Aus die Reihe "Richtstellungen zur Zeitgeschichte Der Große  Wendig” Band 2, Seite 260. Herausgegeben von Grabert Verlag, 72006 Tübingen, Postfach 1629

 

 

Französische Massenvergewaltigungen in Italien 1944

Dr Rolf Kosiek

 

 Alphonse Juin (1888 - 1967), 1941 Oberbefehlshaber der Vichy-Truppen in Nordafrika, ging 1942 zu den freifranzösischen Truppen über, kommandierte 1943/1944 die Französischen Truppen in Italien, wurde 1944 Generalstabschef, 1952 Marschall und 1953 Oberbefehlshaber der NATO-Streitkräfte Europa Mitte

 Die deutschen Soldaten, die von ausländischen Fachleuten aus die diszipliniertesten der Welt beurteilt werden, dürften heute im In- und Ausland diffamiert und verleumdet werden, und viele untadelige Heerführer und Offiziere wurden nach 1945 wegen angeblichen Kriegsverbrechen zum Tode verurteilt.  Dagegen wurden alliierte Truppen und ihre Führer selbst wegen schändlichster Kriegsverbrechen nicht belangt.  So kamen bei französischen Einheiten im Zweiten Weltkrieg von ihren Vorgesetzten ausdrücklich genehmigt Massenvergewaltigungen mehrfach vor, zum Beispiel in Freudenstadt und Stuttgart 1945, aber auch besonders schwerwiegend in Mittelitalien in der zweiten Maihälfte 1944.

 

Bis zum Frühjahr 1944 hatte die deutsche Front in Italien an der Gustav-Liene mit dem Monte Casino monatelang die Alliierten aufhalten können.  Unter diesen war auch das französische Expeditionskorps (CEF), Corps Expéditionaire Français) unter General Juin(1), das vor allem aus Nordafrikanern bestand.  Bei der am 12. Mai 1944 beginnenden dritten Cassino-Schlacht sollte es in einem Frontabschnitt am Garigliano-Fluß endlich die deutschen Linien durchbrechen, den Flußübergang erkämpfen, ins Gebirge vorstoßen und weiter ins Liri-Tal und zur Via Cässilina vordringen.

 

Der französische Oberkommandant Juin, selbst im algerischen Bone geboren und mit der Gefühlwelt seiner Marokkaner bestens vertraut, erließ als Vertreter der auf ihre Kultur stolzen “Grand Nation” am Tag vor dem Angriff den folgenden, in der deutschen Wehrmacht undenkbaren Tagesbefehl, um seine Soldaten anzuspüren: “Jenseits der Berge findet ihr, wenn ihr kommende Nacht den Feind getötet haben werdet, ein Land, das reich ist an Frauen und Wein.  Euer General gelobt euch feierlich: Wenn ihr den Feind besiegt, gehören euch die Häuser, die Frauen und der Wein für 50 Stunden.  50 Stunden können ihr tun und lassen, was ihr wollte!”(2)   Und das wurde bei der Bevölkerung eines Landes erlaubt, das seit einiger Zeit Verbündeter der Alliierten war.

 

Eine zunächst von den Franzosen vorgesehen disziplinlose und rechtlose Zeit von 70 Stunden war vom US-Oberkommando auf diese 50 Stunden herabgesetzt worden.

 

Den Alliierten gelang dann der Durchbruch, und die Marokkaner brachen in der Täler hinter der früheren Front ein.  An folgenden beiden Tagen erlebte die italienische Bevölkerung der Umgebung der Stadt Cassino und in der Provinz Frosinone die Hölle.  Nach offiziellen Berichten sollen 60.000 Vergewaltigungen in den mehr als dreißig Ortschaften der Gegend vorgekommen sein.

