Aus die Reihe "Richtstellungen zur Zeitgeschichte Der Große Wendig” Buch 2, Seite 102  Herausgegeben von Grabert Verlag, 72006 Tübingen, Postfach 1629

 

Das „Wannsee-Protokoll“

Von Rolf Kosiek

 

Am 20. Januar 1942 wurde auf einer nach dem Krieg „Wannsee-Konferenz“ genannten Tagung in der von der deutschen Dienststelle der Interpol genutzten Villa Am Großen Wannsee 56-58 hohe Vertreter verschiedener Ministerin und SS von Chef der Polizei und des Reichssicherheitshauptamtes, Reinhard Heydrich, über Planung zur „Lösung der Judenfrage“ unterrichtet.  1947 wurde im „Wilhelmstraße-Prozeß“ ein angebliches „Besprechungsprotokoll“ dieser Tagung, das dann sogenannte „Wannsee-Protokoll“, vorgelegt.  Während der zwölfbändige „Große Brockhaus“ von 1957 und der siebenbändige „Große Duden“ von 1968 noch nicht über Tagung oder Protokoll schreiben, vermerkt die 18. Aufgabe des „Große Brockhaus“ von 1979 unter „Wannsee-Konferenz“ nach Angabe von Zeit, Ort und Teilnehmern zum Inhalt:“Auf Anordnung A. Hitler beschlossen die die Teilnehmer Maßnahmen zur Ausrottung der Juden in den von Dtl. Beherrschten Gebieten Europas („Endlösung der Judenfrage“):  Errichtung von Vernichtungslagern (Konzentrationslagern) in Osteuropa, in denen die Juden getötet werden sollten“.  Das „Wannsee-Protokoll“ gilt seit Jahrzehnten al der wichtigste Beweis für die deutsche Planung der systematischen Ermordung von Millionen Juden in den Vernichtungslagern des Ostens.  Die Berliner Villa wurde zum 50. Jahrestag am 20. Januar 1992 unter der Bezeichnung „Haus der Wannsee-Konferenz“ als Gedenk- und Bildungsstätte zur Geschichte der Massenvernichtung der europäischen Juden eingerichtet, wo seitdem wechselnde Ausstellungen sowie Seminare zum Holocaust stattfinden.(1)

Das „Haus der Wannsee-Konferenz“ in Berlin.  Anderthalb Stunden soll die von Heydrich einberufene Besprechung am 20 Januar 1942 gedauert haben

 Chef des Reichssicherheitshauptamtes und stellvertreteder Reichsprotektor von Böhmen und Mähren , Reinhard Heydrich

In Wirklichkeit wurde auf der oben genannten und keine zwei Stunden dauernden Tagung jedoch nicht über die „Vernichtung“ der Juden gesprochen und insbesondere nichts darüber beschlossen.  Ferner sind die überlieferten Dokumente, insbesondere das „Besprechungsprotokoll“, zu dieser Tagung umstritten, vieles spricht für Fälschung, die nach dem Krieg hergestellt wurden.  Ausführlich dazu liegen seit Jahren vor(2). Auch mit Faksimile-Wiedergaben aller Seiten der Dokumente(3).

 

Schwerwiegende Einwande gegen die Echtheit des „Wannsee-Protokolls“ sind folgende formelle Eigenmündlichkeiten;

1   Es existieren zwei Ausfertigungen.  Eine wurde vor dem 14. April 1947 im „Wilhelmstraßen-Prozeß“ gegen Ernst von Weizsäcker von amerikanischen Ankläger Robert M. W. Kempner vorgelegt, der keine näheren Angaben über die Herkunft des „Dokuments“ machte.  Die Andere fand sich in den von USA nach 1949 an die Bundesrepublik zurückgegebenen Akten des Auswärtigen Amtes und liegt dort.  Über ihr früheres Schicksal ist ebenso nichts bekannt.

2   Bei beiden Ausfertigungen handelt es sich, wie im Kopf angeführt, um die 165. Von 30 Ausfertigungen.  Da sich beide bei genau gleichem Wortlaut und gleichem Zeilenanschlag durch verschiedenen Schriftbild und verschieden geschriebenes Aktenzeichen, muß es sich bei mindestens einer um eine Fälschung handeln.

3   Beide Protokolle sind mit „geheime Reichsachte“ überschrieben.  Daß dennoch bei nur 15 Teilnehmern 30 Ausfertigungen hergestellt worden seien, ist ungewöhnlich.

4   Keine weitere der übrigen 29 Ausfertigungen ist in den Akten der verschiedenen Ministerien und Dienststellen, für die sie anscheinend bestimmt waren, oder anderenorts je gefunden worden.

