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Aus die Reihe "Richtstellungen zur Zeitgeschichte" von Dr Heinrich Wendig
Hefte 8. Herausgegeben von Grabert Verlag, 72006 Tübingen,
Postfach 1629
Britische Deutschlandhetze vor 100 Jahren Oft wird heute angeführt, daß der deutsche Flottenbau Ende des vorigen Jahrhunderts die Briten gegen Deutschland eingenommen und sie zu Gegnern des Deutsches Reiches gemacht habe. Das dem nicht so ist, beweist bereits die Reihenfolge der Ereignisse. Richtig ist die umgekehrte Behauptung: Deutschland mußte sich gegen die bereits vorhandene Hetze und Kriegsabsicht in England gegen Deutschland rüsten und hat als Antwort darauf das erste Flottengesetz von 1897 erlassen, das eine Vergrößerung der deutschen Kriegsflotte vorsah, wenn auch lange nicht in dem Maße, daß sie der britischen gefährlich werden konnte. Noch im Jahr 1905 standen erst 25 deutschen Linienschiffe mit 269.040 t den 65 britischen mit 876.950 t gegenüber. Daß es den Briten vor allem um die Ausschaltung der deutschen Wirtschaftskonkurrenz ging, beweisen die folgende vor dem Erlaß des flottengesetzes liegenden Ereignisse, die auch auf eine Flottenkonkurrenz gar keinen Bezug nehmen. 1 Vor allem gegen die deutsche Konkurrenz auf dem Weltmarkt führte Großbritannien 1887 das "made in ....." für sein Weltreich ein, wonach alle Einführen in dieses Gebiet nach dem Herkunftsland gekennzeichnet sein sollten. Man hoffte in London, daß durch ""Made in Germany" die aus Deutschland stammenden Waren diskriminiert und dann weniger gekauft würden. Da sich bald wegen ihrer Güte die deutschen Waren auf dem Weltmarkt bestens behaupteten und aus der Diskriminierung ein Qualitätssiegel wurde, ging dieser Schuß Londons nach hinten los. 2. Am 24 August 1895, also zwei Jahre vor dem deutschen Flottengesetz, veröffentlichte die Londoner Wochenzeitung "Saturday Review" einen Aufsatz zur Außenpolitik, in dem es unter anderem hieß: "Unserer Hauptwettbewerber in Handel und Verkehr ist heute nicht Frankreich, sondern Deutschland. Bei einem Kriege mit Deutschland kämen wir in die Lage, viel zu gewinnen und nichts zu verlieren, bei einem Kriege mit Frankreich dagegen, endige der Krieg, wie er wollte, hätten wir mit einem schweren Verlust zu rechnen". 3 Am 1 Februar 1896, auch noch vor dem deutschen Flottengesetz, brachte dieselbe "Saturday Review" einem Artikel von Sir P- Chalmers Mitchell zum Wesen des Krieges, worin der Verfasser das englische Volk und die Welt zu überzeugen versuchte, daß allein aus wirtschaftlichen Gründen ein Krieg England gegen Deutschen reich unvermeidbar sei: "Überall auf der Welt, bei jedem Unternehmen im Handel, in der Industrie, bei sämtlichen Anlagen in der Fremde stoßen Engländer und deutsche aufeinander. Die Deutschen sind ein wachsendes Volk, ihre Wohnsitz liegen über ihre Reichsgrenzen hinaus. Deutschland muß neuen Raum gewinnen oder bei dem Versuch untergehen. Es stimmt wohl daß diesem Deutschland richtige koloniale Siedlungen unter eigener Flagge bisher nicht gelangen. Aber das ist Zufall und hängt mit den deutschen innenpolitischen Zuständen zusammen. Ein Wandel der Dinge ist in Deutschland nahe genug, und die Volksmacht Deutschland wird dasselbe Geschick in den eigenen Kolonien zeigen, wie es Deutsche, die in unsere Kolonien hineinfahren, dort bewiesen haben. Wäre morgen jeder Deutsche beseitigt, es gäbe kein englisches Geschäft, noch irgendein englisches Unternehmen, das nicht wüchse. Verhältnis jeder Engländer morgen, die deutschen hätten im gleichen Verhältnis ihren Gewinn davon. Hier also wird der erste große Artenkampf der Zukunft sichtbar, hier sind zwei wachsende Nationen, die aufeinander drücken rund um die Erde. Eine von beiden muß das Feld räumen, eine von beiden wird das Feld räumen." 