Ritterkreuzträger

Joachim Peiper
Waffen-SS Standartenführer
Kommandeur Panzerregiment Leibstandarte

 Ritterkreuz                          EKI                EKII

 

Sein voller Name war Joachim Sigismund Albrecht Klaus Arved Detlev.  Joachim wächst in einer Gegend des gehobenen Berliner Bürgertums auf. 

Geboren 30. Januar 1915 in Berlin-Woldmar, getötet von Juden und Kommunisten  im französischen Travers am 14. Juli 1976.

Die Familie Peiper kam aus Schlesien.  Der Vater war Hauptmann in dem preußischen Heer während des Ersten Weltkrieges.  Nach dem Krieg hat der Vater teilgenommen in Bekämpfung  polnisch unterstützen Unruhen in Schlesien.

Früh fasste er den Entschluss Soldat und Offizier zu werden. Weihnachten 34 verließ Peiper die Goethe- Oberrealschule und widmete sich seiner soldatischen Laufbahn.

Er war im allerbesten Sinne des Wortes, niemals zweifelnd, immer tapfer, immer seine Leute inspirierend, ein Deutscher Führer á la Götz von Berlichingen oder preußischer Generalfeldmarschall Blücher, Männer bei denen der Individualismus ebenfalls sehr ausgeprägt waren. Kurz gesagt, er war ein überlegener Offizier in der besten Preußischen Tradition.

 

Militärische Laufbahn

   Weihnaqchten 1939 im Eltermhaus.  Joachim (links), Vater Waldemar und Bruder Horst (rechts)

Er gehörte der Leibstandarte SS Adolf Hitler an. 1938 wurde er zum Adjutanten des Reichsführers SS Heinrich Himmler ernannt. Bei Ausbruch des Krieges aber beantragte er den Frontdienst. Er befehligte die 10. Kompanie der SS Leibstandarte A.H. in Polen, Holland, Belgien und Frankreich. Im Jahre 1941 kämpft er in Rußland mit dem 3. Panzerbataillon des SS Panzergrenadierregiments 2. Er ersetzt die 320. Infanteriedivision des Generals Postel, eingekesselt bei Kharkov. Am 19. März 1943 nimmt er Bielgorod ein. Im September 1943 ist er in Italien. Im November desselben Jahres kämpft er für das Reich in Jitomir und durchbricht mit der 1. Armee den Kessel bei Kamenets Podolsk. Bis Oktober 1944 kämpft er auf dem Westwall. Am 16. Dezember 1944 – unter der Führung Sepp Dietrichs der 6. Panzerarmee – steht er an der Spitze der Ardennenoffensive mit der 1. SS Panzerdivision L.A.H.

 

Er stieß bis La Gleize bei Stavelot vor. Abgeschnitten vom Rest der Armee, wurde er eingekesselt. Jedoch konnte er sich mit seiner Mannschaft zu Fuß, in eisiger Kälte und unter Zurücklassen des Kriegsmaterials retten. Stets unter dem Kommando Sepp Dietrichs kämpfte er bis zum Ende gegen die Russen, westlich der Donau bei Wien. Ebenso in den Alpen bei Sankt Pollen und Krems, wo er sich schließlich mit seiner Mannschaft den Amerikanern ergab. Er brachte es zum SS-Obersturmbannführer und Ritterkreuzträger mit Schwertern.

   Im Februar 1944 erhält Jochen Peiper im Führerhauptquartier Wolfsschanze aus der Hand Adolf Hitler das Eichenlaub yum Ritterkreuz.

 

Gerichtsverfahren

 

Nach der Kapitulation der Wehrmacht wurde dieser tadellose, edelmütige und unglaublich tapfere Soldat eingesperrt, geschlagen und gedemütigt. Er wurde beschuldigt, während der Ardennenoffensive in Baugnez bei Malmedy die Erschießung amerikanischer Gefangenen befohlen zu haben: Die durch die Kampfgruppe J.P. gefangen genommenen US-Soldaten wurden zu einer Weide gebracht um dort ihren Transport hinter die Frontlinien abzuwarten. Peiper ließ einige seiner Männer als Wachen zurück. Er selbst fuhr an der Spitze seiner Panzer weit vor den folgenden Verbänden nach Ligneuville. Als der Großteil der Kampfgruppe in Baugnez ankam, verweilten dort die Truppen und plauderten mit ihren zurückgelassenen Kameraden. Ein Spähwagen hatte eine Panne und wurde repariert. Plötzlich schreckte ein auf einem Panzer sitzender Soldat auf und bemerkte, dass einige der amerikanischen Gefangenen von ihrer Unachtsamkeit Gebrauch gemacht hatten und fliehen wollten. Er schwang seine Pistole und gab ein paar Schüsse in ihre Richtung ab, jedoch ohne jemanden zu treffen. Jedoch verursachte sein Schuss Panik unter den Gefangenen, die in alle Richtungen auseinander liefen. Es wurde mit Maschinenpistolen geschossen, wobei 21 Amerikaner auf der Flucht erschossen wurden.

