergungsflüge eingesetzt. Die Jäger- und Bomberbesatzungen waren außerdem mit Schlauchbooten, einer Schwimmweste, einer Leuchtpistole und einer Chemikalie, die das Wasser grüngelblich und somit weithin sichtbar färbte, ausgerüstet. Ein abgeschossener Jagdflieger, der notwassern mußte, konnte damit rechnen, noch ca. 40 bis 60 Sekunden zum Aussteigen Zeit zu haben, ehe die Maschine wegsank. Ohne diese relative Sicherheit wäre der Kampfgeist der Luftwaffenpiloten noch rascher gesunken, als es ohnehin der Fall war.
Der Angriff der Luftwaffe traf aber nicht nur auf den bewundernswert starken Widerstand der britischen Jäger, sondern auch auf den der Flakgeschütze, die nun zunehmend im großen Ausmaß für die Luftabwehr bereit gestellt wurden. Wenn sie auch während der Schlacht um England relativ gesehen, wenig deutsche Bomber abschossen, so trugen sie doch sehr viel zur nervlichen Belastung der angreifenden deutschen Geschwader bei und beeinträchtigten überdies die Zielgenauigkeit der Bombenabwürfe sehr. Der Oberkommandierende der britischen FLAK-Waffe, des Anti-Aircraft-Command, war damals Sir Frederick Pile, seines Zeichens General-leutnant. Im Jahre 1937 übernahm er schon das Kommando der 1.Flakdivision, die den Luftraum Londons und den des Südens Englands verteidigte. Im Jahr darauf wurden die britischen Flakdivisionen erst auf fünf und dann auf sieben erweitert. Im Juli 1939 erhielt Pile das Kommando über die gesamte Luftabwehr, einschließlich der leichten Batterien, die hauptsächlich Flugplätze und andere wichtige Punkte gegen deutsche Tieffliegerangriffe verteidigen sollte. Erwähnenswert sind dabei auch noch die sehr wirksamen britischen Ballonsperren. Dabei wurde eine Reihe von Ballons, die an sich die Form von Würsten hatten, und in Höhen bis zu ca.1.500 Meter durch Stahlseile am Boden verankert waren, um mittels dieser Stahlseile eventuell unvorsichtig angreifenden Feindflugzeugen die Tragflächen zu kappen.
Bei Kriegsausbruch, im September 1939, waren beim Engländer lediglich 695 schwere und 253 leichte FLAK-Geschütze aufgeboten worden, die Zahl der Suchscheinwerfer betrug etwa 2.700 Stück. Das war eine lächerlich kleine Zahl im Vergleich zur übermächtigen deutschen Flakwaffe. Nach dem Zusammenbruch der französischen Armee im Juni 1940 änderte sich die Situation radikal zum Schlechteren, da nun England von einem Ring deutscher Flugzeugbasen, die von Norwegen bis zur Bretagne reichte, eingeschlossen war. Zu dieser Zeit standen dem britischen FLAK-Befehlsbereich 1.204 schwere und 581 leichte Geschütze zur Verfügung. Im Laufe der nächsten fünf Wochen kamen dann noch 124 schwere und 182 leichte Geschütze dazu, wovon aber ein beträchtlicher Teil für Ausbildungszwecke und für Orte in Übersee abgestellt werden mußte, die jetzt durch den eben erfolgten Kriegseintritt der Italiener gefährdet waren.
In der Anfangsphase der Schlacht um England verstärkten sich nun auch allmählich die Angriffe der Luftwaffe gegen den britischen Schiffsbestand und gegen die englischen Häfen am Kanal, und es gab auch Versuche, die britischen Jäger zum Luftkampf herauszulocken. Bis zum 6.August hatten die beiden Befehlshaber der Luftflotte 2. und 3., Kesselring und Sperrle, noch keine genauen Befehle zur Durchführung der Offensive erhalten, was dazu beitrug, daß das Gesamtbild der Operationen anfangs für die Briten äußerst verwirrend war. Die regelmäßigen Angriffe auf den britischen Schiffsbestand begannen am 3.Juli, während am nächsten Tag ein Verband von 78 STUKAs, die von Me-109 begleitet und beschützt wurden, den Marinehafen Portland angriffen, allerdings war die Wirkung relativ gering.
