Aus die Reihe "Richtstellungen zur Zeitgeschichte Der Große Wendig” Band 2, Seite 228 Herausgegeben 2007 von Grabert Verlag, 72006 Tübingen, Postfach 1629

 

 

                            

Der Fall Nemmersdorf

  

So lautet die offizielle Bezeichnung, mit der die Wehrmacht-Untersuchungsstelle (WUSt) den Vorgang benennt, über den der Amerikaner Alfred M. de Zayas(1) als Beispiel alliierter Völkerrechts-Verletzungen schrieb: „Am 20/21. Oktober 1944 eroberten Spitzen der sowjetischen Armee das ostpreußische Dorf Nemmersdorf südlich von Gumbinnen.  Wenige Tage später besetzten deutsche Truppen die Ortschaft wieder.  Nach Schilderung der ersten Deutschen Soldaten, die dann in Nemmersdorf eintrafen, waren die Ortsbewohner zum Teil grausam ermordet worden“.

 

Nemmersdorf war der erste deutsche Ort, den sowjetische Truppen im Zweiten Weltkrieg eroberten.  In diesem Dorf tobte sich die durch Propaganda aufgepeitschte russische Soldateske zuerst gegen deutsche Zivilisten aus, die auf entsetzliche Weise von ihrem Leben ‚befreit‘ wurden. 

 

Von den erwähnten deutschen Truppen, die Nemmersdorf zurückeroberten – es waren Einheiten des Fallschirmjäger-Regiments 16(Ost) -, liegen Tagebuchaufzeichnungen des Regiments-Kommandeurs, des späteren Bundeswehr-Oberst Gerhart  Schirmer, vor(2)  Kommandeur Schirmer berichtet, daß ein Regiment, dem Panzer-Korps ‚Herman Göring‘ unterstellt, den Auftrag erhielt, den Raum um Nemmersdorf zurückzuerobern.  Wörtlich heißt es:

„Dann griffen wir an.  Die Pak wurden feuerbereit geschoben.  Wir kämpften uns von Haus zu Haus und erreichten die Linie Kirche-Angerappfluss an der Brücke.  Dann halfen uns Stukas (Rudel). – Bis zum Abend hatten wir Nemmersdorf in Besitz.  Das Bild, das sich der Kampftruppe bot, war furchtbar.  Die Frauen waren nackt an die Scheunentore genagelt – wie Christus am Kreuz.  Schrecklich mißbraucht und verstümmelt, die Kinder und Männer erschlagen und gräßlich zugerichtet …. Kurz nach der Einnahme habe ich Nemmersdorf selbst gesehen.  Es war entsetzlich.  An den Scheunen- und sonstigen Toren angenagelte Frauen und Kinder, fürchterlich verstümmelt.“ 

  Die sowjetrussischen Truppen wurden durch Ehrenburgs Mordaufrufe richtig aufgepeitscht

   Die sowietischen Truppen wurden durch Ehrenburg (Mitte) Mordaufrufe richtig aufgepeischt

Unabhängig vom Bericht des Obersten a.D. Schirmer liegt ein Bericht von Johann Walz, Hohenfelds bei Stockach, vor, der nach schweren Rückenzugsgefechten aus Tilsit durch Nemmensdorf gekommen war.  In den Wirren des Kampfes kam er erst hinter dem Dorf zur eigenen Truppe, um sogleich wieder mit einem Spähtrupp die Lage zu erkundigen.  Aus diesem Erleben, bei dem er für kurze Zeit neben einem Kameraden vorne lag schrieb er selbst, daß er schreckliche Beobachtungen machen mußte.  “Aus der Ferne mußten wir zusehen, wie das furchtbare Gemetzel in Nemmersdorf vor sich ging.  Es war ein furchtbares Geschrei von Frauen und Kindern, und im Feuerschein konnten wir sehen, wie die besoffenen Russen die Kinder an Wagenräder totschlugen, den Frauen die Brüste abschnitten und an Scheuntore nagelten.  Anderen wurden die Hände abgehackt, also das Furchtbarste, was man sich nur denken kann, dieses Gemetzel von Nemmersdorf ….. Kurze Zeit darauf kamen die Fallschirmjäger von Oberstleutnant Schirmer und vertrieben die Russen …  Ich selbst wurde dann von einem russischen Scharfschützen durch Lungenschuß verwundet.“ 

   Ermordete Kinder von Nemmensdorf, wie sie deutsche Soldaten bei der Rückeroberung im Herbst 1944 vorfanden (Bundesarchiv)

 

Nach der Rückeroberung Nemmensdorf kamen unbeschreibliche Greueltaten der Sowjets ans Licht. (Bundesarchiv)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie in Nemmersdorf wütete die entmenschlichte sowjetische Soldateska auch in anderen Orten, etwa in Metgethen bei Königsberg.

