Aus die Reihe "Richtstellungen zur Zeitgeschichte" von Dr Heinrich Wendig
Hefte 7. Herausgegeben von Grabert Verlag, 72006 Tübingen, Postfach 1629
Ich erzählte eine ähnlich Geschichte im Jahr 2001 auf englisch:
Israelisches Mordkommando in Deutschland 1945
In den ersten Jahren nach Ende des Zweiten Weltkrieges operierten verschiedene
jüdische Mordtrupps in Deutschland, die femeartig Hunderte ehemaliger
SS-Angehöriger ermordeten. Die Alliierten ließen diese Liquidierungen zu. Der
israelische Dokumentarschriftsteller Michael Bar-Zohar brachte darüber 1968
ein Buch heraus(1), aus dem der Spiegel (2) ausführlich zitierte. Das Material
stammen aus dem Archiv der zionistischen Geheimorganisation Haganah(3) sowie
aus Berichten Beteiligter.
Der britischen Palästina-Brigade, die im Rahmen der britischen 8. Armee gegen
die deutsche Wehrmacht in Nordafrika und anschließlich in Italien eingesetzt
gewesen war, gehörte drei jüdische Regimente an. Diese sammelten sich bei
Kriegsende in Nähe von Tarvis im Kanaltal, das, südwestlich von Villach
gelegen, nach dem Diktat von St Germain von 10. September 1919 trotz
überwiegend deutscher Bevölkerung an Italien abgetreten werden mußte. Von dort
wollten sie als Rächer in Deutschland eindringen. Als die Briten das
untersagten und die Truppe bei Triest gegen Toto-Partisanen einsetzten,
stellten Israel Karmin und andere Haganah-Angehörige verschiedene Kommandos
auf, die illegal in Deutschland eindrangen.
"!Als britische Soldaten verkleidet, schwärmten die Rächer aus. Vor der
Abfahrt lasen sie Broschüren der Jewish Agency über Himmlers Todesfabriken
.... ‘damit wir uns anheizen’"(4) Bemerkenswert ist, "daß man den Mitgliedern
der Brigade vor der Überquerung des Brenners die ‘Zwölf Gebote für hebräische
Soldaten auf deutschem Boden’ vorlasen, dessen erstes lautet: ‘Denkt an eure
sechs Millionen ermordeten Brüder’"(5), wobei zu fragen ist, woher schon im
Mai 1945 diese Zahl bekannt sein konnte.
Aus verschiedenen Quellen, auch über alliierte Geheimdienste, verschafften
sich die Kommandos die Anschriften ihrer Opfer, vor allem SS-Offiziere. Diese
wurden aufgesucht und folgten auch meist bereitwillig den angeblichen
britischen Offizieren, bis diese außerhalb der jeweiligen Ortschaft ihre wahre
Identität offenbarten: "Wenn wir das dorf oder die Stadt verlassen hatten", so
berichtete Schalom Gild’ad später(6):"gaben wir uns dem Nazi zu erkennen,
verlasen die Liste seiner Verbrechen und das Todesurteil", das dann an
abgelegenem Ort brutal vollzogen wurde. Besonders in Österreich beunruhigten
bald häufigere Leichen die Bevölkerung. Die britischen Militärbehörden
ermittelten zwar, fanden aber natürlich die Täter nicht, denn "einige
Offiziere zogen es vor, die Augen zu schließen", wie Bar-Zohar angibt(7).
Die zahl der Opfer dieser Kommandos wird in dem Buch mit zwischen 60 and 300
angegeben, genauere Zahlen waren anscheinend nicht zu bekommen.
Sam Halevi
"Der Anblick eines deutschen genügte, um unsere Rachegelüste zu wecken", gab
Sam Halevi an, "Wenn ein Radfahrer an unserem Dodge vorbeifuhr, öffneten sich
ruckartig die Wagentüren, der Mann stürzte unter die Räder und wurde zermalmt"(8)
Andere Vergeltungstruppen mordeten europaweit. Sie holten mit gefälschten
papieren SS-Angehörige aus alliierten Gefangenenlagern, ermordeten kroatische
Ustascha-Mitglieder, spürten bei Turin einen polnischen Arzt auf, der
SS-Männer die Blutgruppen-Tätowierung unkenntlich gemacht hatte: "hierfür gab
Bar-Zohar als Mindestzahl 1,000 Opfer an.
Bar Zohar
Einen Massenmord wollte die Geheimgruppe "Nakam" (Rache) aus Lublin in April
1946 an den 36,000 gefangen gehaltenen SS-Angehörigen in einem alliierten
Nürnberg Konzentrationslager verüben. Die Inhaftierten sollten an mit Arsen
vergiftetem Brot sterben. Nach wochenlangen entsprechenden Vorbereitungen
scheiterte die Durchführung schließlich nur daran, daß die Nachtwächter einer
Großbäckerei die Mordbuben für Diebe halten und deren Tun vereitelten. Doch
rund 2,000 mit Arsen versehen Brotlaibe kamen zur Ausgabe an die Gefangenen,
von denen etwas 4,300 mit Krämpfen zusammenbrachen und 700 bis 800 an den
Folgen in Krankenhausern gestorben sind. Weitere ähnliche Planungen zur
Vergiftung von Trinkwasser deutscher Städte wurden dann von der
Haganah-Führung untersagt, wie auch ein schon angelaufenes Unternehmen zur
Ermordung aller in Spandau einsitzenden in Nürnberg Verurteilten 1949 von
israelischen Regierung verboten wurde.
Die Angehörigen dieser rechtswidrigen Mordgruppen wurden nicht zur
Rechenschaft gezogen, wie es sich in jedem rechtsstaatlichen Gemeinwesen
gehört hätte. Sie machten im Gegenteil in Israel Karriere, wurden zum Beispiel
Generale der israelischen Armee wie Scholomo Schamir, Meir Soren oder Chaim
Laskow oder Kommandeur der Militärpolzei wie Israel Karmi.
Anmerkungen
1 Michael Bar-Zohar, "Les vengeurs", Librairie Arthéme fayard, Paris 1968
2 Der Spiegel, Nr 52 vom 23. 12. 1968; ebenso in Deutsche Wochen-Zeitung vom
3. 1. 1969, S. 16
3 Militärische Untergrundbewegung der juden in Palästina 1920 - 1948
4 Der Spiegel, aaO
5 Hannsjoachim W. Koch, "Der Volksgerichtshof, Politische Justiz im 3. Reich"
Universitas Verlag, München 1988 S. 627
6 Der Spiegel aaO
7 Bar-Zohar aaO
8 Der Spiegel aaO
Meine, RjH, Anmerkungen:
In unserer Religion/Mythologie existiert die Rache nicht. Wir rächten uns nur,
wenn wir von jemanden oder eine Gruppe zu schlecht und zu lange behandelt
wurden. Einer der ohne Grund sich rächt wurde unter uns einen Niding genannt.
Niding bedeutet: "eine ehrlose Person."
Niemand wollte selbstverständlich seine Ehre verlieren, denn ohne Ehre konnte
man nicht unter den seinen leben – man hatte seine ganze Familie und Sippe
verletzt.
Andererseits sollte der einzelne individuellen Einsatz und Mut lernen um ein
undurchdringliche Mauer um die Gemeinschaft durch Waffenbereitschaft
aufzurichten, um etwaigen Bedrohungen entschlossen begegnen zu können. Das hat
sich auch lange bewährt. Der Schweigsame Widar ist aber derjenige der den Wurm
zuletzt besiegt!