Am 10.Juli griff ein kleinerer Bomberverband mit starkem Jägergeleitschutz einen Schiffskonvoi vor Dover an. Die Me-110 schnitten dabei gegenüber den Hurricanes, die aufgestiegen waren, um den Geleitzug zu verteidigen, ziemlich schlecht ab. Nach einem schweren Angriff auf einen britischen Geleitzug im gleichen Gebiet am 25.Juli beschloß die Admiralität, die Konvois nur nachts durch die Straße von Dover zu schicken, und einige erfolgreiche Luftattacken auf Zerstörer führten zur Entscheidung, daß die in Dover stationierten Einheiten sich nach Portsmouth zurückziehen mußten. Die Durchfahrt eines anderen Geleitzuges in der Nacht auf den 7.August wurde vom deutschen Radar bei den Klippen von Wissant ausgemacht und dann am nächsten Tag von STUKAs angegriffen, die in Wellen bis zu 80 Maschinen anflogen. Mehr als 70.000 Tonnen Schiffsraum wurden dabei von der Luftwaffe versenkt, um den Preis von 31 angreifenden Maschinen. Am 11.August verlor die R.A.F. in Luftkämpfen 32 Jäger. Die Gesamtverluste der Luftwaffe vom 3.Juli bis zum 11.August beliefen sich auf 270 Maschinen, hauptsächlich Bomber, währen die R.A.F. in diesem Zeitraum insgesamt 145 Jäger verlor. Ein Verlust der wesentlich größer war, als die wöchentliche Produktion.
Nach Hitlers verspäteten Befehl vom 1. August an die Luftwaffe, die "englische Luftwaffe möglichst bald niederzukämpfen", und Görings Besprechungen mit der Luftwaffenführung wurde der Beginn der Großoffensive für den 13.August festgesetzt. Diese Offensive erhielt den Decknamen "Adlertag". Die allzu optimistischen Berichte über die bisherigen Erfolge der Luftwaffe in dem vorangegangenen Zeitraum hatten Göring davon überzeugt, daß er in vier Schönwettertagen die Luftüberlegenheit erringen konnte. Am "Adlertag" war jedoch das Wetter weniger günstig als vorher. Dennoch begann die Luftwaffe am "Adlertag" mit einleitenden schweren Bombenangriffen auf britische Jägerbasen und Radarstationen im Südosten Englands. Die Flugplätze bei Manston, Hawkinge und Lympne wurden schwer getroffen und einige der Radarstationen mehrere Stunden lang außer Betrieb gesetzt. Die bei Ventnor auf der Insel Wight wurde völlig zerstört; doch wurde diese Tatsache von den Briten vor der Luftwaffe insoferne verheimlicht, indem ein anderer Sender die entsprechenden Signale ausstrahlte. Die Radartürme selbst hielten die STUKAs oft von den Räumen in Ihrer Nähe ab, zumal von der Luftwaffe fälschlicherweise angenommen wurde, daß die Kommandozentralen sicher unter der Erde unter-gebracht seien.
Dazu muß ich hier noch ausdrücklich bemerken, daß den britischen Radartechnikerinnen der W.A.A.F., (d.h. Women's Auxiliary Air Force), höchste Achtung gezollt werden muß, die so lange die Positionen der Feind-flugzeuge meldeten, bis ihre eigene Station bombardiert wurde.
Die dichte Wolkendecke über Südostengland veranlaßte Göring, den Hauptangriff auf den Nachmittag zu verschieben, doch mehrere Formationen erhielten den Aufschubbefehl nicht rechtzeitig und vergeudeten ihre Mühe bei unzusammenhängenden Angriffen. Als der Großangriff am Nachmittag dann durchgeführt wurde, war er zersplittert und konfus und daher enttäuschend. An diesem Jägertag flog die Luftwaffe 1.485 Einsätze, mehr als doppelt so viele als die R.A.F. Unter Verlust von 45 deutschen Bombern und Jägern wurden nur 13 britische Jäger abgeschossen, obwohl von der Luftwaffe 70 Abschüsse gemeldet worden waren. Zu Beginn der Offensive verschwendete die Luftwaffe viele Angriffe auf Flugplätze, die nicht zum Fighter Command gehörten, obwohl die letzteren eigentlich ihr Hauptangriffsziel waren. Am nächsten Tag, dem 14.August, verminderte das Schlecht-wetter die Angriffe auf nur ungefähr ein Drittel der Stärke des Eröffnungstages.
Doch als es sich am Morgen des 15.August aufklärte, startete die Luftwaffe ihren schwersten Angriff der ganzen Schlacht. Über 500 Bomber flogen dabei insgesamt 1.786 Einsätze. Die ersten Angriffe richteten sich gegen die Flugbasen bei Hawkinge und Lympe. Die Flugplätze wurden dabei schwer getroffen, konnten jedoch innerhalb von zwei Tagen wieder in vollen Betrieb gehen. Am früheren Nachmittag flogen mehr als 100 Bomber der 5.Luftflotte in zwei Verbänden über die Nordsee, um Flugplätze bei Newcastle und in Yorkshire anzugreifen. Der größere Verband, 65 in Stavanger stationierte Bomber, wurde von 35 Me-110 begleitet. Dieser Verband traf aber sofort auf derart zähen Widerstand der Jäger der 13.Fighter Group und der FLAK, daß er nirgends ernsthaften Schaden anrichten konnte. 15 Maschinen der Luftwaffe wurden dabei abgeschossen, während die R.A.F. neun Jäger verlor.