 

Nach der Kapitulation wurden die Männer der 1. SS Panzerdivision aufgespürt und ins Lager Zuffenhausen gebracht. 400 kamen ins Gefängnis von Schwäbisch Hall bei Stuttgart. Peipers Truppe bestand aus überwiegend sehr jungen Soldaten: Einer war 16, zwei waren 17, 11 waren 18 und 8 waren 19 Jahre alt. 22 der 72 Verurteilten waren somit unter 20 Jahre alt; alle wurden gefoltert um irgendwelche Geständnisse zu erzwingen. Peiper war ein Vorbild für seine Mannschaft, und unter seiner Leitung hielt sich die Truppe gut. Niemals kam es zu Verrat innerhalb der Truppe. Die Männer wurden ins KZ Dachau gebracht, wo auf einem Schauprozess 72 der 74 Beschuldigten verurteilt wurden. Einer beging Selbstmord, einer war Elsässer und wurde an ein französisches Gericht ausgeliefert. 43 – unter ihnen auch Peiper, der für die Taten seiner Mannschaft zur Verantwortung gezogen wurde – wurden zum Tode durch den Strick verurteilt, 22 zu lebenslanger Haft, 8 zu 20, 11 zu 10 Jahren Gefängnis. Der Prozess wurde später wieder aufgenommen und die Todesstrafe wurde durch lebenslange Haft ersetzt. Nach 11 Jahren Haft wurde J. Peiper als letzter seiner Kampfgruppe im Dezember 1956 entlassen.

 

Neue Laufbahn

 

Im Januar 1957 fing er an, für Porsche in Frankfurt zu arbeiten. Syndikate forderten seine Entlassung. Anschließend arbeitete er noch für VW in Stuttgart, jedoch wurde ihm dort ebenfalls wegen linker Hetze gekündigt. Damit erkannte er, dass er nicht länger in Deutschland bleiben konnte und zog mit seiner Familie nach Frankreich. Im Jahre 1940 hatte er während des Krieges die Gegend des Langresplateaus kennen gelernt und sie schon damals schön und ruhig gefunden. Er hat dann einem französischen Kriegsgefangenen, einem deutschfreundlichen Nationalisten, geholfen, der in Reutlingen bei Bekannten Peipers wie ein Zwangsarbeiter in einer Garage arbeiten musste. Es gab daraufhin eine Regelung zwischen Deutschland und Frankreich, dass für jeden freiwilligen Arbeiter, der nach Deutschland arbeiten ging, zwei Kriegsgefangene zurück nach Hause kommen durften. Auf Fürsprache Peipers durfte jener Mann, Gauthier, zu seiner Familie zurückkehren. Er hatte Peiper nicht vergessen und als dieser im Jahre 1957 Deutschland verlassen musste, war es Gauthier, der ihm helfen und ihm die Wassermühle von Traves verkaufte. Das Gebäude war aber in schlechtem Zustand und Peiper hatte nicht die nötigen Mittel, die Mühle zu restaurieren. SS-Obersturmbannführer Erwin Ketelhut hat anschließend die Wassermühle übernommen und Peiper ließ sich 1960 ein Häuschen in Spannplate, hoch auf dem Saoneufer bauen, versteckt im Busch, nicht zu erblicken von der Straße aus und wie eine militärische Festung. Sechzehn Jahre lang hat er dort – trotz Drohungen und anonymen Anrufen – doch ziemlich ruhig gelebt.