5   Das angegebene Aktenzeichen „D. III. 29. G. Rs.“ Offensichtlich empfangenden Auswärtigen Amtes findet sich mit „D.III 29 g“ auch auf einem anderen, inhaltlich völlig verschiedenen Dokument dieses Ministeriums, was bei der Gründlichkeit deutscher Beamter kaum glaubhaft ist.

6   Es fehlen auf den Dokumenten die bei deutschen Behörden üblichen formellen Dinge wie Name der ausstellenden Dienststelle, ihr Aktenzeichen, die Unterschrift, das Datum, eine vollständige Teilnehmerliste, Anfangs- und Enduhrzeit der Tagung, die Seitenparaphe, eine Beglaubigung, ein Verteiler, die Angabe des Empfängers dieser 16.  Ausfertigung.

7  Neben dem Aktenzeichen der empfangenden Stelle, des Auswärtigen Amtes, müßte auch der Eingangsvermerk mit dem Eingangsdatum stehen.  Beide fehlen.

8.  In dem 1947 aufgetauchten Stück ist SS jeweils mit normalen Buchstaben, in dem später aufgefundenen mit SS-Runen geschrieben.  Da das Protokoll von einer hohen SS-Stelle geschrieben sein soll, die sicher eine Schreibmaschine mit SS-Runen hatte, ist das 1947 vorgelegte Stück wohl eine Fälschung.  Wahrscheinlich fiel dieser Fehler auf, und es wurde nach 1947 eine weitere, um die Runen verbesserte Fälschung nachgeschrieben.

9   Ein Original des Protokolls oder ein Konzept tauchten nie auf, nur die „16. Ausfertigung“ liegt vor.

10  Lange Zeit wurden nur die beiden ersten Seiten gezeigt und behauptet, es handele sich bei dem „Protokoll“ um den Beweis für den Befehl Hitlers zur Vernichtung der europäischen Juden.  Als da ganze Protokoll bekannt wurde, zeigte sich, daß in seinem Inhalt weder ein Befehl Hitlers noch ein Beschluß zur Vernichtung der Juden vorlag.  Hitler wird gar nicht einmal  erwähnt, auch nicht die Absicht, die Juden zu ermorden.  Insofern ist die oben angeführte Angabe im „Großen Brockhaus“ von 1979 schlicht falsch.

 

Die beiden Versionen des Begleitschreibens zum sogenannten Wannsee-Protokoll.  Links: die Version, die sich im Auswärtigen Amts befinden: Politiches Archiv des A.A. Akten Inland II g. Bd, 177, Blatt 165   Rechte Seite: die Version, die von Robert Kempner veröffentlicht wurde.  Siege: Robert W,. M. Kempner, „Eichmann und Komplizen“ Zürich-Stuttgart-Wien 1961, S. 150

 

Es wurde in Wirklichkeit ein Plan vorgetragen und besprochen, die europäischen Juden „nach dem Osten zu evakuieren“.  Das bestätigt sogar „Das Parlament“: „Es ist von dieser Beratung wieder und wieder gesagt worden, ihre Teilnehmer hätten den Mord an den Juden beschlossen … … Das falsche Bild bedient offenbar ein Bedürfnis(4).  „Die vorurteilsfreie Kenntnisnahme des „Besprechungsprotokolls“ überzeugt davon, daß die Versammelten nichts beschlossen, was als gedanklicher oder befehlmäßiger Ausgangspunkt des Verbrechens gewertet werden könnte(5)“.  „Tatsächlich wurde auf der Wannsee-Konferenz im eigentlichen Sinne nichts beschlossen(6)“.

11  Heydrich, der zur Sitzung eingeladen und sie geleitet hat, wird auf der Teilnehmerliste gar nicht erwähnt.

12  Staatssekretär Ernst von Weisäcker, dessen Ministerium die 16. Ausfertigung sein soll, erklärte nach 1645 glaubwürdig, daß er das Schriftstück in seiner Amtszeit nicht zu sehen bekommen habe, was sicher der Fall gewesen wäre, wenn das Dokument seinem Ministerium zugeschickt worden wäre.

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Auch im Text finden sich Merkwürdigkeiten und sachwidrige Angaben, auf die Walendy im einzelnen hinweist(7).  Ney(8) führt aus der Analyse des Textes unter anderem folgenden für einen deutschen Protokollführer verwunderlichen Wortgebrauch an „wichtige Bedeutung“ statt „große Bedeutung“, „Staatsarbeiter“ statt „Beamte“, „private beruf – Heilkunde, Presse, Theater“, statt „freie Berufe Komma vor usw. auf einem englischsprachigen Verfasser des Protokolls schließen, also auf eine Fälschung.