Der andere Verband von 50 Bombern aus Aalborg in Dänemark kommend flog ohne Geleitschutz, hatte aber jedoch das Glück, daß die 12.Fighter Group nur wenige Jäger aufsteigen ließ, so daß der größte Teil der Bomber bis zu dem R.A.F.-Bomberstützpunkt bei Driffield in Yorkshire vordrang, wo er große Verwüstungen anrichtete, obwohl dabei sieben Bomber abgeschossen und drei weitere auf dem Rückflug verloren gingen.
In Südengland hatte die britische Luftverteidigung bei mehreren schweren Angriffsserien der Luftwaffe aus kürzerer Entfernung weniger Erfolg. Am frühen Nachmittag griffen 30 Bomber mit starken Jagdschutz Rochester an und bombardierten dort die Flugzeugfabrik Short, während zur gleichen Zeit 24 Jagdbomber auf dem R.A.F. Jägerstützpunkt bei Marlesham Heath in Suffolk schweren Schaden anrichteten. Die Vielzahl der Angriffe verwirrte das britische Radar und die Jäger Squadrons, die aufgestiegen waren, jagten mehr oder weniger planlos hin und her. Zum Glück für die Engländer waren aber die Angriffe der 2. und 3.Luftflotte nicht optimal koordiniert und büßten so ihren Vorteil ein, die britischen Jäger auf Trab zu halten. Gegen 18Uhr flogen 200 Maschinen der 3.Luftflotte über den Kanal, um Flugplätze im südlichen Mittelengland anzugreifen. Unterstützt durch Radarwarnungen, schickte die 10. und 11.Fighter Group nicht weniger als 14 Squadrons in die Luft, insgesamt etwa 170 Jäger, um dieses massiven Angriff zurückzuschlagen, und der Angriff der Luftwaffe hatte nur mäßigen Erfolg. Kurze Zeit später griff dann die 2.Luftflotte erneut in Südostengland mit mehr als 100 Maschinen an, traf aber auch hier auf zähen Widerstand und erzielte gleichfalls nur wenig Wirkung.
An diesem 15.August, der vielleicht der entscheidendste Tag der Schlacht um England war, betrugen die Verluste der Luftwaffe insgesamt 75 Maschinen, während 34 britische Jäger verloren gingen. Die Luftwaffe hatte allerdings weniger als die Hälfte ihrer Bomber eingesetzt, womit sie indirekt zugab, daß die Bomberstaffeln von der Begleitung der Jäger abhängig war, von denen fast alle eingesetzt waren. Weiters hatten die Angriffe dieses Tages klar gezeigt, daß die bisher so furchterregenden STUKAs für ihre jetzigen Aufgaben ungeeignet waren, genau so wie die zu langsamen schweren Jäger Me-110, auf die die Luftwaffe so große übertriebene Hoffnungen gesetzt hatte. Am 16.August unternahm die Luftwaffe einen weiteren Großeinsatz wieder einmal unter der falschen Voraussetzung, daß die R.A.F. am 15.August mehr als 100 Flugzeuge verloren, und nun nur mehr 300 Jäger zur Verfügung hatte. Obwohl die Angriffe an mehreren Stellen Schaden anrichteten, verliefen sie im großen und ganzen unbefriedigend. Am 17.August wurden trotz recht guten Wetters keine Großeinsätze mehr geflogen. Am 18.August führten wieder stärkere Einsätze für die Luftwaffe zum Verlust von 41 Bombern und 30 Jägern, denen ein Verlust von 27 britischen Jägern gegenüberstand. Von nun an ließen die Angriffe nach. Tiefflieger der Luftwaffe, die das britische Radar unterflogen hatten, richteten auf den Flugplätzen in Kenley und Biggin Hill beträchtlichen Schaden an, aber anschließend ließ ein Schlechtwettereinbruch die Angriffe wieder etwas einschlafen.
Göring hatte für den 19.August seine Luftwaffenführer zu einer neuerlichen Besprechung zusammengetrommelt, wobei beschlossen wurde, die Luftoffensive fortzusetzen und weiterhin zu versuchen, die britische Jägerwaffe in die Knie zu zwingen. In den beiden auf den 10.August folgenden Wochen verlor die Luftwaffe 167 Bomber, wovon 40 STUKAs waren. Die Bomberpiloten verlangten daher einen immer stärkeren Jägergeleitschutz. Spannungen und Reibereien zwischen den beiden Waffengattungen wuchsen noch weiter durch die Neigung Görings, sich auf die Seite der Bomber zu stellen und die Leistungen der Jäger bei jeder sich nur bietenden Gelegenheit herabzusetzen.