 

 

Hetzjagd und Ermordung

 

Am 11. Juli 1976 kaufte er Draht für einen Hundezwinger in einem Laden in Vesoul, der Departementshauptstadt. Der Verkäufer, ein Elsässer, Paul Cacheux, Mitglied der kommunistischen Partei, erkannte an seinem Akzent, dass er Deutscher war und fragte ihn, ob er während des Krieges in Frankreich gewesen war. Peiper bezahlte mit einem Scheck auf seinen Namen und seine Anschrift. Paul Cacheux schlug Peipers Namen auf der „braunen Liste" nach, worin alle gesuchten Deutschen verzeichnet waren. Er gab seine Daten der Resistance durch. Am 22. Juni 1976 schrieb die französische kommunistische Zeitung „L’Humanite": „Was macht dieser Nazi in Frankreich?". Gefordert wurde, Peiper zu zwingen, Frankreich zu verlassen. In Traves wurden Flugblätter, auf denen Peiper als Kriegsverbrecher und Nazi bezeichnet wurde, an Dorfbewohner verteilt. An Wände in Versoul schmierte man „Peiper, wir werden dir einen 14. Juli bereiten!". (Der 14. Juli ist Frankreichs Nationalfeiertag.)

  Mit Straßenschmierereien beginnt am 22. Juni 1976 die Hetzjagd gegen Peiper in Traves

Am Morgen des 13. Juli schickte Peiper seine krebskranke Frau nach Deutschland. Er selbst wollte das Haus nicht verlassen, weil er erwartete, dass man es niederbrennen wollte. Sein Nachbar Erwin Ketelhut hatte vorgeschlagen, die Nacht auf der Wassermühle zu verbringen, aber Peiper lehnte ab. Er wollte auch nicht, dass Ketelhut bei ihm blieb, denn dieser hätte auf die Angreifer geschossen. „Nein", sagte er, „Es ist schon genug getötet worden." Jochen Peiper wartete auf der Dachterrasse seines Hauses, von wo aus er den Saonefluß überwachen konnte. Erwin Ketelhut hatte ihm sein Gewehr geliehen. Um 23:30 Uhr hörte er ein Geräusch im Gebüsch und erblickte ein Dutzend Männer das steile Flussufer erklimmen. Er schoss in die Luft, um die besoffenen Kerle einzuschüchtern. Sie riefen ihm zu, nach draußen zu kommen. Er tat dies und öffnete die Tür, um mit ihnen zu reden.

Was danach vorfiel, können nur die Täter selbst erzählen. Die Leiche des Obersturmbannführers Jochen Peiper war verkohlt und nur noch einen Meter lang, er hatte weder Hände noch Füße. Er starb um etwa 1:00 Uhr nachts. Das Haus war abgebrannt, das Dach eingestürzt. Was zwischen 23:30 und 1:00 Uhr geschehen ist, ob Peiper noch lebte als er verstümmelt und verbrannt wurde, ist unklar.

Man hatte Gasöl auf den Boden geschüttet und mit einer Mischung aus Benzin und gebrauchtem Motoröl angezündet. Peiper lag in seinem Bett im Schlafzimmer, auf der linken Seite, den Rücken zur Mauer, einen Arm vor der Brust gebogen. Nichts war auf ihn gefallen. Er ist durch große Hitze umgekommen. Der Körper war nicht eingeäschert aber zusammengeschrumpft.

Erwin Ketelhut und die Franzosen, die ihn gekannt und geschätzt haben, waren der Meinung, dass dieser ritterliche Mann, der so vielen Gefahren getrotzt hatte, nicht auf solche Weise umkommen musste. Die Mörder waren mit ihrem Wagen über eine Weide bis ans Flussufer gefahren, wo zwei Barken bereit lagen. Damit hatten sie die Saone überquert und mussten daraufhin das steile Ufer durch Büsche hinaufklettern. Nach dem Mord liefen sie in die andere Richtung über die Weiden, vor dem Haus, zur Straße. Die Feuerwehr suchte im Fluß nach den fehlenden Körperteilen. Die Untersuchungsarbeit der französischen Polizei dauerte sechs Monate. Die Kommunisten aus Vesoul und die Resistance-Mitglieder wurden verhört. Niemand wollte etwas wissen. Anschließend kam der Fall zu den Akten. Niemand ist je verhaftet oder bestraft worden. Die Gegend von Traves ist dünn besiedelt, es gibt im Schnitt 10 Einwohner pro Quadratkilometer. Jeder kennt dort jeden und man weiß alles voneinander. Die Täter sind der Bevölkerung bekannt, aber man schweigt.

    Französiswche Polizeibeamten am Tatort

 

Über das Leben Peipers kann man im Buch „Jochen Peiper, Kommandeur, Panzerregiment Leibstandarte“ nachlesen.  Das Buch wurde von Patrock Agte geschrieben und von Kurt Vowinckel Verlag KG, 82335 Berg am Starnberger See veröffentlicht.

 

English text about Peiper: http://www.germancross.com/Peiper/Peiper.html