Aus die Reihe "Richtstellungen zur Zeitgeschichte Der Große Wendig". Herausgegeben von Grabert Verlag, 72006 Tübingen, Postfach 1629

Kosaken aus den USA an Moskau ausgeliefert

Geschrieben von Rolf Kosiek

Die Tragödie der Kosaken im Mai/Juni 1945 in Kärnten und Osttirol ist in den letzten Jahren verschiedentlich von den Medien behandelt worden. und es gibt Monographien zu diesem Kriegsverbrechen der Briten, für das niemand zur Rechenschaft gezogen wurde(1). Unter fester Zusagen wurden rund 30.000 Kosaken mit ihren deutschen Offizieren samt vielen Frauen und Kindern von britischen Truppen mit Gewalt den Sowjets, und damit dem sicheren Tod, ausgeliefert. Um die 3.000 starben schon vor der eigentlichen Auslieferung bei dem brutalen Gemetzel der Engländer oder gingen in den Freitod durch Erhängen in den umliegenden Wälder oder durch Sprung in die Drau. Der Kosakenfriedhof in Lienz-Peggerz enthält einen Teil dieser Opfer(3). Ein ähnliches Verbrechen beging Schweden durch Auslieferung von rund 3.000 dorthin geflüchteter deutscher Soldaten sowie 167 Balten im Dezember 1945/Januar 1946 an Sowjets(3), Tausende deutscher Soldaten wurden 1945 von Amerikanern an die Elbe der roten Armee ausgeliefert. von denen viele die sowjetischen Lager nicht überlebten. Daß es auch anders ging, beweis das kleine Fürstentum Liechtenstein, das 1945 alle Forderungen der Sowjets nach Auslieferung von etwas 500 in das Land geflüchteter Russen eines Sonderverbandes der Deutschen Wehrmacht unter General SMYSLOWSKI ablehnte und es diesen ermöglichte, später in westliche Länder, vor allem nach Argentinien auszureisen. (4)

Weithin unbekannt ist jedoch, daß im Sommer 1945 kriegsgefangene Kosaken sogar aus den USA den sowjetischen Truppen ausgeliefert wurden(5), was auch in diesen Fällen das sichere Todesurteil bedeutete.

  

Aus einigen im Jahre 1980 vom US-Außen- und Verteidigungsministerium freigegebenen Akten geht das Schicksal von 153 Kriegsgefangenen der WLASSOW-Armee hervor, die bereits in die Vereinigten Staaten transportiert worden waren und sich dort im Gefangenenlager Fort Dix in New Jersey in Sicherheit wähnten. Sie hatten sich nach Kriegsende an Präsident THRUMAN mit der Bitte gewandt, in den USA bleiben zu dürfen, da ihnen in Rußland der sichere Tod drohte. Das Bittgesuch, das von der Presse aufgegriffen wurde, erzeugten große Anteilnahme im Lande, weshalb die Regierung die Erledigung zunächst hinausschob. Man war sich in den zuständigen Ministerien einig, daß bei einer Auslieferung die Gefangenen in der Sowjetunion sofort liquidiert würden. In einer schriftlichen Aufzeichnung des damaligen US-Verteidigungsministers Henry STIMSON heißt es, man sollte wissen, "daß wir für eine Massentöten (big killing) durch die Russen verantwortlich sind", wenn eine Abschiebung erfolge. der damalige US-Botschaft in Moskau, Averell HARRIMAN, setzte sich für den verbleib der Russen in den USA ein. ER hatte aus Moskau berichtet, daß durch die Stadt zahlreiche Züge mit Repatriierten führen, die anschließend wegen Desertion im Krieg erschossen würden. Das Außenministerium hatte sich mit dem Hinweis die Genfer Konvention, die Exekutionen von Gefangenen verbietet, um die Betroffenen bemüht.

Angesicht der Hinweise auf eine dennoch drohende Auslieferung veranstalteten die WLASSOW-Soldaten am 29 Juni 1945 in Fort dix einen Aufstand in der Ansicht, von ihren Bewachern erschossen zu werden. Es wurden aber nur neuen Gefangene leicht zur Auslieferung der 153 Männer. Sieben konnten dann in den USA bleiben, weil sie keine sowjetischen Staatsbürger waren.

Am 6. September 1945 wurden die Russen gegen ihren Widerstand in den USA eingeschifft und nach ihrer Landung in Europa an die Roten Armee übergeben. Drei hatten sich in der Zwischenzeit erhängt, fünfzehn weitere konnten am Selbstmord durch Erhängen grade noch gehindert werden. Das dürfte ihrer Tod jedoch nur kurze Zeit hinausgeschoben haben.

 

Anmerkungen:

1 Erich KERN, "General Pannwitz und seine Kosaken", Schutym Pr. Oldendorf, 1971; Bicolai Tolstoz, "Der Verratenen von Jalta, Englands Schuld vor der Geschichte", Langen Müller, München 1985; H D von Kalben und C Wagner "die Geschichte der XV Kosaken- Kavaliere-Korps" Beitrag Nr 326; "Britischen Massaker und Auslieferung der Kosaken 1945"

2 "Nachrichten der Kameradschaft des XV. Kosaken-Korps," Nr. 67, August 1991, S. 29, Freies Forum, Nr 1, 1990, S 11

3 Per Olof ENQUIST, "Die Ausgelieferten", Hoffmann und Campe, Hamburg, siehe auch: Beitrag Nr 325, "Schweden lieferte Deutsche den Sowjet aus" (Aus "Richtstellungen zur Zeitgeschichte Der Große Wendig". Herausgegeben von Grabert Verlag, 72006 Tübingen, Postfach 1629)

4 H. von VOGELGESANG, "Kriegsende in Lichtenstein," 1985; fers. "Nach Liechtenstein - in die Freiheit", 1980

5 Bayern Kurier. 15 März 1980, F.M. "USA - Keine Zuflucht", in "Der Heimkehrer", 15. April 1980, S. 3

http://de.metapedia.org/wiki/XV.Kosaken_Kavallerie_Korps