Aber auch innerhalb der R.A.F. gab es Streitereien und Meinungsverschiedenheiten bezüglich des Einsatzes der Jägerkräfte. Es hieß, vor allem Lord Dowding sei darauf erpicht, die küstennahen Flugplätze im Südosten Englands wegen der Stimmung der Zivilbevölkerung beizubehalten, obwohl es wesentlich klüger gewesen wäre, die Jägerkräfte hinter dem Großraum London zusammenzuziehen, also außer Reichweite der deutschen Jäger und den von ihnen begleitenden Bombern. Im Zeitraum vom 8. bis 18.August hatte das Fighter Command 94 Piloten verloren, weitere 60 waren verwundet worden. Doch waren die Jagdflugzeuge noch nicht knapp geworden, trotz der in diesen 10 Tagen abgeschossenen 175 Jäger, der 65 weiteren schwer beschädigten Maschinen und der 30, die am Boden zerstört wurden.
Als sich nun am 24.August das Wetter merklich besserte, startete die Luftwaffe ihren zweiten Versuch, die Luftherrschaft über England zu erringen. Diesmal war weit besser geplant worden. Die 2.Luftflotte Kesselrings hatte für gewöhnlich auf der französischen Seite des Kanals immer einige Maschinen in der Luft, um das britische Radar zu irritieren, da das Radar nicht zwischen Bombern und Jägern unterscheiden und erst recht spät ausmachen konnte, ob Maschinen plötzlich über den Kanal Richtung England flogen. In dieser neuen Phase der Schlacht erlitten die küstennahen Flugplätze der 11.Fighter Group bedeutend schwerere Verluste als zuvor, so daß die Jägerbasis von Manston aufgegeben werden mußte. Ein weiteres Kennzeichen des neuen Offensiv-planes waren intensive Angriffe auf Flugplätze und Einrichtungen der R.A.F. im Raum London und das führte zu den unbeabsichtigten Bombenabwürfen auf die britische Hauptstadt. So warfen in der Nacht des 24.August etwa 10 deutsche Bomber, die sich auf dem Flug nach Zielen bei Rochester und Thameshaven verflogen hatten, ihre Bomben irrtümlich auf das Zentrum Londons ab.
Dieses tragische Versehen löste in der darauffolgenden Nacht einen Vergeltungsangriff auf Berlin aus, der von 80 britischen Bombern Langstreckenbombern durchgeführt wurde. Diesem Angriff folgten noch weitere, was Hitler nach einigen Warnungen, die aber von den Engländern ignoriert wurden, dazu veranlaßte, seinerseits Ver-geltungsangriffe der Luftwaffe auf London zu befehlen.
Vor dieser neuen Offensive waren die meisten Jäger der 3.Luftflotte vom Typ Me-109 zur 2.Luftflotte verlegt worden, um den Geleitschutz im Gebiet des Pas de Calais zu verbessern. Diese Maßnahme machte sich nun bezahlt. Die britischen Jäger hatten jetzt zunehmend mehr Schwierigkeiten und größere Verluste bei ihren Versuchen, die deutsche Jägerabschirmung zu durchbrechen und die deutschen Bomber waren so eher in der Lage, zu ihren Zielen vorzustoßen. Darüber hinaus hatte die Luftwaffe eine neue Taktik entwickelt, sich zu getrennten Angriffen zu spalten, wenn die Formationen erst einmal den britische Radarschirm durchstoßen hatte. Am 24.August, dem Beginn der neuen Offensive, wurden die Flugplätze bei North Weald und Hornchurch nur von ihrer FLAK gerettet. Auch die Marinewerft von Portsmouth wurde durch die FLAK vor einem schweren Angriff der 3.Luftflotte bewahrt, aber die Stadt selbst litt schwer unter der sich daraus ergebenden zahlreichen ziellosen Bombenabwürfen. Danach ging die 3.Luftflotte zu Nachtangriffen über und griff vom 28.August an in vier aufeinanderfolgenden Nächten Liverpool an. Aber viele Bomberpiloten konnten wegen ihrer unzureichenden Ausbildung für derartige Einsätze und der Störung der deutschen Ortungsgeräte das Gebiet gar nicht finden. Bei diesen Angriffen zeigte sich aber auch die Unzulänglichkeit der britischen Verteidigung gegen Nachtangriffe der Luftwaffe.
Die beiden letzten Augusttage erwiesen sich für das Fighter Command als besonders verlustreich. Kleine deutsche Verbände von 15 bis 20 Bombern hatten einen dreimal so starken Jagdschutz. Am 31.August erlitt die R.A.F. den bisher schwersten Verlust der ganzen Schlacht. 39 abgeschossenen englischen Jägern stand der Verlust von 41 Maschinen - hauptsächlich Bombern - der Luftwaffe gegenüber. Die meisten britischen Flugplätze im Südwesten Englands waren nun ernstlich beschädigt und einige so stark zerstört, daß sie für die nächste Zeit unbrauchbar waren. Selbst Dowding überlegte jetzt ernsthaft eine Verlegung seiner Kampflinie im Südosten, um sie außer Reichweite der Me-109 zu bringen. Außerdem wurde er heftig kritisiert, weil er 20 Jäger-Squadrons zur Verteidigung des Nordens bereithielt, der nur ein einziges Mal am Tage angegriffen wurde. Darüber hinaus verlangten die Piloten der 12.Fighter Group, die im Raum Mittelengland standen, endlich ebenfalls in der Schlacht eingesetzt zu werden.