 

Ebenso ergeben sich in den vorliegenden Begleitdokumenten zur Wannsee-Konferenz, den Einladungen, dem Brief Görings vom 7. 1941 (ohne Tag Angabe) an Heydrich, mehrere formelle wie inhaltliche Verdachtsmomente auf Fälschungen (9).

 

Walendy berichtet ausführlich, daß mehrere Teilnehmer an der Konferenz, die das Kriegsende überlebten, später ausgesagt haben, daß auf der Tagung gar kein Protokoll geführt wurde und daß der Text des vorliegenden „Wannsee-Protokolls“ den Verlauf der Tagung überhaupt nicht richtig wiedergebe.  Insbesondere sei über die hineingedeutete „Vernichtung“ der Juden nicht gesprochen worden.  Dasselbe haben von Teilnehmern über die Tagung informierte Beamten wie der Legationsrat im Auswertigen Amt, Franz Rademacher, in Nürnberg ausgesagt.  Adolf Eichmann soll später eine Niederschrift über die Tagung angefertigt haben, die jedoch nach seinen Angaben mit dem „Wannsee-Protokoll“ nicht identisch sei,

 

Erstaunlich ist auch, daß mehrere Teilnehmer an der Konferenz – so Georg Leibbrandt, Gerhard Klopper, Wilhelm Stuckart, Hoffmann, Neumann, Aldof Eichmann -, die das Kriegsende überlebten, nicht deswegen zur Rechenschaft gezogen oder als Zeugen vernommen wurden(7), und daß in den ersten Jahrzehnten nach 1945 trotz Vorliegens der oben genannten Dokumente die „Wannsee-Konferenz“ in der zeitgeschichtlichen Diskussion keine Rolle gespielt hat, in den damaligen Lexika nicht angeführt wurde(10).

 

Behauptungen von Simon Wiesenthal(11), Hitler habe an der Wannsee-Konferenz teilgenommen, oder von Gerld Reitlinger, Enst von Weizsäcker habe das Protokoll abgezeichnet(12), sind nachweislich falsch.

 

Daher scheint es sich bei dem „Wannsee-Protokoll“ wie bei den genannten mit ihm zusammenhängenden Schriftstücken um Fälschungen aus der Nachkriegszeit zu handeln, die deutsche Stellen belasten sollen.

 

Die über Jahrzehnte aufrechterhaltene falsche Deutung des „Wannsee-Protokolls“ wird seit einiger Zeit auch als solche zugegeben und folgendermaßen „begründet“; „Warum vermochte sich dennoch zählebig die Version zu behaupten, jene Konferenz sei der Ausgangspunkt des Verbrechens gewesen und die am Wannsee Versammelten hätten es beschlossen?  Die falsche Lesart, die keinerlei apologetisches oder persönliches Rechtfertigungs- und Entlastungsinteresse befriedigt, bedient offenbar eine gängige Geschichtsvorstellung, welche die geschichtlich beispiellose, barbarische Entscheidung an einen Ort, an benennbare Personen und an Tag und Stunde knüpfen will.  Diesem Bedürfnis können die Historiker keine Alternative bieten, weshalb sie der falschen Vorstellung vom geschichtlichen Platz der Konferenz bisher nur mit Teilerfolg entgegengetreten sind(13).

 

In der Gedenkstätte am Wannsee wird derweil immer noch der falschen Auslegung gehuldigt, wird vom „Tatort“ geschrieben und aufgezeigt, daß von hier „der historische Weg, der zur Massenvernichtung führte und in dem die Wannsee-Konferenz eine entscheidende Etappe war“, ausging.

 

Für die Deutung der Wannsee-Konferenz ist schließlich die Aktennotiz von Franz Schlegelberger vom März 1942, also zwei Monate später wichtig, in der es heißt:

„Herr Reichsminister Lammers (Chef der Reichskanzlei, R.K.) teile mir mir, der Führer habe ihm gegenüber wiederholt erklärt, daß er die Lösung der Judenfrage bis nach dem Kriege zurückgestellt wissen wolle.  Demgemäß habe die gegenwärtige Erörterung nach Meinung von Herr Reichsminister Lammers lediglich theoretischen Wert.  Er werde aber auf alle Fälle dafür besorgt sein, daß nicht durch einen überraschenden Vortrag von anderer Stelle ohne sein Wissen grundsätzliche Entscheidungen gefällt werden“(14).