Deutscher Soldat in Ostpreußen gefunden

 

Das Verhalten der russischen Soldaten sollte nicht verwundern, wenn wir Stalins - er war der gute Onkel Joe von Präsident Roosevelt – Einstellung zu deutschen Frauen erfahren.

 

Nachdem Stalin im Gespräch mit Djilas für das Recht des russischen Soldaten zu Vergewaltigungen Partei ergriffen hatte, sagte er zu ihm:  „Sie haben sich die rote Armee ideal vorgestellt.  Und sie ist nicht ideal und kann es auch nicht sein, selbst wenn sie nicht einen gewissen Prozentsatz von Verbrechern enthielt – wir haben die Tore unserer Strafanstalten aufgemacht und alle in die Armee geschickt. ….  Die Rote Armee ist nicht ideal.  Wichtig ist, daß sie die Deutschen bekämpft – und sie kämpft gut, alles andere spielt keine Rolle(3).“

   Kinder aus Ostpreußen von deutsche Soldaten gefunden

 

Da die deutsche Medien- und Umerziehungsindustrie allzu gern von deutscher Schuld und Scham redet, aber Untaten an Deutschen herunterspielen möchte, sei nachstehend nochmals auf eine Aussage von Alfred M. de Zayas (4) hingewiesen:

 

   Gerda Merczulat überlebte schwerverletzt als einzige das Massaker von Nemmensdorf.  (Foto: ZDF).  „Als ich zu mir kam, hörte ich die Kinder schreien und Gewehrschüsse.  Dann war alles still“.

 

„Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Vorgänge im Dorf Nemmersdorf am 20./21. Oktober, weil ‚Nemmersdorf‘ für die Geschichte der deutschen Fluchtbewegung eine wichtige Rolle spielte und neben Katyn wohl auch eines der besten belegten Beispiele russischer Greueltaten im Zweiten Weltkrieg ist.  Den ostpreußischen Bauern jedenfalls wurde es zum Inbegriff unaussprechlicher Angst.  Nemmersdorf war keineswegs der einzige Ort, in dem Angehörige der Roten Armee Gewalttaten begingen, aber was sich dort abspielte, hat die Flucht nicht nur der Ostpreußen, sondern auch die der Schlesier und der Pommern beschleunigt…

 

Die qualvollen Geschehnisse sind sämtlich belegt:  Am 5. Juli 1946 erklärte der ehemalige Stabschef der Vierten Armee in Ostpreußen Generalmajor Erich Dethleffsen: „Als im Oktober 1944 russische Verbände in der Gegend Gr. Waltersdorf (südostw. Gumbinnen) die deutsche Front durchbrachen und vorübergehend bis Nemmersdorf vorstießen, wurde in einer größeren Anzahl von Ortschaften südlich Gumbinnen die Zivilbevölkerung – z.T. unter Martern wie Annageln an Scheunentore – durch russische Soldaten erschossen.  Eine große Anzahl von Frauen wurde vorher vergewaltigt …Dabei sind auch etwa 50 französische Kriegsgefangene durch russische Soldaten erschossen worden.  Die betreffenden Ortschaften waren 48 Stunden später wieder in deutscher Hand.  Die Vernehmungen lebendgebliebener Augenzeugen, ärztliche Berichte über die Obduktion der Leichen und Photographien der Leichen haben mir wenige Tage später vorgelegen.“

 

Ein anderer Augenzeuge legte unter Eid die folgende Aussage ab, die später in Nürnberg von der Verteidigung als Beweismaterial vorgelegt wurde: „Am Straßenrand und in den Höfen der Häuser lagen massenhaft Leichen von Zivilisten, die augenscheinlich nicht im Laufe der Kampfhandlungen durch verirrte Geschosse getötet worden, sondern planmässig ermordet waren.  Unter anderem sah ich zahlreiche Frauen, die man nach der Lage der verschobenen und zerrissenen Kleidungsstücken zu urteilen, vergewaltigt und  danach durch Genickschuß getötet hatte, zum Teil lagen daneben auch die ebenfalls getöteten Kinder.“

 