Im Laufe des Augusts verlor das Fighter Command 338 Hurricanes und Spitfires, überdies wurden 103 Maschinen schwer beschädigt. Dem gegenüber wurden 177 Me-109 abgeschossen und 24 schwer beschädigt. Das Verhältnis der Verluste an Jägern betrug also 2 zu 1 zu Gunsten der Luftwaffe.
Somit hatte Göring Anfang September berechtigten Grund zu der Annahme, die Luftwaffe stünde nun dicht vor ihrem Ziel - der Zerstörung der englischen Jägerwaffe und ihrer Anlagen im Südosten. Aber er versäumte es leider, den einmal gewonnenen Vorteil zu halten und auszubauen. Am 4.September griff die Luftwaffe sehr massiv englische Flugzeugwerke an. Die Short-Werke bei Rochester und die Vickers-Armstrong-Werke bei Brooklands. Diese Angriffe waren als solche recht wirksam, bedeuteten jedoch eine sichtbare Lockerung des schweren Druckes auf das Fighter Command zu einem kritischen Zeitpunkt, als die Nerven der britischen Jägerpiloten schon bis zum Zerreißen angespannt waren, und ihre Leistungen bereits deutlich nachgelassen hatten. Lord Dowding, der ein Gefühl für das Wesentliche gehabt haben dürfte, beorderte nun schnell verstärkten Jagdschutz für die Flugzeugfabriken im Süden, und ein neuerlicher Angriff auf Brooklands, der zwei Tage später erfolgte, wurde wie Angriffe auf fünf Flugplätze um London abgewehrt und richtete nur wenig Schaden an.
Während der zwei Wochen vom 24.August bis zum 6.September wurden 295 britische Jäger abgeschossen sowie 171 schwer beschädigt. 269 Maschinen konnten im gleichen Zeitraum produziert und repariert werden. Die Luftwaffe verlor im gleichen Zeitraum nur etwa 130 Jäger, büßte aber dafür über 100 Bomber ein. Diese Verluste der Luftwaffe und die Forderung nach stärkerem Geleitschutz für die Bomber beeinträchtigten jetzt ernstlich ihre Schlagkraft.
Während die Luftwaffe anfänglich an die 1.500 Einsätze pro Tag geflogen war, und an den beiden letzten Augusttagen noch einmal die Zahl von 1.300 bzw. von 1.400 Einsätzen erreichte, sank die Zahl in der ersten Septemberwoche immer unter 1.000. In den ersten zwei Monaten der Luftoffensive, die zunehmend zu einer Material- und Zermürbungsschlacht geworden war, hatte die Luftwaffe in Summe 800 Flugzeuge verloren. Die Luftflotte 2 Kesselrings, die eindeutig die Hauptlast der Kämpfe trug, verfügte jetzt noch über ungefähr 450 einsatzfähige Bomber und 530 Jäger Me-109. Und gegen Ende dieser dritten Phase der Schlacht begann sich nun das Blatt in zunehmenden Maße zugunsten Englands zu wenden.
In der vierten Phase schlußendlich verstärkte sich dann diese Tendenz noch weiter, wozu aber nicht zuletzt eine neue Aufgabenstellung der Luftwaffe beitragen sollte, auf die ich noch eingehen werde. Göring hatte am 3.Septemer diesmal in Den Haag wieder eine Besprechung mit der Luftwaffenführung abgehalten, und dabei wurde die schicksalhafte Entscheidung für die Luftwaffe gefällt, nun auch London am Tage zu bombardieren. Nun war auch Hitler einverstanden, der bisher eine Bombardierung wegen eventueller Verluste unter der Zivil-bevölkerung mittels Führerbefehl strikte verboten hatte.
Der Angriffsbeginn wurde mit 7.September 1940 festgesetzt. Gleichzeitig sollten etwa 300 Bomber der 3.Luftflotte Sperrles zu einem Nachtangriff angesetzt werden. Feldmarschall Sperrle befürwortete dies sehr, da er immer für eine massive Bombardierung des englischen Schiffsbestandes und der Häfen gewesen war, und die Ansichten, in erster Linie die britische Jägerstreitmacht und ihre Flugplätze zu zerstören, immer etwas skeptisch beurteilt hatte. So startete am Nachmittag des 7.September eine Armada von etwas mehr als 1.000 Flugzeugen der Luftwaffe, insgesamt 648 Jäger und der Rest Bomber in Richtung London. Göring und Kesselring sahen von den Klippen bei Cao Blanc Nez nahe Calais dem Angriff zu. In dichtesten Staffelformationen flog die Luftflotte in 4.000 und 6.000 Meter Höhe in zwei Wellen Richtung England. Die Jäger wandten dabei eine neue Taktik an, wobei ein Teil der Jagdgeschwader in einer Höhe von ca. 8.000 bis 10.000 Meter weit vorausflog, während der andere Teil der Jäger die Bomber geschlossen von allen Seiten in der kurzen Entfernung von nur 300 Meter deckte.