 

Schegelberger sandte diese Notiz damals an führende Vertreter in Staat und Partei.  Bezeichnend ist wohl, daß dieses wichtige Dokument von demselben Kempner, der das „Wannsee-Protokoll“ „fand“, anscheinend aus Akten entfernt wurde und dann Jahrzehnte lang verschwunden war, bis es wieder im Bundesarchiv, versteckt an andrer Stelle, gefunden wurde.  Darauf abgesprochen, verweigerte Kempner jede Auskunft.(15)

 

 

Himmler, der dafür verantwortlich war, daß in den eroberten Gebieten die von Hitler gewünschte rassische Neuordnung durchgeführt wurde, zeigte sich unsicher über die Entwicklung der Dinge.  In einer Niederschrift für Hitler von Mai 1940 finden sich die Überlegung, daß die bolschewistische Methode der physischen Ausrottung eines Volkes aus innerer Überzeugung als urgermanisch unmöglich abzulehnen sei.  Hitler vermerkte dazu am Rande: „Sehr richtig.“  Yehuda Bauer, “Freikauf von Juden?“ Jüdischer Verlag, Frankfurt/M. 1996, S. 95

 

 

 

 

Anmerkungen:

1   Andreas Kilb, „Am Tatort“, in Frankfurter Allgemeine Zeitung, Nr. 16, 19 Januar 2006, S. 31

2  U.a. Hans Wahls, „Zur Authentizität des „Wannsee-Protokolls“ in: Band 10 des „Veröffentlichungen der Zeitgeschichtlichen Forschungsstelle Ingolstadt“,  Ingolstadt 1987, S. 1 – 21; Udo Walendy, „Die Wannsee-Konferenz vom 20 Januar 1942“, in: Udo Walendy, Historische Tatsachen“ Nr. 35, Verlag für Volkstum und Zeitgeschichtsforschung;  Johannes P. Ney, „Das Wannsee-Protokoll“, in „Huttenbriefe“, Sonderdruck Juni 1992; ders., „das Wannsee-Protokoll“ Anatomie einer Fälschung“, in: Ernst Gaus (Hg.), Grundlagen zur Zeitgeschichte“, Grabert, Tübingen 1994, S. 169 – 191.

3  Etwa bei: Ney, aaO. (Anm. 2), S. 3 f., 9- 18 u. 22 f.

4  Kurt Patzold, „Die vorbereiteten Arbeiten sind eingeleitet.  Zum 50. Jahrestag der „Wannsee-Konferenz vom 20 Januar 1992“. In: „Das Parlament“, Beilage B-1-2/92, 3.1. 1992, S. 17

5  Ebenda, S. 18.

6  Ebenda, S. 23

7  Walendy, aaO. (anm. 2), S. 27 – 33

8  Ney, aaO. (anm. 2), S. 7

9  Ebenda, S. 16

10 Kurt Patzold u. Erika Schwarz, „Tagesordnung: Judenmord.  Die Wannsee-Konferenz am 20. Januar 1942“, Metropol, Berlin 1992

11 Simon Wiesenthal, „doch die Mörder leben noch“, Droemer Knaur, Müchen 1967, S. 40

12 Gerald Reitlinger, „die Endlösung,“ Colloqium, Berlin 1953, S. 106

13 Kurt Patzold, „Wannsee-Konferenz“, in Wolfgang Benz (hg.), Legenden, Lügen, Vorurteile, Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1992, S. 215 ff.

14 Zitiert von Dr. K. A. R. Schutz, „Judenvergasung ohne Befehl Hitlers“, in; „Neue Juristische Wochenschrift“, Nr. 29, 1996

15 David Irving, „Nürnberg. Die letzte Schacht“, Grabert, Tübingen 1996, S. 127

 

Kommentare von Wilfred Heink, Kanada

Die Zusammenstellung von Rolf Kosick über die Wannsee Konferenz ist gut,  es fehlen einige Einzelheiten aber im großen und ganzen stimmt alles.Nur wird immer wieder ein wichtiger Punkt übersehen, und das ist die Frage ob Heydrich an der Konferenz teilgenommen hat-, teilnehmen konnte und ich glaube ich wiederhole mich hier, egal.

Heydrichs Name ist nicht auf der Teilnehmerliste dieses sog.   Besprechungsprotokolls, es heißt nur, zum Anfang des Protokolls: „Chef der Sicherheitspolizei und des SD, SS-Obergruppenführer Heydrich, teilte eingangs seine Bestellung...“, usw.