Karl Potrek, ein Zivilist aus Königsberg, der zum Volkssturm eingezogen und sofort zur Verstärkung in den Raum Gumbinnen-Nemmersdorf geschickt worden war, berichtete später: „Hinter diesem freien Platz steht wiederum ein großes Gasthaus Roter Krug.  An diesem Gasthaus stand längs der Straße eine Scheune.  An den beiden Scheunentüren waren je eine Frau, nackt in gekreuzigter Stellung, durch die Hände angenagelt.  Weiter fanden wir dann in den Wohnungen insgesamt 72 Frauen einschließlich Kinder und einen alten Mann von 74 Jahren, die sämtlich tot waren, fast ausschließlich bestialisch ermordet bis auf nur wenige, die Genickschüsse aufwiesen.“

 

Wir schließen den „Fall Nemmersdorf“ mit den Gedanken des sowjetischen Offiziers Lew Kopelew(5), die mit dem Mordbefehl des Ilja Ehrenburg(6) „Tötet, tötet, tötet …“ eine gewisse Erklärung jener Unmenschlichkeit geben.  Am Schluß des Kapitels „In Ostpreußen“ schriebt Kopelew: „… und wir alle – Generäle und Offiziere – verhalten uns nach Ehrenburgs Rezept.   Welche Rache lehren wir: deutsche Weiber aufs Kreuz legen, Koffer, Klamotten wegschleppen.  Die Deutschen fliehen vor uns (zu den Engländern und Amerikanern).  Und stell dir vor, was wird später aus unseren Soldaten, die zu Dutzenden über eine Frau herfielen?  Die Schulmädchen vergewaltigten, alte Frauen ermordeten? …..  Das sind hunderttausende von Verbrecher künftiger Verbrechen, grausame und dreiste mit Ansprüchen von Helden.“

 

Reste zerstörter Trecks.  „Die russischen Piloten hatten den Befehl, jede Flüchtlingskolonne zu beschießen, ‘da dort Soldaten zu vermuten’ seien. (Heinz Schön)

 

Zum sowjetischen Terror gegen Deutsche schreibt der Militärhistoriker Joachim Hoffmann in seinem Standardwerk:

„Tötung als schwerwiegendstes Delikt geschahen auf mannigfache Art und Weise.  Flüchtlingstrecks wurden von Panzern niedergewalzt oder zusammengeschossen.  Männer, aber auch viele Frauen nach der Vergewaltigung, durch herabspringende Tankisten und Infanteristen erschossen, erschlagen oder erstochen.  Überall in Häusern und auf Straßen wurden Zivilpersonen ermordet, in manchen Gebäuden, Forsthäuser, Scheunen und Schuppen bisweilen auch lebendigen Leibes verbrannt.  Männer, die ihre Frauen und Töchter vor der Vergewaltigung zu schützen versuchten wurden in der Regel ebenso getötet wie Frauen, die sich gegen eine Gewalttat zur Wehr setzten.  Immer wieder wird von sadistischen Sexualmorden berichtet und manchmal sogar von der Schändung zuvor schon Ermordeter.  Im Zuge einer sogenannten „Entnazifizierung“ wurde Mitglieder der NSDAP und deren Gliederung oder sonstige „Faschisten“, etwa Ortsbauernführer, erschossen, vielfach auch Beamte und Angestellte der Zivilverwaltung und natürlich Angehörige der Polizei, überhaupt Uniformträger des öffentlichen Dienstes, einerlei ob Eisenbahn, Postbeamte, Feuerwehrleute, Förster, ferner Angehörige des Reichsarbeitsdienstes oder Organisation Todt, darüber hinaus sehr oft sogenannte „Kapitalisten“ wie Gutsbesitzer, Bauern, Ladeninhaber, Hausbesitzer, ferner alle die, die, wie Hitlerjugend, in irgendeiner Weise als potentielle „Partisanen“ angesehen wurden, und sehr oft die Bewohner von Häuser, in denen deutsche Soldaten, oder Waffen gefunden worden waren. Formale Grundlage war der von dem Volkskommissar für Innere Angelegenheiten der UdSSR, Berija, herausgegebene Befehl Br 0016 des NKWD vom 16. Januar 1945.  Die Sowjets erschossen oder erschlugen während der Deportationen der „mobilisierten Deutschen“ (mobilizovannych nemcev) alle jene, die aus Kräftemangel nicht Schritt zu halten  vermochten, und in den Folterkellern des NKWD starben viele der Verhörten unter unmenschlichen Tortur.  Bisweilen wurde, wie die Beispiele Nemmersdorf 1944 und Metgethen 1945 erweisen, die Einwohnerschaft ganzer Ortschaften, Männer, Frauen und Kinder, einfach nur deswegen massakriert, weil es sich bei ihnen um Deutsche gehandelt hat.  Für das zügellose Treiben der aufgehetzten sowjetischen Soldateske gab es keine feststehende Regel“(7)

 

Man muß es einen Treppenwitz der Weltgeschichte nennen, daß eben diese Sowjetunion beim sogenannten „IMT“, dem Rachetribunal von Nürnberg, auf der Seite der Ankläger saß, statt selbst unter Anklage zu stehen.