Es war für die R.A.F.-Jäger gegen diese neue Taktik der deutschen Jagdwaffe schwer etwas auszurichten, aber bei diesem ersten Angriff war sie kaum erforderlich; denn im H.Q. der 11.Fighter Group hatte der diensthabende Flugsicherungsoffizier einen weiteren Angriff auf die weiter im Landesinneren liegenden Fliegerhorste erwartet, und die vier britischen Jägergeschwader, die schon aufgestiegen waren, wurden deshalb nördlich der Themse zusammengezogen. Somit war für die Luftwaffe der Weg nach London unverteidigt und frei. Die erste Welle flog direkt zu den Londoner Docks. Die zweite flog über das Zentrum Londons und anschließend über den Osten und die Docks zurück. Die Zielgenauigkeit der Bombenabwürfe war allerdings nicht sehr genau. Viele der Bombenschützen zielten zu kurz, was tragischerweise in dem dichtbesiedelten Londoner Osten zu großen Verlusten unter der Zivilbevölkerung geführt hat.
Bei diesem ersten Massenangriff auf London bei Tage - der auch der letzte in dieser Größenordnung war - wurden über 300 Zivilisten getötet und über 1.300 schwer verletzt. Doch obgleich die britischen Jäger größtenteils verspätet am Schauplatz erschienen, gelang es ihnen doch noch, 41 deutsche Maschinen abzuschießen, während die Engländer selbst 28 Jäger verloren. Die starken Brände im Ostteil und den Docks von London dienten für die Luftwaffe wie ein Leuchtfeuer für den darauffolgenden Nachtangriff, der um 20Uhr abends begann und bis fast 5Uhr morgens andauerte. Göring rief seine Frau an und sagte triumphierend: "London steht in Flammen!". Der fast fehlende Widerstand ließen Göring und seine Luftflottenführer glauben, das britische Fighter Command sei dem Zusammenbruch nahe. Daher befahl er am 8.September, nun ein größeres Gebiet Londons massiv zu bombardieren.
In den französischen und belgischen Kanalhäfen war inzwischen die Ansammlung von Invasionsschiffen von Tag zu Tag größer geworden, und am Morgen des 7.September hatte die britische Regierung eine vorsorgliche Invasionswarnung über die BBC London herausgegeben. Nach dem schweren Luftangriff der Luftwaffe, der kurz darauf folgte, wurde die Warnung noch bekräftigt was zur Folge hatte, daß eine Anzahl von Hilfseinheiten mobi-lisiert und die Kirchenglocken geläutet wurden, die die Invasion ankündigen sollten. Die Verteidigung Londons, wie auch der anderen Städte, hing wegen des Fehlens von dazu geeigneten Nachtjägern in dieser kritischen Zeit fast ausschließlich von Flakgeschützen und Suchscheinwerfern ab. Am Abend des 7.September standen lediglich 264 schwere und leichte Geschütze bereit, um London gegen Luftangriffe zu verteidigen. Doch gelang es den Engländern durch schnelle Maßnahmen diese Zahl in den nächsten achtundvierzig Stunden in etwa zu ver-doppeln. Darüber hinaus erhielt die FLAK den Befehl, von der Nacht des 10.September an "Sperrfeuer" zu schießen und jedes einzelne Geschütz hatte den Auftrag, möglichst ununterbrochen zu feuern, welche Infor-mationen es auch immer hatte. Obgleich die Zahl der Treffer durch die britische FLAK nur gering war, ermutigte das Sperrfeuer die Zivilbevölkerung psychologisch ungemein, und es hatte überdies noch die Wirkung, das die Bomber der Luftwaffe in größere Höhen ausweichen mußten, wodurch wieder die Treffsicherheit der Bomben-abwürfe litt. Kesselring setzte seinen zweiten Tagangriff auf London für den Nachmittag des 9.September an.
Dieses Mal waren aber die Engländer weit besser vorbereitet als zuletzt. Die 11.Fighter Group war mit neun Squadrons bereit, während weitere Squadrons der 10. und 11.Fighter Group mit ihnen eng zusammenarbeiteten. Die britischen Jäger waren dabei so erfolgreich, daß die meisten Verbände der Luftwaffe in Luftkämpfe verwickelt und zerstreut wurden, noch ehe sie London erreichten. Weniger als die Hälfte der Bomber kam durch, kaum einer traf sein Ziel und der Gesamterfolg des Angriffes war sehr dürftig.
