Aus die Reihe "Richtstellungen zur Zeitgeschichte Der Große Wendig” Buch 2, Seite 366 Herausgegeben von Grabert Verlag, 72006 Tübingen, Postfach 1629

 

Roosevelts Karte deutscher Aufteilung Amerikas

 

Dr. Rolf Kosiek

 

Das amerikanische Volk war nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges in Europa während der Jahre bis 1941 – wie auch im Ersten Weltkrieg – mehrheitlich gegen eine Beteiligung der USA an den europäischen Auseinandersetzungen.  US-Präsident Roosevelt arbeitete jedoch im Gegensatz zu seinen Äußerungen spätestens seit seiner Quarantäne-Rede vom Oktober 1937 an einem Eingreifen der Vereinigten Staaten in die abendländischen Konflikte und schürte die Gegensätze.  Dazu bediente er sich auch bewußter Lügen, die von vielen seiner geschichtlich nicht sehr bewanderten Landsleute geglaubt wurden.

       

US-Präsident Franklin Delano Roosevelt.  Rechts: Mitteln wurde von amerikanischer Seite versucht, Angabe beim Volk zu schüren und somit einen Kriegseintritt als unumgänglich hinzustellen.  (Karikatur zum Buch von Uwe Lübken, siehe S. 368)

 

Insbesondere machte er den naiven Amerikaner in ihrem Land Angst vor einer deutschen Invasion in den USA, die militärtechnisch zu der damaligen Zeit überhaupt nicht möglich war.  Die zahlreichen wirtschaftlich erfolgreichen und auch politisch einflußreichen Volksdeutschen in Südamerika seien die „fünfte Kolonne“ der „Nazis“ auf dem Boden der Neuen Welt und müßten deswegen ausgeschaltet werden(1).  Die südamerikanischen Staaten wurden unter Druck gesetzt, gegen die dort lebenden Deutschen vorzugehen, und mehr als 4000 von diesen wurden an die USA ausgeliefert und dort für die Kriegszeit in Konzentrationslagern gefangengehalten.

 

„Geheime deutsche Flugplätze seien in Kolumbien entdeckt worden, von denen jederzeit der Panamakanal angegriffen werden könne, gab Präsident Roosevelt im September 1941 im Rundfunk bekannt.  Hitlers Kundschafter, so führte er weiter aus, warteten in zahlreichen Brückenköpfen im Süden der Neue Welt, um von dort aus gegen die Vereinigten Staaten zu marschieren.(2)“

 

Mit einer weiteren Karte, dem angeblichen Plan einer deutschen Aggression gegen die USA, versuchte die Roosevelt-Administration, die amerikanische Öffentlichkeit zu mobilisieren.  Diese Karte erschien damals in der Zeitschrift Life.  Abgedruckt u.a. in FZ, Die wahren Schuldigen am Zweiten Weltkrieg, München 1992)

 

Wenige Wochen später setzte er mit einer weiteren Lüge zu Hitlers angeblichen Welteroberungsplänen nach und überbot noch die ersten unberechtigten Unterstellungen:  „An 27. Oktober 1941, auf dem Höhepunkt der Schlacht auf dem Atlantik und einen guten Monat vor dem japanischen Überfall auf Pearl Harbor, schockierte Präsident Roosevelt seine Landsleute mit einer Enthüllung: Er habe eine geheime Karte erhalten, so erklärte er in einer Rede, aus der nichts weniger hervorgehe als Hitlers Programm für eine neue Weltordnung.  Danach sollten die südamerikanischen Republiken in fünf Nazi-Satellitenstaaten und die vorhandenen Religionen in einen Nazikult verwandelt werden“(3).

 

Die arte war nach heutigen Erkenntnissen eine Fälschung des britischen Geheimdienstes und wurde vom US-Präsidenten, der sicher über die wahre Lage informiert war und daher die Unsinnigkeit derartiger Vorwürfe kannte, bewußt eingesetzt, um seine isolationistischen Gegner in Senat und Repräsentantenhaus zum Schweigen zu bringen und die amerikanische Öffentlichkeit zum Eintritt in den Krieg reif zu klopfen(4).  Das gelang dann im Dezember 1941 bekanntlich nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor auch schließlich.

 

Uwe Lübken, „Bedrohlich Nähe“, Stuttgart 2004

 

Anmerkungen:

 

1 Max Paul Friedmann, „Nazis & Good Neighbours.  The United States Campaign against the Germans of Latin America in World War II;” Cambridge Universitz Press, Cambridge 2003

2 Klaus A. Lankheit, “Der Zweck heiligt die Mittel”, in „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, 2. März 2004

3 Klaus Schwabe. „Roosevelts Karte“, in „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, 8 November 2005

4 Uwe Lübken, „Bedrohliche Nähe.  Die USA und die nationalsozialistische Herausforderung in Lateinamerika 1937 – 1945“, Franz Steiner, Stuttgart 2004

 

 

Amerikanische Lügen für die US-Besatzungssoldaten

Ein Beispiel westlicher Desinformation

 

„..  Seit 1933 nach Hitlers Machtübernahme wurde der deutsche junge Mann sorglich und gründlich zur Weltübernahme, zum Töten und Verrat erzogen (S.7)

Die Deutschen hörten nur das, was die Nazis sie hören und lesen lassen wollten.  Unter anderen ihnen vorgetragenen Märchen hielten sie unerschüttert an dem Glauben fest, die deutsche Luftwaffe habe New York bombardiert und z.T. zerstört, Polen habe die Deutschen angegriffen, und England und Amerika hätten Krieg gewollt, um Deutschland zu zerstören (S. 10).

 

Deutschland hat sich wiederum auf einem seiner alldeutschen bluttriefenden Eroberungs- und Beutezüge begeben.  Unter „alldeutsch“ verstehen die Deutschen ihren Traum der Welteroberung …  Du als intelligenter Amerikaner weißt sowieso, warum Du in diesem Krieg Deinen Mann stehst.  Aber auch die Geschichte bestätigt Dir Deine Überzeugung vom guten Recht und der Würde unserer Sache.  Die Geschichte beweist Dir, daß deutsche Angriffslust und deutscher Eroberungswille nichts Neues sind.  Durch Jahrhunderte Konnte sich die deutsche Streitsucht nur gegenüber den nächsten Nachbarn geltend machen.  Aber seit kurzem wurde dank modernen Erfindungen und dank der Möglichkeit, die Entfernungen auf der Erde zu überwinden, dem Deutschen die Gelegenheit verschafft, seinen Traum einer Versklavung der Welt wirklich werden zu lassen.  Von dem Augenblick an warst Du und Dein Land betroffen.

 

Die Faschisten der ganzen Welt schlossen einen Bund gegen die Gläubigen der Freiheit, und wie die Gelegenheit zur Eroberung günstig schien, überfielen sie ein friedfertiges Land.  Solches aber konnte die freie Welt nicht auf die Dauer geschehen lassen, die Deutschen z-B. hätten niemals aufgehört, sich in andere Länder hineinzudrängen“ (S. 27 F)

 

(Aus „Pocket Guide to Germany“, zit. In: Hans Bernhardt, “Deutschland im Kreuzfeuer großer Mächte”, Schütz, Pr. Oldendorf 1988, S. 320)

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