In einem Schreiben vom 29. November 1941 hat Heydrich Luther „...zu einer...Besprechung mit anschließendem Frühstück zum 9. Dezember 1941, 12,00 Uhr...“, eingeladen. Es gibt zwei verschiedene Versionen dieser Einladung (http://vho.org/dl/DEU/gutachten.pdf), außerdem gibt der Eingangsstempel des AA den 23. Dezember 1941 an, d.h. also, das der   Brief fast drei Wochen unterwegs gewesen sein soll, innerhalb Berlins, und nach dem Beginn der Konferenz eingetroffen wäre. Der Unsinn von dem „großen“ und „kleinen“ Haus am Wannsee ist eigentlich auch erwähnenswert, denn sicher kannte Heydrich den Unterschied. Daraufhin  folgte eine zweite Einladung, vom 8. Januar 1942, im AA eingegangen am  12. Januar 1942. Heydrich sagt die Besprechung, welche für den 9.  Dezember des Vorjahres geplant gewesen war, am 9. Januar des nächsten Jahres, ab, und lädt zu einer Besprechung für den 20. Januar ein. Auch von der zweiten Einladung gibt es zwei verschiedene Versionen. Die   Greuelpropagandisten, auch „Historiker“ genannt, geben verschiedene   Gründe für die Verschiebung der Konferenz an, Pearl Harbor, Stalingrad,  usw., fest steht es gibt nichts genaues, Heydrich schreibt von   „...plötzlich bekannt gegebenen Ereignisse(n)“.

In beiden Einladungen, und es bestehen ernsthafte Zweifel bez. der Echtheit von beiden, soll Heydrich hohe Herren zu einer Besprechung eingeladen haben die zur Mittagszeit beginnen soll, unhöflich, aber um allem die Krone aufzusetzen soll nach der Besprechung ein „Frühstück“ gereicht werden. Das ganze ist doch Blödsinn.

 

War Heydrich überhaupt anwesend, sollte diese Konferenz stattgefunden haben? Kaum möglich, denn am Abend des 20. Januar, 19.00 Uhr, war er auf dem Hradschin in Prag, zur Amtseinführung der neuen Protektoratsregierung. Kempner schreibt in seinem „Ankläger der Epoche“, aus „Die Wannsee Konferenz“, von Wulf van Xanten:

    „Man mußte im Winter raus nach Wannsee, da hat’s geschneit damals, wie   ich gehört habe. Es war glatt, und wie wir später von Eichmann erfuhren...hat er anschließend noch gemütlich zusammengesessen mit Heydrich und einen Cognac getrunken“ (R.M.W. Kempner, Anm. 8, S.313).

 

Die Konferenz hat 12.00 Uhr angefangen, wenn wirklich all daß, was in dem Protokoll steht, durchgesprochen worden war, muß es 2 bis 3 Stunden gedauert haben bevor man zum „Frühstück“ übergehen konnte. Dann noch eine Zigarre, einen Cognac zur Gemütlichkeit und siehe da, schon ist es15:30 oder 16:00 Uhr, es wird dunkel und die Straßen sind glatt.

 Trotzdem war Heydrich pünktlich um sieben in Prag, in Galauniform.  Wenn es diese Konferenz gegeben hat, und wenn Heydrich dabei sein wollte, hätte er sie nochmal um ein paar Tage verschieben können, sollte er erst später über den Empfang in Prag informiert worden sein. Denn es ist schwer zu glauben das er zwei bedeutende Termine für den selben Tag geplant haben soll.

 

Wolf Dieter Rothe zweifelt, in seinem „Die Endlösung der Judenfrage“, auch an das Heydrich, am 20. Januar 1942, in Berlin war. Er schreibt, auf S.184: „Die egierungserklärung der neuen Protektoratsregierung war   ein persönlicher Entwurf Heydrichs, den er Moravec zugespielt hatte“

 (Lagebericht Heydrichs an Bormann vom 22.1.1942). Auch war die Zusammenstellung der neuen Prager Regierung Chefsache von Heydrich, schließlich mußte er mit dieser zusammenarbeiten. Deshalb war daß bestimmt Thema No.1 für Heydrich und er hätte die Konferenz in Berlin verschoben, wenn es diese denn gegeben hat, denn auf dieser „Konferenz“ wurde sowieso nichts beschlossen. Jehuda Bauer nennt Wannsee „...die alberne Geschichte“ (Die Zeit, 17.1.1992, S.33). „Historiker“ aber brauchen diese alberne Geschichte da sie keine Beweise für das Behauptete haben.

 

 Armes Deutschland.

 Grüße aus Kanada