Dieser neue Angriff der Luftwaffe führte dazu, daß sich der Druck auf das Fighter Command wesentlich verminderte, auf dessen Flugplätze und Einrichtungen sich bisher das Hauptaugenmerk der Luftwaffe gerichtet hatte, und das tatsächlich dem totalen Zusammenbruch schon äußerst nahe war, als die Luftangriffe auf London begannen. Es steht zweifelsfrei fest, daß die Opfer die London und seine Bevölkerung bringen mußten, für die Landesverteidigung die Rettung brachte. Überdies veranlaßten die schwachen Ergebnisse des 9.September Hitler wieder einmal dazu, seine zehntägige Anlauffrist für die Invasion zu verlangen, diesmal auf den 14.September. Die Invasion Englands sollte also jetzt am 24.September beginnen. Zum Glück für die Engländer verschaffte auch noch schlechtes und stürmisches Wetter eine Verschnaufpause für die Londoner Verteidigung. Doch am 11.und 14.September stieß eine Anzahl Bomber durch und die britische Jägerabwehr war dermaßen schwach, daß die Luftwaffenführung optimistisch berichtete, der Widerstand des Fighter Commands beginne nun endlich zusammenzubrechen. Hitler verschob die Angriffsfrist noch einmal, diesmal aber nur um drei Tage, also auf den 17.September.
Kesselring startete am Morgen des 15.September, einem Sonntag, einen neuen Großangriff. Dieses Mal war die britische Jagdwaffe aber besser vorbereitet. Obgleich die 2.Luftflotte auf dem ganzen Weg von der Küste an durch britische Jäger massiv angegriffen wurde, gelang es 148 Bombern bis in den Raum London durch-zubrechen. Aber sie wurden daran gehindert, ihre Bomben genau ins vorgegebene Ziel zu werfen, und die meisten der Bomber wurden weit auseinandergetrieben. Am Nachmittag kamen Wolken auf und halfen den Bombern, und der größte Teil konnte ungehindert bis London fliegen, wo die Bombenabwürfe besonders in den dichtbesiedelten Wohnvierteln des Ostens erhebliche Verwüstungen anrichteten. Doch wurden fast ein Viertel der angreifenden Bomber abgeschossen und noch wesentlich mehr schwer beschädigt, wobei oft ein oder zwei Mann der Besatzung tot oder verwundet zu ihren Fliegerhorsten zurückkehrten, worunter natürlich wiederum der Kampfgeist sehr litt. Wie zuverlässige Quellen ergeben, verlor die Luftwaffe an diesem Tag insgesamt 60 Maschinen, während die Engländer 185 abgeschossene deutsche Flugzeuge für sich reklamierten. Die Verluste der R.A.F. betrugen lediglich 26 Jäger, wobei die Hälfte der Piloten sich mit dem Fallschirm retten konnte.
Göring, der noch immer seinen Jägern die Schuld an Mißerfolgen gab, blieb aber weiterhin optimistisch und schätzte nun, daß die britische Jagdwaffe in maximal vier oder fünf Tagen erledigt sein würde, ein Optimismus, der weder von seinen Luftflottenführern noch von Hitler selbst geteilt wurde.
Hitler, der mit der Seekriegsleitung einer Meinung war, daß die R.A.F. noch lange nicht geschlagen sei, und überdies für die nächsten Tage mit stürmischen Wetter zu rechnen war, verschob am 17.September die Invasion "bis auf weiteres". Am nächsten Tag befahl er, keine weiteren Schiffe in den Kanalhäfen zusammenzuziehen, und billigte den Beginn ihres Abzuges in weiter entfernte, sichere Häfen. 21 der 170 Transporter, sowie 214 von 1.918 Lastkähnen waren durch britische Luftangriffe versenkt oder schwer beschädigt worden. Am 12.Oktober wurde das Unternehmen "Seelöwe" dann endgültig bis zum Frühjahr 1941 verschoben, und im Jänner 1941 ordnete Hitler an, daß sämtliche Vorbereitungen für "Seelöwe" mit Ausnahme einiger längerfristiger Maßnahmen abge-brochen werden sollten.
Hitlers Vorbereitungen für eine Invasion in England waren ja immer von einer gewissen Halbherzigkeit geprägt. Und seine Gedanken hatten sich jetzt endgültig nach Osten, nach Rußland, zugewandt. Göring fuhr unbeirrt mit seinen Tagangriffen fort; aber die erzielten Ergebnisse fielen nun zunehmend enttäuschender aus, trotz gelegentlicher Erfolge in abgelegenen englischen Häfen. Die Flugzeugwerke in Filton bei Bristol wurden am 25.September schwer getroffen, und Tags darauf wurde die Spitfire-Fabrik bei Southampton vorübergehend zerstört. Doch ein Großangriff auf London am 27. war ein Fehlschlag, und beim letzten großen Tagangriff - am 30.September - erreichte nur ein Bruchteil der angreifenden Bomber London, wobei 47 Maschinen abgeschossen wurden, während die R.A.F. nur 20 Jäger verlor.