 Stadt Monte Cassino

Rund 20 Jahre später berichtete die deutsche Illustrierte Stern darüber(4): “Die Marokkaner tobten sich wie eine Horde entfesselter Wüstlinge gegen die terrorisierte und vom Krieg so schwer heimgesuchte Bevölkerung aus.  Sie vergewaltigten Mädchen und Frauen von 12 bis 80 Jahren, sie nahmen keine Rücksicht auf körperliches Befinden, und sie vergingen sich sogar an “Kranken, Schwangeren und Geistesgestörten.  Nur wenige Mädchern entgingen der mehrmaligen Vergewaltigung, denn die marokkanischen Truppendurchstöberten alles, vom Keller bis zum Sach. ...... Die älteste Einwohnerin von Ausonia, eine (5) jährige, starb während der Vergewaltigung. An einem anderen Ort wurden zwei elfjährige Mädchen zu Tode geschändet.  Zwei Schwestern, die aus ihrem Häusern geflohen waren, fielen den Marokkanern in einer Waldlichtung in die Hände, 200 Mann fielen über sie her.  Das eine Mädchen starb, das andere mußte ins Irrenhaus gebracht werden.  Männer, die sich der Schändung ihrer Frauen und Töchter widersetzten, wurden erschlagen oder - bestenfalls - an die Bettpfosten gefesselt, um ohnmächtig zuzusehen, wie die Soldaten Alphonse Juin ihre Gier austobten”.

 

Eine angesehene italienische Zeitung schrieb zwei Jahre nach dem grauenvollen Geschehen(4): “Vier Tage mußten die Frauen die schrankenlose Gewalt der farbigen Truppen erdulden. Auch viele Männer wurden vergewaltigt, darunter der alte Pfarrer von Esperia., der sogleich nach der viehischen Tat starb.”  Nacht einmal die Nonnen des Ordens vom kostbarsten Blut (Ordine del Priziosissmo Sangue) in Vallecorsa wurden verschont.(6)

 

Eine andere Zeiting brachte auf ihre Titelseite einen Bericht, in dem es hieß(6): “Wer wußte bis vor einigen Tagen in Rom schon, was in der zweiten Maihälfte 1944 in Esperia, Pontecorvo, Auspnia, Sant Elia geschehen ist? ... Es war eine wilde, mitleidslose Jagd.  Die Häuser wurden eines nach dem anderen durchwühlt, die Wälder durchkämmt, die Flüchtlinge belagert, Frauen und Kinder fielen reihenweise kurz nacheinander oder gleichzeitig um, mit erhobenen Armen, die schutzlosen, von furchtbaren Wunden gezeichneten.  Leider wurden von Krämpfen geschüttelt, die Gesichter waren entstellt und blutig von Schlägen ....   Berge und Täler widerhallten von Seufzern und Schreien; in den Zeltunterkünften eines ganzen Regiments störten herzzerreißende Schreie vergewaltigter und mißhandelter Mädchen den Schlaf der französischen Offiziere:”

 

Diese abscheulichen Vorgänge kamen in der italienischen Abgeordnetenkammer am 7. April 1952 zur Sprache(7).  So erlebten viele Italiener die “Befreiung von den Deutschen.

  

General Juin wurde wegen dieses bewußten Kriegsverbrechens, für das ein deutscher Offizier von den Alliierten zum Tode verurteilt worden wäre .nicht etwa belangt, sondern anschließend befördert, er wurde französischer Marschall und später NATO-Oberbefehlshaber.

 

 In Verrgleich bitte Erziehung des deutschen Soldaten lesen

Anmerkung

 

1   “Auch Italiener wurde ‘befreit’ in Kameraden Nr 1/2, 2006, S. 2

2    Stern, Nr 52, 1965

3    Ezio Bagbo, in “La Stampa”, 29. November 1946

4    Erich Priebke, “Autobiographie”, Eigenverlag, Rom 2003, S. 923

5    Corrado Calvo, in Il Messaggero”, 29 Novermber 1946, zitiert in Priebke, ebeda, S. 922 f