4. Am 11 September 1897 erschien in derselben "Saturday Review" von einem unbekannten Verfasser ein weiterer ‘Zerstörungsaufsatz’ - so von Hans Grimm bezeichnet(1) -, in dem es unter anderem heißt: "Als vor drei Jahren die "Satuday Review" ihre Aufsätze gegen die hergebrachte deutschfreundliche Politik Englands zu schreiben anfingen, stand sie (mit dieser Wendung) unter den führenden Zeitschriften, die die öffentliche Meinung ausdrücken, vereinzelt da. Und noch im Februar 1896 wurde die Erklärung eines Mitarbeiters, der die europäische Lage besprach und sagte, der erste und nächste Feind Englands sei Deutschland, als Schrulle betrachtet. ... Was Bismark vor sich sah, wird jedem von uns bald klar werden, daß England die einzige Großmacht ist, die ihrerseits Deutschland ohne gewaltigen Einsatz und Zweifel am Ausgang zu bekämpfen vermag. ... Wenn wir unseren Teil der Arbeit getan haben, können wir zu Frankreich und Rußland sprechen: Sucht euch die Entschädigung selbst aus, nehmt euch in Deutschland, was ihr wollt, ihr könnt es haben." Und der Artikel schloß mit dem Satz: "Germanam esse delendam" (Deutschland muß zerstört werden.) Diese britische Einstellung führte wesentlich mit zum Ersten wie auch zum Zweiten Weltkrieg. Bedauerlicherweise haben immer noch führende Engländer diese Meinung, wie folgende Beispiel zeigen: 5. Die zurückgetretene britische Premierministerin Thatcher kritisierte ihren Nachfolger Major wegen Außenpolitik und erklärte: "Weil die Deutschen das größte Land haben, dominieren sie Europa. Ich meine, daß viele von uns das notwendigerweise nicht gern sehen. Solange wir separate Nationen sind, kann jede diese Entwicklung kontrollieren und die deutsche Dominanz stoppen"(2) Ihr Versuch, die deutsche teilwiedervereinigung 1989/90 zu verhindern, ist vielfach aktenkundig und auch von ihr selbst nie bestritten worden. 6 Am 16. September 1989 brachte die britische Zeitung "Sunday Correspondent"(3) einem Beitrag zur damals anlaufenden Entwicklung zur deutschen Einheit. Darin heißt es unter anderem: "Wir müssen jetzt ehrlich über die deutsche Frage sein, so unbequem sie auch für die deutschen, für unsere nationalen Partner und für uns selbst sein mag. ... Die frage bleibt in der Essenz die gleiche. Nicht, wie verhindern, daß deutsche Panzer über die Oder oder Marne rollen, sondern wie Europa mit einem Volk fertig wird, dessen Zahl, Talent und Effizienz es zu unserer regionalen Supermacht werden läßt. Wir sind 1939 nicht in den Krieg eingetreten, um Deutschland vor Hitler oder die Juden vor Auschwitz oder den Kontinent vor dem Faschismus zu retten. Wie 1914 sind wir für den nicht weniger edlen Grund in den Krieg eingetreten, daß wir eine deutsche Vorherrschaft in Europa nicht akzeptieren konnten". Daß England praktisch ein ganzes Jahrhundert lang die Weltherrschaft ausübte, dann die Supermächte USA und Sowjetrußland sie sich teilten und nun die USA praktisch die Weltregierung stellen, darf natürlich für andere kein Kriegsgrund sein, sondern muß hingenommen werden.
Anmerkungen: 1 Ausführlichere Zitate von diesen Aufsätzen auf deustch bei Hans Grimm, "Die Erzbischofschrift". Klosterhaus-Verlag, Lippoldsberg, 1974 (Erstausgabe Plesse Verlag, Göttingen 1950, S 15 ff 2 Zitiert in der Welt vom 11. 3. 1991 3 Zitiert in der FAZ vom 17. 9. 1989
Bitte auch dies lesen: http://www.thenewsturmer.com/TNS%202008/Revealing%20one.htm
Sp äte EinsichtEingeständnis eines britischen Abgeordneten Der Labourabgeordnete Mc Covern, Mitglied des Parlaments für Glasgow sagte im Berliner Rathaus bei einer Pressekonferenz: "Ich entschuldige mich dafür, was England gegen Deutschland zwischen 1914 und 1939 getan hat. mein Land ist für viele gewaltige Irrtümer verantwortlich, die gegen+ber Deutschland begangen wurden, insbesondere für den Versailler Friedensvertrag und die Behandlung der Weimarer Republik. Wir und Frankreich halfen, Deutschland in den Weg zum Weltkrieg zu treiben. Viele von uns wollen diesen Fehler nicht wiederholen. Wir sind beunruhigt über gewisse Anzeichen bei Persönlichkeiten und Zeitungen, die versuchen, allen Haß und alle Mißgunst wieder auszugraben." (UN-Archiv 8832)
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