Nach diesen enttäuschenden Ergebnissen und den schweren Bomberverlusten in der zweiten Septemberwoche ging die Luftwaffe zum Einsatz von Jagdbombern über, die wesentlich schneller in großer Höhe operierten. Mitte September wurde den in der Schlacht eingesetzten Jagdverbänden dann befohlen, etwa ein Drittel ihrer Piloten auf Jagdbomber umzuschulen, von denen dann etwas mehr als 250 zur Verfügung standen. Doch die Bombenlast die sie tragen konnten war minimal und überdies neigten die Piloten instinktiv dazu, ihre Bomben sofort abzuwerfen, sobald sie in einen Luftkampf verwickelt wurden. Ihr Einsatz bewirkte eigentlich mehr oder weniger nur, daß der Druck auf die R.A.F. nicht nachließ. Eine latente Belästigung Englands waren jetzt kleinere Nachtangriffe. Ab 9.September gingen die 300 Bomber der 3.Luftflotte Sperrles zu einer Art "Routinearbeit" über, indem sie in 57 Nächten London mit durchschnittlich 160 Bombern angriffen.
Anfang November gab Göring neue Befehle, die einen deutlichen Wechsel der Taktik bedeuteten. Die Luftangriffe hatten sich nun völlig auf die nächtliche Bombardierung von Städten, Industriezentren und Häfen zu konzentrieren. Durch die Freigabe der Bomber der 2.Luftflotte standen nun über 750 Bomber zur Verfügung, obgleich jeweils nur ungefähr ein Drittel dieser Gesamtzahl eingesetzt wurde. Da es nachts möglich war, langsamer und auch niedriger zu fliegen, konnten die Bomber schwerere Lasten als am Tag mitführen, und in einem Nachtangriff wurden so bis mehr als 1.000 Tonnen Bomben abgeworfen. Doch die Treffgenauigkeit ließ dabei zu wünschen übrig.
Görings neue und letzte große Luftoffensive begann in der Nacht des 14.November mit einem schweren Luftangriff auf die mittelenglische Industriestadt Coventry. Der Angriff wurde durch helles Mondlicht und einem neuen Ortungsverfahren - dem sog. „Peilstrahlverfahren“, bzw. „X-Verfahren“ - sehr begünstigt. Es entstand bei diesem Angriff an den Industrieanlagen schwerster Schaden, doch keineswegs nicht einmal annäherungsweise so viele Opfer unter der Zivilbevölkerung, wie damals aus Propagandazwecken behauptet wurde und noch heute – mehr als 60 Jahre danach – aus Zweckdenken immer noch behauptet wird!
Die nachfolgenden Angriffe auf andere Städte wie Birmingham, Southampton, Bristol, Plymouth und Liverpool hatten nicht die gleiche Wirkung. Am 29.Dezember wurde London schwer getroffen, vor allem das Zentrum der City. Dann ließen die Angriffe im Winter 1940/41 nach, bis sich das Wetter im März 1941 langsam wieder besserte. Der Höhepunkt einer Reihe schwerer Angriffe war die Bombardierung Londons in der Nacht des 10.Mai 1941, also dem Jahrestag des Beginns des Blitzkrieges von 1940 im Westen.
Doch am Himmel über England war der „Blitz", wie die Luftoffensive genannt wurde, am 16.Mai 1941 zu Ende, da nun der Großteil der Luftwaffe im Hinblick auf den bevorstehenden Angriff auf Rußland, „Barbarossa“ nach Osten verlegt wurde.
Fazit:
Rückblickend gesehen hatte die deutsche Luftoffensive im Zeitraum vom Juli bis Ende Oktober 1940 wesentlich mehr Schäden und Zerstörungen angerichtet, als von den Engländern zugegeben worden ist. Aber die Auswirkungen hätten noch sehr viel schlimmer ausfallen können, wenn sich die Angriffe von Beginn an auf die Hauptindustriegebiete konzentriert hätten.
Doch das eigentliche Ziel der Schlacht um England, nämlich die Jägerkräfte der R.A.F. zu vernichten, um so auch die Luftherrschaft zu erringen, die für eine Invasion unabdingbar war, sowie den Kampfgeist der Engländer zu untergraben und zu brechen, erreichte unsere Luftwaffe keineswegs.
Im Verlauf des Höhepunktes der Schlacht um England, vom Juli bis Ende Oktober 1940, verlor die deutsche Luftwaffe 1.733 Flugzeuge – hauptsächlich Bomber, jedoch keineswegs 2.698, wie die Engländer dies behaupteten.
Die Verluste der Royal Air Force in diesem Zeitraum betrugen 915 Maschinen, aber auf keinen Fall 3.058 Maschinen, wie es die Deutschen behaupteten.
Wir gedenken still den Opfern beider Seiten X Edmund
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