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Aus die Reihe "Richtstellungen zur Zeitgeschichte Der Große Wendig” Band 2, Seite 48 Herausgegeben von Grabert Verlag, 72006 Tübingen, Postfach 1629
Japan vor Atombombenabwurf kapitulationsbereit
Nach allgemeiner Meinung waren die beiden auf Japan am 6. Und 9. August 1945 von den USA abgeworfenen Atombomben, die in Hiroshima mindestens 110 000, in Nagasaki mindesten 36 000 Menschen sofort, vielen noch anschließend, das Leben kosteten und noch mehr Menschen verletzten, notwendig, um Japan zur Kapitulation zu veranlassen und den Zweiten Weltkrieg in Fernost zu beenden. So stellt beispielsweise die „Chronik des 20. Jahrhundert“ unter dem 6. August 1945 fest: „Die USA zwingen Japan mit dem Einsatz der verheerenden Waffe zur Kapitulation.(1)“
Das ist jedoch nicht richtig. Japan war schon vorher kapitulationsbereit und hatte seit Februar 1945 seine Bereitschaft dazu, auch über Moskau, signalisiert.(2) Die Alliierten waren aber darauf nicht eingegangen. Moskau wollte noch in den Krieg gegen Japan eintreten: Obwohl im ganzen Zweiten Weltkrieg die Japaner nicht – trotz Deutschlands Drängen – der Sowjetunion den Krieg erklärt und somit Stalin im Herbst 1941 die kriegsentscheidende Möglichkeit geboten hatten, seine ostsibirischen Truppen gegen deutschen Angriff vor Mo0skau einzusetzen, erklärte Moskau am 8. August 1945 noch Japan den Krieg, um Landforderungen, unter anderen die Nordkurilen, gegen Tokio durchsetzen zu können. Erst nach dem Abwurf der zweiten Atombombe nahmen die USA Japans Kapitulation an.
Hauptgrund in Washington war nicht, wie vorgeschoben, daß der Abwurf der Atombomben den Krieg abkürze und vielen US-Soldaten das laben rette, sondern, daß die ursprünglich zum Einsatz gegen Deutschland entwickelte Atombombe erst im Juli 1945 – und nach der Kapitulation der deutschen Wehrmacht – einsatzbereit war und ihre Wirkung noch auf jeden Fall den mitsiegenden Sowjets demonstriert werden sollte, um den USA bei den kommenden Auseinandersetzungen das Übergewicht zu geben. Dafür mußte Hunderttausende von Zivilisten vorher noch sterben.
Kopiert von randulf.johan.hansen@c2i,net Anmerkungen
1 „Chronik der 20. Jahrhundert“, Chronik Verlag im Bertelsmann Verlag, Gütersloh 1999, S. 280 2 Ausführliche Belege dazu mit US-Quellen bei: Mansur Khan, „Die geheime Geschichte der amerikanische Krieg. Verschwörung und Krieg in der US-Außenpolitik“, Grabert, Tübingen 1998, S. 224 f; siehe auch Liddell Hart, „Geschichte des Zweiten Weltkrieges“, Econ, Düsseldorf-Wien 1972, Bd II, S. 858 f.
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