 

?Daß Reichspropagandaminister Goebbels das „Wüten der sowjetischen Bestien“ in Nemmersdorf und in umliegenden Dörfer hochputschte, ist unumstritten.  Zu behaupten, daß Nemmersdoprf das Werk der Reichspropaganda war, ist ein wahnwitziger Schritt, den Guido Knopp trotzdem wagte.  In seiner Reihe „ZDF-History“ vom 25. November 2001 meinte er: „Aussagen von Zeitzeugen lassen vermuten, daß die NS-Propaganda die Verbrechen nicht nur instrumentalisiert, sondern zum Teil auch inszeniert hat“.

 

Helmut Hoffmann, angeblich einer der ersten Soldaten vor Ort, wurde als Zeitzeuge bemüht: „Wenn da geschrieben wurde, es sind Frauen gekreuzigt oder angenagelt worden – das íst ungeheuer Blödsinn.  Da ist auch keine Frau vergewaltigt worden.  So wie sie dalagen … das hat man nachträglich gemacht.  Man hat ihre Kleider hochgezogen und auch runtergezogen.“

 

Anmerkungen

1  Alfred M. de Zayas, „Die Wehrmacht-Untersuchungsstelle – Unveröffentlichte Akten über alliierte Völkerrechtsverletzungen im Zweiten Weltkrieg,“ Universitas, München 1980, Seite 39

2  Die Aufzeichnungen liegen dem Verfasser vor

3  Milovan Djilas, „Gespräche mit Stalin“, S. Fischer, Frankfurt/M 1962, Seite 142

4 Alfred M de Zayas, „Die Anglo-Amerikaner und die Vertreibung der Deutschen“, C. H. Beck, München 1977, Seite 80 f

5  Lew Kopelew, „Aufbewahren für alle Zeit,“ Hoffmann und Campe, Hamburg 1976 Seite 114

6  Ilja Ehrenburg, sowjetischer Schriftsteller und Propagandist, 1891 geboren in Kiew, 1976 gestorben in Neu Jerusalem (bei Moskau), entstammt einer jüdischen Familie, floh 1909 nach Paris, 1918 in die Sowjetunion, war dann in Paris, Berlin, nahm am Spanischen Bürgerkrieg teil, war im Zweiten Weltkrieg in Moskau propagandistischer Wegbereiter der von Rotarmisten verübten Verbrechen an Deutschen

7  Joachim Hoffmann, „Stalins Vernichtungskrieg 1941 – 1945“, Verlag für Wehrwissenschaften, München 1995, Seite 252, f  2002 erschien das Video „Nemmersdorf 1944 – Die Wahrheit über ein sowjetisches Kriegsverbrechen.  Augenzeugenberichte in: „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, 3. Dezember 2001

 

Nemmersdorf 1944 - Die Wahrheit über ein sowjetisches Kriegsverbrechen 7 Teile

http://www.youtube.com/watch?v=_5RaN2w2LE0&feature=player_embedded#!
http://www.youtube.com/watch?v=iN_7InXaePs&feature=related
http://www.youtube.com/watch?v=1KpzwrZF5rU&feature=related
http://www.youtube.com/watch?v=yTl9nG2iSbo&feature=related
http://www.youtube.com/watch?v=_r9xBmmjqeA&feature=related
http://www.youtube.com/watch?v=JQCmpnKM2dI&feature=related
http://www.youtube.com/watch?v=rq4WxFPZCLY&feature=related

Nemmersdorf, 20. Oktober 1944
Die Sowjets erreichen im Oktober 1944 erstmals deutsches Reichsgebiet und geben eine Kostprobe ihrer "Befreiung" ab. Am 5. November wird Nemmersdorf von deutschen Soldaten wieder kurzzeitig befreit.Manfred Hoflehner berichtet als Augenzeuge:

http://www.youtube.com/watch?gl=PL&hl=pl&v=nRnPCEUcOqE&feature=related 

Kommentare von RJH: 

1 Die Kreuzaufhängungen von Frauen in Nemmersdorf zeigen sehr deutlich, daß unter den sowjetischen Soldaten Juden waren, denn nur Juden würden Christen wie auf das Kreuz nageln.

2 Berija war Jude.